Familientragödle - Bier Todesopfer
München, 9. September. In Pasing wurden vier Personen und zwar Frau Dr. Dehn mit ihren beiden Söhnen im Alter von 5 und 12 Jahren und das Dienstmädchen in ihrer Wohnung durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Nach den Feststellungen handelt es sich um eine Verzweiflungstat der Frau Dehn. Die Frau lebte von ihrem Manne getrennt, und die Ehe sollte geschieden werden. Drückende Notlage und die zerrütteten Familienverhältnisse dürften der Grund zu der schrecklichen Tat sein.
Allerlei Neuigkeiten
Gronau über den Transatlantikpostverkehr. Der deutsche Ozeanflieger von Gronau ist, von Cleveland kommend, im Flughafen Northbeach neben „Do. X" gelandet, von Gronau und sein Begleiter reisen heute mit dem Hapagdampfer „Hamburg" nach Deutschland zurück. In einer Unterredung mit dem Vertreter des W.T.B. in New Park erklärte von Gronau: Ich werde nach meiner Rückkehr nach Deutschland die Einrichtung einer Flugvostroute Hamburg—Island- Grönland—Westlabrador—Chicago—New York vorschlagen. Dies^wäre eine Gesamtstrecke von etwa 7000 Kilometern. Die Flugdauer würde 45 Stunden betragen. Mit Relaisflugzeugen an den genannten Punkten sollte ein rascher und vorteilhafter Postverkehr möglich sein.
Amy Johnson in Berlin. Die englische Fliegerin Ainy Johnson ist von Königsberg kommend auf dem Flugplatz Berlin-Tempelhof zwischengelandet.
Flugzeugakkenkäter Hütte gestorben. Der 41jährige Schleifer Karl Hütte aus Schweinfurt, der in einem Verkehrsflugzeug der Strecke Nürnberg—Berlin einen Selbstmordversuch unternommen und dabei schwere Brandwunden erlitten hatte, ist im hiesigen Krankhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Gegen Hütte schwebte ein Verfahren wegen Transportgefährdung, da sein Selbstmordversuch im Flugzeug für dieses und die Mitpassagiere Huttes leicht hätte verhängnisvoll werden können.
Brand auf einem Hamburger Dampfer. Der Hamburger Dampfer „Ulanga" der Deutschen Ost-Afrika-Linie geriet auf der Reise von Ost-Afrika kurz vor Vlissingen in Brand. Im Vorschiff hatte die Kopraladung Feuer gefangen. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wurde gegen den Brand angekämpft, während das Schiff die Reise nach Antwerpen mit äußerster Kraft fortsetzte. Dann griff die Antwerpener Feuerwehr mit aller Energie ein, und es gelang ihr, des Feuers Herr zu werden. Das Vorschiff und ein Teil der vorderen Deckbauten sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch immer unbekannt, auch läßt sich der Schaden noch nicht genau übersehen. Ob die „Ulanga" ihre Reise nach Hamburg fortsetzen oder in Antwerpen eine Notreparatur vornehmen wird, steht noch nicht fest.
Schiffsunglück bei Wisby. Der finnische Dreimasterschoner „Maine" ist einige Kilometer nördlich von Wisby gestrandet. Von der sieben Mann starken Besatzung sind vier veeleute, darunter der Kapitän und der Steuermann, ums Leben gekommen. Die übrigen drei Seeleute konnten von der Küstenwache gerettet werden.
Zwei Schiffbrüchige gerettek. Von der Rettungsstation Büsum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wurden zwei Personen von dem Fischereikutter „Möwe", Schiffer Haack, der auf Vilshöven-Sand gestrandet war, gerettet.
Selbstmord eines Vankdirektors in Oehringen. In der Hohenlohe-Bank in Oehringen fand man den Direktor Adolf Senner erschossen auf. Er hielt noch den Revolver, so daß kein Zweifel darüber bestehen kann, daß er selbst Hand an sich gelegt hat. Die Hohenlohe-Bank gibt öffentlich die Erklärung ab, daß ein Grund zu Beunruhigungen nicht vor- liege, da der Einlagebestand nicht gefährdet sei. Ein Heil- bronner Treuhänder ist mit der Aufstellung des Status beauftragt.
2 mal 300 000 Wr rk in der Lotterie gewonnen. In der Sonnabend-Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlot- terie entfiel ein Hauptgewinn von 300 000 Mark auf das Los Nr. 285245. Wie die „Oberschlesische Volksstimme" dazu erfährt, befindet sich das Glückslos in beiden Abteilungen im Besitz eines Gleiwitzer Kaufmanns, der das ganze Dop- pellos allein spielt. Er hat demnach Anspruch auf zusammen 600 000 Mark. Es dürfte bisher nur selten vorgekommen sein, daß ein so hoher Gewinn einem einzigen Losinhaber ungeteilt zufällt.
Großer Waffendiebstahl in Frankfurt. In der Nacht durchbrachen in Frankfurt a. M. unbekannte Diebe die Decke . zu einem großen Waffengeschäft und fanden dadurch Eingang in den Laden. Sie stahlen einige Dutzend Pistolen und Dolche und konnten unerkannt entkommen.
Seinen Stiefvater ermordet. In dem Taunusort Map- persheim tötete der 21jährige Flach seinen Stiefvater durch zwei Revolverschüsse. Während eines Besuches des Flach in der Wohnung des Stiefvaters kam es zu einer erregten Auseinandersetzung, in deren Verlauf der junge Mann seine Mauserpistole zog und auf seinen Stiefvater zwei Schüsse abgab, die diesen in Kopf und Brust trafen und den sofortigen Tod herbeiführten. Der Täter wurde in das Wiesbadener Gerichtsgefängnis gebracht.
Flüchtiger Mörder in Berlin gesucht. In Nieder-Dode- leben bei Magdeburg wurde am 3. d. M eine stark verweste Leiche gefunden, die jetzt als die des 24 Jahre alten, in Duisburg geborenen Melkers Johann Marquardt identifiziert wurde. Es gelang der Kriminalpolizei festzustellen, daß als Täter der Melker Willy Schickau in Frage kommt, der seit dem 28. August aus Nieder-Dodeleben geflüchtet ist, Man vermutet, daß Schickau, der schwer vorbestraft ist und jetzt noch wegen eines Fahrraddiebstahls gesucht wird, sich nach Berlin gewandt hat und dort unter dem Namen Des Ermordeten, dem er auch seine Papiere gestohlen hatte, auf- hält.
Riesenwaldbrand bei Athen. Die nördliche Umgebung der Stadt Athen wird stark durch den ausgebrochenen Brand am Berge Parnas bei Athen gefährdet, der bereits taufende Hektar herrlichen Pinienwaldes vernichtet hat Ein Dorf fiel bereits den Flammen zum Opfer, während mehrere andere polizeilich geräumt werden mußten. Die attischen Gemeinden Acharnae, Sfendali und Aphidnae sind von den Flammen ergriffen. Auch die Sommerresidenz des Staatspräsidenten Zaimis, der sich vor der Feuersgefahr nach Athen begab, die Villenkolonie Kephissia, soll in der Gefahrzone liegen. Der frühere Sommersitz des Königs Konstantin, Tatoi, ist von den Flammen bedroht. Die ausgedehnten Sperrmaßnahmen können die Feuerausdehnung nicht verhindern. Starke Militärabteilungen sind bisher zur Unterstützung der Bauern vergeblich zur Eindämmung des Brandherdes herangezogen worden.
„Nautilus" wieder im Hasen
Oslo, 9. September. Sir Hubert Wilkins' Unterseeboot „Nautilus" ist nach seiner Polarfahrt unter dem Eis wieder in Lang Pear City eingetroffen.
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Turnen und Sport
725 Kilometer Stundengeschwindigteit
Beim Training für den Schneiderpokal-Wektbewerb gelang es dem englischen Fliegerleutnant Stainforth den Ge- schwindigkeitsrekord für Flugzeuge erheblich zu unterbieten. Er erreichte mit seinem Vickers-Supermarine-Sunstflugzeug mit Rolls Royce-Motor die ungeheure Geschwindigkeit von 724,050 Stundenkilometern. Den bisherigen Rekord hielt der Engländer Orlebas mit 593 Kilometern Durchschniltsge- schwindigkeit.
Der Dortmunder Müller belegte in der ersten Etappe der Catalonien-Rundfahrt von Barcelona nach Reus (193 Kilometer), die der Spanier Cardona in 6 :35 :00 gewann, den achten Platz.
Ein Städteboxkampf ist zwischen Berlin und Budapest für den 4. Oktober endgültig abgeschlossen worden. Ste Begegnung findet in der ungarischen Metropole statt.
Der Mulatte Larry Gains, der noch in den letzten Wochen auf den Europa-Schwergewichtstitel reflektierte, hat aus Amerika einige Kampfangebote erhalten und ist zunächst nach seiner Heimat Kanada abgereist.
Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
Die Berliner Effektenbörse hatte am Dienstag recht feste Tendenz. Die Anregung ging hauptsächlich von zwei Faktoren aus: von der anhaltenden Nachfrage zu steigenden Kursen an den Ren- tenmärkten und der Nachfrage nach Reichsbank-Anteilen. Den stärksten Gewinn hatten Siemens aufzuweisen, die mit 112 Prozent um Punkte höher lagen. Dann folgten Chade mit einer Erholung um 6 Mark auf 176. I. G. Farben lagen 5% Punkte höher. Am Kalimarkt gewannen Westeregeln 5 Punkte. Bon Mon- tanaktien lagen Ilse mit 131 um 7 Punkte und Rhein Braunkohle mit 124 um 5 Punkte höher. Die übrigen Montanwerte waren wesentlich ruhiger. Bemerkenswert sind ferner die Erholungen bei den Elektropapieren. R.W.E. stiegen um 4 Punkte auf 78, Rheag um 4% Punkte auf 74,50 und AEG. um 4 Punkte auf 61. Salzdetfurth waren nur um 1 Punkt gebessert.
Der Geldmarkt war etwas steifer, Tagesgeld etwa 8,5—9,5 Prozent, Warenwechsel etwa 8,5 Prozent.
Am Privatdiskontmarkt lag größeres Angebot vor. Die Notierungen waren unverändert 7,87 Prozent.
Am Devisenmarkt wurden der Dollar mit 4,2130 und das englische Pfund mit 20,475 amtlich notiert.
Berliner Produktenbörse.
An der Berliner Produktenbörse war die Tendenz am Dienstag schwächer. Auf Grund der stark gestiegenen Preise kam größeres Angebot der Landwirtschaft an Weizen heraus. Prompte Ware konnte nur zu um 3 bis 4 Mark niedrigeren Preisen untergebracht werden.. Das Roggenangebot ist nicht gewachsen. Am Markt der Zeitgeschäfte ergaben sich Preisabschwächungen von etwa 3 Mark für Weizen und 2 Mark für Roggen. Hafer hatte bei ausreichendem Angebot ruhige Tendenz. Die Preise sanken um 1 bis 2 Mark.
Notierungen:
Weizen, märk.
Roggen, märk. Futtergerste
Neue Wintergerste
214—216
174—176
152—161
Futtererbsen Ackerbohnen Wicken Lupinen, blaue
Hafer märk.
136—145
Lupinen, gelbe
—
Mais loko Berlin
—
Serradella
——
Weizenmehl
26,25—32,50
Rapskuchen
—
Roggenmehl
24,25—26,75
Leinkuchen
13,60—13,80
Weizenkleie
11,60—11,90
Trockenschnitzel
6,80— 6,90
Roggenkleie fr. Bl.
9,75—10,00
Soyaschrot
12,00—12,50
Viktoriaerbsen
22,00—28,00
Kartoffelflocken
—
Im Handelsregister A 78
Firma 16 Möller
in Sersselb
ist eingetragen:
Die Gesellschaft ist am 1. August 1931 aufgelöst. Hans Drude ist ausgeschieden, Karl Möller alleiniger Inhaber des Geschäfts mit Firma geworden. — Die Außenstände gehen nicht auf den Erwerber über, sie werden für Rechnung der Gesellschaft von dem bisherigen Mitinhaber Hans Drude allein eingezogen. Die Geschäftsschuldner haben nur an ihn zu zahlen.
Friedrich Anschütz, Pflastermeister, Hersfeld ist am 4. 8. 1931 in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die Haftung des Anschütz für die bestehenden Geschäftsverbindlichkeiten ist jedoch ausgeschlossen.
Hersfeld, 12. August 1931.
Amtsgericht
Belaaatmachaaae« der Stadtdedördeu.
Betrifft: Steuern.
Wir weifen wiederholt darauf hin:
a) daß bei verspäteter Zahlung der Grundvermögenssteuer, Hauszinssteuer und Gewerbesteuer die gesetzlichen Verzugszuschläge — z. Zt. 5 v. H. des Rückstandes für jeden angefangenen halben Monat — zu entrichten sind, und
b) daß im Falle der Mahnung und Zwangsvollstreckung weitere Kosten entstehen.
Der Magistrat.
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3 Zimmerwohnungen mit Bad und Zubehör, sowie Gartenantetl.
Näheres Bau- u. Betriebsverwaltung, Breitenstraße 47.
Der Magistrat.
Sagen Wie» Mundgeruch S^LL^LS 7' 7 '' dah ich seit dem (Bebraud)
^^rer Zahnpaste „Chlorodont nicht nur reine, weiße Zähne besitze, sondern auch den bei nur sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde Ihr Chlorodont aufs beste empsehlen. gez. E. G., Mainz. -~ Man verlange nur die echte Chloro- dont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf., und weise jeden Ersatz dafür zurück.
BekMlitMlilhlilig.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen am Donnerstag, den 10. Geptbr. 1931 1. um 10 Uhr in WölserS-
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2 Fahrräder
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Hersfeld, d. 9. Septbr. 1931.
Behlert,
Gerichtsvollzieher k. A. als Vertreter d. Obergerichtsvollziehers Becker, Hersfeld.
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