Zum Tode Hermann Müllers
Beileidstelegramme Hindenburgs und Curtius'.
Berlin, 22. März.
Der Reichspräsident hat an die Witwe des Reichskanzlers a. D. Hermann Müller nachfolgenden Handschreiben gerichtet:
„Sehr geehrte gnädige Frau!
Die Nachricht von dem Tode Ihres Herrn Gemahls hat mich tief betrübt, und ich bitte Sie und Ihre Töchter, zu dem schweren Verlust, der Sie betroffen hat, den Ausdruck meines herzlichen Beileids entgegenzunehmen. Ich werde dem Verstorbenen dessen lauteres Wollen und dessen treffliche Charaktereigenschaften ich hoch geschätzt und dessen Mitarbeit zur Ueberbrückung der politischen Gegensätze ich stets gewürdigt habe, ein treues Gedenken bewahren.
Mit der Versicherung meiner aufrichtigen Anteilnahme und meiner ausgezeichneten Hochachtung verbleibe ich Ihr ergebener gez. von Hindenburg."
Auch Reichsaußenminister Dr. Curtius sandte der Gattin des Verstorbenen nachstehendes Beileidstelegramm:
„Tieferschüttert durch die Nachricht von dem Heimgang Ihres von mir hochverehrten Herrn Gemahls spreche ich Ihnen, zugleich im Namen des Auswärtigen Amts, mein wärmstes und aufrichtigstes Beileid aus. Die großen Dienste, die der Verstorbene als Chef dieser Behörde in schwerster Zeit seinem Vaterlande geleistet hat, werden unvergessen bleiben und sichern ihm ein dauerndes Gedenken. Curtius."
Das Berttner Presse-Echo
Fast alle Berliner Blätter würdigen die Persönlichkeit des verstorbenen sozialdemokratischen Parteiführers, Reichskanzlers a. D. Hermann Müller. Der „Vorwärls" nennt den Verstorbenen einen Fanatiker der Sachlichkeit und den vorsichtigsten und gewissenhaftesten aller Parteiführer. Die „Vossische Zeitung" bezeichnet ihn als einen „graben Mann", der aufrecht in seiner Haltung und Gesinnung, ehrlich im Reden und im Handeln war. Der „Berliner Börsen- courier" unterstreicht, daß auch die politischen Gegner Müllers ihn als einen immer loyalen Unterhändler schätzten, aus dessen Wort sie sich unbedingt verlassen konnten. Auch die , Germania" weist darauf hin, daß die Nachricht vom Tode Hermann Müllers in allen politischen Kreisen aufrichtiges Bedauern begegnen werde. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" betont, daß von diesem sozialdemokratischen Führer stets starke Bande zu allen bürgerlichen Parteien ausgingen, weil er kein engstirniger Internationalist war, sondern in schweren Augenblicken Liebe zum Vaterlande und oHi'eaSen Nationalstolz nickst verleugnete.
Seine Nachfolgerin im Reichstage.
Berlin, 23. März.
Beim Reichsaußenminister Dr. Curtius ist aus Anlaß des Todes Hermann Müllers ein sehr herzlich gehaltenes Beileidstelegramm des Vizekanzlers Dr. Schober, Wien, eingetroffen. — Auch der Nationalrat der französischen Gewerkschaften C.G.T. hat an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund ein Beileidstelegramm gerichtet. —
Die holländische Presse widmet dem verstorbenen ehemaligen Reichskanzler lange, achtungsvolle Nachrufe.
Als Nachfolgerin Hermann Mittters tritt die Gewert- schaftsfekretärwitwe Frau Stadtrat Selma Lohfe aus Würzburg in den Reichstag ein.
Neuer SerierteiterRreit in England?
London, 22. März.
Der Frieden in der englischen Industrie scheint wieder einmal ernstlich bedroht zu sein. Man befürchtet, daß die Bergarbeiter, insgesamt etwa eine halbe Million, Ende des Monats das Arbeitszeitverteilungsabkommen ablehnen werden, wozu sie nach dem Bergbaugesetz berechtigt wären.
Auch einen Streik hält man nicht für unwahrscheinlich, zumal die Arbeiter damit rechnen, bei einem Streik wegen der Arbeitszeitverleilungsklausel ein Recht auf Arbeitslosenunterstützung zu haben. Seitens der Gewerkschaften sucht man einen Druck auf die Regierung auszuüben, ein 2Rim- mallohngesetz durchzusetzen.
Auch bei den Eisenbahnen ist die Lage trotz des Schiedsspruchs des nationalen Lohnamtes noch recht ungeklärt. Möglicherweise nehmen die Arbeitnehmer diesen Schieds- spruch nicht an, obwohl sich die Gewerkschaften dringend für die Annahme einsetzen. Die dritte große Industrie, in der gegenwärtig eine Welle der Unruhe unter der Arbeiterschaft bemerkbar ist, ist das Baugewerbe, in dem etwa 800 000 Menschen beschäftigt werden. Verhandlungen blieben bisher erfolglos.
MlmtrloWeit und Tribut Ministerpräsident Braun an die Franzosen.
Paris, 21. März.
Dem in Berlin weilenden Außenpolitiker des „Matin" sagte der preußische Ministerpräsident Otto Braun in einem Interview u. a.: Der eine Teil der deutschen Erwerbslosen habe zwar arbeiten gelernt, habe aber dann keine Beschäftigung mehr gefunden, während Hunderttausende von jungen Leuten überhaupt noch nicht die Gelegenheit gehabt hätten zu arbeiten. Sie würden zu unnützen, ja sogar ge- ährlichen Mitgliedern der Gesellschaft. Einem Franzosen gegenüber pflege er, Braun, stets zu sagen: Ihr Franzosen wollt eure Reparationen bezahlt erhalten, aber ihr verlangt etwas, was wir nicht haben, nämlich Geld. Das würde auf dasselbe hinauslaufen, als wenn man mit einem besiegten Negerkönig einen Vertrag abschließt. des Inhalts, daß der Negerkönig seinen Tribut in For i von Klavieren und Nähmaschinen" abbezahlt. Deutschland habe Frankreich etwas zu bieten, nämlich Arbeitskräfte und Fertigfabrikate. Braun vertritt die Ansicht, daß in Frankreich Arbeitsgelegenheit genug vorhanden sei und daß auch das oyfteiti der Sachlieferungen gewisse Möglichkeiten habe.
An dem Tage, an dem es unmöglich sein würde, bis Arbeitslosen zu ernähren, werde ein Sturm über Deutschland hinwegfegen, gegen den man nichts ausrichten könne. Dahel sei immer wieder die wahre Hoffnung die auf eine aufrichtige Verständigung mit Frankreich.
Voleus Ansmarsch gegen Deutschland
Thorn, 22. März.
Nach einer Meldung der oppositionellen „Gazeta War- szawska" haben in der letzten Zeit wichtige Truppenverschie- bungen im Korridor und an der Südgrenze Ostpreußens stattgefunden. Wie die Zeitung meldet, sind ganz besonders die Garnisonen Gdingen, Thorn undGraudenz mit neuen starken Truppenteilen belegt worden. So kam u. a. das 4. Fuhartl.-Regt. nach Thorn, während 3 Feldartl.-Regi- menter in dem neuerrichteten Truppenübungslager von Näselst an der ostpreußischen Südgrenze stationiert wurden. Ganz besonders stark ist die Truppenkonzentration in Gdingen. Es wurden hier u. a. 2 Pionier-Bataillone, 1 Tele- graphen-Bataillon, 4 Batterien Ballonabwehrgeschütze sowie 1 Bataillon Brückentrain stationiert.
Auch der Ausbau der polnischen Kriegsflotte macht mächtige Fortschritte. Die Polen verfügen bereits über 12 Hochseetorpedoboote modernster Bauart, die 34 Knoten pro Stunde zurücklegen. Auch 5 Unterseeboote sind vorhanden; 12 weitere befinden sich im Bau. Ferner sind 3 Zerstörer vorhanden und ein moderner leichter Kreuzer; weitere leichte Kreuzer befinden sich im Bau. Alle Schiffsbauken werden auf französischen Werften hergestellt. 4 Monitore, 5 Kanonenboote und 26 armierte Flußboote vervollständigen die polnische Flotte.
In Gdingen ist auch das neue Regiment von Wasserflugzeugen statia. erf Es besteht aus 2 Staffeln von Er- kundungsflugzeugcn. Jede Staffel hat 30 Flugzeuge. Als besondere Neuheit werden die Nachtbombenflugzeuge gepriesen, die nach dem französischen Farman-Goliath-Modell gebaut sind.
Amerikas Entschädigungen für die beschlagnahmten deutschen Patente.
Washington, 23. März.
Die durch das Freigabe-Gesetz von 1928 grundsätzlich bewilligten Entschädigungen an Inhaber deutscher Patente, die während des Weltkrieges von der amerikanischen Regierung beschlagnahmt und benutzt worden sind, gelangen jetzt, nach Erledigung aller Vorverhandlungen und Festsetzung der Entschädigung für die deutschen Schisse, in rascher Folge zur Entscheidung.
Wie erinnerlich hat das Freigabegesetz angeordnet, daß für die deutschen Schiffe, Patente und die Funkstation Tuckerton insgesamt einhundert Millionen Dollar aus der Bundeskasse gezahlt werden dürfen; dieser Betrag darf nicht überschritten werden, und solange nicht für alle obigen Anträge eine Erledigung erfolgt ist, kann demnach in keinem der Fälle eine endgültige Entschädigung festgesetzt werden. 2Ule bisherigen Entscheidungen, einschließlich der für die beschlagnahmten deutschen Schiffe, sind also vorläufiger Natur. Trotzdem hat sich das Schatzamt bereit erklärt, schon jetzt Abschlagszahlungen zu leisten, soweit Mittel zur Verfügung stehen. Diese Zahlungen erfolgen durch Schecks in Reichsmark, die vom Finanzmini- ster der Vereinigten Staaten ausgestellt, der Deutschen Botschaft in Washington übergeben, von dieser an die „Interessenvertretung für Ansprüche deutscher Patentinhaber" in Berlin weitergeleitet werden und von den Berechtigten bei der Reichsbank oder einer ihrer Zweiganstalten eingelöst werden können amt für vorläufige Entscheidungen des amerikanischen Schiedsrichters über Schiffe, Patente und die genannte Funkstation Teilzahlungen bis zum Gesamtbetrage von 25 Millionen Dollar vornehmen.
Das Schatzamt hat hiervon bereits 20 Millionen Dollar als erste Rate auf die Entschädigungen für deutsche Schiffe ausgezahlt. Jeder Anspruchsberechtigte erhielt dabei etwa 27 Prozent der ihm als vorläufige Entscheidung zugesprochenen Summe.
Das Freigabegesetz ermächtigt den amerikanischen Finanzminister ferner, eine zweite Teilzahlung auf jede Entscheidung vorzunehmen, sobald die Entschädigungen vom Schiedsrichter endgültig festgesetzt sein werden. Das kann, wie oben erklärt, erst dann geschehen, wenn über alle Ansprüche entschieden ist und der. Schiedsrichter festgestellt hat, daß die Höchstgrenze von 100 Millionen Dollar nicht überschritten ist. Durch die zweite Rate wird der ausgezahlte Betrag auf 50% der Gesamtentschädigung gebracht. Die nächste Rate, für Zahlung der Zinsen von fünf Prozent für die Zeit vom 2. Juli 1921 bis zum 31. Dezember 1928 bestimmt, gelangt zur Ausschüttung, sobald die nötigen Mittel dazu im Deutsch en Sonderkonto des Schatzamts bereitstehen. Das gleiche mit für die restlichen Teilzahlungen.
Schüsse nach der Begräbnisfeier Hennings
Ein Toter.
Hamburg, 23. März.
Im Anschluß an die Trau erfeier für den Kommu- nisten Henning wurden am Sonnabend nachmittag beim Bahnhof B a r m b e ck Polizeibeamte, als sie einen Zug der vom "Begräbnis zurückkehrenden Teilnehmer zerstreuen wollten, mit Steinen beworfen und mußten von der Schußwaffe Gebrauch machen. Ein Ale- sburger Einwohner wurde dabei durch Kopfschuß getötet. Ein Polizeibeamter' erhielt einen Stich in den Rücken.
Aus der Heimat.
HerSfeld. (Wie wird das Wetter?) Der Einfluß des osteuropäischen Hochdruckgebietes auf unsere Witterung hat sein Ende gefunden und die Wirbeltätigkeit im Westen wirkt sich jetzt auf unser Wetter aus. So brächte am Samstag der Ausläufer eines atlantischen Tiesdruckwirbels in unserem Gebiet Niederschläge, die noch nicht abgeschlossen sind. Bei der jetzt vorherrschenden Westwetterlage ist mit Anhalten unbeständigen Wetters zu rechnen. — Vorhersage bis Dienstag Abend: Wolkig bis bedeckt, einzelne Niederschläge, mild, meist westliche Winde.
Hersfeld. (Auto und Schafherde). Am Samstag nachmittag passierte ein auswärtiger Kraftwagen auf der Friedloserstraße bei dem Kohlenlager von F. W. Aue! eine Schafherde. Statt nun der Fahrer seinen Wagen zum Halten brächte, fuhr er an der Herde vorbei und Überfuhr zwei Schafe. Leider war es nicht möglich die Nummer des Fahrzeuges festzustellen.
Hersfeld. (Osterreise mit Sonntags
rückfahrkarte). Die Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten ist auch in diesem Jahre zu Ostern verlängert und ermöglicht kurze Reisen in die weitere Umgebung bis zu einer Dauer von 472 Tagen. Die Sonntagsrückfahrkarten gelten von Gründonnerstag, 2 April, täglich bis zum Ostermontag, 6. April. Auch die Rückfahrt kann seit einiger Zeit an allen diesen Tagen unternommen werden; spätestens muß sie am Dienstag nach Ostern, 7. April, bis 9 Uhr morgens angetreten sein. Wie verlautet, werden voraussichtlich die Schnellzüge während der Osterzeit nicht für Reisende mit Sonntagsrückfahrkarten gesperrt werden, sodaß man die entfernteren Reiseziele schnell und bequem wird erreichen können.
Kassel. (Guten Appetit!) Vor einiger Zeit wurde von einem Insassen des Karlshospitals berichtet, daß er aus Lebensüberdruß (er war bei einem Alter von 21 Jahren nicht weniger als 16mal schwer operiert worden) mehrere Löffelstiele verschluckt hatte. Die Fremdkörper mußten auf operativem Wege entfernt werden. Der junge Mensch wurde nach fast vollendeter Heilung durch die Arbeitersamariterkolonne gestern wieder dem Karlshospital zugeführt. Hier angekommen, machte er dem Anstaltsleiter die Eröffnung, daß er auf dem Transport vom Krankenhaus wieder eine im Wagen liegende große Nadel verschluckt habe. 9lun muß er von neuem operiert werden. — Ebenfalls dem Landes- krankenhaus zugeführt wurde ein zur Zeit im Wehlheider Zuchthaus weilender 28jähriger Schleifer, bet die Meldung gemacht hatte, daß er vor ungefähr acht Tagen eine Nagelbürste (!) verschluckt habe und sehr starke Schmerzen leide Die Röntgenaufnahme bestätigte nicht nur das Vorhandensein der Handbürste, sondern auch zwei größere Stücke Blei. Auch hier hilft nur eine Operation.
Gießen Ein seltsames Abenteuer passierte dem über 70 Jahre alten Landwirt und Mühlenbesitzer Friedrich Frey von der Sommermühle bei Harbach. Als der alte Mann angeschwemmtes Eis aus seinem Mühlgraben beiseitigen wollte. rutschte er aus und stürzte in einen Wasserabflußkanal, der auf eine Strecke von 20 Meter Länge unterirdisch geführt ist. Da der Mann mit den Beinen voran in den Kanalschacht hin- einstürzte und die Waffermassen so stark waren, daß sie ihn vor sich herschoben, kam er am anderen Ende des Kanals wieder zum Vorschein und konnte sich durch das Wasser auf das Ufer hinaufarbeiten. Wie durch ein Wunder kam der Mann bei diesem merkwürdigen Unfall nur mit geringen äußeren Verletzungen davon.
Frankenberg (Eder). In der engen Ritterstraße lief das neunjährige Söhnchen eines Frankenberger Gespannführers einem auswärtigen Auto in die Fahrbahn und wurde von dem Wagen erfaßt. Das Auto bremste sofort, doch wurde das Kind ein Stück mitgeschleift und trug einen doppelten Beinbruch und Kopfverletzungen davon. Ein Verschulden des Chauffeurs scheint nicht vorzuliegen.
Aus dem Gerichtssaal
Urteil im Würzburger Landfriedensbruchprozeß.
Nach dreitägiger Verhandlung ist in dem Würzburger Landfriedensbruchprozeß gegen acht Kommunisten und sechs Nationalsozialisten wegen der Saalschlacht in Heidingsfeld vom 17. Juli vorigen Jahres das Urteil verkündet worden. Die Nationalsozialisten wurden f r e i g e s p r o - ch e n. da sie in Notwehr gegen die Angriffe der Kommunisten gehandelt hatten. Auch vier Kommunisten sprach das Gericht frei. Die übrigen vier wurden verurteilt, und zwar zwei zu je sechs Monaten, einer zu drei Monaten und einer zu vier Wochen Gefängnis.
Turnen und Sport
Cambridge schlägt Oxford. Im traditionellem Wettru- dern zwischen den Universitäten Cambridge und Oxford siegte die Mannschaft der Universität Cambridge mit 2% Längen Vorsprung in 19 Minuten 31 Sekunden.
Wichtigster Sonntagssport
Aus dem Reiche:
Deutschland schlägt Frankreich 3:2 (1:1). Nach dem Unentschieden gegen Holland konnte die deutsche Hockey-Elf den zweiten Länderkampf dieses Jahres am Sonntag in Paris knapp mit 3:2 (1:1) gegen Frankreich erfolgreich gestalten. Der Sieg ist mit nur einem Tor Unterschied recht knapp ausgefallen und drückt die zeitweise recht große Ueberlegenheit unserer Mannschaft nicht aus.
Mitteldeutschland gewinnt den Handballpokal. In Halle kam am Sonntag das Endspiel um den D.S.B.-Pokal zwischen Mitteldeutschland und Brandenburg vor etwa 6000 Zu- schauem zum Austrag. Nachdem im Vorjahre Brandenburg im Entscheidungsspiele gegen Mitteldeutschland 13:3 gesiegt hatte, gelang diesmal den Mitteldeutschen ein knapper 9:8-
hertha B.S.E. und Tennis Borussia siegreich. Zwei (5:6)-Sieg.
Fußball-Schlager standen am Sonntag in Berlin auf dem Programm. Nach sehr schwerem und hartem Kampf siegte Hertha B.S.C. über Viktoria 89 knapp 3:2 (1:1). — Tennis Borussia schlug im zweiten Meisterschaftskampf den Pommernmeister S.V. Stettin sicher mit 4:1 (1:0).
Ueberraschungen in Süddeutschland. Bei den süddeutschen Endspielen waren wieder mehrere Ueberraschungen zu verzeichnen. Wohl die größte Sensation war in der Meisterrunde der überlegene Sieg von Wormatia Worms über den Karlsruher Fußballverein mit 6:1 (3:1). Union Böckingen trotzte der Spielvereinigung Fürth mit dem Ergebnis von 2:2, das schon zur Pause feststand, einen Punkt ab. Die Fürther haben dabei noch Glück gehabt, denn Böckingen drängte in der zweiten Hälfte stark und verschoß noch einen Elfmeter. Eintracht Frankfurt schlug den F.K. Pirmasens mit 4:3 (1:1) sicherer, als es das Ergebenis besagt. Noch kurz vor Schluß lagen die Frankfurt 4:1 in Front. Bayern München besiegte den S.V. Waldhof in einem prächtigen Kampf 5:3 (2:3). Bei den Münchenern war Pöttinger in glänzender Spiellaune und dirigierte den Bayernsturm »xe in großen Tagen.