Einzelbild herunterladen
 

Deutscher Reichstag

Genfer Abkommen in 2. Lesung angenommen

Berlin, 14. März.

Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 10 Uhr.

Das Haus nimmt zunächst die zweite Beratung des Ge­setzentwurfs über das Genfer Handelsabkommen vom 24. März 1930 vor in Verbindung mit einem Antrag des Land­volks auf Ablehnung der Genfer Abmachungen über den Zollfrieden.

Räch Ablehnung des Antrages der Konservativen, die Vorlage dem Auswärtigen Ausschuß zu überweisen, wird das Abkommen nach längerer Debatte mit den Stimmen der Kommunisten, der Sozialdemokraten, der Staatsparlei, des Zentrums und des größten Teils der Deutschen Volkspartei in zweiter Lesung angenommen.

Das Haus fetzt dann die Aussprache zum

Haushalt des Arbeitsminiftenums

fort. Abg Frhr. von Stauffenberg (Landvolk) begrüßt die Absicht, den Verwaltungsrat der zentralen Siedlungsbank umzugestalten. Ein gesunder Abbau der Sozialversicherung, die vor dem finanziellen Zusammenbruch bewahrt werden müsse, sei notwendig.

Abg. Schwarzer-Oberbayern (Bayer. Volksp.) betont, daß das Doppelverdienen einzelner Personen wie auch der Ehegatten mit der wirtschaftlichen Not nicht allgemein zu rechtfertigen sei.

Inzwischen ist ein kommunistischer Alißtrauensantrag gegen den Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald einge­gangen.

Abg. Schneider-Berlin (Staatspt.) fordert, daß mit der Lohnsenkung Schluß gemacht werde. Man müsse bedenken, daß die reale Kaufkraft der Löhne erheblich gesunken sei, weil der Preisabbau mit dem Lohnabbau nicht Schritt ge­halten" habe. Die Verkürzung der Arbeitszeit sei eines der Mittel, wieder Arbeit für einige hunderttausend Erwerbs­lose zu schaffen.

Reichsarbeitsminister Dr. StegerrAKld erklärt, er stehe hinsichtlich der Streitfrage über die Tarif- oertragsgestaltung auf dem Standpunkt, daß man die Ausmerzung der Unstimmigkeiten am besten den Tarif­parteien selbst überlasse und nicht gleich die Gesetzgebung in Bewegung setze. Unsere Lohnpolitik werde dadurch" er­schwert, daß wir nicht nur mit England und Amerika zu konkurrieren hätten, sondern auch mit Ländern, deren Wäh­rung außerordentlich schlecht stehe und bei denen deshalb auch die Entlohnung viel niedriger sei als bei uns.

Die Sanierung der Knappfchaftskaffe sei die dringendste Aufgabe des nächsten Jahres; allerdings sei noch nicht ge­klärt, wie sie vor sich gehen solle. Die Lage sei dadurch so schwierig, weil das sogenannte Plafond-Gesetz uns in der Wittelbsschaffung hemme. Der Bergbau allein könne die Mittel für die Knappschaftssanierung nicht aufbringen.

Wenn man den Bergleuten neben den vielen Feier­schichten noch Lohnkürzungen auferlege, so könne man ihnen nicht gleichzeitig auch noch erhöhte Beiträge für die Knapp­schaft ahnehmen. Der von den.Gewerkschaften vorgeschla- gene Wegoer^Koh 5e nabgaben^sei' erst^angbar nach' Znsmn- dekommen des europäischen Kohlenabkommens. Auch der sozialdemokratische Antrag, auf die Jndustriebelastung zu- rückzugreifen, sei 1931 jedenfalls nicht durchführbar, weil in diesem Jahr die Jndustriebelastung ja auch für die Osthilfe noch gar nichts aufbringe.

Für 1931 gehe es nur so, daß das Reich, die Invaliden- und die Angestelltenversicherung und die Bergleute ge­meinsam Opfer brächten.

Mit der Resorm der Arbeitslosenversicheryng müßten wir uns weiter beschäftigen. Die Angestellten wünschten Ersatz­kassen, aber so einfach sei die Sache nicht. Wenn zur Lösung des Wohnungsproblems vorgeschlagen werde, die großen Wohnungen in kleine umzuwandeln, so werde diese Mög­lichkeit geprüft werden; zu bedenken sei aber, daß solche Um­bauten nicht viel billiger seien als der Bau von neuen Woh­nungen.

Abg Gerlach (Soz.) verweist auf die steigende Bela-

flung der Gemeinden durch Die Ausgaben für die Wohl- fahrtserwerbslosen. Dadurch würden letzten Endes die Be­dürftigen selbst geschädigt. Hilfe könne allein die Zusam- «Neufassung der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge mit der Krisenfürsorge bringen.

Abg. Servais (Z.) beklagt gleichfalls die schwere Fi- nanznot, in die die Gemeinden durch die ungeheure Steige­rung der Wohlfahrtslasten geraten seien, und hebt hervor, daß sie auf verschwenderische Wirtschaft der Gemeinden ganz gewiß nicht zurückgeführt werden könne.

Abg. Freidel (Wirtschaftspt.) erörtert die besonderen Schwierigkeiten des Baugewerbes. Eine Ankurbelung der Bauwirtschaft sei so lange nicht möglich, als die Zwangswirt­schaft bestehe.

Die Weiterberatung wird auf Montag, 2 Uhr, vertagt.

Hermann Müller operiert

Berlin, 16. März.

Nachdem sich das Befinden des Reichskanzlers a. D, Hermann Müller stark gebessert hatte, wurde der opera­tive Eingriff vorgenommen. Es wurden ein großer Abzeß in der und um die Gallenblase und sehr viele Steine entleert Der Patient befindet sich wohl.

Leichte Besserung im Befinden Hermann Müllers. k

Das Aerztekonsilium hat im Befinden des früheren' Reichskanzlers Hermann Müller eine gewisse Besserung fest- gestellt. Der Patient hat einen ruhigen Tag verbracht.

Drei-Mächte- oder Fünf-Mächtevertrag

Washington, 16. März.

Staatssekretär' Stimson teilte mit, daß die britische Regierung ihn um die Ansicht der amerikanischen Regierung über die dem neuen Flottenpakt zu gebende Form gebeten habe. Er, Stimson, sei nach wie vor der Ansicht, daß es besser wäre, dem neuen Pakt die Form eines Dreimächte- vertrages zu geben, statt Japan und die Vereinig­ten Staaten in formelle Bindungen einzubeziehen, die als eine Abänderung des Washingtoner und des Londoner Flottenpaktes ausgelegt werden könnten . Er hoffe, daß sich ein neuer Fünf-Mächte-Vertrag vermeiden lasse.

Grandi ist optimistisch

Rom, 16. März.

Minister des Auswärtigen, Grandi, hat am Sonn­abend die Kammerdebatte über den Etat seines Ministeriums mit einer großen Rede abgeschlossen, in der er ausführlich über die in Rom zustande gekommene Flottenverein- b a r u n g berichtete und der Hoffnung Ausdruck gab, daß dieses Abkommen einen Schritt weiter auf dem Weg zur A b r ü st u n g bedeute. Er hob dabei auch die Befriedigung darüber hervor, daß es gelungen sei, mit der lateinischen Schwesternation die bestehenden Differenzen zu bereinigen.

Peru in Zahlungsschwierigkeiten

Lima, 16. März.

Die peruanische Regierung hat um ein Moratorium für den Zinsendienst der 85-Millionen-Dollar-Anleihen ge­beten.

"D l e 8 tt g t^Tn unEftMNt- die MMWM hat den Aufständischen ein befristetes Ultimatum unter die Unterwerfung der Zentralregierung gestellt. Der Hafen M o l l e n d o ist für die Schiffahrt gesperrt. Der Luftver­kehr ist eingestellt worden.

Ausländer sind unerwünscht

Madrid. 16. März.

Die vom König A l f o n s unterzeichnete Verordnung über die Einreise und den Aufenthalt ausländischer Arbeiter und Kaufleute in Spanien ist veröffentlicht worden. Die Re­gierung wird einen Beschluß darüber fassen, ob die Verord­nung in Kraft gesetzt werden soll oder nicht. Auf Grund die- ser Verordnung sollen alle Ausländer, die ein Gewerbe in Spanien ausüben wollen, eine S o n d e r st e u e r zahlen. Ferner sollen alle in spanischen Unternehmungen beschäftig-, ten ausländischen Arbeiter allmählich durch Spanier ersetzt werden.

Nationalsozialist erschossen

Essen, 15. März.

Auf dem Heimweg nach Essen-Kray wurde ein Trupp von 15 Nationalsozialisten an der Zeppelin-Brücke von unbe­kannten Tätern mehrfach beschossen. Es wurden insgesamt etwa 20 Schuß aus den Trupp abgegeben. Dabei wurde der 18 Jahre alle in Essen-Kray wohnende Anstreicherlehr- ling Friedrich Felgendreher durch einen Kopfschuß lebensge­fährlich verletzt. Der Verletzte wurde dem Krankenhaus zu- geführk, wo er inzwischen verstorben ist.

Für die Ermittlung der Täter hat der Regierungsprä­sident in Düsseldorf eine Belohnung von 1000 RM ausgesetzt.

Banditentum im politischen Kampf

Das kommunistische Bürgerschaftsmilglied Henning erschossen.

Hamburg, 16. März.

Das kommunistische Bürgerschaftsmitglied Henning ist in der Sonnabendnacht gegen 12.40 Uhr iy einem Autobus, der von Zollenspieker nach Hamburg fährt, kurz hinter jOchsenwärder erschossen worden. Henning befand sich in Begleitung eines Parteigenossen Cahnbley.

i In Fllnfhausen bestiegen drei Männer den Omni­bus, die zunächst ruhig Platz nahmen. Plötzlich erhoben sie sich, zogen Pistolen hervor und riefen den Fahrgästen zu: „Hände hoch?" Dann fragten sie Henning, ob er das kommu­nistische Bürgerschaftsmitglied Andres sei und forderten ihn auf, seine Papiere zu zeigen. Als Henning hierauf seinen Namen nannte, erwiderten sie: „Dich suchen wir gerade". Ich gleichen Augenblick gaben sie eine Anzahl Schüsse aus Henning ab, sprangen alsdann aus dem Wagen und schössen auch von weitem weiter in den Wagen hinein. Henning war sofort tot. Eine im Wagen befindliche Lehrerin erhielt zwei Beinschüsse. Die Täter entkamen im Dunkel. Nach den bis­herigen Ermittlungen sind sie in rechtsradikalen Kreisen zu suchen. Der Ermordete gehörte seit 1928 der Hamburger Bürgerschaft an.

Kommunisten greifen Polizei an

Vier Beamte schwer verletzt.

Eberswalde, 16. März.

Am Sonnabend und Sonntag veranstalteten Berliner und Eberswalder Kommunisten in Finow und Finow - f u r t mit dortigen Ortsangehörigen der KPD. mehrere Pro­pagandaumzüge. Hierbei kam es zu einem schweren Zusam­menstoß. Ein Berliner Privatauto hatte infolge des Straßenschmutzes die Marschteilnehmer beschmutzt und war von den Demonstranten angehalten worden. Der Führer wurde bedroht und verprügelt und das Verdeck des Autos mit Messern entzwei geschnitten. Als das in Finowfurt sta­tionierte Polizeikommando mit den Landjägereibeamten ein- griff, wurden die Beamten ebenfalls von den Demonstranten angegriffen. Eine Anzahl Polizeibeamker wurde zu Boden geschlagen und von den Kommunisten schwer mißhandelt. Erst als ein am Boden liegender Beamter einen Schreckschuß abgab, gelang es, die Menge zu zerstreuen. Auf dem Wege von Finow nach Finowfurt kam es noch zu mehreren Zu­sammenstößen, bei denen wiederum der Gummiknüppel in Tätigkeit treten mußte. In Eberswalde wurde der Haupt­täter festgenommen. Weiter erfolgten '16 Feststellungen we­gen verbotenen Waffemragens. Bei dem Zusammenstoß in Finow wurden insgesamt vier Polizeibeamke schwer verletzt.

Düsseldorf, 16. März.

Gestern kam es in einigen Straßen zu schweren Schläge­reien zwischen KPD.- und Stahlhelmleuten. Eine Gruppe Kommunisten kreuzte in dem Augenblick die Kaiserstraße, als ein Straßenbahnwagen, aus dessen Vorderplatte einige Stahlhelmleute in Uniform. Halden, an einer Haltestelle stand. Die Kommunisten gr die Stahlhelmleute an. Der emschreitende Ponzeibeamt. wu.de von den Kommunisten niedergeschlagen. Auf dein Welcermarsch trafen die Kom­munisten eine andere Gruppe Stahlhelmleute. Es ent­wickelte sich sofort eine Schlägerei. Sieben Slahlhelmleute wurden teils schwer, teils leicht verletzt. Von den Verletzten befinden sich noch drei im Krankenhaus, die übrigen vier wurden nach Anlegung von Verbänden entlassen. Einige an der Schlägerei Beteiligte wurden festgenommen.

______Der Mann ____ der das Lächeln verlernt hat

Roman öon Gert Rothberg Copyright bv Martin Feuditwanger, Halle (Saale) [59

Annemarie lachte eben hell und froh über die tollen Sprünge der zwei weißen Windspiele. So toll und voll Freude steckten sie jetzt, als sei ihnen etwas besonders Schönes widerfahren. Und Annemarie wußte nicht, daß sie von dem Manne beobachtet wurde, an den sie unablässig dachte.

Kent lehnte an einem blühenden Baume, verdeckt von dichtem Gebüsch. Seine Augen brannten auf der schlanken Mädchengestalt. Sein Herz schlug laut und stark. Seine rechte Hand umschloß einen Strauß dunkelroter Rosen, die süß und berauschend zu ihm empordufteten.

Annemarie kam näher. Ganz erstaunt sah sie, daß die Windspiele kläffend und vor Freude jaulend im Gebüsch verschwanden, um gleich darauf wieder in langen Sätzen ; über die Beete zu rasen. Da blieb das Mädchen plötzlich stehen. Eiskalt kroch es ihr ans Herz. Achtlos fielen die Rosen zu Boden, und die kleinen Hände suchten nach einem Halt. '

Kent trat vor.

Seine Augen suchten die ihren.

Leise sagte er:

„Liebe, kleine Annemarie, wollen Sie mich nicht will­kommen heißen?"

„Herzlich willkommen, Mister Kent. In Ihrem Heim, das ein Paradies ist und aus — dem —"

Er hatte ihre Hände ergriffen, küßte sie.

„Aus dem? Warum sprechen Sie nicht weiter, Kind?" fragte er lächelnd.

Wie gebannt blickte Annemarie ihn an.

Charles Kent lächelte!

Und Mister Korsel hatte gesagt;

„Vierzehn Jahre bin ich bei ihm, doch ich habe ihn noch nicht ein einziges Mal lächeln sehen."

Matt, mit schwindenden Sinnen lehnte Annemarie sich zurück an den schlanken Stamm einer hell schimmernden Gesanella. Da zog Kent das Mädchen an sich.

„Kind, ich liebe dich! Und ich sehne mich so nach dir und deiner Liebe. Willst du meine Frau sein, kleine Anne­marie? Ich bin allerdings viel älter als du, bin dir gegenüber beinah ein alter Mann; trotzdem bestehe ich auf einer Antwort, kleines, süßes, blondes Mädelchen."

Da war es Annemarie, als habe der Himmel sich ge­öffnet und zeige ihr Seligkeiten von nie erträumter Süße. Ihr blonder Kopf sank an seine Brust. Ganz leise sagte sie:

„Ich habe Sie lieb, oh, so lieb." .

Da küßte er sie, lange, lange. Und wußte, daß er erst jetzt den wahren Inhalt seines Lebens gefunden hatte. Er gab ihr die dunklen Rosen, und dann nahm er sie wie ein Kind auf seine Arme. Und sie schlang den rechten Arm um seinen Hals und drückte. ihr weiches Gesicht an sein braunes, männliches. Die Blumen dufteten stärker im Park, die Sonne glühte immer heißer; zwischen den hohen, mit dunkelblauen Minnen überwucherten Gängen aber war es kühl.

Dort schritt Kein, sein Glück fest an sich drückend. Und alles Leid der Vergangenheit versank vor diesem Glück.

> — Ende! —

Irr BitamiigeNIt -rr ©emiife Aufsehenerregende Forschungsergebnisse.

Seit langem beschäftigt die Oeffentlichkeit die Frage nach dem Vitamingehalt der Gemüse in rohem und gekoch­tem bezw. konserviertem Zustand. Angesichts der Vitamin­psychose gewinnt ein Vortrag besondere Bedeutung, den der hervorragende Vitaminforscher Professor S ch e u n e r t (Universität Leipzig) vor der Berliner Medizinischen Gesell­schaft hielt. Scheunert stellt seit sechs Jahren Versuche an. um festzustellen, ob durch Erhitzung von Gemüse dessen W- tamingehalt im Vergleich au robem Gemüte statt Scheunert

beweist mit seinen wissenschaftlichen Untersuchungen, daß das wichtige (Antiskorbut-) Vitamin C bei der Konservie­rung verhältnismäßig wenig leidet, weil dieses Vitamin nur durch Sauerstoffoxydation vernichtet wird Da, wo der Sauerstoff der Luft Zutritt hat, also beim offenen Kochen von Gemüse, sinkt auch der Vitamingehalt.

Der berühmte Kinderarzt, Professor L a n g st e t n be­richtete über Versuche mit Frisch- und Konservengemüsen bei der Ernährung von Kindern im Alter von 6 Monaten bis zu 10 Jahren. Kinder, die monatelang im Rahmen der üblichen Kost ausschließlich mit Konserven ernährt wurden, zeigten keinerlei Schädigungen. Auch bei Stoffwechselver­suchen zeigte sich das gleiche Ergebnis. Im übrigen ergaben die Forschungen, daß man in Zukunft eine zu frühzeitige Gemüseernährung beim Säugling nicht erzwingen darf, daß man etwas später damit anfängt und dann, wenn frische Frühgemüse nicht zu erhalten sind, man am ehesten von Konservenfrühjahrsspinat Gebrauch machen soll. Auf alle Fälle läßt sich das Konservengemüse als Er­gänzung der Säuglingsnahrung in Jahres­zeiten, in denen Frischg^müse nicht oder nicht in guter Qua­lität zu erhaltend ist, unbedenklich verwerten. In ähn­lichem Sinne äußerte sich Prof. Umber hinsichtlich der Ernährung der Erwachsenen, während Prof. Strauß unter allgemeiner Zustimmung feststellte, daß die vorge­tragenen Forschungsergebnisse geradezu eine Umwälzung der Ernährungswissenschaft bedeuten. Leider würde das Ge­müse durch die Handelsspannen für weitere Schichten stark verteuert. Als Ergebnis der Aussprache stellte der Vor­sitzende der Berliner Medizinischen Gesellschaft, Prof. Gold- scheider, fest, daß nun endlich durch exakte Forschung auf einem Gebiet Klarheit geschaffen sei, auf dem bisher von Unberufenen vieles behauptet wurde, was wissenschaftlich nicht zu beweisen fet. Diese Feststellungen haben aber nicht nur volkshygienische, sondern ebensosehr volkswirtschaft­liche Bedeutung. Es ist wirklich nicht nötig, daß wir im Winter und Frühjahr teures ausländisches Frischgemüse einführen, wo wir mit deutschem Konservengemüse er« nährungshygienisch genau dasselbe ausrichten können. Millionen würden im Lande bleiben und der deutschen Landwirtschaft und der deutschen Konservenindustrie öffnen sich neue Erzeugung»- und Verwertungsmöglichkeiten.