Einzelbild herunterladen
 

Wen's juckt der Katze sich - nicht!

Nicht immer treffen diese Sprichwörter das Richtige, und manchem kann die Befolgung des Rateswen's juckt, der kratze sich" sogar verhänggisvoll werden.

Kratzen ist die natürliche Abwehr gegen einen Juckreiz, aber beim Kratzen verletzen wir die natürliche Schutzdecke unseres Körpers, die Haut. Dadurch bereiten wir allerhand KrankheitSkeimen, die teils auf der unverletzten Haut als harmlose Gesellen ihr Dasein fristen, teils unseren Fingern oder Nägeln anhaften, den verderbenbringenden Weg ins Körperinnere. Oft kann man von Glück sagen, wenn solcher Infektion nur eine örtliche Rötung und Schwellung oder eine, im Unterhautzellgewebe begrenzte Eiterung folgt, die vom Arzt durch entsprechende Behandlung meist leicht behoben werden kann. Nicht immer aber geht es dabei so verhältnismäßig gut ab, sondern hier und da hört oder liest man von den bedauernswerten Menschen, bei denen durch eine Kratzwunde die Krankheitserreger in die Blutbahn gelangt sind und nach Hervorrufen einer allgemeinen Blutvergiftung den betreffenden Menschen unter Umständen dann ein ganzes Körperglied, wenn nicht gar sein Leben kosten. Darum zunächst noch ein­mal der Rat:Wen's juckt, der kratze sich nicht!

Man wende nicht ein, daß dies leicht gesagt und schwer getan sei. Bor allem ist es wichtig, die schäd­lichen Ursachen zu beheben, d. h. besonders jene sommerlichen Plagegeister von uns fern zu halten, die uns die schmerzenden und juckenden Wunden schlagen: Mücken, Fliegen, Bienen, Wespen und dergleichen.

Gegen die Mücken wird von Staat und Gemeinden, wissenschaftlichen Vereinen usw. schon seit Jahren in Deutschland ein richtiger Krieg geführt, der im Winter mit der Vernichtung der in geschlossenen Räumen überwinternden Mücken beginnt und im Frühjahr und Sommer in der Vernichtung der Mückenbrut seine Fortsetzung findet. Die Entstehung der Brüt läßt^ sich am besten dadurch verhindern, daß man den Mücken im wahrstens Sinne des Wortesdas Wasser abzu- graben" sucht. Deshalb müssen stehende Gewässer Abfluß bekommen, Wafserlöcher zugeworfen, Tonnen mit festschließendem Deckel versehen, Konservenbüchsen und Eimer entfernt werden. Größere Tümpel und Teiche begieße man, soweit dies ohne Schädigung der vorhandenen Tierwelt geschehen kann, von Zeit zu Zeit mit geeigneten Petroleumpräparaten. Da verschiedene Tierarten, wie Fledermäuse und Enten, Goldfische und Stichlinge, sich von Mücken und Mückenlarven ernähren, so erscheint ihre Züchtung unter Umständen besonders zweckvoll für die Mückenvertilgung.

In ähnlicher Weise kann man sich der Stechfliegen durch die planmäßige Vernichtung der Fliegen und ihrer Brut erwehren, wie dies derReichsausschuß für hygienische Volksbelehrung" im Jahre 1927 durch ®erörfffönatiO^^ auf dem Lande (Fliegenfeldzugs) angestrebt hat. Als wichtigste Maß­nahmen wirksamer Fliegenbekämpfung sind folgende Vorschriften auf dem Lande wie in der Stadt zu be­achten: Man halte Abortgruben stets allseitig geschlossen, lege Dunggruben und Misthaufen stets entfernt von menschlichen Wohnungen an und suche die Fliegenbrut durch Packen des Mistes zu vernichten. Verstreuen von Insektenpulver in Wohnungen und Stallungen, Ver­

wendung von Fliegenleim und Fliegenpapier und nicht? zuletzt das Erschlagen der Fliegen mit der Fliegenklatsche sind weitere wertvolle Waffen. Vor allem aber schone man keine sogenannteWinterfliege". Hier gilt, wie für die Fliege überhaupt, der Satz:Töte die Fliege, sonst tötet sie dich". Muß man doch immer bedenken, daß gerade die Fliegen, die bekanntlich ein sehr unsauberes Leben führen, dadurch auch direkt Krankheiten aller Art übertragen können.

Bienen und Wespenstiche wird man leicht vermeiden können vor allem durch zweckmäßiges Verhalten den Tieren gegenüber. Man hüte sich, Bienen und Wespen gewaltsam zu verscheuchen und sie dadurch wild und stichlustig zu machen. Auch hier ist es wichtig, wie bei den Fliegen, Speisen und Getränke, ganz besonders aber zuckerhaltige Stoffe, bedeckt zu halten.

Ist trotz alledem ein Stich erfolgt, so kann man sich durch Betupfen der Stichstelle mit dem Mentholstift oder der angefeuchten Stichstelle mit doppelkohlensaurem Natron, durch kühle Umschläge, eventuell mit essigsaurer Tonerde, und anderem mehr ganz gut helfen. Zeigen sich ung und Schwellung, so säume man nicht, zum Arzt zu gehen, unter allen Umständen aber befolge den Rat:Wen's juckt, der kratze sich nicht"!

Dr. K.

Ein französisches Kleinluftschiff.

"Dieser Tage wurden auf dem Flugplatz Orly bei Paris Ver­suchsflüge mit einem von dem Ingenieur Oemichen kon­struierten Luftschiff unternommen. Unser Bild zeigt Oemichen am Steuer des Luftschiffes.

Vorboten des Herbstes

Ueber die immer ausgedehnteren Stoppelfelder fegt ein kühler, oft regennaffer Wind. Die Wettermacher spre­chen von dem Eindruck eines atmofvüäriscken Tieks. das

ganz Mittel- und Südosteuropa überzogen habe. Wir Men­schen aber, die wir auf August-Sonne und blauen Sommer- himmel Anspruch erheben, fragen mit leiser Bangigkeit: Ist das schon der Herbst? Kalender- und gewohnheitsmäßig sind mir doch noch weit von ihm entfernt. Aber diese nasse Herbstkühle ist erne Tatsache, die sich nicht übersehen läßt. Wieder trösten uns die Meteorologen und erklären, das Tiefdruckgebiet wird bald von uns weichen, es wird wieder schön werden im allgemeinen aber kühl bleiben. Also nur ein halber Trost.

Und was sagt die Natur? Noch blüht's in den Gärten, und die Wiesen zeigen z. T. eine fast frühlingsmäßige Buntfarbigkeit. Auf den Feldern klingt trotz der ausgedehn­ten Stoppelfelder noch vereinzelt die Sense, um die letzte Halmfrucht erntereif zu machen. Aber täuschen wir uns nicht: Bäume und Sträucher und die große Schar unserer gefiederten Feld- und Waldfreunde geben uns unmißver­ständliche Zeichen des herannahenden Herbstes. Gewiß, wir hatten einige wirklich hochsommerliche Tage. Aber jene an­haltende Sommerwärme, die das ganze Weltall auszu- füllen scheint und in der Mittagszeit wie eine unbewegliche Dunstschicht über Wiesen und Feldern flimmert, die in den fruchtschweren Getreidefeldern mit knackendem Geräusch die Körner-Rispen öffnet und uns sagt: Freuet euch der kur­zen Sonnenglut sie haben wir in diesem wie im vergan­genen Jahre nicht empfunden.

Schon kündigt sich der Herbst an. der uns zwar auch noch Sonne und Farbenpracht bringt, aber leider auch die Gewißheit, daß des Jahres Sonnen- und Lichtfülle bereits hinter uns liegt. Es geht schnell abwärts, die Tage werden kürzer und die Sonnenwärme geringer. Ein früher Herbst ist im Anzüge.

Turnen und Sport

Im Deutschlanvftug 1931 führt nach den ersten vier Uebungen der Technischen Prüfung Reinhold Poß mit 39 Punkten vor Dinort mit 33, Hirth' 32, Weichelt und Jung- Hanns mit je 30, Liesel Bach mit 27 und Elli Beinhorn mit 22 Punkten.

Neue Damenschwimmrekords erzielte die Dresdenerin Dorle Schönemann über 800 Meter Kraul mit 13 :39,8 und über 1000 Meter mit 17 :04. Beide Rekorde hielt bis­her Reni Küppers-Erkens.

Neue deutsche Siege gab es am zweiten-Tage des Sport­festes in Bergen. Ueber 200 Meter schlug Großer-SCC. seinen Clubkameraden Schlöske in 22,8, während Danz die 800 Meter in totem Rennen mit dem Norweger Carlson in 1 :56,3 be­endete. -Der SEE. gewann ferner die Schwedenstaffel in 2 :00,4 und die 3 mal 200 Meter in 1 :08,6.

Zu den Europameisterschaften im Schwimmen, die vom 23. bis 30. August in Paris stattfinden, will der Deutsche Schwimm-Verband eine Expedition von 27 Aktiven und vier Begleitern entsenden, falls die Ausreisegebühr erlassen wird. In der Mannschaft befinden sich die besten deutschen Schwim­mer.

Die Schwimmeisterfchaften der DT. am 22. und 23. August in Halberstadt haben ein über Erwarten gutes Meldeergebnis gefunden. Zu den 17 Wettbewerben wurden 172 Meldungen der Turner und 114 für Turnerinnen ab­gegeben, ferner noch 72 Ältersfchwimmer.

Deutsche Tennisspielerinnen haben eine Einladung nach Südamerika angenommen. Die Wimbledonsiegerin Cilly Außem wird mit ihrer engeren Landsmännin Jrmgard Rost am 16. September die Ueberfahrt nach Buenos Aires an­treten, um an den argentinischen Tennismeisterschaften teil- zunehmen. Weiterhin werden beide Spielerinnen an den Turnieren in Rio de Janeiro teilnehmen und erst im Laufe des Dezember die Rückreise antreten.

116 83

6t 2084 Besenhandluch, Störgröße 80 zu 170 cm. öyon-Abplältmuster 1'/, Bogen erhältlich.

6t 2085 Wandschoner, 6toffgr5ße 65 311105 ein. Lyon-Abpläll Muster I Bogen erhälllich.

6t '2086 Küchentischdecke, Slossgrkpe 65 zu 105 cm- 0yov-AbplätImust«r 1 Bogen erhälllich.

6t 2087 Brolbeulel mit passender Stickerei. Lyon-Abptäll Muster ',, Bogen erhältlich.

6t 2088 Küchenkanle, 10cm Stoffbreite. 6 y 0 n - Hbplättmufter (4,50 m) 1 Bogen erhälllich.

6t 2089 Überhandtuch, 6loffgr6ße 65 zu 125 cm.

Lyon-Abplällmuster 1 Bogen erhältlich.

6t 2090 Leilungdschoner, Stoffgröße 50 311 50 em- Lyon-Abplättmuster '/, Bogen erhältlich.

6t 2091 Frühstücksbeutel mit passender Stickerei. G 0 0 n 21 b p t ä 11 m u ft e r '/^ Bogen erhältlich

3n der Küche, diesem ureigensten Reich der Haus­frau, haben sich in der letzten Zeit allerlei Wand- lungen vollzogen. Praktische, räum- und zeitsparende Geräte und Möbel sind von der Industrie geschaffen worden und alles, was nur als Zierat diente und die Zeit der Hausfrau durch Putzen und Sauber­halten unnötig in Anspruch nahm, ist aus der Küche verbannt worden. Sachlich und zweckentsprechend soll die heutige Kücheneinrichtung sein und trotzdem möchten wir Frauen, dass sie auch anheimelnd wirkt. Mit nadelgeübter Hand werden deshalb die hübschen Küchengarnituren gearbeitet. Natürlich müssen sie aus gut- und leichtwaschbarem Stoff mit indanlhren- farbigem Garn hergestellt sein, denn sie sollen ja stets von tadelloser Sauberkeit glänzen. Wir werden ein weisses oder graumeliertes Halbleinen wählen, das mit farbigen, ebenfalls wasch-, licht- und luft- echten Blenden garniert wird. Unsere Leserinnen sehen hier zwei verschiedene Muster von Garnituren abgebildet. Das erstere ist in leichter Strichstich- stickerei auszuführen und wirkt mit seinen Blüten- Motiven sehr anmutig. Nicht alle Teile, die zu dieser Garnitur gehören, werden in der Abbildung gezeigt, da es der Raum nicht erlaubt.- Mit Kreuzstich­stickerei ist die zweite Küchengarniturhakima" ver- ziert, deren Musterung strenger und ornamentaler gehalten ist. Auch zu dieser Garnitur sind ausser dem hier gezeigten llberhandtuch und dem Korbdeckchen, übereinstimmenüeMusterzuM Leitungsschoner, Besen- Handtuch, Wandscboner, Frühstücksbeutel sowie zur Küchentischdecke unoKüchenkante erhältlich. Bei diesem geradlinigen Kreuzstichmuster muß besonders darauf geachtet werden, dass es vor dem Abplätten faöen- gerade auf den Stoff geheftet oder gesteckt wird. Denn es würde sehr schlecht aussehen, wenn die gestickten Kreuze nicht mit dem Stoffaden laufen. Die Blenden müssen natürlich ebenfalls winkelrecht und sadengerade aufgesteppt werden, kann doch nur eine korrekt aus­geführte Arbeit die beabsichtigte gute Wirkung haben. Die Ausführung der Stickereien ist' nach Belieben einfarbig, in mehreren Schattierungen einer Farbe oder mehrfarbig zu halten. Die Blenden müssen mit den Stickfarben harmonieren und das Ganze natürlich der Einrichtung angepasst sein. L. H.

Wer zu den hier abgebildeten Modellen Abplättmuster wünscht und hier keine Bezugsquelle verzeichnet findet, wolle /Ich an den Verlaa dieses Blattes wenden oder nötigenfalls an den Verlag Gustav Lyon, Berlin SO 16.

6t 2076 aberbanbtueb. 6toffgröße 65 zu 195 cm

Syon-Adplällmuster 1 Bogen erhälllich.

6t2082 Korbdeckchen, Stoffgrbße 40 311 50 cm. dyon-Abpläll Mustertf Bogen erhältlich.