einem hoheitsvollen, abweisenden Blicke messend, versetzte sie kalt:
„Der wohledle Herr Ritter gedenkt wohl seinen Scherz mit uns zu treiben, denn die Bermessenheit kann ich ibm nicht zutrauen, im Ernste solches Begehren an mich zu stellen."
„Bermessenheit nennt Ihr mein Euch ehrendes Werben?" fuhr Sibo in grollendem Tone auf. „Bin ich nicht edlen Geschlechtes gleich Euch? Gebricht es mir an Geld und Gut, an ritterlicher Wesensart, um nicht an jeder Pforte behufs Werbung an- klopfen zu dürfen? „So wollet denn an jeder an- deren Pforte klopfen, doch die unsere verschonet", versetzte die Jungfrau sich wegwendend.„Glück auf den Weg l"
„So schnöde weiset Ihr mich weg und bedenket nicht, welch" schwere Kränkung Ihr mit Euerer Weigerung mir bereitet?"
In gesteigertem Tone stieß Herr Sibo die Worte hervor. „Mißbrauchet nicht die Macht, mit der mich Eure Huldgestalt berücket und säet keinen Haß, wo Euch in heißer Minne ein Herz entgegenschlägt. Kehrt nicht die Freundschaft, so mir Euer edler Vater bot, in bittere Feindschaft um."
„An Eurer Freundschaft ist mir nichts gelegen, wenn Ihr mir naht mit heißemMjnnebegehren", entgegnete die Jungfrau mit abgewendetem Haupte. „Und Eure Feindschaft fürcht" ich nicht — das habt Ihr weislich wohl erfahren!" „So ist dies Euer letztes Wort und nichts vermag Euren Sinn zu ändern?" fragte der Ritter mit dumpf grollender Stimme.
,,Wenn jemals einen Gatten ich mir küre und wenn auf Euch dann mein Begehren trifft, dann
Süddeutsche Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft
Julius Müller T.-G. Rottenburg, Sieger im Stabhochsprung mit 3,88 m.
Neuer D.-T.-Rekord. fKrämer)
ruf ich Euch, Herr Ritter", entgegnete die Jungfrau mit leisem Höhne. „Doch laßt die Zeit bis zu dieser Stunde Euch nicht lange werden."
„Den Hohn gedenk" ich Euch, stolze Kunigunde! Die Stunde kommt, in der Ihr ihn bereuet!" fuhr Sibo von Rollich wild empor.
Damit stürmte er aus dem Gemach und schlug die Türe schmetternd hinter sich zu. Gleich darauf hörte man ihn im Hofe mit rauher Stimme nach seinen Knechten rufen, und das Rasseln der Zugbrücke verriet, daß der ungebetene Gast von bannen geritten war.
Eine geraume Weile standen sich Vater und Tochter schweigend gegenüber, dann begann der erste:
„Du hast ihn uns zum grimmen Feinde gemacht, liebes Kind. Sein ganzes Sinnen und Trachten wird fürderhin darauf gerichtet sein, uns zu verderben." „Der Streit ist geschlichtet und die Fehde beendet, teurer Vater", beruhigte die Tochter. „Vor der Ritterschaft des Gaues hat er geschworen, Frieden zu halten. So wird er nimmer wagen, aufs neue Händel zu beginnen, denn alle stehen dann gegen ihn, den Eidbrüchigen, auf unserer Seite."
„Wahre dich vor seiner Tücke!" wiederholte der Vater. „Mit schwerer Sorge sehe ich der Zukunft entgegen. Wenn ich dahin- gegangen bin, stehest du als Weib dem Argen schutzlos gegenüber, und sein verschlagener Sinn weiß dir zu schaden. Ein Mann von starkem Willen nur vermag die Fährlichkeiten unserer schlimmen Zeit alle zu bestehen."
„Sprecht nicht von Eurem Hingang, teurer Vater"", tröstete die Tochter. „Der Herr Gott wird Euch noch viele Jahre mir erhalten. Ich flehe ihn täglich darum an in brünstigem Gebet."
Mit trübem Lächeln schüttelte Herr Kuno den Kopf.
„Den Wurm, der mir seit dem Dahinscheiden deiner teuren Mutter am Lebensmarke frißt, tilgt kein Gebet, mein Kind. Bestelle
dein Haus, denn du mußt sterben — sagt die Schrift, und ein dunkles Ahnen kündet mir, daß meine letzte Stunde nahe ist." „Macht mir mit solchen Reden nicht das Herze schwer, lieber Vater", sagte die Tochter mit tränenden Augen, indem sie den Greis umarmte. „Stärket Euren Lebenswillen, erfreuet Euch auf Erden noch an meinem Glück." (Fortsetzung folgt)
Das Flugzeug im Unterseeboot
In dem englischen Hafen Eosport wurde ein neuartiges Unterseeboot vorgeführt, das ein Flugzeug aufzunehmen vermag, welches mittelst Katapult von Bord geschleudert werden kann. fKepstone)
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