Einzelbild herunterladen
 

Neue Versuche mit dem Schienenrepp

Berlin, 24. Juni. Verschiedentlich sind Vermutungen aufgetaucht über die weitere Verwendung des Propellertrieb- Wagens des Dipl.-Jng. Kruckenberg, die weit den Tatsachei vorauseilen. Bei der Fahrt Zon Hainburg nach Berlin han- delte es sich lediglich um einen weiteren Schritt der Ver­suche, die mit Hilfe der Reichsbahn mit dem Propellertrieb­wagen vorgenommen werden. Es ist bei dieser Fahrt uns ei voller Anspannung des Wagens zum ersten Male ermöglich! worden, in hoher Geschwindigkeit durch Kurven zu laufen

Der weitere Schritt wird der sein, mit erhöhter Ge­schwindigkeit an schnell fahrenden Zügen vorbeizu- kommen.

Besonders ist noch zu bemerken, daß eine Anpassung der Propellertriebwagens an den Fahrplan einer dichtbesetzten Strecke, wie z. B. Berlin—Hamburg, beinahe außerhalb der Möglichkeit liegt. Einfach wäre die Verwendung des Pro­pellertriebwagens, wenn ein besonderer Schienenstrang zur Verfügung stände. An den Bau einer besonderen Strecke ist bei der augenblicklichen Finanzlage in Deutschland nickst zu denken. Würde doch-allein ein Kilometer einer neuen zweigleisigen Hauptbahn bei grader Linienführung ohne Wegübergänge 750 000 Rm an Baukosten erfordern. Aber auch auf einem besonderen Schienenstrang müßte die Be­gegnung mit Propellertriebwagen erprobt werden. Es han­delt sich also auch bei der Durchführung der Probefahrt Hamburg—Berlin noch um ein Stadium des Versuches Daneben beabsichtigt Ingenieur Kruckenberg eine weitere Durchkonstruktion des Wagens. ' Die Reichsbahn förder! - und unterstützt selbstverständlich weitere Versuche und Kon­struktionen des Triebwagens.

Keine Nordpollahrt des „Gras Zeppelin"

Berlin, 24. Juni. Ein Berliner Abendblatt meldet aus Friedrichshafen, daß die gevlante Nordpolfahrt des „Graf Zeppelin", bei der ein Stelldichein mit dem Unterseeboot Nau­tilus geplant sei, nunmehr endgültig abgesagt sei. Der Luft- schiffbau plane lediglich eine Arktisfahrt über Sibirien, die Ende Juli angetreten werden soll.

Ruth Nichols abgestürzt

St. John (Neubraunschweig), 24. Juni. Die Fliegerin Ruth Nichols ist nach Beendigung der ersten Etappe ihres Europafluges bei der Landung hier abgestürzt. Sie mußte mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus geschafft werden. Als Ursache des Unfalls gibt die Fliegerin an, bei

der Landung sei sie von der Sonne geblendet worden, so daß sie einen falschen Handgriff machte. Der Apparat ging bei dem Unfall in Trümmer.

Gewinnt England das .Blaue Band des Ozeans?

London, 23. Juni. Die „Empreß of Britain", der neue große Ozeandampfer der Canadian Pacific Railway Com­pany, hat die Reise von CherboUrg nach Quebec in vier Tagen zwölf Stunden zurückgelegt. Nach Ansicht hiesiger Kreise ist damit nicht nur der Rekord für die Fahrt nach Kanada gebrochen, sondern auch der der „Europa" ,die im März 1930 die Reise von Cherbourg nach Ambrose Light vor New Park in vier Tagen sieben-Stunden 26 Minuten vollbracht hat.

Tragisches Ende einer Weltreise

Augsburg, 24. Juni. Zwei junge Augsburger Arbeits­lose namens Spöck und Bösiel, die am 16. April von Augs­burg aus im Paddelboot zu einer Reise um die Welt ge­startet und nach mancherlei Gefahren auf der Donau durch das Schwarze Meer glücklich bis nach Konstantinopel ge­langt waren, sind auf der Weiterfahrt nach Smyrna nach einer hier eingetroffenen Nachricht in den Fluten des Aegäischen Meeres während eines Sturmes umgekommen.

Eine solgenschwere Explosion

London, 24. Juni. In einer Werkstatt der englischen Marine in Holtonheath ereignete sich eine furchtbare Ex­plosion, deren Ursachen nach nicht ermittelt werden konnten. Bisher werden elf Personen als vermißt aemeldet, was so viel besagen will, daß sie sämtlich tot sind verletzt wurden bei der Explosion 19 Arbeiter, die meisten von ihnen glück­licherweise nicht schwer.

Neue Slatogfer kommunistische Ausschreitungen.

Magdeburg, 24. Juni.

In der Jakobsträße und in den angrenzenden Neben- i straßen kam es zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Schutzpolizei. Die Kommunisten hatten versucht, einen I Oemonstrationszug zu bilden.

Als eine Polizeistreife ihn auflösen wollte, setzten sich bie Kommunisten zur Wehr. Als die Polizei zwei Leute iestnahm, versuchten die Kommunisten, die Gefangenen zu befreien. Die Schutzpolizei sah sich gezwungen, von der

Schußwaffe Gebrauch zu machen. Cin maocyen eryieit emen Knieschuß, und einer der Demonstranten muhte mit einem llnterleibsschuh in ärztliche Behandlung gebracht werden. Es handelt sich um einen Arbeiter Große, der seinen schweren Verletzungen am Dienstag erlag.

Die Polizei nahm fünf Personen fest. Die Zusammen­rottungen setzten sich bis in die Nacht fort, so daß die Po- lezei die Straßen mehrere Male säubern mußte.

Allerlei Neuigkeiten

Gefährliches Abenteuer deutscher Ingenieure in Un- Zaru. Zwei deutsche Ingenieure, die in der Gemeinde Ji- vala in der Nähe von Budapest im Auftrage ihrer Firma nne Brücke bauten, wurden abends im Dorfe von einem stunde angegriffen. Als sich die Ingenieure des Hundes er­wehren wollten, wurden sie von den« Besitzer des Hundes mi) mehreren Nachbarn bedroht, so daß sie zu ihren Re­volvern greifen mußten. Hierauf wurden sie von den aufge- leizten Bauern mit Stöcken Überfällen und so lange ge- chlagen, bis sie ohnmächtig zusammenbrachen. Die Jnge- neure wurden von Gendarmen ins Krankenhaus eingelie- fert. Während der Rauferei verschwanden ihre Geldbörsen, reide mit 20 000 und mit 5000 Lei.

Untergang eines Segelbootes in der. Ostsee. An dei Nordküste Seelands ging infolge schwerer See her Seglei „Manu" aus Hamburg unter . Die Besatzung, die aus drei Mann bestand, konnte durch einen dänischen Kutter gerettet werden

Zwei Todesopfer einer Pulverexplosion. In einer der staatlichen Pulverfabriken Mittel-Polens in Zagozdzon er­folgte eine Explosion. Zwei Arbeiter wurden auf der Stell« getötet, einer erlitt schwere Verletzungen.

Erhöhung der französischen Eisenbahnlarife? Der Pari­ser „Quotidien" kündigt als Gerücht eine Erhöhung der französischen Eisenbahntarife an, die sich für die Gütertarife auf 10 Prozent und für die Personentarife auf 25 Prozent des gegenwärtigen Tarifs belaufen soll. Die Erhöhung soll in der Kammer am 30 .Juni angekündigt werden und be­reits am Tage darauf, am 1 Juli, in Kraft treten.

Erdbeben auf Neuseeland. In ganz Neuseeland wur­den starke Erdstöße verspürt. In verschiedenen Ortschaften wurden die Straßen und Wasserleitungen zerstört und be­trächtlicher Schaden in den Häusern angerichtet.

Amtliche Bekanntmachungen

Polizeiverordnuyg.

Aufgrund der §§ 5 und 6 der Verordnung über die Polizeiverwaltung in den neuerworbenen Landes­teilen vom 20. September 1867 (GSS 1529), des § 142 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (GSS. 195), der §§ 1 und 2 des Gesetzes über die Reinigung öffentlicher Wege vom R ^utt 1915 (GSS. 187) und des Art. III der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen cont 6. 2. 1924 (RGBl. S. 44) wird mit Zustimmung des Kreisausschuffes für den Kreis Hersfeld mit Ausnahme der Stadt Hersfeld und der Landgemeinden Röhrigshof, Roßbach, Lamperts- feld und Unterweisenborn folgende Polizeiverordnung erlassen:

8 1.

Die nach den Ortsstatuten über Wegereinigung zur polizeilichen Reinigung Verpflichteten haben die der Reinigungspflicht unterliegenden, überwiegend dem inneren Verkehr der Gemeinden dienenden, öffentlichen Wege und Plätze nebst Zubehör — die Fahrbahn bis zur Mitte — an jedem Sonnabend mit Ausnahme der gesetzlichen Feiertage, sowie an jedem, einem gesetzlichen Feiertage vorhergehenden, Werktage zu reinigen.

Die Ortspolizeibehörde ist berechtigt, durch orts­übliche Bekanntmachung die Reinigung auch an anderen Tagen anzuordnen.

§ 2.

Der polizeimäßigen Reinigung unterliegen alle Bestandteile und Zubehörungen der Wege, wie Fahr­bahn, Bürgersteige,' Sommerwege, Seitengräben, Rinn­steine, Einflußöffnungen der Straßenkanäle, Brücken, Durchlässe, Böschungen. Wegen Reinigung dieser Bau­werke usw. unterhalb der Oberfläche der Wege siehe jedoch § 1 Abs. 1 des Gesetzes vom 1. 7. 1912.

§ 3 Die Meinigungspflicht umfaßt:

1. Die Beseitigung aller Fremdkörper, einschl. Gras und Unkraut,

2 Die Schneeräumung, das Aushauen von Eis und das Bestreuen mit abstumpsenden Stoffen,

3. Das Besprengen zur Verhinderung von Staub­entwicklung.

Die Reinigung ist regelmäßig in den Nachmittags­stunden bis zum Eintritt der Dunkelheit auszu- führen.

Bei Schneesall und Eisbildung ist das Streuen mit abstumpsenden Stoffen und das Abschaufeln täglich so vorzunehmen, daß während der Zeit von 8 Uhr bis 20 Uhr der Entstehung gefahr­bringender Glätte vorgebeugt wird.

Das Besprengen hat so oft stattzufinden, daß eine übermäßige Staubentwicklung verhindert wird.

§ 4.

Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM, im Unver- mögenssalle mit entsprechender Haft, bestraft.

§ 5.

Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Kreisblatt in und spätestens nach Ablauf von 30 Jahren außer Kraft.

Die Kreispolizeiverordnung vom 6. 6.1914 — Kreis- blatt Nr. 133 — wird aufgehoben.

Hersseld, den 17. Juni 1931. Der Landrot

Kurtheater Bad Hersfeld

Leitung : KARL KÖTSCHAU

Sonnabend 27. Juni, abends 8.30 Uhr

Operetten-Äbend /

Frei licht-Aufführung !

unter Mitwirkung des gesamten Kur- Orchesters, IM KURPARK

„Drei alle Schachteln“

Operette in einem Vorspiel und drei Akten von Walter Kollo. — Spielleitung : Hans Heinz Kaiser Musikalische Leitung: Eduard Fiedler

An über 1000 Bühnen aufgeführt I

Eintrittspreis 1 RM. Kurkarteninhaber 0,50 RM.

VORVERKAUF: Hoehlsche Buchhandlung, Westphalsche Buchhandlung u. Kurparkkassierer am Kurparkeingang

Bei ungünstiger Witterung findet die Veran­staltung im „Parkrestaurant Bolender“ statt

^ Ludwigshafener

oder

Bilshauser ■»

■ueaBeBBBBBuusHaeeBe

£. yunks QucMruckerei

Vortag des

Qorsfotdor Tageblatt

druckt attßs l

Breitenstrasse 40

Fernruf 608

Schöne weiße Zähne »W^L

^■.,.J.TBHitinss. ||;| meine größte Aner- 3(mlrnS S die.Mlorodont-Zahnpaste» zu übermittel^2ch"gebrauche „Thlorodont schon seit Jahren und werde ob meiner schönen weihen gähne oft Beneibet, bie ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch Ihrer „Thlorodont-Zahnpaste erreicht habe.» T. Reichen, Sch.. ^Saalkreis - Man verlange nur die echte Thlorodont-Zahnpaste, Tube 64 Pf. und 90 Pf, und weise jeden Ersatz dafür zurü-t.

Fußmatten

BUrslenmacherel Harimann WeoolBr

Uffhäuserstraße 11.

Im Handelsregister A ist unter Nr. 287:

Sirma Emil Engelhardt in Hersfelb

eingetragen: Die Prokurader Ehefrau Sophie Engelhardt geb. Münstermann ist er­loschen.

Hersfeld, den 15. 6 1931.

Amtsgericht.

Wilhelm Heil .

Hersfeld. i

MlMtlMlhung.

Jm Wege der Zwangsvoll- sUcckung soll in Kleinensee am 25. Juni 1931, mittags 12 Uhr in der Wirtschaft Knies

1 Vertikow öffentlich meistbietend gegen gleich Barzahlung versteigert werden.

Hersfeld, d. 24. Juni 1931.

Becker,

.Ober Gerichtsvollzieher

H. W. V.

So.iutag, d. 28 6. 31

Halttagransflag nach Dem StiDtlsSeri

Abfahrt Hersfeld 13.27, Rückkunft 20.10 Uhr.

Rege Teilnahme sehr er­wünscht.

Gäste willkommen.

Der Wanbecausschust.

T-Träger

ab meinem Lager sofort lieferbar .

Wilhelm Heil.

Konttoll und Tutttungs- bücher über Schmstm-ReinigW sind wieder vorrätig ß. Funks Buchbruckerel.