Kanzler und DBV.
Berlin, 19. Juni.
Unter dem Vorsitz des Parteiführers Dingeldey befaßte sich eine Besprechung von Vertretern einer Reihe von Wahl- kreisverbänden der DVP. mit den Motiven, aus denen heraus die Reichstagsfraktion den ursprünglich gefaßten Be- ichluß auf Einberufung des Reichstages am Montag änderte. Vor allem sollte eine Klarstellung über die Abmachungen des Parteiführers mit dem Reichskanzler erfolgen. In der Öffentlichkeit waren nämlich Gerüchte verbreitet, daß einzelne ©ruppen bzw einzelne Abgeordnete aus der rZraktionsentscheidung vom Montag Konsequenzen zu ziehen gewillt seien. Diese Behauptungen werden von par- teioffiziöser Seite als unrichtig bezeichnet.
Im übrigen kam in der Besprechung nach einem Bericht des Parteiführers Dr. Dingeldey eine Entschließung einstimmig jut Annahme, in der darauf hingewiesen wird, daß mit der Ablehnung der Reichstagseinberufung die politische Entscheidung nur verschoben sei, daß der Kamps aber weitergehe 3m Ziel sei die Partei völlig einig. Dieses Ziel sei in den bindenden Abmachungen des Parteiführers mit dem Reichskanzler unzweideutig vorgezeichnet. Sie seien die Voraussetzung für die veränderte Stellungnahme der Reichstagsfraktion gewesen und müßten in kürzester Frist durchgeführt werden.
Mellons „Erholung;"-Bejuch
Eingehende Besprechungen mit MacDonaid und henderson.
London, 19. Juni.
Der amerikanische Schatzsekretär Mellon hat bereits an den ersten beiden' Tagen seines Londoner Aufenthalts eiiv äußerst emsige Tätigkeit entwickelt und sowohl am Mittwoch wie am Bonnstag eingehende Besprechungen mit dem Premierminister MacDon ald und dem Außenminister Henderson gehabt. Ferner hatte er eine Konferenz mit dem Gouverneur der Bank von England, Montag u e Nor - m a n. Weitere Besprechungen sind mit dem englischen Schatzkanzler S n a w d e n vorgesehen — es ist picht ehr wahrscheinlich, daß es sich in all diesen Zusammenkünften um „private" Unterredungen gehandelt hat. Es wird denn auch bereits mit aller Bestimmtheit versichert, daß es sich bei den Unterredungen um das Schulden- und Tributproblem handelt.
Dabei soll die Lage in Deutschland und Oesterreich im Vordergrund der Erwägungen gestanden haben. Es ist erklärlich, daß bisher noch keinerlei Mitteilungen gemacht wurden, und es ist ebenso selbstverständlich, daß die Besprechungen noch kein abschließendes Ergebnis haben konnten.
Es scheint jetzt auch sestzustehen, daß Mellon auf seiner Europareise auch Deutschl and besuchen wird. Sein Interesse als Schatzsekretär erstreckt sich begreiflicherweise auf die schwebenden europäischen Finanz Probleme, während Staatssekretär S t i m s o n sich aller Voraussicht nach in der Hauptsache mit der A b r ü st u n g s f r a g e befassen wird. Von Mellon weiß man, daß er bisher den Standpunkt vertrat, daß Schulden eben Schulden sind, und ba£ eine Verkettung der - interalliierten Schulden mit den Tn= hnh>n nicht gegeben scr S-rr-iss- Ansuchen ücuWN aber daraus hin, daß der amerikanische Standpunkt in der letzten Zeit zwar theoretisch aufrechterhalten, praktisch aber nach einer anderen Lösung gesucht wird. Man ist sich völlig darüber klar, daß die enge Verbindung zwischen beiden Problemen, wie sie vor allem von den europäischen Gläubigerstaaten Deutschland gegenüber vertreten wird, von Amerika nicht ohne weiteres übersehen werden kann, wenn es Interesse daran hat, die Abhängigkeit der Weltwirtschaftskrise von diesen beiden Problemen auszuräumen.
Es ist bei den von Mellon bisher in London geführten Besprechungen übrigens von besonderem Interesse, daß am Donnerstag nach der zweiten Unteredung zwischen dem amerikanischen Schahsekretär und dem englischen Premier durch Reuter die Nachricht verbreitet wurde, daß MacDonald und henderson ihren Gegenbesuch in Berlin für den 17. Juli angesagt hätten.
Die Grenze ist erreicht...
Minister Wirth auf dem 50. Deutschen Aerztetag.
Köln, 18. Juni. Im Gürzenich-Saal wurde Donnerstag vormittag der 50. Deutsche Aerztetag eröffnet. Die Feier wurde mit einer Ansprache des Geheimen Sanitätsrat Dr Dr. h. c. Stauder-Nürnberg eingeleitet, der u. a. erklärte: Mit der allmählichen Entwicklung Deutschlands aus einem Agrarstaat zu einem Industrieland hätten auch staats- und sozialpolitische Probleme in immer stärkerem Maße die Standespolitik der Aerzteschaft bestimmt. Insbesondere das große Werk der deutschen Sozialgesetzgebung sei es, dessen Konstruktion von der Aerzteschaft, die nicht gleichberechtigt mit den Trägern der Versicherungszweige gestellt sei. nicht mit Befriedigung angesehen werden kann. Wohl werde es eine Sozialversicherung des arbeitenden Volkes immer geben müssen, ihre Entwicklung dürfe jedoch nicht zu einer Vernichtung der ärztlichen Freiheit führen.
Der preußische Wohlfahrtsminister Dr. H i r t s i e f e r dankte im Namen der anwesenden Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden. Dankbare Anerkennung gebühre den Maßnahmen, die von der Reichsregierung zur Stützung und Erhaltung unserer sozialen Gesetzgebung getroffen worden seien, so schwer sie auch im einzelnen von den beteiligten Kreisen empfunden werden mögen. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient bestehe nicht mehr in der früheren Un= mittiebarkeit, sondern sei Bindungen unterworfen, die in der freien Praxis fehlten und den überlieferten Berufsgemohn- Heiten widersprächen.
Anschließend überreichte der Minister dem Vorsitzenden. Geheimrat Stander, in Anerkennung seiner Verdienste um Volksgesundheit und Staat die Bronzemedaille für Verdienste um die Volksgesundheit
Nach ihm ergriff Reichsinnenminister Dr. Wirth das Wort, der die Glückwünsche der Reichsregierung überbrachte und erklärte, daß die Not in Deutschland, die heute offen vor den Augen aller Welt^liege. für unsere Volksgesundheft nicht ohne Folgen bleiben könne Es bestehe kein Zweifel daß die ungeheure Arbeitslosigk■ und die ungünstige wirtschaftliche Lage unsere Volksg cheil schwer bedrohen. Maßnahmen, wie sie die letzt- otoerorbnung leider vorsehen mußte, hätten die Grenze ssen erreicht, was unserem Volke zugemutet werden könne ^er Augenblick sei gekommen, wo dies den Völkern de Erde, auch dem großen Staate jenseits des Ozeans, klar werden müsse, wenn nid)* wieder das Wort erklingen solle, . . . zu spät!
Keine Reichsreform-Konferenz beabsichtigt
München, 19. Juni.
Eine Einladung des Reichskanzlers Dr. B r ü n i n g an die Ministerpräsidenten der Länder für die erste Juliwoche zu einer Besprechung über einen Reichsreformgesetzentwurf ist nicht erfolgt. Sie wird auch nicht erfolgen. Alle Nachrichten der letzten Tage von einer bevorstehenden Reichs- reform sind nach Erkundigungen an maßgebender Stelle falsch. • .
Seeckt spricht über das Wehrprottech
München, 19. Juni.
Der frühere Chef der Heeresleitung, Generaloberst a. D. von fielst, sprach die^rü«^a?-Thvma „Das Ringen um die deutsche Sicherheit". Er führte u. a. aus, daß jeder Staat das Recht habe, Sicherheit aus eigenem Können und eigener Macht aufzubauen. Bei der Abrüstungskonferenz im Fe- bruar kommenden Jahres fei für Deutschland nichts gefährlicher. als eine Kompromißlösung. So lange der Versailler Vertrag nicht aufgehoben werde, hätte Deutschland an der Abrüstungskonferenz kein Interesse. Der Redner ging sogar so weit, zu erklären, daß Deutschland daran denken müsse, a u f z u r ü st e n und forderte danach noch, daß eine solche Aufrüstung die allgemeine Wehrpflicht in irgendeiner Form wiederbringen müsse. Wenn Deutschland die Reparationen nicht mehr bezahlen könne, so würde Frankreich — wie Seeckt annehmen zu müssen glaubt — wieder ins Rheinland einmarschieren, denn Deutschland hätte nicht die Macht, dies zu verhindern. Andererseits sei Deutschland aber auch in seiner jetzigen Verfassung kein genügendes Bollwerk gegen den russischen Bolschewismus.
Frankreichs neues Flottenbau- Programm
Deutschlands Panzerkreuzer in der Debatte.
Paris, 19. Juni.
Die Kammer hat mit 391 gegen 196 Stimmen einen sozialistischen Antrag, die Beratung über das Flollenbaupco- gramm 1931/32 bis nach der allgemeinen Abrüstungskonfe- renz zu vertagen, abgelehnt und alsdann die Gesamtvorlage mit 410 gegen 168 Stimmen angenommen.
In der Zeit vom 1. April 1931 bis 31. März 1932 werden somit aus Kiel gelegt werden: ein Linienschiff und zwei Kreuzer 2. Klasse, für deren Bau 500 Millionen Francs bewilligt worden sind, jedoch mit der Bestimmung, daß die Festsetzung der Tonnage und der Abschluß von Lieferungsver- trägen von der Zustimmung des Parlaments abhängig gemacht werden müßte. Ferner werden in der gleichen Zeit gebaut werden: ein Aviso für weite Fahrt, ein Küst.entrans- portschiff und vier Begleiter. Die für diese Einheiten bereitgestellten Mittel betragen 193 521 000 Francs.
Paul-Boncour bekämpfte den Bau eines 23 000-Tonnen- Kreuzers mit der Begründung, daß Frankreich aus dem Weltkriege die Lehre gezogen haben müßte, auf den Bau großer Schlachtschiffe zu verzichten. Die plötzliche Aenderung in der bisher vertretenen Anschauung, keine Schlachtschiffe zu bauen, sei auf den Bau des neuen deutschen Kreuzers zu- rückzuführen. Der Bau eines solchen Schiffes könne an Frankreichs und Deutschlands Außenpolitik nichts ändern, da diese, dank Locarno, auf die gesamte englische Flotte zählen könne. Der Redner betrachtet es als verhängnisvoll, daß man gerade jetzt Großkampfschiffe bauen wolle, wo ein französisch-italienisches Flottenabkommen die Einschränkung von Großtonnage bezwecke. Man müsse sich hüten, Miß Italien und Deutschland dem französischen Beispiel folgen könnte. Der Marineminister führte in seiner Rede zur Verteidigung seines Flottenprogramms aus, daß sechs deutsche Kreuzer imstande sein könnten, im Atlantischen Ozean einen Geschwindigkeitskrieg zu führen, um die Verbindungen mit Frankreich abzuschneiden. Um einer solchen Möglichkeit errt- gegenzutreten, fordere er den Kredit für einen 23 000 Ton- nen-Kreuzer.
Spaniens neuer Verfassungs- Entwurf
Madrid, 19. Juni.
Die von der Regierung eingesetzte Kommission zur Ausarbeitung der neuen Verfassung hat ihre Arbeiten abgeschlossen. Der von ihr redigierte Verfassungsentwurf trägt uni= tarischen Charakter, sieht aber eine Wirtschaftsautonomie für einzelne Gebiete vor. Ein Zweikammer-System ist vorgesehen, die eine Kammer — der Senat — soll jedoch nur beschränkt legislative Befugnisse erhalten. Die Stellung des Präsidenten ist der des französischen Staatsoberhaupts nachgebildet. Der Entwurf sieht die Trennung von Kirche und Staat, ferner allgemeines und gleiches Wahlrecht, das jedoch nur auf Personen männlichen Geschlechts beschränkt ist, vor.
Deutsches Beileid für St. Razaire
Paris, 19. Juni.
Aus Anlaß der Schiffskatastrophe vor der Mündung der Loire hat Reichskanzler Dr. Brüning dem französischen Ministerpräsidenten Laval die Teilnahme der Reichsregie- rung telegraphisch übermittelt. Der französische Ministerpräsident hat in einem Antworttelegramm den aufrichtigen Dank der französischen Regierung für die Beileidskundgebung zum Ausdruck gebracht.
Der Dampfer hatte schon beim Auslaufen Schlagseite.
Wie Havas aus St. Nazaire berichtet, erklären mehrere Lotsen übereinstimmend. daß der untergegangene Dampfer „St. Philiberl" bereits beim Auslaufen starke Schlagseite hatte und schlingerte Es scheine sich zu bewahrheiten, daß der Kapitän zögerte, die Keimreise anzutreten ur" erst auf dringendes Ersuchen der Ausft ler. die rechtzeitig in Nantes Wiedereintreffen wollten, es Signal zur Abfahrt gegeben habe.
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„So, so! Na, die Liste der Damen, die du im Laufe der Jahre schon hast heiraten wollen, weist seltene Exemplare auf. Ein Mannequin, eine Schauspielerin, ein Chor- fräulein, eine Schönheitskönigin, ein Revuestar, eine Bardame, eine Zirkusreiterin, eine rumänische Tänzerin — und jetzt kommt noch das Gesellschaftsfräulein dazu. Ich muß sagen, du bist nicht anspruchsvoll, was die Wahl der künftigen Prinzessin Schönfels-Hardenberg anbelangt!*
„Oh, du hast ja recht, Fred — leider! Ich muß mich eigentlich schämen, wenn ich bedenke, mit was für Frauen ich mich schon eingelassen habe. Ich bin selbst ein wenig erstaunt über Den Reigen, den du va vor mir aufmarschieren läßt. Uebrigens, du hast ein fabelhaftes Gedächtnis für diese Dinge. Aber die Kleine, die darfst du mir nicht In einem Atem mit diesen anderen Damen nennen I Sie ist mir zu schade dazu. Und ich fühle es, ich habe endgültig mein Herz an sie verloren — an dieses süße, blonde Mädel!
Und ich will dir sagen, daß ich mich — aus-dieser Liebe heraus — von Grund aus ändern werde, daß ich mein zügelloses Leben pufgeben, daß ich ein nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft werden will. Ich will mit diesen Weibergeschichten nichts mehr zu tun haben und will warten, bis ich das süße, zarte, blonde Kind wiedergefunden habe; dann aber, dann wird zur Hochzeit geblasen, zur Hochzeit mit der einzigen Frau, die ich wirklich liebhabe!"
„So, so! Aber weißt du denn auch, ob diese Frau dich auch nehmen wird?"
„Komm mir nur nicht schon wieder mit deinen Wenns und Abers! Und ich weiß bestimmt, daß ich mich dieses
Mal nicht täusche. Ich habe ihr Zittern gefühlt,-als ich sie in meine Arme schloß — ich habe ihren sehnsüchtigen Kuß gespürt, ihre Hingabe... Ich wußte in diesem Augenblick, daß sie mich ebenso liebte wie ich sie.
Du fragst, ob sie mich nehmen wird?! — Ja, ja, und abermals ja! Von allem Anfang an habe ich das gemerkt. An ihrem Blick und an ihrem ganzen Wesen."
„Na, da ist also nichts zu machen. Dagegen kann man nichts mehr sagen. Aber hast du schon daran gedacht, wie sich dein Vater zu dieser Angelegenheit stellen wird?"
Prinz Peter antwortete nicht. Eine tiefe Falte hatte sich senkrecht in seine Stirn gegraben. Ungemütliche Gedanken mußten dahinter kreisen.
„Peter, ich konnte es mir schon denken, daß du für eine Weile deine Familie vergessen hattest."
In diesem Augenblick klopfte es an die Tür.
„Herein!"
Ein Page erschien in der Tür, eine Visitenkarte aus dem Tablett.
„Für den Prinzen von Schönfels-Hardenberg."
Der Prinz griff nach dem dargereichten Kartenblatl.
„Donnerwetter! — Ich lasse bitten!"
Der Junge verschwand.
„Fred, da — lies! Exzellenz von Steinert! Hu, mir ahnt Fürchterliches! Ich mache mich auf eine schlimme Standpauke gefaßt. Jetzt kommt die Antwort auf die letzte Bankrechnung."
„Na, Peter, den Kopf wird es ja nicht kosten! Wir wollen dem Unabänderlichen mit Fassung entgegensehen."
Wenige Minuten später klopfte es. Auf das Herein öffnete sich die Tür — Exzellenz Steinert erschien, der ehemalige Hofmarschall des herzoglichen Hauses Schönfels- Hardenberg. Ein alter, weißhaariger, sehr gepflegter Herr, dem man auf den ersten Blick den ehemaligen Höfling ansah. Zeremoniell begrüßte er den jungen Prinzen und seinen Begleiter. Prinz Peter indes ging einfach auf ihn zu, schlug ihm jovial auf die Schulter und ergriff die Hand des alten Herrn.
„Grüß Gott, Exzellenz! Na, auch wieder mal in Berlin?
Es freut mich, daß Sie mich hier ausgesucht haben. Nehmen Sie Platz, lieber Herr von Steinert! Hier Zigarren und Zigaretten! — Fred, bringe doch bitte den Likör! — Prosit, Herr von Steinert! Das ist ein guter Tropfen — nicht wahr? Jetzt aber erzählen Sie, bitte, geschwind, was gibt es zu Hause? Was macht der Papa, die Mama?"
„Es freut mich außerordentlich, daß Durchlaucht mich so liebenswürdig empfangen, und ich hoffe, lieber Prinz, daß Sie mir auch weiterhin dieselbe Liebenswürdigkeit zeigen werden und dasselbe Entgegenkommen. Ich komme von Ihrem Herrn Vater, in einem sehr wichtigen Auftrag, an dessen Erfüllung dem Fürsten ungemein viel gelegen ist."
Ein sprechender Blick aus den Augen des Prinzen flog zu Doktor Bergen hinüber. Aufseufzend ließ er sich in einen Sessel fallen.
„Nun schießen Sie mal los, Exzellenz!"
„Vor allem, lieber Prinz, soll ich Ihnen die herzlichsten Grüße aus dem Elternhaus überbringen. Das Befinden Ihres Herrn Vaters ist nicht übermäßig gut. Sie wissen ja selbst, Prinz, wie es um Ihren Herrn Vater bestellt ist. Sein langjähriges Leiden bringt es mit sich, daß sein Gesundheitszustand dauernd schwankt: einmal ist es besser, den anderen Tag wieder schlechter.
Eigentlich sollte ich Ihnen von alledem nichts erzählen, Prinz. Ich sollte mich nur strikt an meinen Auftrag halten. Ich meine indes, es kann nur gut sein, Durchlaucht, wenn ich Ihnen mitteile, daß das Leiden des Herzogs Georg keineswegs leicht zu nehmen ist."
„Wie, Herr von Steinert? Steht es wirklich schlimm mit Papa?"
„Durchlaucht, es könnte viel, viel besser sein; aber leider — die ewigen Aufregungen!"
„Hm - hm! Und Ihr Auftrag, Exzellenz?"
„Man hat mich damit betraut, dem Prinzen Peter von Schönfels-Hardenberg folgendes zu unterbreiten: Das herzogliche Haus hat beschlossen, Seine Durchlaucht den Prinzen Peter mit der Fürstin Anna Rosina von Watller- stein zu vermählen..." (Fortsetzung folgt.)