England im Wahlkamps
WacDonalds Programm.
London, 9. Oktober.
Nachdem durch Proklamation des Königs das Unterhaus aufgelöst wurde, teilte der Sprecher mit, daß die Wahlen am 27. Oktober stattfinden werden.
Zur Eröffnung des Wahlkampfes hielt Premierminister MacDonald eine Rundfunkrede, in der er feine, auch in einem Manifest festgelegte Politik noch näher erläuterte und die Notwendigkeit der Stabilisierung des Pfund Sterling betonte. Die englische Regierung müsse sich mit den anderen Ländern einigen, die die Goldwährung aufgehoben hätten.
MacDonald gab auch zu verstehen, daß es vielleicht un- vermeidbar sein werde, die Einfuhr bestimmter Luxuswaren zu verbieten, um die Einfuhr einzuschränken, oder einen Zolltarif einzuführen.
MacDonald fuhr fort: Die Regierung wird auch an internationalen Konferenzen teilzunehmen haben, die sich mit der wirtschaftlichen nud finanziellen Lage der Welt befassen, und sie muß ihren Einfluß gebrauchen, um Hemmnisse des Handels und des Geldumlaufs zu beseitigen, die so viel zu dem jetzigen Zusammenbruch beigetragen haben.
Wir haben z. B. noch immer mit den Folgen zu tun, die sich aus der Bezahlung oder dem Versuch der Bezahlung der Kriegsschulden und Reparationen, aus der unwirtschaftlichen Verteilung des Goldes, aus dem ausgedehnten Einfrieren von Krediten und aus ähnlichen Faktoren ergeben.
MacDonald schloß mit dem Hinweis darauf, daß das Land feine große SRiffton in der Welt, bei dem Siegs des Friedens, der Vernunft und der Gerechtigkeit mitzuhellen, nur erfüllen könne, wenn es kräftig und finanziell gesund dastehe, und daß die Regierung die nötige Autorität von den Wählern zu erhalten wünsche, um das von ihr gut begonnene Werk durchzuführen.
Wahlaufruf Simons
In einem Aufruf an feinen Wahlkreis erklärt Sir John Simon, er fei nach ernstlicher Betrachtung der gegenwärtigen Lage zu der Erkenntnis gelangt, daß eine gewisse Anwendung von Tarifen notwendig sei, und er sei entschlossen, sie -durchzuführen. In der Hauptsache handele es sich bei der Wahl aber darum, ob der Premierminister damit rechnen könne, daß die Regierung, deren Haupt er sei, das Land hinter sich habe. MacDonald habe den Mut gezeigt, den die Krisis erfordere. Diesen Mut wisse das Land zu bewundern.
Eine „Nationale Arbeiterpartei"
Etwa 50 Abgeordnete und Kandidaten der Arbeiterpartei haben sich zu einer Sonderorganisation zusammengeschlossen, um bei den kommenden Unterhauswahlen im Gegensatz zur offiziellen Arbeiterpartei eigene Kandidaten für eine „Nationale Arbeiterpartei" aufzustellen.
Der Wahlaufruf der Konservativen
London, 9. Oktober.
In dem Wahlmanifest der Konservativen Partei heißt es u. a.: Auf dem internationalen Gebiet ist es notwendig, daß wir die Fragen die Kriegsschulden, der Reparationen, der Abrüstung, der ungleichen Verteilung des Goldes in der Welt und der finanziellen Verflechtung der Länder einer Prüfung unterziehen.
Unter den Fragen der I n n e n p o l i t i k ist die wichtigste diejenige der passiven Handelsbilanz, deren Reakt'wie- rung für die Stabilität unserer Finanzen wesentlich ist. Diese kann nur durch die Senkung der Einfuhr oder die Steigerung der Ausfuhr, oder durch beides zusammen, bewerkstelligt werden. Wenn sich auch die Lage durch die Entwertung des Pfund Sterling geändert hat, so stellt doch diese Entwertung keinen richtigen Ersatz für sorgfältig ausgearbeitete und der gegenwärtigen Lage angepaßte Zolltarif« dar. Zolltarife sind die schnellste und sicherste Waffe, nicht nur zur Senkung der übermäßigen Einfuhr, sondern auch um uns zu gestatten, in wirksamer Weise die anderen Länder dazu zu bewegen., die Höhe ihrer Zollmauern herabzufetzen. ® '
öapamscher Bombenangriff
- Sturz der Tokioer Regierung?
London, 9. Oktober.
Nach einer Meldung aus Peking haben zehn japanisch« Flugzeuge die Stadt kintschau an der Eisenbahnstrecke Pe- fing—Mukden bombardiert. Kintschau Dient provisorisch der mandschurischen Regierung als Residenz. Durch die Beschießung ist großer Schaden angerichtet worden. Zahlreich«. Tote und Verletzte sollen zu verzeichnen sein.
Reuter meldet aus Tokio, daß der Angriff der japanischen Streitkräfte in der Mandschurei auf Kintschau damit begründet wird, daß sich dort eine chinesische Regierung gebildet habe, die nach Auffassung der japanischen Militärs eine Störung des Friedens und der Ordnung bedeute.
Wenn sich diese Nachricht bestätigen sollte, so wird sie, wie wohlinformierte Kreise zu wissen glauben, den Sturz der japanischen Regierung nach sich ziehen, weil man in der Tatsache eines solchen Schrittes ein eigenmächtiges vorgehen der Armee erblicken würde, die damit Handlungen hinter dem Rücken der Regierung beginge und dadurch deren Lage aufs äußerste kompromittierte.
Nach einer weiteren Meldung hat der mandschurische Marschall Tschanghsueliang alarmierende Telegramme über die von japanischer Seite unterstützten Unabhängigkeitsbe- strebungen in der Mongolei erhalten. Von verschiedenen Stationen der chinesischen Eisenbahn werden große japanische Munitionstransporte gemeldet, die auf mongolischem Gebiet entladen und nach der inneren Mongolei weitertransportiert werden.
In Schanghai und Nanking ließen die japanfeindlichen Boykott-Ausschüffe die Kaufleute, die japanische Waren feilhielten in großen hölzernen Käfigen durch die Stadt fahren, so daß das japanische Geschäftsleben völlig lahmgelegt ist.
In Japan wird erklärt, daß ein Eingreifen des Völkerbundes keine entscheidende Rolle in dem chinesisch-japanischen Konflikt spielen könne, da eine Einmischung von dritter Seite nur eine Verschärfung der Lage herbeiführen könne, Die japanische Regierung will den Großmächten eine Denkschrift übermitteln, in der sie ihre China-Politik klarlegen wird. Sollte jedoch die chinesische Regierung die notwendigen Maßnahmen zum Schutze der japanischen Interessen in China ergreifen, so würde selbstverständlich die Möglichkeit geschaffen werden, die japanischen Truppen aus dem chinesischen Gebiet zurückzuziehen.
Aus der Heimat.
Aus dem Gerichtssaal.
Der Schlosser H. von Hersfeld hatte im Juli ds. J8. vor der Rechbergschen Fabrik Fugblätter politischen Inhalts verteilt. Eine Genehmigung zum Verteilen dieser Blätter war von Seiten der Polizeibehörde nicht eingeholt worden. H, wurde trotz Leugnen? für schuldig erachtet und als Mittäter mit einer Geldstrafe von 30 Mark bestraft.
Der Autovermieter H. hatte von der Polizeibehörde einen Strafbefehl erhalten, weil er angeblich auf einem öffentlichen Platze (Bahnhofsplatz) Bestellungen auf Autofahrten entgegen genommen haben sollte. In der gestrigen Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß die Person, die gefahren wurde, das Auto vorher hatte bestellen lassen. H. wurde deshalb freigesprochen.
Ende August d. Js. kamen drei Radfahrer von der Post her und fuhren die Neustadt hinunter auf der rechten Seite. Auf der linken Seite kam ihnen ein Auto in mäßigem Tempo entgegen. Nach Angabe der neuen Fahrtrichtung fuhr das Auto von der linken auf die rechte Seite und wollte vor dem Gasthaus „Verein" halten. Die drei Radfahrer waren anscheinend auf das Einbiegen des Autos nicht gefaßt bezw. kam ihnen das Einbiegen außergewöhnlich vor. Einer von ihnen fiel mit seinem Rade, die andern mußten vor dem Auto absteigen. Die Radfahrer meinten, das Auto hätte nicht nach links einfahren dürfen. Das Gericht war aber anderer Ansicht. Da der Autofahrer alle Verkehrsregeln beachtet hatte, wurde er freigesprochen. Die Radfahrer hätten im diesem Falle auf der linken Seite das Auto überholen müssen.
In der Brandgasse hat ein Fahrradhändler eine Reparaturwerkstatt. Ein Kunde hat sein Rad an des Nachbars Wand gestellt und dort an seinem Rade Reparaturen ausgeführt. Auf einmal erschien eine Hand aus dem darüberliegenden Fenster mit einem Topfe und schon ergoß sich eine Flüssigkeit aus den ntchtsanhenden Radfahrer. Die Angeklagte H. erklärte, daß sie es nicht gewesen sei, sondern vielmehr eine Schwester von ihr. Da auch die vernommenen Zeugen die Täterschaft der Angeklagten nicht beweisen konnten, wurde sie freigesprochen.
Die Ehefrau des Kaufmanns K. war mit ihrem Wagen vom Neumarkt her gekommen, um über den Brink das Johannestor hinunter zu fahren. In demselben Augenblick kam auch der Kaufmann S. von hier mit seinem Rennwagen das Johannestor heraufgefahren. Plötzlich erschien er und hätte beinahe die Frau K. angefahren. Der Ehemann K. bestätigte, daß der Angeklagte mit übermäßiger Geschwindigkeit gefahren ist und daß es nur durch "einen Zufall gelungen sei. größeren Schaden zu verhüten. Die Stelle am Spital und Bnnk sei sehr unübersichtlich und jeder Kraftfahrer hätte die Pflicht, recht langsam zu fahren. Der Angeklagte erhielt eine Geldstrafe von fünf Mark.
Die deuffche Hackfruchkernle 1931. Der voraussichtliche Gesamtertrag an Spätkartoffeln wird auf 40,55 Millionen Tonnen beziffert gegen 44,23 Millionen Tonnen im Vorjahre. Einschließlich der neuen Frühkartoffeln stellt sich die neue deuffche Kartoffelernte auf rund 43,33 Millionen Tonnen, während die Rekordernte des Vorjahres mit rund 47 Millionen Tonnen noch um 3,77 Millionen Tonnen — 8 v. H., höher lag. An Zuckerrüben wird die diesjährige Ernte auf eüva 10,60 Mihionen Tonnen, an Runkelrüben auf etwa 28,74 Millionen Tonnen veranschlagt.
Hersfe.d. Zu seiner zweiten Herb st- Tageswanderung ladet der H. W. V. seine Getreuen für Sonntag ein. Die Wanderung bietet viel Abwechselung, ihre Teilnahme ist zu empfehlen. (Anzeigenteil).
Hersfeld. Gestern Abend fand die diesjährige Herbstalarmübung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt. Gegen V28 Uhr wurde der Alarmzug durch seine Weckerlinie alarmiert. Derselbe rückte kurz danach nach dem angenommenen Brandobjekt, der Schule in Kalkobes, wo durch Blitzschlag Feuer ausgebrochen sein sollte, ab, und nahm mit der gleichfalls alarmierten Feuerlmehr von Kalkobes die Bekämpfung des „Brandes" auf. Gegen 8 Uhr wurden dann die übrigen Löschzüge durch die Sirene zur Bekämpfung eines auf dem früher Seelig'schen Fabrikgrundstück in der Knottengasse ausgebrochenen Brandes alarmiert. Nachdem auch dieses Gebäude tüchtig unter Wasser genommen worden war, wurde^ die Uebung gegen 9 Uhr abgebrochen und die Löschzüge rückten wieder nach dem Marktplatz zurück.
Hersfeld. (W i e w i r d das Wetter?) An der Rückseite einer Teilstörung, welche gestern unter ! Niederschlägen Deutschland übrquerte, haben kältere Luftwaffen zu erneutem raschen Druckanstieg geführt, sodaß nochmals ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa entstanden ist Da aber diese Kaltluftmaffe mit der bestehenden lebhaften Westströmung rasch weiter wandert und erneuter Drucksall auf dem Ozean und im Westen des Kontinents auf schnelles Vordringen neuer Warmluft hindeutet, wird die Wetterbesserung voraussichtlich nicht allzulange vorhalten, doch sind Niederschläge erst späterhin wahrscheinlich. — Vorhersage bis Samstag Abend: Unbeständigeres Wetter und zeitweise Niederschläge wahrscheinlich.
Ersrode. Zwei dreiste Einbruchsdiebstähle wurden / hier verübt. Der erste Besuch galt dem Bürgermeister I Schwarz. Die Diebe erbeuteten 32 Mark. Der zweite Besuch galt dem Gastwirt Schwarz. Da die Diebe kein Geld vorfanden, tranken sie Bier und nachmen einige Fleischbüchsen mit. Leider fehlt jede Spur von den Tätern
Kassel. Das Schwurgericht in Kassel befaßte sich am Mittwoch mit einer am 25. März in Haueda, Kreis Hofgeismar, erfolgten Brandstiftung, derentwagen der 35 Jahre alte Schlosser Karl Gronau und seine 32-
fähnge Ehefrau angeklagt sind. Der Strafantrag lautete auf je zwei Jahre Zuchthaus und je drei Jahre Ehrverlust. Das Schwurgericht sprach aber nur die Ehefrau zu dieser Strafe schuldig und hob den a aft« befehl gegen den Ehemann auf.
Kassel. Von dem Schulabbau, durch den in Preußen 6000 Lehrer stehen eingespart werden sollen, wird Hessen, der kleinste Bezirk Preußens, in besonders hartem Maße betroffen, denn von diesen 6000 soll Hessen allein 318 Stellen tragen, sodaß auf das Hessenland 9,8 Prozent der Gesamtmaßnahme Preußens entfallen. Während der Klaffendurchschnitt in Preußen nach der letzten amtlichen Statistik 39 bet ägt, beträgt, der heffische Klaffendurchschnitt schon ' je^t 44,5, ist also wesentlich höher als in Preußen. Da Hessen eine kleindörfliche Berg- und Waldlandschaft ist, ist hier die Kleinschule vorherrschend. Durch die vorherrschende Kleinschule wird naturgemäß jeder Durchschnitt gedrückt. Es besteht aber kaum eine Möglichkeit dem Dorfe seine Schule zu nehmen.
Melsungen. Wie gerüchtweise verlautet, soll der am 14. Mai 1922 verübte Mord an dem Dienstmädchen Elisabeth Pfeiffer, das auf der Körler Mühle beschäftigt war, jetzt seine Aufklärung gefunden haben. Der vor wenigen Wochen wegen Blutschande zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilte ehem. Knecht Wickert der Körler Mühle soll im Zuchthaus eingestanden haben, daß er damals das ermordete Dienstmädchen in die Fulda geworfen hat. In diesem Zusammenhänge soll auch eine erneute Verhaftung des damaligen Besitzers der Körler Mühle erfolgt sein. Man hofft aber allgemein, daß nunmehr eine baldige Aufklärung des bisher ungesühnten schweren Verbrechens zu erwarten ist.
Fulda. Nachts brach in einer Scheune des Landwirts Kollmann am Rande der Stadt ein Schadenfeuer aus, das die mit Erntevorräten gefüllte Scheune vollständig in Asche legte. Das Feuer soll durch Fahrlässigkeit eines Handwerksburschen entstanden sein, der mit einer brennenden Zigarette in der Scheune nächtigte. Er wurde mit schweren Brandwunden ins hiesige Landeskrankenhaus gebracht. Ein anderer 70jähriger Landstreicher, der sich gleichfalls in der Scheune auf* hielt, wurde noch nicht gefunden. Man nimmt an, daß er in den Flammen umgekommen ist.
Dörmbach (Kr. Gersfeld). Nachts brannten die Wirtschaftsgebäude des Schmiedemeisters Bey, bestehend aus Scheune und Stallvng, vollständig nieder. Mit großer Mühe gelang es, das bereits in Mitleidenschaft gezogene Wohnhaus zu retten. Sämtliche in der Scheune lagernden großen Vorräte an Heu, Stroh und dergleichen wurden ein Raub der Flammen. Der Viehbestand ksnnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Es wird Brandstiftung durch einen Handwerksburschen vermutet.
Unterweid (Rhön). Die hiesige Puppenfabrik wurde eiu Raub der^Ftammeu. Da^ Feuer griff so schnell um sich, daß an die Rettung des Gebäudes nicht mehr gedacht werden konnte. Durch den Brand sind weit über hundert Arbeiter brotlos geworden. Die Brandursache ist nicht bekannt. Die Fabrik arbeitete mit der ganzen Belegschaft, da sie in diesem Herbst gute Aufträge erhalten hatte.
Eschwege. Auf der Straße zwischen Schwalben- lhal und Frauhollenteich geriet das Auto eines Giesel- werder Geschäftsmannes plötzlich in Brand. Glücklicherweise gelang es dem Führer des Wagens, sich unverletzt aus dem brennenden Wagen zu retten und die Geschäftspapiere unversehrt in Sicherheit zu bringen. Verbrannt sind dagegen 7000 Zigarren und 21000 Zigaretten. Das Auto wurde vollkommen zerstört. Das Feuer war dadurch entstanden, daß der Vergaser in Brand geriet und den Benzintank zur Explosion brächte,
Laasphe. Im benachbarten Nothausen entstand aus bisher unbekannter Ursache in dem Anwesen eines dortigen Landwirt? ein Brand. Das Feuer dehnte sich mit rasender Geschwindigkeit aus und vernichtete sowohl das Wohnhaus wie auch sämtliche Stallungen und Nebengebäude. Der Schaden ist nicht durch Versicherung gedeckt.
Frankfurt a. M. In der Zahnärztlichen Klinik „Carolinium" des Frankfurter Städtischen Krankenhauses drangen Einbrecher vom Aufzug her in das im Parterre gelegene Operationszimmer und von hier aus in den Raum der Oberin. Hier erbrachen sie den Schreibtisch, in dem sich ein eingebauter Tresor befand. Den Einbrechern, von denen jede Spur fehlt, fielen 175 Gramm Gold, zwei Umschläge mit Platindraht, drei silberne Ehrenplaketten, eine Anzahl 10- und 20-Markstücke in Gold sowie 1000 Mark in Papiergeld in die Hände.
LieberLelegschastsabbaualsKurzarbelt
Siegen, 9. Oktober
Vor längerer ^ii hatten die Geisweider Eisenwerke in Klafeld-Geisweid (Kr. Siegen) wegen Auftragsmangels Kurzarbeit eingeführt. Diese Maßnahme mußte bei dem anhaltend schlechten Geschäftsgang so weit verschärft werden, daß die Belegschaft in dieser Art der Beschäftigung keine ausreichende Erwerbsmöglichkeit mehr sah. Auf Wunsch der Arbeiter hat die Betriebsleitung sich nun entschlossen, die Kurzarbeit einzust eilen und mit verminderter Belegschaft wieder die voll« Zeit zu arbeiten. Dadurch werden 300 Arbeitskräfte frei, die Ende der Woche entlassen werden.
Bomben aus dem Balkan Fünf neue Todesopfer.
Belgrad, 9. Oktober.
Die Blätter berichten, daß durch eine Bombenexplosion in Tzaribrod an der bulgarisch-jugoslawischen Grenze fünf Personen getötet worden seien. Die Explosion erfolgte auf bulgarischem Gebiet. Die Bomben sollten angeblich von mazedonischen Terroristen nach Jugoslawien geschafft werden.