Allerlei Neuigkeiten
Großfeuer in Mecklenburg. In dem Dömitz benachbarten Orte Nielank in Mecklenburg sind am Dienstag fünf Wohn- und Wirtschaftsgebäude einem Großfeuer zum Opfer gefallen. Bei der schnellen Ausdehnung des Brandes war die Wehr völlig machtlos. Das Vieh konnte gerettet werden. Der Verlust an totem Inventar ist jedoch groß. Als Ursache des Feuers wird Brandstiftung angenommen.
Schüsse auf Eisenbahnzug. Der Eilzug 63 wurde Montagabend etwa 500 Meter südlich des Bahnhofes Vronzell bei Fulda von unbekannten Tätern beschossen. Glücklicherweise wurde dabei nur ein Oberfenster des Packwagens zertrümmert. Eine Untersuchung ist eingeleitet.
Auko überschlägt sich. — Ein Todesopfer. Der Personenkraftwagen eines Hüstener Kaufmanns geriet abends in der Hüstener „Unglückskurve" auf der nassen Straße ins schleudern, fuhr mit ungeheuerer Wucht gegen einen Chausseebaum, überschlug sich und begrub die Insassen unter sich. Ein Mitfahrer war sofort tot. Der Besitzer des Wagens und ein Insasse wurden schwerverletzt unter dem Wagen hervorgezogen, zwei Mitfahrer erlitten leichtere Verletzungen.
Zwei Todesopfer eines Autounglücks. Auf der Strecke Prag—Karlsbad kam es in der Nähe von Kladno zu einem schweren Automobilunglück, das zwei Menschenleben forderte. Das Auto des Hohenelber Advokaten Dr. Eduard Hübner wollte einem Autobus ausweichen. Der Wagen kam ins Schleudern und stürzte die Straßenböschung hinab. Der 40jährige Besitzer des Autos, Dr. Hübner, und der 55 Jahre alte Chauffeur Gottstein wurden auf der Stelle getötet. Drei im Fond des Autos sitzende Damen wurden beim Sturz auf die Straße geschleudert und erlitten leichtere Verletzungen.
Schweres Unwetter bei Kronstadt in Siebenbürgen. schweres Unwetter ging über der Gegend von Kronstadt (Siebenbürgen) nieder. Ein Blitz schlug in die Kaserne bes Kronstädter Artillerieregiments ein und tötete drei Soldaten. Durch die starken Regengüsse wurden die niedriger gelegenen Stadtteile überschwemmt, und mehrere Straßen mußten geräumt werden.
Giftattentat aus Rache? 53 bei den Bauarbellen im Bahnhof von Trouville beschäftigte Arbeiter sind an Ver- giftungserscheinungen erkrankt. Einer von ihnen, ein Italiener, ist gestorben. Die Erkrankungen sollen auf den Genuß von vergifteten Lebensmitteln zurückzuführen sein. Es heißt, es fei nicht ausgeschlossen, daß ein Arbeiter aus Rache lernen Kameraden das Essen vergiftet habe.
Flugzeugabstürze in Frankreich. Bei Lyon stürzte ein Militärflugzeug ab. Der Pilot fand dabei den Tod. — Ein französisches Postflugzeug, das die Strecke Jndochina— Frankreich bestiegt, geriet südlich von Akyab in einen Wirbelsturm und stürzte in einen Fluß. Die drei Mann der Beiatzung ertranken. Die Postsäcke konnten geborgen werden.
"^residente Gomez" nicht gestrandet. Wie sich herausgestellt hat, ist der deutsche Handelsdampfer „Presidente Go- mez nicht, wie ursprünglich gemeldet, auf Grund geraten, sondern wegen feines großen Tiefganges vor dem Stockholmer Hafen vor Anker gegangen.
Deutsche SegeWge im Sungfraugeblet
Rhön-Rossitten-Gesellschaft auf Montag einer Anregung Prosi
^^"Efurt a. 21t., 10. Juni. Das Forschungsinstitut der Rhon-Rossitten-Gesellschaft auf der Wasserkuppe hat am Montag einer Anregung Professor Georgiis in Frankfurt a. M. folgend, eine Segelflugexpedition nach der Schweiz, entsandt, um dort im Jungfraugebiet im Werner Oberland Alpensluge zu unternehmen. Mit diesem ersten Versuch, auch das Alpengebiet in seinen Kreis zu ziehen, der von Professor Georgii wissenschaftlich vorbereitet worden ist, begibt sich der deutsche Segelflug auf ein neues Gebiet. Der Fllh- rer der Expedition ist Greenhoff, der auch die Segelflüge ausfuhren wird. Das Flugzeug, das er auf feinen Alpen- slugen benutzt und das vom Jungfraujoch, also in einer Hohe, von 3500 Metern angesetzt werden soll, ist der gleiche Fafnir, den er seinerzeit auf dem aufsehenerregenden Flug ^^^^^ostowakei steuerte. Die schweizerifchen Luft- sahrtkrelse haben dem Unternehmen ihre Unterstützung zu-
Die Münchener Brandkatastrophe
München, 10. Juni. Der Brandabteilung der Polizei wurden noch verschiedene Mitteilungen über die vermutliche Entstehungsursache der Brandkatastrophe des Glaspalastes gemacht. Die Polizei prüft die Angaben gegen- wartig nach, scheint aber bei der Ansicht zu verbleiben, daß höchstwahrscheinlich der Brand auf chemische Vorgänge zurückzuführen ist. Dieser Standpunkt soll auch in einem Gutachten des Polizeichemikers vertreten sein. Montagnachmittag wurde mit den Aufräumungsarbeiten begonnen Abends stürzte ein Teil des ragenden Gebälks am Westflügel mit großem Getöse ein.
Die Lenna-Spisnage
Leipzig, 10. Juni. Vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts begann am Dienstag der auf sechs Wochen Dauer berechnete Leuna-Spionage-Prozeß. Angeklagt sind insgesamt neun Personen wegen Verrats militärischer Geheimnisse, darunter der Oekonomieverwalter Felix Amann und her Händler Wilhelm Becker, die früher bereits in Straßburg und im Saargebiet zusammen gearbeitet hatten. Ferner sind zwei Reichswehrangehörige, nämlich Albert zarter und Paul Vollrath, angeklagt. Der Hauptangeklagte ist der Händler Wilhelm Becker, der bereits elfmal wegen Betruges vorbestraft worden ist. Becker hat durch seine Frau, die Büroreinigerin in den Leuna-Werken war, aus )en Patentschränken in den Chef-Büros außer einem Ge- amtplan der Leuna-Werke zahlreiche Patentschriften, chemische Formeln usw. stehlen lassen, die er teils selbst, teils durch den Mitangeklagten Oekonomieverwalter Amann an den französischen Nachrichtendienst verkaufte. Die Uebergabe der Schriften erfolgte entweder in Straßburg oder im Saar- Gebiet. Äußer der Leuna-Spionage unternahm es Becker ruch, von Reichswehrangehörigen geheimzuhaltende Schriftstücke zu erhalten. Die Anklage wird vertreten durch Reichsgerichtsrat Dr. Bauer. Für die Angeklagten find fünf Leipziger Rechtsanwälte als Verteidiger erschienen. Rechtsanwalt von Denn-Rotenfelser vertritt den Nebenkläger, das Ammoniak-Werk Merseburg G. m. b. H., Leuna-Werk.
Bei der Vernehmung des Angeklagten Becker wurde von
ikechtsanwait Dr. Goldstein der Schutz des § 51 Strafgesetz- nich für Becker in Anspruch genommen. Nach dem Gut- ^chten'Weihenfelser Aerzte leide Becker unter psychischen Stö, -".ngen, welche Spätwirkungen eines Geschlechtsleidens oder einer Kriegsverletzung seien.
Nach der Vernehmung sämtlicher Angeklagten zur Perron wird auf Antrag des Vertreters der Reichsanwaltschaft ^ Oeffentlichkeil für die ganze Dauer der Verhandlung aus- ge Äloffen. weil von einer öffentlichen Verhandlung eine Ectshrdung der Staatssicherheit zu befürchten sei. Samt- i-G-n an der Verhandlung beteiligten Personen wird die Schweigepflicht auferlegt.
Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
Die Berliner Effektenbörse setzte am Dienstag mit 1—3 Prozent höheren Kursen ein, wobei Kunstseidenwerte, Elektropapiere und Kaliaktien im Vordergrund des Interesses standen. Nach Erledigung der ersten Aufträge wurde das Geschäft sehr still. Infolgedessen ging ein Teil der anfänglichen Gewinne wieder verloren. Immerhin lagen die Kurse der zweiten Börsenstunde meist über dem Vormittagsschluß. Svenska lagen infolge der internationalen Erholung fester. Die internationale Börsenbesserung kam auch den Kunstseidenw'tzrten zugute, die 2—3 Prozent höher lagen. Am Elektromarkt standen Siemens mit einem anfänglichen Gewinn von 3 Prozent im Vordergrund, doch konnte sich im weiteren Verlauf nur ein Teil des Gewinnes behaupten. Chade waren vorübergehend bis zu 6 Mark gebessert. Farben anfangs etwas fester, später aber wieder nachgebend. Am Schiffahrts- markt waren Hamburg-Süd zum ersten Kurse um 2 Prozent befestigt.
Am Devisenmarkt wurden der Dollar mit 4,2130 und das englische Pfund mit 20,595 amtlich notiert.
Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld blieb mit 5 bis 7 Prozent stärker gesucht. Monätsgeld 5,5—1,75 Prozent, bankgirierte Warenwechsel etwa 5,25 Prozent
Am Privatdiskontmarkt war das Angebot wieder ziemlich stark, die Notierungen unverändert 5 Prozent.
Berliner Produktenbörse.
Hinüber Berliner Produktenbörse vom Dienstag ist die Stimmung wieder schwächer geworden. Die Kauflust der Mühlen hat nachgelassen, und auch das Mehlgeschäft hat sich beruhigt. Die Notierungen gingen am Markt der Zeitgeschäfte für beide Brotgetreidearten um durchschnittlich 2 Mark zurück. Im Handel mit effektiver Ware erlitt Weizen Abschwächungen von etwa 1—2
Mark, Roggen
behaupten.
konnte seinen Preisstand ziemlich Notierungen:
273—275
Futtererbsen
19,00—21,00
196-198
Ackerbohnen
19,00—21,00
Wicken
24,00—26,00
210—226
Lupinen, blaue
15,00—16,50
183—188
Lupinen, gelbe
22.00—27,00
Seradella
—
32,75—38,00
Rapskuchen
—
26,30—28,10
Leinkuchen
13,80—14,00
14,50—14,70
Trockenschnitzel
8,10— 8,20
13,40—13,65
Sojaschrot
12,10—13,20
Weizen märk. Roggen märk. Braugerste Gerste, Futter- Hajer, märk. Mais loko Berlin Weizenmehl Roggenmehl Weizenkleie Rognenkl. |r. Bln.__
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Lieferung Juni 27,15, Juli 27,30. Tendenz: Ruhig.
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An sämtliche Ortspolizeibehörden des Kreises.
Der § 20 der Baupolizeiverordnung vom 2. 9. 1925 ist durch die Polizeiverordnung des ^ertn Regierungspräsidenten in Kassel vom 2. 4. 1929 — Regierungs- amtsblatt E. 87 — unter Hinzufügung folgender Bestimmung ergänzt worden:
„8 Für Abführung der Abgase von Gasfeuer- stätten (Heiz- und Badeöfen, Stromautomaten) sind besondere Schornsteinrohre vorzusehen. Gasschornsteinrohre sind schon an der Ausmündung durch Wahl eines anderen Querschnittes oder durch Anbringung eines Eisens über der Mündung oder bergt entsprechend zu kennzeichnen. Die Gasabzugsrohre sind unverbrennlich herzustellen."
Ich ersuche, die vorhandenen Exemplare der Bau- Polizeiordnung entsprechend zu vervollständigen und
diese Bestimmung zu beachten Hersfeld, den 3. Juni 1931.
Der Landrat
Die Herren Bürgermeister, welche die zum 1. Mai die Feuerschau noch
1931 fällige Niederschrift über nicht vorgelegt haben, werden erinnert.
Frist: 25. 6. 1931.
Hersfeld, den 8. Juni 1931.
an die Einreichung
Der Landrat.
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