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GplkrMnode und Kirchenvertrag Z^hrheit des kirchensenats für das Abkommen.

jr Berlin, 21. April.

/ Die preußische Generalsynode trat zu ihrer mit Span­nung erwarteten außerordentlichen Tagung zusammen, um die endgültige Entscheidung über den Kirchenvertrag mit dem preußischen Staat zu fällen.

Die erste öffentliche Sitzung im Plenarsaal des Reichs- wirtschaftsrates wurde von dem Präsidenten D. W i n ck l e r mit einer programmatischen Rede eröffnet. Der Redner entwickelte in kurzen Zügen die Geschichte des Kirchenvertrages, wie sie nunmehr ihren Abschluß gefunden habe in der Vortage, die der Kirchensenat der Generalsy­node zur Beschlußfassung unterbreite. Nunmehr sei das Ende der Verhandlungen erreicht, aber trotzdem habe der Kirchensenat sich nicht entschließen können, von dieser Voll­macht Gebrauch zu machen und die Verantwortung für den Abschluß des Vertrages allein zu übernehmen; denn in dem entscheidenden Punkte der politischen Klausel hätten die Verhandlungen zu einem Ergebnis geführt, das mit der Stellungnahme der letzten Generalsynode nicht voll über- einftimme. Deshalb habe der Kirchensenat einstimmig be­schlossen, die Generalsynode um ihre Entscheidung anzurufen.

Nach eingehender und gewissenhafter Prüfung sei er aber in seiner Mehrheit zu dem Ergebnis gekommen, daß die Vorteile des Vertrages die Nachteile überwiegen.

Die Generalsynode überwies darauf die Vorlage des Kirchenfenates an den Verfassungsausschuß, der vertraulich berät.

vberbiirgermeifter Sah» vereidigt

3m Geiste verantwortungsbewußter Selbstverwaltung."

Berlin, 20. April.

Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg, Dr Maier, nahm die Vereidigung des neuen Berliner Ober­bürgermeisters Dr. Sahm vor und richtete anschließend an ihn eine Ansprache, in der er betonte, daß die Skaaksregie- rung das Vertrauen habe, daß Oberbürgermeister Dr. Sahm den Geist echter Selbstverwaltung in seinem neuen Tätig­keitsgebiet wachhalten und beleben werde. Der Oberbürger­meister dankte dem Oberpräsidenten und versicherte, daß ei sein Amt im Geiste verantwortungsbewußter Selbstverwal­tung führen wolle.

. Nach seiner Vereidigung durch den Oberpräsidenten bet Provinz Brandenburg begab sich der neue Oberbürgermeister Berlins Dr. h. c. Sahm nach dem Rathaus, wo er dem Bürgermeister Scholtz und dem Stadtverordnetenvorsteher Haß einen kurzen Besuch abstattete. Dann begab er sich in sein Amtszimmer, wo er die Magistratsmitglieder vereidigte Abwesend waren der neue Kämmerer Asch, bei dem infolge eines Qrrtumsr bie Bestätigungsurkunde auf den 21. April ausgestellt ist, so daß er erst an diesem Tage vereidigt wer­den kanir. Nachmittags fand eine außerordentliche Ma­gistratssitzung statt, bei der Bürgermeister Scholtz in einer kurzen Ansprache den neuen Oberbürgermeister begrüßte.

SenatsprWemWitzner versetzt -

Berlin, 21. April.

Das Präsidium des preußischen Oberverwaltungsge- richts hat den durch feine Angriffe gegen Minister Grzesin- ski und seinen Uebertritt zur Nationalsozialistischen Partei bekanntgewordenen Senatspräsidenten Grützner von , der Leitung des höchsten Disziplinarsenats für die preußischen Kommunalbeamten abberufen. An seiner Stelle soll der neuernante Senatspräsident von Kries, ein Bruder des deutschnationalen Landtagsabgeordneten, den Disziplinar senat übernehmen. Senatspräsident Grützner wird die Lei­tung eines Steuersenats übertragen werden.

Prevrlauer Msrd-Aolitische Motive?

Berlin, 21. April.

Die Vernehmung der beiden Mörder des Strafanstalls- oberwachtmeister Neubauer in Prenzlau hat noch zu keiner Klärung des Tatbestandes geführt. Patocki bleibt bei feiner Darstellung, daß der Plan der Mordtat und die Ausführung allein bei Pilgram gelegen habe. Ermittlungen werden auch wegen einer Behauptung des Pilgram, daß er mit der Kom­munistischen Partei in Verbindung gestanden habe und der Mord gewissermaßen auf Anraten der KPD. erfolgt sei, an- gestellt. Es konnte bis jetzt lediglich festgestellt werden, daß Pilgram mit noch unbekannten Personen, die nicht Insassen des Gefängnisses waren, verkehrte, wozu ihm seine Stel­lung als Kalfaktor die Möglichkeit gab.

Haussuchung beimFrlederieus"

Ein Meininger in die Angelegenheit verwickelt.

Berlin, 21. April.,

In der Redaktion desFriedericus" wurde eine Haus­suchung vorgenommen, bei der es sich darum handelte, festzu­stellen,' ob derAufruf der Volksbeauftragten", wegen dem bekanntlich das Flugblatt des Stahlhelms verboten wurde, im Büro des Herausgebers Holtz niedergelegt oder ob Holtz im Besitz des nationalsozialistischen Flugblattes sei, das bei den sächsischen Landtagswahlen 1930 Herausoegeben worden war und den als gefälscht bezeichneten Aufruf enthielt. Der Herausgeber desFriedericus", Holtz, erklärte bei feiner Vernehmung im Polizeipräsidium, er habe vor einiger Zeit von dem in Meiningen wohnenden nationalsozialisti­schen Agitator B ech e r ein Plakat erhalten, vor dem unten ein Stück fehlte. Dieser Aufruf sei von Becher als das Ori­ginalflugblatt aus dem November 1918 bezeichnet worden. Becher sei damals hilfsweise im Auswärtigen Amt beschäftigt gewesen und habe jenen Aufruf von Matrosen erhalten. Holtz erklärte weiter, er könne unter Beweis stellen, daß der Aufruf, wie er vom Stahlhelm veröffentlicht sei, im Novem­ber 1918 nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Teilen des Reiches verbreitet worden sei und daß dieser Aufruf die Unterschrift der Volksbeauftragten getragen habe.

Aus der Heimat.

* Der Hauptgewinn der Preußischen Klassen- lotter e fiel am ersten Tag der Ziehung der 1. Klasse mit 100 000 Mark auf die Nr. 219 196.'

Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Ueber Europa wird dieLustdruckverteilung immer gleichförmiger, sodaß die Ausbildung einzelner kleinerer Teilstörungen begünstigt wird. Diese rufen wiederum lokale Nieder- schläge hervor, teilweise gewittriger Natur. Da die Temperaturen trotz zu erwartendem Anstiegs verhältnis­mäßig niedrig liegen, bleiben diese Erscheinungen nur schwach. Vorhersage bis Mittwoch Abend: Im wesentlichen Fortdauer des bestehenden Witterungs- charakters. ,

Hersfeld. Auf der in Hanau stattgefundenen Tagung des Kurhessischen Kriegerbundes wurde beschlossen, daß der nächstjährige Abgeordnetentag in H e r s f e l d stattfinden soll.

Hersfeld. Karl S e e l i g , Sohn des Herrn Valentin Seelig, hat an der Höheren Deutschen-Fack- schule für Elektriker und Installateure in Aue (Sachsen) die Aufnahme-Prüfung mit gutem Erfolge bestanden. Seelig war mehrere Semester Schüler der Oberklaffe der hiesigen städt. gewerbl. Berufsschule.

Kassel. Von der Pressestelle der Regierung wird mitgeteilt: Vor einigen Tagen ging durch die hiesige Presse die Nachricht, daß auf dem Gute Kreffembrunnen bei Grebenstein ein landwirtschaftlicher Arbeiter infolge der Einwirkung von Kunstdüngergasen plötzlich gestorben sei. Nach den amtlichen Ermittlungen handelt es sich um einen 26jährigen Tagelöhner, der bereits über ein Jahr an Kopfschmerzen gelitten hatte und am 5. April im Landeskrankenhaus an Gehirntumer gestorben ist. Auch die Obduktion hat diese Angabe bestätigt. Eine Einwirkung von Kunstdüngergasen kommt garnicht in Frage.

Grotzalmerode Sonnabendmorgen ereignete sich an der Baustelle der Nordstraße in der Kuhheide ein bedauerlicher Unglücksfall. Als der Arbeiter Meister mit Abtragen von Steinen beschäftigt war, rutschte er aus und fiel auf den Hinterkopf, was wohl eine schwere Hirnerschütterung zur Folge haben mußte, denn nach wenigen. Augenblicken trat der Tod ein.

Gelnhausen. Als morgens der 17jährige Schreiner­lehrling Anton Amberg aus Pfaffenhausen an der Kreissäge arbeitete, riß sich ein Holzsplitter los, der mit solcher Wucht gegen das Gesicht des jungen Menschen flog, daß die Spitze des Splitters Nase und Auge er­heblich verletzte und hinter der Stirnhöhle ins Gehirn eindrang. Trotz sofortiger Operation gelang es nicht, den jungen Mann zu retten. Er starb kurz danach unter qualvollen Schmerzen im Gelnhäuser Krankenhaus.

Frankfurt a. M. Am Sonnabend vormittag jjegen 10 Uhr drangen drei jungen Burschen, von denen einer maskiert war, mit vorgehattenem Revolver in die Wohnung des Direktors Riefstahl von der Gold- und Silberscheideanstalt ein. Sie hatten durch das Dienst­mädchen Einlaß gefunden, nachdem sie angegeben hatten, sie hätten einen Carton abzugeben. Die Räuber fielen über das Dienstmädchen her, banden es an einen Stuhl und knebelten es, dann drangen die Burschen in die oberen Räume des Hauses ein, wo sie die Frau des Direktors sowie eine zufällig anwesende Masseuse fesselten und knebelten. Zwei der Räuber standen dann Wache, während der dritte Räuber die Räume durchwühlte. Es fiel ihnen nur eine Vorstecknadel und sonstige kleinere Schmuckstücke sowie ein Reisepaß mit dem Namen Karl Riesstahl in die Hände. Nachdem die Räuber sich etwa 45 Minuten in dem Hause aufgehalten hatten, suchten sie mit einem Auto, das sie selbst mitgebracht hatten, das Weite Die Kriminalpolizei hat mit einem großen Be­amtenapparat die Verfolgung der Täter ausgenommen. Vorläufig fehlt jedoch noch jede Spur von ihnen. Die Kriminalpolizei besitzt allerdings ziemlich genaue Be­schreibungen der Räuber.

Gudensbe g. Zu der vor einigen Tagen ge­meldeten fahrlässigen Tötung des Melkers Heinz Althen durch den landwirtschaftlichen Arbeiter Erich Diessen aus Großenhain bei Dresden wird mitgeteilt, daß die Annahme einer fahrlässigen Tötung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Inzwischen hat sich ein weiterer Zeuge gemeldet, der bekundet, daß Diessen sich im Januar geäußert haben soll, er wolle sich dafür rächen, daß er, der Täter, vom Landwirt Andreas entlasten und an seine Stelle der erschossene Allsten eingestellt worden sei. Die Untersuchungen stehen deshalb auf dem Standpunkt, daß keine fahrlässige Tötung vorliegt, sondern daß Diessen aus Vorsatz gehandelt habe.

Göttingen. Montag morgen gegen 5 Uhr brach in einem Hause in der Lange Geismar-Straße ein Feuer aus, das sich schnell ausbreiten konnte. Als die Feuerwehr anrückte, war es bereits unmöglich eine im zweiten Stock des Hauses eingeschlossene Frau zu retten. Sie kam in den Flammen um. Bei den Rettungsver­suchen brach ein Feuerwehrmann durch das Dach eines einstöckigen Nebengebäudes und erlitt schwereVerletzungen, die seine Einlieferung in die Klinik nötig machten. Das Feuer griff auf das Haus der Schlächterei Exter über und fand an den dort lagernden Fettbeständen reiche i Nahrung. Erst nach mehrstündiger Arbeit gelang es der Feuerwehr, den Brand zu löschen und die völlig ' verkohlte Leiche der Frau zu bergen. 1

Dillenburg. Einen furchtbaren Tod erlitt im be­nachbarten Frohnhausen die 63 Jahre alte Ehefrau der Landwirts Hardt. Die Frau wollte, nur notdürftig bekleidet, in der Küche Feuer anrichten. Sie kam dem hell brennenden Holzfeuer zu nahe und wurde von den Flammen erfaßt. Im Nu glich die Frau einer Feuer­säule. Am ganzen Körper erlitt die Bedauernswerte derart schwere Brandwunden, daß der Tod kurze Zeit nach Einlieferung ins Dillenburger Krankenhaus eintrat.

Eisenach. Der Bruder des einen der beiden Wilderer, die am Sonnabend vormittag im Walde in der Nähe des Vachaer Steines von einem Förster überrascht und in der Notwehr erschossen wurden, ist bald nach seiner Flucht in einer Gastwirtschaft in Eisenach verhaftet und dem Gerichlsgesängnis zugeführt worden.

Erfurt. Bäckermeister Albert Rost war bei einem Wirtshausstreit in Erfurt von zwei jungen Leuten niedergeboxt worden. Er mußte bewußtlos ins Kranken­haus eingeliefert werden und ist dort gestorben.

Turnen, Sport n. Spiel.

Aus der D. T.

Borturnerstunde des Turnbezirk Hersfeld.

Reges Leben herrschte am vergangenen Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins Hersfeld. Mehr als 60 Turner und 30 Turnerinnen hatten sich zur Früh- jahrsvorturnerstunde, die unter Leitung des Bezirks- turnwarts Heinrich Schade stattfand, eingefunden.

Bezirksoertreter Lehrer Heddrich eröffnete die Turn­stunde mit einer Begrüßung der Turner u. Turnerinnen wobei er seiner Freude über den starken Besuch Ausdruck verlieh.

Es wurden zunächst die Allgem. Freiübungen für das Bezirksturnfest am 14. Juni in Heenes geturnt, die auch für das Gauturnfest am 9. Aug. 31 in Bebra vorgesehen sind. Es galt also hier, vorbereitende Arbeit für das Gauturnfest zu leisten. Ebenso wurden bie sich hieran anschließenden Geräteübungen geturnt, die eben- falls für die beiden Feste bestimmt sind. Die gute Haltung der Turner und ihre zum Teil vorzüglichen Leistungen legen Zeugnis davon ab, daß in den einzelnen Vereinen das Geräteturnen eifrig gepflegt und gefördert wird.

Die Freiübungen der Turnerinnen und die nach­folgenden Volkstänze, die unter Leitung von Fräulein Ratonde ausgeführt wurden, boten ein schönes Bild turnerischer Fertigkeit auf diesem Gebiete.

Im kl. Saal des Turnvereins tagten gleichzeitig die Vereinsspielwarte unter Vorsitz des Bezirksspielwarts Lehrer Bergener, Eitra und die Gaujugendwarte, die vom Gaujugendwart Lehrer Holl, Bebra zusammen ge­rufen waren.

-Die Besprechung der Jugendwarte eröffnete der Gauvertreter Fernau mit einer kl. Ansprache, in welcher er darauf hinwies, daß die Jugend nicht nur zum Turnen und Spiel sondern vornehmlich auch zu öfteren Wanderungen angehalten werden müsse, wofür sich jetzt bei Beginn der wärmeren Jahreszeit die schönste Ge­legenheit böte. Er schlug zunächst eine Himmelfahrt?- wunderung nach der Jugendwanderherberge auf dem Knüll vor. Diese und andere Anregungen fanden leb­hafte Zustimmung.

Gaujugendwart Holl entwickelte in längeren Aus­führungen seine Pläne auch in der Beziehung, wie die Turnerjugend geistig zu erfassen sei, er machte geeignete Vorschläge, wie die Himmelfahrtswanderung ausgestaltet werden solle. Er schlug dann weiter vor, im Herbst eine Wanderung nach dem Alheimer bei Rotenburg auszuführen.

Reiche Arbeit ist an diesem Tage für die Turnsache geleistet worden, möge sie den Turnvereinen zum Segen gereichen. hm.

Deutschlands Fußball-Llf gegen Holland ist jetzt wie folgt aufgestellt worden: Kreß (Frankfurt a. M-); Schröder (Köln), Weber (Kaffel); Kauer (Berlin), Münzenbero (Aachen), Knöpfte (Frankfurt a. M.); Albrecht (Düsseldorf). Lachner (München), Schlösser (Dresden), Hofmann (Dres­den), Müller (Dresden). Ersatzspieler sind: Pesch (Düssel­dorf), Emmerich (Berlin), Stoffel (Dresden) und Sacken- heim (Dresden). Das Spiel findet am kommenden Sonntag im Amsterdamer Stadion statt.

Das Olympia-Prüfungsschwimmen in Leipzig hat er­geben, daß guter und verbesserungsfähiger Schwimmernach­wuchs vorhanden ist. Ergebnisse: 400 Meter Crawl 1. Balk- Nürnberg (5 :10). 200-Meter-Brustschwimmen für Damen: Wunder-Leipzig (3 :16,4). 100 Meter Rücken 1. Deutsch- Breslau (1 :13,3). Kunstspringen 1» Riebschläger-Zeitz (129,88 P.). 100 Meter Crawl 1. Haß-Köln (1 :1,2). 200 Meter Brust 1. Schwarz-Göppingen (2 : 50,4). 100 Meter Crawl für Damen 1. Küppers-Oberhausen (1 :14).

3m Großen Straßenpreis von Bielefeld (186 Kilome­ter) feierte Walt. Hoffmann (Berlin) trotz eines Sturzes 10 Kilometer vor dem Ziel in 5 : 29 : 00 einen neuen Erfolg.

3m Preis der Nationen auf der Pariser Buffalobahn konnte von den deutschen Teilnehmern Möller. Steffes und Frankenstein nur der letztere durch einen Sieg im Punkte- fahren hervortreten, so daß es für Deutschland in der Ge- samtwertung nur zum dritten Platz hinter Belgien und Frankreich vor Italien reichte.

Holland schlug Belgier. im Hockey nur knapp mit 1 :0. Das Spiel fand in Amsterdam statt.