Riesige Feuersbrunst in St. John
St. John in Nelibraunschweig (Kanada), 23. Juni.
An der Westseite des Hafens ist ein Brand ausgebrochen, der sich zu einer riesigen Feuersbrunst entwickelte. Mehrere Lagerhäuser und ein Getreidespeicher wurden ein Opfer der Flammen. Der durch den Brand angerichtete Schaden wird bis auf zehn Millionen Dollar geschätzt.
Reichsbahn übernimmt Schienenzepp- Verkehr
auf der Strecke Berlin—Hamburg.
Berlin, 23. Juni.
Der Erfolg der Sonntagfahrt Berlin—Hamburg des Krukenbergschen Propellerwagens soll insofern bereits eine wichtige Auswirkung gezeigt haben, als die Reichsbahngesellschaft sich entschlossen habe, schon 3um späten Herbst einen Schnellverkehr auf der Strecke Berlin—Hamburg einzurich- ten. Dazu wäre notwendig, daß der gesamte gewöhnliche Güterzugverkehr auf die 3Lid)t verlegt würde. Es müßten für alle langsameren Züge Zwangshaltestellen und Ueber» Holungsstationen eingeführt werden. Die Gleisanlage soll, wie in Fachkreisen angenommen werde, die Benutzung durch den Schienenzeppelin aushalten können.
Unterseeboot „Nautilus in Cork
London, 23. Juni
Sir Hubert Wilkins' Polarunterseeboot „Nautilu. st in Cork (Irland) eingetroffen.
Allerlei Neuigkeiten
Vor der Ausreise nach Kanada erschossen. Eine 42 Jahre alte Frau aus Leonberg (Württemberg), die mit ihrem jüngsten 3 Jahre alten Kinde zu ihrem vor einigen Jahren nach Kanada ausgewanderten Mann reisen wollte, wurde vor der Abreise von einem 36jährigen Mann, namens Beutelsbacher, in ihrer Wohnung wegen eines Wohnrechts- streites erschossen.
Zwei Falschmünzer festgenommen. In Hagen wurden zwei Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, falsche Fünfmarkstücke vertrieben zu haben. In einem bei den Falschmünzern vorgefundenen Koffer wurden 150 falsche Fünfmarkstücke entdeckt. Bei ihrer Vernehmung gaben sie zu, in Hagen etwa 30 Falschstücke umgesetzt zu haben.
Prinz Rudolf zur Lippe f. Auf Schloß Drogelwitz, Kreis Glogau, ist der Senior des fürstlich lippischen Hauses, Prinz Rudolf zur Lippe, nach kurzem Krankenlager im Alter von 75 Jahren gestorben.
Schießerei zwischen polnischen Schmugglern und Grenzwache. In der Nacht fand bei Turmont an der polnisch- litauischen Grenze eine Schießerei zwischen Schmugglern und polnischer Grenzwache statt. Insgesamt wurden etwa 50 Schüsse gewechselt. Ein Teil der Schmuggler wurde verhaftet, die anderen konnten im Dunkel der Nacht entfliehen. Drei Personen erlitten Verletzungen.
Schweres Flugzeugunglück bei Posen. Auf dem polnischen Flugplatz Lawiza ereignete sich am Montag ein schweres Flugzeugunglück. Drei Flugzeuge einer Jagdstaffel stießen zusammen. Zwei Flugzeuge stürzten aus 2000 Meter Höhe ab. Dem einen Piloten gelang, mit dem Fallschirm abzuspringen, der sich aber zu spät öffnete, so daß er schwer, o^lem wurde, Jterwtbw? flffWfe^
Lord Sylsank wegen Betruges angeklagt. Lord Kyl- samt, der bekannte englische Schiffsreeder, und sein Bücherrevisor sind nunmehr wegen aller im Ermittlungsverfahren gegen sie erhobenen Beschuldigungen in Anklagezustand versetzt worden. Die beiden Angeklagten haben je 5000 Pfund Sterling Kaution gestellt.
Internationale Aerztetagung in Brüssel. Die internationale Aerztetagung nahm am Sonntag mit der Eröffnung einer Ausstellung, die der wissenschaftlichen Forschung auf medizinischem, chirurgischem, pharmazeutischem, hygienischein und sanitärem Gebiete dienen soll, ihren Anfang. Es wurden dabei verschiedene Vorträge mit Lichtbildern gehalten. Ferner wurde eine Organisation gegründet, die das Kurpfuschertum bekämpfen soll.
Passagierflüge des „Do X“ in Rio. Das lebhafte Interesse für das Flugschiff „Do X" hält auch nach sein"m Eintreffen unverändert an. Am Sonntag wurden zwei glänzend verlaufene Flüge mit 110 Gästen, insbesondere mit prominentesten Regierungsvertretern und Vertretern der Presse ausgeführt. Am Montag erfolgte eine Besichtigung der „Do X" durch geladene Gäste. Das Flugschiff ist von Zehntausenden im Hafen besichtigt worden.
Vier Tote eines Aukomobilunglücks bei Amiens. Ein Rundfahrtauto, mit dem in Frankreich weilende amerikanische Mütter während des Krieges gefallener amerikanischer Soldaten zur Besichtigung der Gräber ihrer Angehörigen fuhren, ist am Sonntag bei Amiens mit einem Lastautomobil zusammengestoßen. Die vier Insassen des Last- automobils kamen bei dem Zusammenstoß ums Leben, von denen des Rundfahrtautos ist nur eine Frau leicht verletzt worden
Turnen und Sport
Für die Olympischen Hauptspiele erwartet Amerika in Los Angeles 3500 Teilnehmer. Insgesamt werden an den 16 Tagen von 30. Juli bis 14. August 150 Konkurrenzen abgewickelt, die sich auf 16 verschiedene Sportzweige verteilen.
Line deutsch-amerikanische Boxermannschaft kommt m nächsten Frühjahr nach Deutschland. Diesbezügliche Verhandlungen hat ein Vierer-Ausschuß bereits ausgenommen.
Das Städtefpiel Leipzig-Dresden brächte einen überzeugenden Handballsieg Leipzigs. Die Dresdener verloren 3:11, obwohl sie vor eigenem Publikum spielten.
Von Porat, Norwegens Schwergewichtsmeister, schlug den Dänen Sören Petersen in Oslo durch technischen k. o. in der 5. Runde. Auf gleiche Weise verlor in der 4. Runde Bischoff-Dortmund gegen den Schweden I. Widd.
Der Leichtathletik-Frauenkampf gegen die Tschechoslowakei in Prag endete mit einem österreichischen Sieg. Das Schlußresultat lautete 62,5 :43,5 P. Von Landesrekorden gab es mehrere Verbesserungen. Die schönste Leistung zeigte Frl. Perkaus-Wien mit einem Diskuswurf von 38 78 Mir.
Der Städtekampf Bremen gegen Hamburg ergab mit 6 : 4 P. einen Bremer Schwimmsieg. Er bestand aus Staffeln und einem Wasserballspiel, das Bremen 3:0 für sich entschied Schon vor längerer Zeit hatte Bremen den ersten derartigen Sieg gewonnön.
Auf der Buffalo-Bahn lh Paris versagten die deutschen Fahrer Dederichs wurde im Dauerrennen Letzter. Auch Damm-Schorn muhten sich in allen Wettbewerben eines Plätzen begnügen.
Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
Einen Tag wie den Montag hatte die Berliner Effektenbörse noch nicht erlebt Man kann ihn nur mit den Vorgängen am schwarzen Freitag vergleichen Allerdings erschienen an diesem Tage alle Werte mit Minus-Minus-Zeichen, während heut« alle Terminwerte mit Ausnahme der Bankaktien mit Plus-Plus- Zeichen auftraten. Die Anfangskurse lagen 10 bis 30 v H über den Sonnabend-Schlußnotierungen. Die beispiellose Haussebewegung ist weniger aus die Erwartung zurückzuführen, daß aus Grund des Weltmoratoriumsplanes Hoavers nun alles besser werden wird, sondern sie ist in der Hauptsache ein Aussluß der technischen Position der Börse. Die umfangreichen Baissepositionen der Börse wurden überstürzt abgedeckt und riefen infolge der völligen Marktleere diese exaltierten Kurssteigerungen hervor. In Kaliwerten war selbst 30 v. H über den Sonnabend-Schlußnotierungen keine Ware zu erlangen Auch die Kurse für Farben, Siemens und andere Hauptwerke konnten mangels Angebots anfangs überhaupt nicht notiert werden.
Am Geldmarkt war eine Veränderung in den Sätzen nicht festzustellen. doch dürfte die Nachfrage eher weiter zugenommen haben. Tagesgeld 7—9%, Monatsgeld 6,75—8,75%.
Am Prioatdiskontmarkt wurden die Notierungen heute wieder angenommen. Das Angebot war recht umfangreich.
Ebenso wie am Esfektenmarkt löste der amerikanische Welt- moratoriumsplan auch am Devisenmarkt eine kräftige Entspannung aus. Der heutige Devisenbedarf ging nicht über die reguläre Nachfrage hinaus, so daß sich Angebot und Nachfrage fast ausglichen. Der Dollar wurde mit 4,2125 und das englische Pfund mit 20,495 amtlich notiert.
Berliner Produktenbörse.
Die Berliner Produktenbörse setzte om Montag sehr fest ein. Am Promptmarkt wurden für das kleine Angebot in Weizen und Roggen je 2—3 Mark höhere Preise genannt, aber auch Neuwei- zen war höher gefragt. Am Markt der handelsrechtlichen Lieferungen stiegen Weizen um 2—3,50 Mk. Hafer paßte sich der Allgemeintendenz an. Gerste war ruhig aber stetig.
Kotierungen:
Weizen, mark. Roggen, mark. Braugerste Futtergerste Hafer, mark. Mais loko Berlin Weizenmehl Roggenmehl Weizenkleie
271—273
210—212
19,00—21,00
19,00—21,00
190—196
171—175
16,00—17,00
22.00—27,00
Futtererbsen Ackerbohnen Wicken Lupinen, blaue Lupinen, gelbe Serradea Rapstuchen Leinkuchen Trockensckmikel
32,00—37,25
28,25—30,75
13,90—14,20
9,30—9,80 13,00—13,20
7.70 -7.80
Juni. Der
Franks» ter Bichmarkt vom 22.
Austrieb des Hauptmai ktes bestand aus 1229 Rindern, darunter 314 Ochsen, 107 Bullen, 418 Kühen, 368
Färsen, ferner 601 Kälbern, 29 Schafen, 4751 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des letzten Hauptmarktes waren 128 Rinder, 378 Schweine weniger angetrieben, dagegen standen 7 Kälber und 1 Hammel mehr zum Verkauf. Dotiert wurden Ochsen al) 44—49, a2) 40 bis 43, b1) 33-39, Bullen o) 38 42, b) 34—37 Kühe a) 35 - 39, b) 29—34, c) 22—28, Fäi sen 0) 44- 49, b)40-43, c) 33-39, Kälber b) 53—58, c) 4 6-52 d) 35-45,* Schafe —, Schweine a) 40—44 h) 41 — 45, e) 43—47, d) 42—46, e) 40—43 Marktverlous': Rinder ruhig ausoerkaust, Kälber ru>d Sch Je ruhig, geräumt, Schweine schleppend ausverkauft Verglich!u. mit den Preisen des letzten Haripimarltes waren Rinder völlig unver ändert, zum letzten Wbcnmä'ft'waren Kälber 2—5 M niedriger, Schw ine dagegen behauptet.
Amtliche Bekanntmachungen
Hintere Leuchtzeichen der zweirädrigen Kraft- und Kleinkrafträder sowie der Fahrräder.
RdErl. d. MdJ., d. MfHuG u. d. MfLDuF. vom 30. 5. 1931 — II M 47 ö Nr. 14/31, V A 6455 u. I 6896.
Durch gemeinsamen Rd.Erlaß v. 17. 6. 29 (MBliV. S. 533) haben die aufgrund unseres Rd.Erl. v. 18. 1. 29 (MBliV. S. 77) mit der Bezeichnung „P. f. R. Nr. 1 bis 113“ versehenen hinteren Leuchtzeichen für zwei- rädrige Kraft- und Kleinkrafträder sowie für Fahrräder weiterhin ihre Gültigkeit behalten.
Nach einer Mitteilung des RVM. zwingt jedoch die durch die Reichs V. O. v. 27. 4. 1929 (RGBl I. S. 88) geschaffene einheitliche Rechtslage dazu, diese so bezeichneten Leuchtzeichen mit dem 1.10. 31 für ungülttg zu erklären. Mit diesem Zeitpunkt können somit nur noch solche hinteren Leuchtzeichen der gedachten Art anerkannt werden, die mit der in der oben erwähnten Reichs V. O. vorgesehenen Bezeichnung „P. (Nr." versehen sind Alle anders bezeichneten Leuchtzeichen sind ungültig, sie müssen deshalb bis zum 1. 10. 31 aus dem Verkehr gezogen sein.
An die Nachgeordneten Behörden. — MBliV. S. 589 —.
* *
Veröffentlicht. Die Oitspolizeibehörden des Kreises ersuche ich, vorstehenden Erlaß alsbald auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Anordnung sind mit Strafe bis zu 150 RM. bedroht.
Hersfeld, den 19. Juni 1931. Der Landrat.
Ferien der ländlichen Volksschulen mit Ausnahme der israelitischen.
Für die Sommer- und Herbstferien stehen insgesamt 45 Tage zur Verfügung. Hiervon entfallen auf die Sommerferien 24 und auf die Herbstferien 21 Tage. Die Sommerferien beginnen am 18. Juli (letzter Schul- tag 17. Juli) und endigen am 10. August (erster Schul- tag 11. August). Die Herbstferien nehmen am 27. September ihren Anfang (letzter Schultag 26. September) und dauern bis zum 17. Oktober 1931 einschließlich. Wiederbeginn des Unterrichts am Montag, den 19. Oktober 1931.
Sollten die Schulvorstände aus irgend welchen besonderen Gründen eine Abweichung von dieser Ferien- ordnung wünschen, so ersuche ich um selbständige anderweite Regelung im Benehmen mit dem Herrn Schulrat. Hersfeld, den 19. Juni 1931. Der Landrat.
Käte Becker
Philipp Stang*
danken zugleich im Namen ihrer Eltern herzlich für die zu ihrer Verlobung erwiesene Aufmerksamkeit
Hersfeld-Niederaula, Juni 1931
Verkaufskurse der Goldpfandbriefe und Gold-Kommunal-Schuldverschreibungen der Landeskredilk^sse zu Kassel.
7 % Goldpfandbriefe Reihe 13 (Neuausgabe) 06 % 7 %ige Goldpfandbriefe Reihe 4 (freibleib.) 05 %
7 Voige Goldpfandbriefe Reihe 6 (freibleib ) ()5%% 6%ige Goldpfandbriefe Reihe 3 (freibleib.) 87%
6 %ige Goldpfandbriefe Reihe 5 (freibleib ) 87 %
8 °/oige Goldkomm.-Schuldvschr. Reihe 1 „ 06 %
8 %ige Goldkomm.-Schuldvschr. Reihe 3 „ 07 %
7%ige Goldk.-Schuldvjchr.Reihe5(Neuausg.) 03%% 7%ige Goldk.-Schuldoschr.Reihe6 „ 03%%
7 %ige Gold-Schuldv. d. Bez. Verb. Kassel 03%
4 %%ige Liquid.-Schuldoerschr. (freibl.) 0J%%
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