Abenteurerblut
ROMAN VON ANNY v. PANHUYS
(13 Fortsetzung.)
Copyright by „Brückenberg-Verlag“, Zwickau i. Sa.
Heinz machte mehrmals Einwendungen „Vater, du bist noch viel zu kraftvoll und regsam, um beiseite zu treten, laß nur vorläufig alles, wie es bis jetzt war," bat er.
Der Stottere lehnte mit vergnügtem Schmunzeln ab. „Nee, mein Junge, ich freue mich auf die Tage, wo ich wie ein Exkönig leben werde! Ich sehe mir vielleicht noch ein biß-' chen die Welt an Manchmal suche ich dann Fränze heim. Ihr Zukünftiger ist ja auch ein famoser Junge und niemals S nverderber"
r zählte an einen Fingern ab „Noch sechzehn Wochen sind es bis zu Fränzes Hochzeit. Gar nicht mehr so lange hin ist das." Er seufzte Uidjt „Es fällt mir schwer, das Mädel herzugeben, aber der liebe Herrgott hat die Mädels nun mal zum Heiraten bestimmt, und Fränze kommt gut an. Sie passen vorzüglich zusammen, der Georg Gertener und die Fränze Und sie ist nun auch schon dreiundzwanzig, die Fränze, und es ist Heiratszeit für sie "
Es klopfte flüchtig, und dann stand Fränze im Zimmer. Ihr Vater nickte ihr zu.
„Kommst wie gerufen. Nesthäkchen, kannst dich beteiligen an unserer Unterhaltung über die Zukunft Wir reden eben davon, wie alles hier werden soll wenn du erst verheiratet bist"
gränze schwieg, iah Vater und Bruder an, sprach endlich langsam, als müsse sie sich die Worte mühsam abringen: „Es tut mir leid, Vater, wenn ich vielleicht Pläne zerstören muß, aber ich kann Georg Gertener nicht heiraten, ich kann es nicht. Seit Tagen schon wollte ich es dir sagen, aber ich schob es immer wieder auf, prüfte mich immer wieder von neuem, nun aber muß ich ein Ende machen mit der Selbst- quälerei "
Eberhard Mallentin sah bie Tochter an, als rede sie in einer ihm völlig fremben Sprache. Heinz aber war auf- ge wrangen und stand jetzt dicht vor der Schwester
, ^as ist natürlich nur ein Scherz, Mädelchen. willst ausprobieren, wie Vater und ich darauf reinfallen, nicht wahr? Aber weißt du. im ersten Augenblick wäre ich beinahe wirk- lich darauf reingefallen "
Er wollte lachen, aber das blaffe Gesicht der Schwester ver cheuchte diese Regung. Er faßte sie an beiden Schultern
„Fränze, sage vor allem, daß es Unsinn gewesen, was du ebm gesagt hast, denn wenn es dein.Ernst wäre —"
• Fränze sah ihn groß an. „Es ist mein Ernst, mein heiliger Ernst."
Demj schüttelte die Schwester. „Du bist krank, du redest Blödsinn! Mädel, um des Himmels willen, es ist ja unglaublich, was du sagtest."
Fränze wiederholte: „Es ist mein heiliger Ernst."
Sie machte eine Schulterbewegung, damit seine Hände ab gleiten sollten. Er aber hielt fest, Krampfhaft feP, tat ihr
. ind weil du irgendeinen verstiegenen Roman gelesen, der dich zu dem Entschluß brächte, willst du dich und unsere ganze FrrmrtmAKu 11 i i e i ert * "-schrie er che'au
Den ToN-war Fränze von dem freundlichen Bruder nicht gewohnt. Sie schaute ihn mit geweiteten Augen an, rief erregt:
„Glaubst du, das Bekenntnis hat mir Vergnügen bereitet? Wenn du wüßtest, in wieviel bangen Stunden ich mich damit herumschlug, ehe ich mich entschloß, euch davon zu reden, würdest du Mitleid mit mir haben."
Eberhard Mallentin faßte sich erst jetzt. Der erste Schreck hatte ihn förmlich betäubt. Er mahnte: „Heinz, vergiß nicht, daß Fränze deine Schwester ist, du bist auf dem besten Wege da-- "
. j sanken die Hände des Jüngeren nieder, er trat ans Femter, trommelte mit nervösen Fingern an die Scheibe.
,Siomm> Fränze, setze dich hierher, neben mich," rief ihr Vater sie an seine Seite, „komm und sprich, warum du so urplötzlich deinen Sinn geändert hast"
Fränze schob sich einen Stuhl zurecht. „Du lieber Himmel, Vater, es ist schwer, darüber mit Worten so zu sprechen, daß *er Sinn für jeden gleich klar ist"
„Also ist es Unsinn," mischte sich Heinz ein. „Ich habe recht, rgendein verstiegener Roman hat ihr den Kopf verdreht." Er stampfte ärgerlich mit dem Fuße auf. „Meinst du denn, Georg wird sich das bieten lassen? Und wir, wie stehen wir vor den Nachbarn da, was glaubst du, nach welchen Auslegungen man suchen wird."
„Ich darf Georg und mich nicht für das ganze Leben unglücklich machen der Nachbarn wegen." Auch Fränzes Ton war schärfer geworden Ihr Blick suchte den Blick des Vaters „Ich habe Georg, seit ich ihn kenne, sehr gern, ich habe ihn noch gern, aber ich liebe ihn nicht." In ihren Augen leuchtete es auf und über ihr Antlitz flog ein rosiger Schein „Liebe ist etwas ganz anderes und Georg ist zu schade, um von mir für das ganze Leben mit ein bißchen freundschaftlichem Gernhaben abgespeist zu werden. Ich bin erst jetzt zu der Erkenntnis gekommen, erst jetzt, aber es ist besser spät, als zu spät. Noch können wir uns trennen." Sie schüttelte den Kops. „Ob mich Georg so lieb hat, daß er an meiner Absage zugrunde geht, bezweifele ich. Es liegt seiner Natur gar nicht. Er wird es ähnlich machen wie Heinz eben, er wird vom Blamieren reden und sich darüber aufregen, was die Nachbarn darüber jagen werden Er hat gar nicht das Blut für große Leiden schaften." Sie lächelte ein ganz steig wenig „Ich glaube jedenfalls, meine Sinnesänderung wird ihn nicht mehr aufregen, als wenn seine landwirtschaftlichen Produkte auf irgendeiner Ausstellung unprämiiert blieben."
Eberhard Mallentin dachte, darin mochte Fränze vielleicht recht haben.
„Ich habe viel gelitten, ehe ich euch von meinem Entschluß Prach," fuhr Fränze fort, „ich sagte es schon. Erklären kann -ch euch gar nichts, nur wiederholen, ich habe erkannt, ich siebe Georg nicht so, wie ich es müßte zu seinem und meinem Glück, und werde es ihm mitteilen "
„Georg ist mein Freund, ich dulde es nicht, daß du ihn wie Un Spielzeug behandelst, das man, wenn es einem übergeworden, beiseite wrft," erregte sich Heinz.
Fränze schaute zu ihm auf
„Unb ich bin deine Schwester, der du eigentlich nicht zu- frauen solltest, daß sie die Menschen wie fühlloses Spielzeug rehandelt."
Eberhard Mallentin erhob sich, ging mehrmals hastig durch das Zimmer, trat an Fränze heran, schob den Sohn zurück.
„Mädel, angenehm ist mir die Sache nicht, um so weniger als du dich verflixt unklar ausdrückst. Du redest von Gefühlen, aber ich meine, du bist keine von den Weibsleuten, die viel mit Gefühlen herumjonglieren, hinter deinen Gefühlen stehen Tatsachen, glaube ich."
Heinz lachte kurz auf.
„Natürlich, irgend jemand gefällt ihr besser! Wenn man nur wüßte wer? Es ist doch in letzter Zeit kein neues Gesicht in unserem Umkreis aufgetaucht."
Um Fränzes Lippen zuckte es.
„Suche den Umkreis nicht ab, du würdest niemand finden." Ihr Vater riß an feinem grauen Bart herum
„Ja, was soll man denn nun tun, ich bin völlig ratlos. Eben, ehe du kamst, Fränze, hatte ich mit Heinz über die Zukunft gesprochen. Nach deiner Hochzeit wollte ich ihm das Gut übergeben, auf Reifen gehen, dann als Privatier hier leben, manchmal kurze Zeit bei Georg und dir —" Er brach ab „Damit ist's nun Essig, ich muß meine Pläne umbauen."
„Wozu denn?" wandle sie ein. „Im Gegenteil, sie passen auch zu der veränderten Sachlage. Und wenn du auf Reisen gehst, nimmst du mich mit. Ich kenne ja bisher so wenig von der Welt. Äußer an der Ostsee und Thüringen bin ich noch nirgends gewesen."
Eberhard Mallentin wechselte einen Blick mit dem Sohne Ja, das Aufreisengehen mit Fränze war vielleicht der beste Ausweg aus der etwas peinlichen Situation. Wenn man dann zurückkehrte, dachte niemand mehr an Fränzes Ver- unb Entladung
Als Susi von ihrem Manne das Neueste hörte, blickte sie ihren zornigen Mann ehrlich verwundert an
„Ich verstehe dich nicht, Heinz. Weshalb regst du dich aus Wie ich den Baron Gertener kenne, stirbt er nicht an gebrochenem Herzen und es ist ein großes Glück, daß^ Fränze noch gewissermaßen in letzter Stunde zur Erkenntnis ihres Empfindens kam." Sie schlang die Arme um den Hals des Mannes, ihre klaren braunen Augen senkten sich tief in die seinen. „Wenn Fränze nichts weiter sagte, dann darf man nicht in sie dringen. Entweder hat sie wirklich nichts weiter zu erklären, oder es ist so sensibler Art, daß es ihr nicht möglich scheint — und dann soll man sie auch nicht quälen Wenn sie erkannte, sie liebt Georg Gertener nicht genug, um ihr Lebensglück darauf aufzubauen, dann ist es das einzig Richtige, die Verlobung wieder zu lösen. Du hast mich doch lieb, nicht wahr? Gönne das Glücklichsein auch deiner Schwester, rede ihr wenigstens nicht zu, in eine lauwarme, vielleicht kalte Ehe zu gehen. Lieber mag sie ein Altjüngfer- chen werden, wenn sie auch eigentlich viel zu hübsch dazu ist." Sie,.lächelte schelmisch und ihr rotblondes Flimmerhaar über o^weitze^snrm streifte WWlfl' "". 'nTruWfr richlW^ Altjüngferchen gibt bfe beste Tante der Welt und wenn man, wie mir, Kinder bat. muß man darM spekulieren "
Er zog die gesiebte Frau fest an sich.
„Ich will Fränze in Ruhe lassen, es ist wohl immer heikel und gefährlich, sich in Herzensdinge einzumischen, mag sie zusehen, wie sie mit Georg fertig wird."
Fränze aber saß bei ihrem Vater, bat ihn mit von Tränen verschleierten Äugen, recht bald mit ihr sortzureisen, sie sehne sich danach.
18.
Nach mehrmonatiger Reise durch Oesterreich und die Schweiz hatte Eberhard Mallentin mit Fränze längere Rast gemacht in Friedrichshafen Es herbftelte schon ein wenig. Aber das war vielleicht die schönste Zeit hier am Bodensee Noch standen die Bäume in ihrem reichen grünen Schmuck, nur ein scharfes Auge entdeckte dazwischen schon ein paar welke Blätter. Es war wie bei den Menschen, in deren dunklem Haar vereinzelte graue Fädchen daran erinnerten, daß der Winter nahe
Eberhard Mallentin und Fränze verließen das Kurgarten- Hotel und lenkten ihre Schritte zum Seeufer
Fränze sah frisch und angeregt aus. Ihr Vater beobachtete sie heimlich Die Reife hatte ihr gut getan und die Entladung auch. Noch begriff er allerdings nicht, warum sein Mädel den netten Kerl, den Baron Gertener, mit einem Male nicht mehr heiraten wolle, aber er hatte sich längst damit ab- gefunden. Niemals mehr war das Thema von ihm der Tochter gegenüber berührt worden
Fränze blieb stehen, sagte tief aufatmend: „Vater, die Welt ist doch wunderschön!"
Eberhard Mallentin dachte an Lucie Maniq Lachen und erwiderte zustimmend: „Ja, die Welt ist wirklich wunderschön." Ein kleiner Seufzer schloß sich an. „Nur älter müßte man nicht werden Fränze, das ist eine dumme Einrichtung."
Das blonde Mädchen sah den Vater vergnügt an. „Wenn man so vorzüglich aussieht wie du, Vater, darf man sich nicht Ger das Alter beklagen."
Er erwiderte ihren Blick fast dankbar.
Auch er war stehen geblieben, und sie schauten in die Runde, nahmen das Bild, das sich ihnen bot und das sie seit acht Tagen täglich vor sich hatten, mit dem gleichen Entzücken, wie das erstemal in sich auf.
Van dort grüßte das Wahrzeichen von Friedrichshafen, die dappeltürmige frühere Klosterkirche von Höfen, und der schimmernde See trug zahlreiche Boote Ein Dampfer nahte von Lindau, ein anderer, von Konstanz her, begegnete ihm Auf der Schloßterrasse, die weit in den See vorsprang, lag eine fackeltragende Sphinx, blickte mit leeren Rätselaugen nach den Schweizer Bergen hinüber. Suchte die Berge durch Nacht und Dunkelheit und beim Erwachen der Sonne, grüßte sie, wenn die Sonne sank und leuchtende Farben aus ihren dichten Schneemäntelchen riß und am fernen Ufer ein schillerndes Märchenreich erstehen ließ.
Jetzt lag die Morgenfrische ringsum, silberne Wellen schaukelten an den Kai und die Lust war rein und köstlich.
Vater und Tochter gingen langsam am See entlang. Sie sprachen wenig, jeder hing seinen Gedanken nach
Sie erreichten die Landungsstelle. Der Dampfer aus Lindau hatte eben angelegt. Es stiegen nicht viele Passagiere aus, die meisten blieben an Bord, fuhren bis Konstanz.
Ein breitschulteriger alter Herr in Lodenanzug und Gamaschen, mit mächtigem schnseweT' ~ haurrbart. ichritt an ihnen vorbei
Eberhard Mallentins Brauen zogen sich hoch vor Erstaunen und plötzlich schlug er dem Touristen derb auf die erfüllter
„Potz Blitz und Wetterschlag Danelius, wenn >ch midi nicht sehr irre, denn wir haben uns lange nicht gstehen "
Ein frisches altes Gesicht lachte behaglich
„Meiner Treu, Eberhard Mallentin!" Die beiden Männer schüttelten sich die Hände „Ja, wo kommst du denn her. Mallentin, warum gaukelst du hier in der Gegend herum ohne, daß wir auf Buchbach ’ne Ahnung davon haben? Du weißt, wir warten schon lange auf einen Besuch von dir" Er schob seinen Arm unter den des anderen. „Ich hatte in Lindau zu tun und wollte nun hier noch ein paar nette Stunden totschlagen, gegen Mittag dann heimwärts ziehen Aber wenn du nichts ganz Wichtiges vor hast, Menschens- kind, bleiben mir jetzt wenigstens den Nachmittag zusammen oder —" Er machte ein langes Gesicht: „Willst du fort mit dem Schiff oder —"
Eberhard Mallentin lächelte. „Ich wohne mit meiner Tochter zurzeit hier in Friedrichshafen."
„So, deine Tochter ist auch hier! Ja, wo ist denn das Mädel? Bin neugierig, wie sich das magere Spätzle rausgemacht hat."
Fränze schob sich vor. „Hier bin ich, Onkel Danelius, in Lebensgröße."
Heinrich Danelius schmunzelte. „Donnerwetter — du kannst dich sehen lassen, Fränze!"
Er schob seinen freien Arm unter den Fränzes „Na, da habe ich ja Glück gehabt heute. Wenn es recht ist, bleibe ich einen Tag mit euch zusammen, heim komme ich noch früh genug. Zunächst hocken mir uns erst mal da drüben in das Glaskästchenkaffee zu einem anständigen Begrüßungs- tropfen."
Es wurde eine fidele Stunde. Danelius plauderte und lachte und der Bodenseewein war gut und die Sonne stralsite so golden vom klaren Himmel, tauchte alles ringsum in Glanz und Fröhlichkeit.
Erst beim Mittagessen im Hotel sagte Danelius: „Der Malte Brunnenhof ist ja bei euch gewesen, er hatte euch was aus Mexiko zu bestellen, erzählte er mir Netter Mensch, nicht wahr?"
„Ja, er machte einen vornehmen sympathischen Eindruck," meinte Mallentin. „Ist Brunnenhof übrigens ein leidlicher Besitz?" fragte er.
„Der schönste weit und breit am Bodensee," erwiderte Danelius enthusiastisch. „Vor allem das Schlößchen ist herr? lief) die Parkwege führen bis an den See, eine breite Terrasse bildet den Äbschluß. Maltes^Vater war mein Freund, ich war einstens oft in Brunnenhof Das Gut ist nicht lehr groß, aber prachtvoll im Stande." ein Glasms nir Nagelprobe. ,Äber ehe ich euch jetzt wieder in eure sandige Heimat entlaste, werdet ihr uns in Buchbach besuchen Wenn mir auch nur noch über drei Scheffel Erbsen verwandt sind, ein Weilchen müßt ihr bei uns bleiben, denn wer weiß ob ihr gekommen wäret, wenn ich euch nicht houte entdeckt hatte Jetzt aber gibt's keine Gegengründe. Wann kommt ihr, wann dürfen mir auf euch rechnen?"
Vater und Tochter tauschten fragende Blicke Danelius hatte recht Sie hätten keinen Besuch in Buchbach gemacht. Fränze jedenfalls hatte sich vorgenommen den Vater falls er es beabsichtigte, daran zu verhindern Sie wollte Malte von Brunnenhof nicht Wiedersehen. Ihr Leid würde sich dadurch neu beleben, eine Wunde, die sich schwer und mühsam geschlossen wieder bluten
Als ihm nicht rasch genug Antwort ward, dachte Danelius: „Wollen doch die Geschichte vereinfachen. Komm morgen gleich mit mir mit, so komfortabel wie hier im Hotel ist's ia bei uns nicht, aber sehr gemütlich. Und meiner Frau würde die Ueberraschung eine Mordsfreude bereiten Also los, überlegt nicht lange und fahrt morgen mit mir Ich depeschiere dann um das Auto."
Eberhard Mallentin erwiderte herzlich, ihm sei. es sehr recht, wenn seine Tochter einverstanden wäre.
Da blieb Fränze keine Wahl, ober sie hätte es darauf ankommen lassen müssen, den guten Heinrich Danelius zu beleidigen. Sie meinte deshalb lächelnd: „Natürlich Fnfqe auch ich gern der Einladung." Eine Begegnung mit Malte von Brunnenhof würde sie schon zu verhindern wissen
Abends saßen dann die beiden Herren feuchtfröhlich bei dunklem Meersburger dem besten Wein am See, beisammen.
Fränze saß auf dem Balkon ihres Zimmers und blickte weit über das Wasser. sah in den Wolken die Häupter der Schweizer Berge versinken, grau ließ sich der Schleier des Abends über die leise raunenden Wellen nieder und von der Hoteldiele klang gedämpfte Musik heraus Modernd Tanzmusik, nach der einige Pärchen den Charleston tanzten
Fränzes Augen schauten sehnsüchtig und traurig hinaus auf den See. Alles, was in ihr allmählich ruhig geworden, nja-, sie fast überwunden cfeglaubt, war wieder wach
Sie faltete die Hände im Schoße und es war wie ein tiefes inbrünstiges Gebet in ihr, Malte von Brunnenhof nicht wiedersehen zu müssen. Wegen dieser seltsamen Aehnlichkeit, die Heinz nur wenig, ihrem Vater anscheinend gar nicht auf- gefallen war . .
Nicht um des Toten willen, nein, um den, der lebte, hatte sie den Ring Georg Gerteners abgestreift
Ein Damvfer fuhr vorüber. Seine Lichter strahlten auf und als er sich aus der Nähe in die Wasierfern- verlor, stießen seihe scharfen Lichter noch grell durch das Grau der Dämmerung, zogen über dem Maller dahin wie heimatlose Seelen, verloren sich in Dunst und Düsternis.
Fränze saß bewegungslos (70 war die Pi'he durch ihr Leben gegangen, wie diese Lichter und in Dunst und Düsternis verschwunden
Geblieben war ein ständiges Sehnen, das starkem Heimweh glich. Vernon war tot Sie wollte Malte von Brunnenhof nicht wiedersehen und ihr Herz schrie doch nach ihm, wie ein armes Menschenkind in höchster Not zum Himmel schreit
(Fortsetzung folgt.)