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Gegen Gehalts- und Sozialabbau

Protestkundgebung der Beamtenschaft.

Berlin, 28. Mai.

Der Deutsche Beamtenbund veranstaltete gestern abend im Sportpalast eine- Kundgebung, die sich mit den in der Öffentlichkeit auftauchenden Gerüchten über einewei - t e r e Gehaltskürzung befaßte. Bereits nach den ersten Worten des Bundesvorsitzenden Flügel über den Gehaltsabbau setzte unter den Anwesenden ein Sturm der (Entrüstung ein. Als der Vorsitzende dem Reichsfinanzmini­ster für den Vorsatz dankte, auf jeden Fall einen weiteren Ge­haltsabbau zu verhindern, unterbrach ihn minutenlanger Lärm und Pfeifen. Der Referent des Abends, Bundesdirek- tar Lenz, führte in seiner durch Zwischenrufe häufig unter­brochenen Rede u. a. aus, daß die Beamtenschaft es bisher nicht abgelehnt habe, sich entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit an einem Notopfer des gesamten Volkes zu beteiligen. Er betonte aber, daß jeder nach dem Maße seines Einkom­mens dazu beitragen müsse. Eine große Beunruhigung habe der Vorschlag bei den Beamten hervorgerufen, die Kinder­zulage für das erste Kind w e g f a l l e n zu lassen. Eine solche Maßnahme würde gegen das soziale Empfinden ver­stoßen. Die Beamtenschaft werde durch die stete Beunruhi­gung dem politischen Radikalismus in die Arme getrieben. Die Beamtenschaft spreche sich für eine Hilfe der Arbeitslosen und für die Erhaltung bet sozialen Errungenschaften aus und fordere solidarische Opferbereitschaft des ganzen Volkes.

Mmönie» WMänftg?

Eine Erklärung des rumänischen Ministerpräsidenten.

Bukarest, 27. Mai.

Amtlich wird zu den verschiedenen Nachrichten über die Abhängigkeit der rumänischen Politik von gewissen West­mächten u. o. erklärt: Rumänien hat es unter allen seinen Regierungen verstanden, die Würde und das.Ansehen eines souveränen Staates zu wahren. Die gegenwärtige Regierung, duldet es keineswegs, als weniger empfindlich als frühere Regierungen angesehen zu werden, wenn es sich um das nationale Ehrgefühl und um das Bewußtsein der Unabhängigkeit handelt. Weder in Bukarest noch in Gens ist irgendeins der grundlegenden Jrüeressen des Landes preisgegeben oder in Gefahr gebracht worden.

Rumäniens Handlungsfreiheit bleibt nach wie vor in vollem Umfange erhallen, und die rumänische Regierung wird sich in allen Fragen wirtschaftlicher Art bemühen, ent­weder auf Grund einer Allgemeinvereinbarung oder durch den eventuellen Abschluß zweiseitiger Vereinbarungen du für Rumäniens Agrarinteressen günstigste Lösung zu finden.

Die Erklärung des rumänischen Ministerpräsidenten ist zweifellos erfolgt, um die Wiederaufnahme der deutsch­rumänischen Handelsvertragsverhandlungen zu erleichtern. Die brüske Absage der bereits festgesetzten Verhandlungen in der Woche vor den Genfer Beratungen hat mindestens den Eindruck aufkommen lassen, daß Rumänien nicht ganz freiwillig, gehandelt hatte. Es versuchte dann sehr bald, neue Verhandlungen mit Deutschland einzuleiten, doch hatte es in diesem Falle Deutschland nicht allzu eilig. Deutschland wird ab märten welche Vorschläge Rumänien fürdle, Wiederauf­nahme der Verhandlungen zu machen gedenkt.

Briand bleibt

- Paris, 28. Mai.

Außenminister Briand hat, wie erwartet, im Minister- rat am Mittwoch auf die dringenden Vorstellungen seiner Ministerkollegen seine Demission zurückgenommen und sich bereit erklärt, vor dem Parlament die in Genf getroffenen Beschlüsse darzulegen und zu vertreten.

Ueber den unter Doumergues Vorsitz abgehaltenen Mi­nisterrat wird folgendes amtliche Communique ausgegeben: Außenminister Briand erstattete Bericht über die Verhand­lungen der europäischen Studienkommission und des Völker­bundsrates in Genf. Der Ministerrat billigte einmütig die Haltung der französischen Delegierten ■ Ministerpräsident Laval ersuchte alsdann im Namen der gesamten Regierung den Außenminister, auf seinem Posten die Friedens- und Sicherheitspolitik, wie sie bisher mit mehrfach erneuter Billi­gung des Parlaments betrieben worden sei, fortzusetzen Briand dankte seinen Kollegen für diesen Solidaritätsbeweis und erklärte sich damit einverstanden, vor das Parlament zu treten, um die in Genf getroffenen Beschlüsse darzu­legen und zu vertreten. Unterstaatssekretär Francois P o n c e t berichtete über die Maßnahme, die von der euro­päischen Studienkommission für das Studium und die Ver­wirklichung der französischen vom Genfer Organismus in Erwägung gezogenen Anregungen ins Auge gefaßt worden sind. Finanzminister Flandin gab einen Ueberblick über die finanzielle Lage in Europa.

Damit bestätigt sich, was seit langem Auffassung in weitesten politischen Kreisen war, daß nämlich Briands Rücktrittsgesuch eine Demonstration darstellte, um seine durch die Niederlage bei der Präsidentenwahl in den Hinter­grund getretene Person wieder stärker in den Vordergrund zu stellen. Die Begrü 'düng, die Laval für das Ersuchen des Ministerrates zur Weiterführung der außenpolitischen Geschäfte durch Briand gab, zeigt weiter, in welcher Weise Frankreich es ' ersteht, die politische öffentliche Meinung zu beeinflusse»

Der Erki ^ Laoals von Briands Friedens- und Sicherheilspoliti.. sollte man deshalb die Kundgebung des amerikanischen L.natoren Borah entgegenstellen, die sich unverkennbar gegen die Machtpolitik Frankreichs richtet.

Mit ZulaannenNähe

Kommunistische Streikhehe. — Bisher drei Tote.

San Sebastian, 28. Mai.

Eine große Anzahl Kommunisten veranstaltete eine Kundgebung, um die Arbeitswilligen zu verhindern, die Ar­beit wiederaufzunehmen. Sie zwangen die Arbeiter, die nach den Arbeitstakten fuhren, die Straßenbahn zu verlassen. Alle Beförderungsmittel wurden lahmgelegt. Die Behörven verhängten den Belagerungszustand, und die Truppen be­setzten einige Punkte der Stadt. Um 11 Uhr vormittags kam es zu Zusammenstößen zwischen den Truppen und den Streikenden. Bisher sind drei Tote und mehrere Verletzte gemeldet.

„Friedenftörende" Friedensvertröge

Sensationelle Kritik des Senators Borah an Europas „Friedenspolitik".

Rew Pork, 28. Mai.

Senator Borah äußerte sich im Rundfunk in einer vor der New Parker Presse stark beachteten Rede über die Aus sichten der Weltabrüstungskonferenz. Er hob dabei hervor daß Amerika stark an der Abrüstung interessiert sei unk daher den Erfolg der Konferenz im Jahre 1932 erhoffe. Du Mitglieder der Abrüstungskonferenz würden sich wahrschein, lich auf irgendein Studienprogramm oder ein sonstiges Pw piermanöoer einigen, wie sie der Völkerbund der Welt schor seit zwölf Jahren gegeben habe.

Die heutige Ordnung Europas beruhe aus den foge nannten Friedensverträgen und infolgedessen auf militä rischer Stärke; denn jene Verträge seien nur durch dies« aufrechtzuerhalten. Richt einmal eine Zolltarifvereinbarunc :önne zwischen Rationen abgeschlossen werden, ohne daß ie als eine Herausforderung gegen den Frieden von Ver- ailles angesehen würde. Solange aber jedes Recht einet Revision des Versailler Vertrages aus friedlichem Wege abge- ehnt würde, solange erwarte er keine Landabrüstung in Europa.

Ferner sei eine Landabrüstung nicht zu erwarten, so­lange die Lage in Rußland unverändert bleibe. Du Abrüstung hänge großen Teils, wenn nicht völlig davon ab. was in Europa zur Lösung dieser ausschließlich europäischen Frage geschehen könne. Europa habe heute eine weil schwerere Rüstung als vor Beginn des Weltkrieges; dabei wäre die Rüstungserhöhung unter Bedingungen vor sich gegangen, die günstiger gewesen wären, als sie die nächste Zukunft zu bieten scheine.

Mit anderen Worten, die Spannung wegen der soge­nannten Verträge nehme in Europa Jahr für Jahr zu und stehe einer wirklichen Abrüstung im Wege, hieraus ergebe sich eine Stimmung, die das genaue Gegenteil für den Er­folg eines Abrüstungsprogramms fei. Seiner Ansicht nach, fuhr Borah fort, sei daher eine Abrüstung nicht zu erwarten, solange keine friedliche Methode für die Revision der Frie­densverträge gefunden sei.

Borah trat dann für eine Anbahnung russisch-amerika­nischer Wirtschaftsbeziehungen mit Kreditgewährung nach dem Vorbilds Deutschlands und anderer Länder ein, da Amerika durch feine Weigerung, die Tatsachen anzuerken- nen und auf Grund dieser Tatsachen zu handeln, nichts ge­winne, und Rußland sei eine der mächtigsten Tatsachen auf internationalem Gebiete.

Aus der Heimat.

HerSfeld. (Wie wird das Wetter?) Infolge des fortgesetzten Luftdruckfalls und der sehr starken Er­hitzung über dem europäischen Festlande bei gleichzeitiger Konzentration hohen Druckes und kalter Lustmassen bei Island—Grönland dürfte die bestehende Hitzeperiode ihrem baldigen Ende entgegengehen. Zunächst kann jedoch nech bei überwiegender Luftzufuhr aus Ost mit der Fortdauer schwüler und teilweise auch aufheiternder Witterung gerechnet werden, wobei örtliche Gewitter­bildungen wahrscheinlich sind. — Vorhersage bis Freitag Abend: Nach zunehmender Gewittertätigkeit beginnende Abkühluno.

Hersfeld. Nach dem Bericht der Landjägerei für April wurden u. a. folgende Anzeigen erstattet: 6 wegen Diebstahls, 9 wegen groben Unfugs, 10 betr. Verkehr mit Fahrrädern (Fahren ohne Licht), 12 betr. Verkehr mit Kraftfahrzeugen, 9 aufgrund des Feld- und Forst­polizeigesetzes (Hecken-Abbrennen). In 38 Fällen wurde verwarnt.

Hersfeld. Im Verlauf von Familien- st r e i t i g k e i t e n , die gestern Abend zwischen Vater und Sohn in einer Familie in der Dreienbergerstraße entstanden, gab der Vater auf seinen Sohn mehrere Revolverschüsse ab, welche denselben am Daumen und an der linken Brustseite verletzten. Der Verletzte wurde dem Krankenhaus zugeführt.

Hersfeld. „Die m o d e r n e H e i ß l u f t k ü ch e" hieß das Thema, worüber Herr Herm. Jordan, Braun­schweig, gestern im Saale des „Hotels zum Stern" einen gut besuchten Vmtrag hielt, um -dem Bedürfnis der Hausfrau nach Aufklärung entgegenzukommen. Der Redner aing davon aus, daß es kein Raum so deutlich zeige wie die Küche, ob die Hausfrau praktischen Sinn habe und sparsam zu wirtschaften verstehe. Als die rechte Feuerstätte gehöre der moderne Heißluftherd, der für die gleichzeitige praktische Vorführung von der Firma Mabag, Nordhausen a. Harz zur Verfügung gestellt war, in die Küche. Die dem Herde anver- trauten Speisen und der eingestellte Kuchen wurden fertig, ohne daß es der Aufsicht bedurft hätte. Der Heißluft­herd verlange wenig Wartung, sauber sei die Arbeitsweise. Der Redner zeigt dann im einzelnen, wie gekocht, ge­braten und gebacken wird Es wäre bei dem Heißluft- herd von entscheidender Bedeutung, daß die Speisen in Heißluft und im eigenen Saft gargemacht würden. Die am Schluß gereichten Kostproben waren schnell verteilt und hatten, was die Hauptsache war, wirklich gut geschmeckt.

' Kassel. Der bekannte Kasseler Arzt Dr. Lewin wurde gestern Abend von einem Auto überfahren und nicht unerheblich verletzt. Der Arzt überschritt in der Hohenzollernstraße den Fahrdamm vor den Universum- Lichtspielen, als ein von einer Dame gesteuerter Kraft­wagen ohne Signal aus der Viktoriastraße einbog, noch schnell die Straßenbahn umfuhr und ihn ihm Rücken faßte. Dr. Lewin brach zusammen und blieb bewußt­los liegen. Nach Anlegung eines Verbandes wurde er in seine Wohnung geschafft. Nach den Aussagen der Allgenzeugen soll die Schuld bei der unvorsichtigen Autofahrerin liegen.

Von der Wasserkuppe. Der Deutsche Lustfahrt- Verband hatte auch in diesen: Jahre zu Pfingsten seine Jungflieger zum 2. Deutschen Jungfliegertreffen und Modellwettbewerb für Segelflugzeugmodelle aus der Wasserkuppe zusammengerusen. Trotz der Zeitnöte

waren 470 Jungflieger aus allen Teilen des Reiches diesem Rufe gefolgt. Eingeleitet wurde das Treffen durch einen Fackelzug nach dem Fliegerdenkmal, wo eine Heldengedächtnisseier stattfand. Der 1. Vorsitzende des VDL., Staatsminister a. D. DominicuS, hielt an die deutschen Jungflieger eine ergreifende Gedenkrede, die in einem Hoch auf daS deutsche Vaterland aus- Hang. Am Sonntag vormittag stellten sich die Jung­flieger mit 227 Modellen dem Starter. Wenn auch der Wind von 8 bis 10 Sekundenmeter zunächst wenig günstig war und den Bewerbern gerade am Aus- tragungstage schwere Aufgaben beim Entrimmen der Modelle stellte, wurden doch die Leistungen des Vor­jahres erreicht.

Mittelrode bei Fulda. Am 2. Pfingsttag abend kam es in einer hiesigen Gartenwirtschaft zu einer wüsten Schlägerei und Messerstecherei zwischen etwa 30 Mittel- und Oberoder Burschen. Als Verteidigungs- mittel dienten nicht nur Messer, sondern auch die Notenständer der Musikanten. Verschiedene Beteiligte find erheblich verletzt worden, es mußte noch nachts ärztliche Hilfe herangezogen werden.

Elgershausen. Auf der abschüssigen Dorsstraße verlor eine auf einem Ausflug befindliche 19jährige Radfahrerin infolge Versagens der Rücktrittbremse die Herrschaft über ihr Rad und sauste mit voller Kraft gegen das Bachgeländer, in hohem Bogen im Bach landend. Sie erlitt außer einer Gehirnerschütterung einen Bruch des rechten Oberschenkels und eine böse Verletzung des linken Kniegelenkes und mußte in das Rote-Kreuz-Krankenhaus eingeliesert werden.

Frankfurt a M. In der Nacht vom Sonnabend zum Pfingstsonntag haben sich in der Rotlendstraße die 20jährige Hausangestellte Maria K. und ihr Geliebter Hermann B. aus Mühlheim mit Gas vergistet. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Das Motiv ist Liebeskummer. Die Maria K. war verlobt und konnte ihren Freund Hermann B. nicht heiraten, weil er eben­falls verlobt war und von seinem Mädchen nicht frei« kam. Vor der Tat hat das Mädchen in zwei aussühr- lichen Abschiedsbriefen von den Angehörigen Abschied genommen.

Marburg Die drückende Hitze der letzten Tage löste Dienstag abend ein schweres Gewitter aus, das mit starkem Hagelschlag verbunden war. Die einzelnen Körner hatten die Größe eines Taubeneies. Besonders hatte der neue Stadtteil Ockershausen unter dem Ge­witter zu leiden. Das Wasser floß von den Bergen derartig rasch zusammen, daß die Kanalanlage im Augenblick verstopft war. Die Straßen glichen einem reißenden Bach, so daß die Bewohner gezwungen waren, ihr Vieh aus den Ställen in Sicherheit zu bringen und Eingänge und Kellersenster verbarrikadieren mußten. Die Gärten wurden überschwemmt und die im Bau befindliche Wasserleitung schwer gefährdet. Der ange­richtete Schaden ist beträchtlich.

Corbach. . DienML nadfmrttag gegen 4 Uhr ging zwischen Corbach und Volkmarsen ein schweres Gewitter mit wolkenbrftchartigen Niederschlägen nieder. Der Bahnhofsdamm war nach kurzer Zeit unterspült, so daß die Züge nicht unwesentliche Verspätungen hatten, Die Felder sind zum Teil verwüstet. Zum kleineren Teil überschwemmt. In der Nähe des Bahnhofs sind Felder und Wiesen mit dem weggespülten Lehm vom Bahnhofsdamm bedeckt. Auch auf der Landstraße haben Schlamm und Lehm ihre Spuren hinterlassen.

Kultursrage« unter Dem Spargesetz

Frankfurt a. M., 28. Mai.

Unter sehr starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche hält zur Zeit der Deutsche Lehrerverein seine dies­jährige Hauptversammlung ab. Am Mittwoch fand im Hip­podrom eine machtvolle Kundgebung des Lehrerstandes statt, Der auch der preußische Kultusminister Grimme bei- wohnte. Er hielt eine längere Rede, in der er erklärte, daß er es lieber gesehen hätte, wenn diese Tagung nicht mitten hinein in die^Zeit besonders starker Beunruhigung nach dem Erlaß von Sparmaßnahmen fiele. Aber es sei sehr gut, sich einmal gemeinsam darauf zu besinnen, daß sich das sach­liche Spannungsverhältnis zwischen den Forderungen der Organisation und dem fiskalischen Muß der Regierungen unter gar keinen Umständen verlagern dürfe auf die per­sönlichen Gespanntheiten. Die Verantwortung für die Zu­kunft der Jugend trage nicht nur die Lehrerschaft, sondern auch die Regierung. Heute viel mehr denn früher sei jeder, der sich dem Staate vrpflichtet fühle, hineinaestellt in dieses Spannungsfeld von Idee und Geld, von Erfordernissen der Pädagogik und Rücksichtnahme auf die Verknappung der öffentlichen Mittel. Heute erweise derjenige der Pädagogik den schlechtesten Gefallen, der nicht in seinem Wirkungs­kreis nach Sparmaßnahmen suche. Darum sei gerade dem, der die Kultur wolle, oberstes Gebot der Stunde, daß er dem Staat helfe, über seine Not hinwegzukommen.

Ein Sowjet-Unterseebot gesunken

Moskau, 27. Mai. Das zur Baltischen Flotte gehörende Unterseeboot „9" ist am Freitag beim Uebung stauchen im Finnischen Meerbusen aus noch nicht bekannter Ursache nicht wieder an die Oberfläche des Wassers gekom­men. Ein anderes dort manövrierendes Sowjetunterseeboot meldete das Unglück. Zwei Flugzeuge, die an Ort und Stelle gesandt wurden, stellten Oelflecke auf dem Wasser fest. Hilfsschiffe versuchen, das Unterseeboot zu heben, doch gestalten sich die Rettungsmaßnahmen sehr schwierig, da die Tiefe des Wassers an der Unglücksstelle 80 bis 100 Meter beträgt.

Absturz einer neuen Flugzeug-Type - 4 Tote

Chicago, 27. Mai. Ein Flugzeug, das einer hiesigen Tageszeitung gehört und gewisse technische Neuerungen auf« weist, — es ist mit zwei Propellern ausgestattet, von denen einer vorn und der andere an dem stark verkürzten Hinter- gestell angebracht ist — stürzte beim Versuch, einen 2000- Kilometer-Rekord mit einer Belastung von 1000 Kilogramm zu überbieten, über der Stadt ab, wobei sämtliche vier Insassen getötet wurden. -