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Waldbrand

Große Waldbrände, die in diesem Jahre bereits auf- kamen, richten das Augenmerk auf die Gefahren, die ein Waldbrand mit sich bringt und auf die Möglichkeiten der Waldbrandverhütung. Nach forstkundlichen Aussagen und Gutachten entstehen Waldbrände bei uns fast niemals durch Selbstentzündung. In der Regel sind es zwei Brandstifter­gruppen, die überhaupt nur in Frage kommen. Die Gruppe der qualmenden, funkensprühenden Eisenbahnen und die Gruppe jener Menschen, die nie aufhören lverden, unvor­sichtig oder gar rücksichtslos zu sein. In der Nähe jeder Bahnlinie sehen wir neben den Bahndämmen und noch ein gut Stück in die Forsten hinein die schützenden Feuergrüben, die Brandmulden. Wir sehen, wie die Grasnarben neben den Bahndämmen verbrannte Stellen zeigen, können fest­stellen, wieviel Strauchwerk, Bäume und Streifen des Ge­ländes vom Funkenregen der Lokomotive nicht nur gestreift, sondern vernichtet wurden. Niederfallende Funken aus den Aschkästen der Lokomotiven sind das nicht. Die fallen kaum über die gezogenen Wasser- und Schutzgräben hinaus. Der gefährliche Funkenregen wurde mit dem Rauch aus dem Schornstein gerissen, und wenn er nur in der schon graben- geschützten nächsten Nachbarschaft des Bahndammes nieder­ging, da und dort leicht zündete und wieder erlosch, so ist das nicht weiter schlimm. In Bahndammnähe können wir keinen Zauberwald erwarten, werden wir kaum besondere Schön­heit der Wälder ermitteln. Aber ... der Wind, der Wind trägt die Funken oft in die Tiefe des Waldes.

Wenn das Fünklein trockenen Boden bedeckt findet mii Millionen und aber Millionen verdorrter Nadeln . . . und vom Sonnenball versengtes Moos . . . dann ergeht es dem Walde genau so wie dem vertrockneten Tannenbaum in der Weihnachtsstube. Nur ein Hinhalten des angebrannten Streichholzes, und der ganze Komplex geht in wenigen Se­kunden in Flammen auf. Donnernd und brausend, oft knat­ternd, als wenn Gewehrsalven abgegeben werden, entzündet sich Stamm um Stamm. Gleichgültig, ob die Brandursache der Lokomotivfunke oder das achtlos fortgeworfene Streich­holz des Spaziergängers, Wanderers, Waldarbeiters oder Beerensammlers war. Der Brand ist da. Vom kniehohen Wacholderstrauch züngelt das Flämmchen zischend und kra­chend zum nächsten, erwärmt erhitzt den Waldboden und die dazwischenstehenden Bäume. Wer noch keinen Wald- und Heidebrand erlebt hat, der kann sich keine Vorstellung machen von der fast überirdischen Hitze, die ein brennendes Stück Wald erzeugt. Die Kaltluft, die von allen Seiten hin- zuströmt, erzeugt Wirbelwinde. . . Der rote Hahn fegt durch den Wald.

Zur Abwehr werden in fliegender Hast Gräben aufge­rissen. In mäßiger Entfernung zieht man mit dem Pflug sogenannte „Windstreifen". Aber sobald schon die Wipfel der Baumreihen ergriffen sind, gibt es nur noch das ver­zweifelte Mittel des „Gegenfeuers". Vor der eigentlichen Feuerwand legt man bogenförmig einen neuen Brand an, der bewacht wird. Die verdünnte Luft über dem herankom- menden Feuer saugt das neue Feuer an sich. Mit Hochauf­schlagender Flamme stoßen die beiden Feuer zusammen. Und es ist möglich, daß infolge augenblicklichen Sauerstoff­mangels das Feuer kurz darauf feine Gewalt verliert, in sich zusammenbricht, bewältigt ist. Das ist eine rasche erste Hilfe, wenn es glückt. Aber das glückt nicht immer. Oft genug überrennt das Ursprungsfeuer das Gegenfeuer, und nun bleibt nur die Wasserhilfe aus einem breiten Fließlauf, Wiesengraben oder der — vielleicht doch inzwischen erreich­bar gewesenen und nun eingetroffenen Feuerwehr. Ist an die Erstickung des Feuers durch Wasser, vielleicht schon aus Wassermangelgründen, nicht zu denken, so heißt es, das Holz rings um den Brandherd so umlegen, also fällen, daß zwi­schen dem weiteren Gehölz und dem Brandwald einen Baum

breit jene Spanne bleibt/die man noch dadurch vergrößert, daß man mit Ueberschütten von Sand die inzwischen noch in Brand geratenen Teile der bereits gefällten Bäume löscht. Im ausgesprochenen Hochwald helfen dann nur Kahlschläge und Sprengungen.

In unseren deutschen Forsten ist das Rauchen in der Sommerzeit verboten. Es sollte überhaupt oerbvien werden: denn der deutsche Wald ist nicht nur eine Sparbüchse für den deutschen Staat und die Latifundienbesitzer, er bildet auch schon deshalb einen Teil unseres Volksvermögens, als er dem abgerackerten Arbeitstier „Mensch" der Großstadt fast die einzigste Erholungsmöglichkeit bietet. G. B.

Der höchste Wolkenkratzer der Welt.

Vor kurzem wurde das Empire State Building in New Pork fertiggestellt, das das höchste Gebäude der Erde ist

Nicht bei verschlossener Tür baden!

Daß ein hoher Prozentsatz der heutigen Unfälle das Badezimmer zum Schauplatz hat, geht aufs deutlichste aus den Unfallstatistiken derVersicherungsgesellschaften hervor. Es gibt viele Unfälle im häuslichen Bad, die bei genügender Vorsicht hätten vermieden oder wenigstens in ihren Folgen gemindert werden können. Die meisten Unfälle in der Vade- stube sind auf Ausgleiten auf dem schlüpfrigen Boden oder auf Fall in die oder aus der Badewanne zurückzuführen. Eine weitere Gefahr bringt das zu heiße Wasser, das ent­weder durch leichtsinniges Hantieren mit dem Wasserhahn oder durch Risse aus der Leitung in die Wanne strömt. Elektrische, durch schadhaft gewordene Drähte bewirkte Schläge sind eine weitere schwere Gefahr, da der feuchte Körper des Badenden ein besonders guter Elektrizitätslei- ter ist. Vergiftungen durch Gas infolge Ausströmens aus schadhaften Oefen können gleichfalls schwere Gefahren brin­gen. Auch setzt sich derjenige in Gefahr, der zu lange in bet Wanne bleibt oder in zu heißem Wasser badet. Wird er ohnmächtig und ist nicht rechtzeitig Hilfe da, kann er leicht den Tod durch Ertrinken erleiden.' Die Gewohnheit, die Tür des Badezimmers zu verschließen, verhindert nur zu off die Entdeckung eines Unfalls und damit eine rechtzeitige Hilfeleistung. Man schließe oder riegele also, wenn man in der Badestube badet, niemals die Tür zu. Auch tut man gut, vorn Badezimmer aus eine Klingelleitung zur Woh­nung zu legen. Der Knopf der Leitung muß dicht über dem Rand der Badewanne angebracht fein.

Schlangenbisse

Von giftigen Schlangen gibt es in Deutschland und in Mitteleuropa überhaupt nur die Kreuzotter in ihren ungefähr zwanzig verschiedenen Spielarten (Feuer-, Kupfer-, Höllennatter, Haselotter). Die Gefährlichkeit des Giftes dieser Reptilien wird vielfach stark überschätzt — die Zahl der Todesfälle durch Kreuzotterbisse dürfte 3 Prozent kaum nennenswert übersteigen —, man darf aber andererseits ebensowenig in den entgegengesetzten Fehler verfallen, sie leichtfertig zu unterschätzen.

Wird man von einer Natter gebissen, so ist es selbst­verständlich, daß man nach Möglichkeit sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Ist eine solche im Augenblick nicht vorhanden, muß der Gebissene in erster Linie trachten, den Eintritt des Giftes in die Blutbahn zu verhindern. Das geschieht am besten dadurch, daß man das gebissene Glied oberhalb der Bißstelle sofort möglichst stark abbindet und so den Rückfluß des Blutes zum Herzen unmöglich macht. Dann saugt man die Wunde tüchtig aus oder führt einige tiefe Einschnitte in die Bißstelle aus, um durch das Aus­bluten dem Gifte Abfluß zu verschaffen, und pinselt sie nach einiger Zeit mit Jodtinktur oder konzentrierter Karbolsäure, die den Rest des etwa noch vorhandenen Giftes zerstört. Die besten Mittel zur Vernichtung des Schlangengiftes in der Wunde sind aber übermangansaures Kali und die von Calmette empfohlene zweiprozentige Chlorkalklösung, von der 10 bis 20 Kubikzentimeter unter die Haut eingespritzt werden. Besonders das Calmettesche Verfahren hatte so günstige Erfolge zu verzeichnen, daß man darangegangen ist, kleine Kassetten nach fachmännischen Angaben herzustel­len, die in jeder Rocktasche Platz finden und alles enthalten, was für die Einspritzungen vonnöten ist: sterilisierte Jn- jektionsnadeln, Phiolen mit Chlorkalk und ein entsprechen­des Meßgefäß.

In anderen Ländern, zum Beispiel in Südamerika, wo es weitaus gefährlichere Schlangen gibt, deren Gift mit den angeführten einfachen Mitteln nicht unschädlich gemacht werden kann, verwendet man ein sogenanntes antitoxisches Serum, das Blutserum von mit Schlangengift immunisier­ten Pferden. Dieses ebenfalls von Calmette gefundene Ber- fahren läßt sich auf unsere Kreuzotter nicht anwenden, da diese über viel zu geringe Giftmengen verfügt, um damit die Immunisierung von Pferden vornehmen zu können.

Internationales Bolarjahr

Im nächsten Jahre tritt das sogenannte Internationale Polarjahr ein, das einmal in 50 Jahren wiederkehrt. Auf Beschluß des Arktisausschusses der UdSSR. soll im Polar­jahr eine große Eisbrecherexpedition veranstaltet werden. Die Expedition wird aus Archangelsk aufbrechen, Franz-Jo- seph-Land und Nordland besuchen und sich sodann über den nördlichen Seeweg nach Wladiwostok begeben. Auf Nord- land wird die Expedition der Mannschaft unter der Füh­rung Uschakows, die dort bereits das zweite Jahr verbringt, Ablösung bringen. An der Eismeerküste, auf den Inseln und in Sibirien wird die Expedition wissenschaftliche For­schungsarbeiten vornehmen.

Der Leiter der Expedition, die auf Nordland weilt, be­richtet über die in der letzten Zeit durchgeführten For­schungsarbeiten. Die Expedition hat etwa drei Viertel des gesamten Nordland-Territoriums erforscht, wobei 700 Kilo- cr zuruckgelegl und füiisastronömische und magnetische Punkte festgestellt wurden. Die Forschungsarbeiten nah­men 50 Tage in Anspruch. Es wurden dabei geologische Aufnahmen gemacht, und Gold-, Zinn- und Kupfervorkom- men entdeckt. Im nächsten Jahre wird die Expedition ab­gelöst werden.

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96407 Mantel aus Woilflausch mit gesteppten Rändern und doppelreihigem Knopfschluß. Lyon- Schnitt, Größe 42, 44, 46 und 48 (Großer Schnitt.)

T 483 Smokingkostüm auS Tuch. Jacke mit Durch- steckschluß. Ly 0 n - Sch 11 itl, Größe 44 ^Gr, Schnitt).

T 611/11 a Kostüm aus Satinluch. Dazu eine Bluse aus Srepe de Ehine. L y 0 n - S ch n i t t, Größe 44, (Für das Kostüm gr. Schnitt, für die Bluse kl. Schnitt)

T 608 Jugendliches Kostüm, bestehend auS einer ein­farbigen Jacke und einem Schottenrock, ß h 0 n • Schnitt, Größe 40 und 44 (Großer Schnitt)»

Strastenkleidung in einfachem, elegantem Stil,

/?\ie Eleganz eines Mantels und eines Kostüms liegt Haupt- sachlich in einer einfachen Gesamtwirkung. Selbst wenn der

Schnitt, der augenblicklichen Mode entsprechend, so und so oft längs- und quergeteilt ist, müssen diese Teilungen so diskret aus- geführt sein, das) sie die vornehme Einfachheit nicht stören. — Besonders schlicht müssen die praktischen Mäntel sein. Und auch ein Laufkostüm ge­winnt unbedingt an Schick, wenn alles Auffallende — auch im Stoff — vermieden wird. Die geschmackvollste und meist verwendete Stornierung dieses einfachen Mantel- und Kostümgenres ist die Stepperei; am besten wirkt sie, wenn sie parallel mit den Nähten läuft. — Es gibt natürlich auch Kostüme, die vollkommen im Phantasiegeschmack gehalten sind, bei denen die Jacke aus einem einfarbigen und der Rock aus einem karierten Gewebe besteht. Oder auch umgekehrt: zu einem einfarbigen Rock kann eine karierte oder gestreifte Jacke getragen werden. Solche Kostüme dürfen in ihrem Schnitt von der korrekten, geraden Linie etwas abgehen. Die Jacke unseres Modells T 608 zeigt z. B. außer einigen sehr vorteilhaften Teilungen einen ziemlich langen, glockigen Schoß, der für große, schlanke Frauen außerordentlich kleidsam ist. — Ganz reizend in der Verarbeitung sind die Blusen, die zu den Kostümen getragen werden und die man aus Batist, Wasch- und Bast­seide sowie aus schwerem, glänzendem Lröpe-satin herstellt. Jabots, hübsch verarbeitete Kragen, Säumchen, Fältchen und Biesen sowie inkrustierte oder angeseyie Spitze geben diesen Modellen eine sehr elegante Note. A.

Wer zu den hier abgebildeten Modellen Schnittmuster wünscht und hier keine Bezugsquelle verzeichnet findet, wolle sich an den Verlag dieses Blattes wenden oder nötigenfalls an den Verlag Gustav Lyon, Berlin SO 16.