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Allerlei Neuigkeiten

Verhaftung eines Juwelenschmugglers. Die Pirma- senser Polizei hat den Kaufmann Ludwig Levy aus Saar­brücken verhaftet und beschlagnahmte Juwelen, die er mit sich führte, im Werte von 40 000 bis 50 000 Rm. Levy hat die Juwelen unverzollt über die deutsch-französische Grenze gebracht und behauptet, sie in Paris gekauft zu haben. Es wird jetzt nachgeprüft, ob er irgendwie mit dem großen Juwelendiebstahl in Verbindung steht, der vor einigen Monaten in Jdar-Oberstein ausgeführt wurde. Man vermutet aber, daß Levy sie vor einigen Mo­naten in Jdar-Oberstein gestohlen hat und sich damals den Nachforschungen der Polizei durch Flucht ins Ausland entzogen hatte.

Schwerer Hoteldiebstahl. Ein frecher Einbruchdiebstahl, durch den eine amerikanische Familie schwer geschädigt wurde, wurde nachts in Auerbach an der Bergstraße verübt. Unbekannte Täter drangen in das Hotel Krone ein und stahlen aus dem Zimmer der seit einigen Tagen dort woh­nenden Familie Husegunham einen Reisekreditbrief über 5000 Dollar, ausgestellt von der First Bank of Chicago, ein Reisescheckbuch, ausgestellt von der Stadtbank Evanston (Il­linois, USA.), das noch 3'60 Dollar enthielt, ferner Schlüssel und eine goldene Uhr. Außerdem nahmen die Diebe noch die Schiffskarten für vier Personen, lautend auf den Dampfer „Mauretania" per 12. September ab Cherbourg, mit. Die Polizei in Darmstadt warnt alle Bank- und Geldinstitute vor der Einlösung der gestohlenen Papiere.

Holelbrand in Boizenburg. In der Nacht kam im Hotel Herold in Boizenburg ein Großfeuer aus. Der Brand griff mit großer Geschwindigkeit um sich. Das Hotel, ein zwei­stöckiger Fachwerkbau, brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Gäste wurden in einem benachbarten Hotel untergebracht. Das gesamte Mobiliar ist vernichtet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Entstehungs- ursache ist noch unbekannt.

Von Erdmassen verschükkek. In Niedersaida (Sachsen) wurde der 72 Jahre alte Gutsbesitzer Friedrich Bemme bei Arbeiten in seinem Brunnen von hereinstürzenden Erd­massen verschüttet und konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Ein Arbeiter wurde dabei ebenfalls verschüttet und erlitt schwere Verletzungen.

Eine furchtbare Vlutkat. In Winsen a. d. Luhe fand man Frau und Kind des Arbeiters Lüddecke in ihrer Woh­nung ermordet auf. Die Frau lag tot auf dem Bett. Sie hatte einen Strick um den Hals, mit dem sie offenbar er­würgt worden war. Das fünfjährige Kind war an einem Wasserrohr erhängt worden. Lüddecke ist flüchtig. In einem hinterlassenen Brief gibt er an, daß er die Tat aus Schwer­mut begangen habe und seiner Familie in den Tod folgen wolle.

Eine Frau ermordet aufgefunden. Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft Glatz wurde das 50jährige Fräulem Gottwald in Eichau bei Wartha, Kreis Frankenstein, in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Fräulein Gottwald war Besitzerin eines kleinen Grundstücks mit einem Ge­schäft. Nach dem Befunde der Leiche soll Lustmord vorliegen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß es sich um einen Raubmord handelt. Die Todesursache steht noch nicht fest. Am Halse sind jedoch Würgemale feststellbar.

Frauenduell um einen Liebhaber. Zwei Frauen in London, die in heißer Liebe zu ein und demselben Manne entbrannt waren — es bandelt sich in diesem Falle um

Lekanntmackungen

Ich weise auf die Bekanntmachung des Herrn Oberpräsidenten vom 15. August 1931 betreffend Neu- Wahlen ;ur Lanbwirlschaftskammer für den Re­gierungsbezirk Kassel, veröffentlicht im Amtsblatt der Regierung Nr. 35 vom 29. August 1931 auf Seite 159/160, hin. Die Bekanntmachung kann auf jedem Bürgermeisteramt eingesehen werden. Für den 10. Wahl­bezirk, Kreis Hersfeld, sind zwei Kammermitglieder neu zu wählen. Zum Wahlkommissar für den Wahlbezirk Kreis Hersfeld ist der unterzeichnete Landrat ernannt worden. Die Wahlvorschläge müssen spätestens am 42. Tage vor dem auf den 8. November 1931 festgesetzten Wahltage bei dem unterzeichneten Wahlkommissar ein­gereicht werden. Sie müssen den Bestimmungen der § § 14 ff der Wahlordnung für die Landwirtschasts- kammer vom 6. 1. 1921 (Ges. Sammlung S. 41) entsprechen.

Hersfeld, den 3. 9. 1931

Der Landrat: Graf von Wedel.

einen ehrsamen Schneider —, fochten ein Pistolenduell aus, das mit der schweren Verwundung der einen Duellantin sei­nen Abschluß fand. Die Polizei wurde durch die Schüsse aufmerksam und eilte auf den Schauplatz. Sie fand dort die Schwerverletzte und brächte sie nach dem Krankenhaus, wo sie jetzt im Sterben liegt. Ihre Nebenbuhlerin wurde verhaftet.

Eine sensationelle Verhaftung

Berlin, 4. September. Vor acht Tagen brach, wie er­innerlich, in einer Villa in Klein-MachNow bei Zehlendorf Feuer aus. Das Haus ist an den Major a. D. Karl Strecker, einen Mann von nahezu 70 Jahren, vermietet. Die Feuer­wehr entdeckte viele Brandherde, die mit Hilfe von Spiritus, Benzin und Schwarzpulver hergerichtet waren.

Im Laufe der Untersuchung wurde gegen Strecker soviel belastendes Material zusammengetragen, daß jetzt ne Festnahme angeordnet wurde. Strecker leugnet, mit der Brandstiftung irgendwie in Zusammenhang zu stehen. Er war mit 50 000 Mark versichert, die ihm zugefallen wären, wenn der plan so gelungen wäre, wie man es sich gedacht halte.

Explosion bei der AEG.

Berlin, 3. September. In einem Gebäude der Apparake- fabrik Treptow der AEG. in Treptow, ereignete sich in den Mittagsstunden eine heftige Explosion im 5. Stockwerk, in dem die Klempnerei untergebracht ist. Dabei wurden meh­rere Rabitzwände herausgeschleudert, von denen große Teile in die Spree fielen und andere das Dach der neben dem Fabrikgebäude liegenden Versandhalle durchschlugen. Außer­dem ist das halbe Dach des Fabrikgebäudes selbst in die Luft geflogen. Wie bisher feststeht, soll eine Sauerstoff- Flasche explodiert sein. In den Räumen der Klempnerei wurden vier Personen schwer und acht leichter verletzt. Sämtliche verunglückten Personen fanden im Krankenhause Aufnahme.

Ungewisses SchiSsa! des „Nautilus"

Oslo, 4. September. Nach einer Zeitungsmeldung aus Longyearlown auf Spitzbergen will die Schiffsleilung des norwegischen Kohlendampfers „Jngertre", der dort einge­laufen ist, am 1. September nachts um 21 Uhr 50 Signale aufgefangen haben, die sie nicht zu entziffern vermochte, von denen sie aber annimmt, daß sie von dem Unterseeboot „Nautilus" stammen. Die Oeffentlichkeit in Norwegen ist über das Schicksal des „Nautilus" stark beunruhigt. Die drahtlose Station auf Bergen hatte bisher noch keinerlei Nachrichten empfangen. Sechs norwegische Radiostationen, darunter die auf Spitzbergen, Jan Mayen, und auf der Bären-Jnsel haben den Auftrag, mit dem Unlerseebooot Verbindung zu suchen.

Oslo, 4. September. Der Kapitän des norwegischen Kohlendampfers „Jngerte" hat der Funkstation Bergen auf eine Anfrage mitgeteill, daß die schwachen Signale, die das Rufzeichen des „Nautilus" WSEÄ darstellten, auf der Höhe des Sundes (Spitzbergen) Stfnmg W

I Kommen worden seien. Es fei auch Text gesandt worden, jedoch nicht möglich.gewesen, die Worte herauszubekommen

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oDer auch nur die Sprache festzustellen. Die Signale seien auf Welle 600 gehört worden.

Der Leiter der Funkstation Bergen erklärt hierzu, Wil- kins habe diese Wellenlänge in seinen vorherigen Funkver­bindungen mit Bergen und Amerika niemals verwendet. Er könne sie zwar verwenden, aber er müßte missen, daß er mit dieser Welle Mitteilungen nur auf kurze Entfernungen sen­den könne. Da aber keine der Funkstationen auf Spitzbergen ihn gehört habe, sei es der Station Bergen zweifelhaft, ob die Signale tatsächlich vom „Nautilus" herrühren.

Aus dem Gerichts saal

15 Jahre Zuchthaus wegen Totschlags. Das Essener Schwurgericht hatte sich mit einer blutigen Eifersuchtstra­gödie zu befassen, die im April d. J. in der Essener Bevöl­kerung großes Aufsehen erregte. Unter der Anklage des Mordes stand der 35 Jahre alte Schlosser Rauch aus Stop­penberg, der in der Frühe des 13. April feine ehemalige Braut, die Geschäftsangestellte Elfriede Kuepper, durch Re- voloerschüsse getötet hatte, nachdem er sie am Abend vor der Tat mit einem anderen Manne in einer Gastwirtschaft ge­troffen und Drohungen gegen sie ausgestoßen hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Totschlages, verbotenen Waffenbesitzes und Nötigung zu fünfzehn Jah­ren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust.

Turnen und Sport

Deutsche Rennpferde im Auslande. Anläßlich des Ma- tadoren-Rennens in Mariendorf interessierten sich die ita­lienischen Ställe wieder für deutsches Rennmaterial und tauften die beiden deutschen inländischen Klassetraber König Lear und Landsknecht an. Beide sollten sich, ebenso wie eine Reihe anderer deutscher Traber, auch im Süden als sehr nützlich erweisen.

Die Breslauer Schwimmerin Anni Weynell unternahm vom Eap Gris Nez aus einen Versuch, den Aermelkanal zu überqueren. Infolge der niedrigen Wassertemperatur mußte sie jedoch schon nach zwei Stunden ihr Vorhaben aufgeben.

Der Tennis-Städlekampf Mannheim—Berlin wurde mit dem Siege der Berliner in Mannheim beendet. Die Reichshauptstädter, die schon am ersten Tage 2 :1 geführt hatten, siegten mit 4 :2 Punkten.

Bei der Motorrad - Sechslagefahrt wurde Julius von Krohn auf der vierten Etappe mit drei weiteren Strafpunk­ten belegt, weil er infolge Reifenschadens wieder zu spät am Ziel in Meran eintraf. Im Kampf um die Internatio­nale Trophäe hat Deutschland nunmehr mit sechs Straf­punkten den zweiten Platz hinter Italien inne.

Ein ausgezeichneter Speerwurf wird aus Dorpat ge­meldet, wo der Meister von Estland, Sule, seinen eigenen Rekord auf 69,54 Meter schraubte. — Der Franzose Philip- pon, der am Sonntag gegen Deutschland startet, erreichte im Hochsprung 1,93 Meter, also eine noch bessere Leistung als der deutsche Rekord.

Verzicht Italiens und Frankreichs auf den Schneider- pokal? Reuter erklärt, aus sicherer Quelle erfahren zu haben, daß weder Frankreich noch Italien in diesem Jahre an dem Wettbewerb um den Schneider-Pokal teilnehmen werden. Die offizielle Verlautbarung darüber wird erwartet. Man darf annehmen, daß Großbritannien allein das Rennen be­streiken wird, da es den Pokal unter allen Umständen ver­teidigen will.

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