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Dr. 8

Umfelder Tageblatt

2. Blatt.

SorrrrLagsgedankeu

Zun: Wesen der Oberflächlichkeit gehört auch ein starker Mangel an Gewissenhaftigkeit. Wie die Wortbildung zu er­kennen gibt, hängt Gewissenhaftigkeit mit Gewissen zu­sammen, bedeutet also nichts mehr und nichts weniger als die stete Bereitschaft des Menschen, das auszuführen, was ihn sein Gewissen zu tun heißt. Allerdings ist diese Definition noch nicht erschöpfend, denn das Wort Gewissenhaftigkeit schließt auch die Nebenbedeutung in sich, selbst bei Verrich­tung der kleinen und kleinsten Obliegenheiten im menschlichen Leben die erforderliche Sorgfalt zu pflegen.

In dieser Nebenbedeutung aber liegt gerade die Tat­sache begründet, daß verhältnismäßig wenig Menschen diese Charaktereigenschaft besitzen. Gewiß werden die meisten in den großen Fragen des Lebens und bei feinen entschei­denden Wendungen so handeln, wie sie es am besten vor sich selbst, vor Gott und ihrem Gewissen verantworten können. Anders wird ee aber, wenn der Mensch vor die Aufgabe gestellt wird, auch im Kleinen getreu zu sein und es in nichts an der nötigen Sorgfalt fehlen zu lassen. Da meinen viele, diese kleinen Dinge wären viel zu unscheinbar und unwich­tig, als daß man sie überhaupt ernst zu nehmen brauchte. Solche Menschen glauben, ihre Denkungsart beruhe auf Großzügigkeit, sie merken garnicht, daß ihr in Wirklichkeit eine völlige Verkennung aller Lebensgesetze zu Grunde liegt.

Bor allem aber sollte man sich darüber klar werden, daß jede Tätigkeit, und mag sie noch so unwichtig erscheinen, doch von einer hervorragenden Bedeutung für die Gesamtheit ist. Jeder einzelne bildet gewissermaßen ein Rädchen in dem gewaltigen Getriebe des Lebens, und wenn nun eines dieser Rädchen ungenau seine Funktionen verrichtet, so tritt eine Disharmonie in der Gesamtheit zutage. Aber auch die ausschlaggebenden Faktoren der menschlichen Ge- meinschaft, die führenden Persönlichkeiten, vermögen ihre Kraft und ihre Fähigkeiten nicht voll zu entfalten, zum Scha­den der Allgemeinheit, wenn die untergeordneten Organe nicht Gewissenhaftigkeit und Treue in der Erfüllung ihrer Pflichten obwalten lassen.

Aus dieser Erkenntnis heraus wollen wir uns wieder darauf besinnen, daß wir in die Gemeinschaft unseres Vol­kes und damit in die Gemeinschaft aller Menschen hineinge- stellt sind, um ihr zu dienen. Das aber vermögen wir nur dann recht zu tun, wenn wir in unserem Leben, jeder an seinem Platze, gewissenhaft unsere Pflicht erfüllen, gewissen­haft in kleinen, wie in großen Dingen.

VrophezeiuiMN für 1931

Alljährlich zum Jahreswechsel stellen sich die verschiede­nen Hellseher, Sterndeuter und Medien der Länder mit ihren Voraussagen ein. Man braucht diese Prophezeiun­gen nicht allzu ernst zu nehmen, wenn auch die eine oder ; andere Voraussage großer Dinge eingetroffen ist Von den * uoieder recht zahlreichen Prognosen für das neue Jahr er- I scheint die des Londoner Hellsehers und Psychographologen > B. Jrving besonders bemerkenswert Er ist der Meinung, t daß das Jahr 1931 eine Reihe bedeutender technischer^ und medizinischer Fortschritte bringen wird. An erster Stelle kündigt er die Lösung des Problems des Sonnenlicht-Akku­mulators durch einen englischen Ingenieur in Liverpool an Und zwar wird dieser eine chemische Vorrichtung entdecken, die es ermöglichen soll, die Energie der Sonnen- strahlen auf zu stapeln und diese Energie nach Be­lieben wieder freizubekommen und zu verwenden Die Er­findung wird gestatten, das aufgestapelte Sonnenlicht auf chemischem Wege wieder in elektrisches Licht umzuwandeln Zunächst wird diese Erfindung, der Jrving eine umwälzende Bedeutung zuschreibt, auf Unglauben und Widerstand der offiziellen Vertreter der Wissenschaft stoßen Auch wird im Jahre 1931 die große Errungenschaft bloß auf geglückte Laboratoriumsversuche beschränkt bleiben und erst im Jahre 1932 zur praktischen Verwirklichung und Ausbeutung gelan­gen Alsbald wird dann die Zeit kommen, wo es als ielbst- verftändlich gelten wird, daß man auch nachts die Straßen, Arbeitsstätten, Lokale und Wohnungen mit Sonnenlicht beleuchtet, das zur Elektrizität gemacht worden ist Der Vor­gang wird in seiner vereinfachten Form ungefähr so vor sich gehen, daß man große Kugeln aus Metall der Einwir­kung des Sonnenlichts eine bestimmte Zeit hindurch aus« jetzt und daß dann diese Kugeln selbst nachts leuchten wer­den.

Größtem Interesse wird die Voraussage Jroings be­gegnen, daß in Deutschland ein Gegenmittel ge­gen den Krebs gefunden werden wird Angeblich wird es auf Grund von Versuchen, die in der chemischen In­dustrie zur Herstellung eines Krebsserums unternommen werden, im Jahre 1931 tatsächlich glücken, ein Segenmittel dieser furchtbarsten Geißel der Menschheit ausfindig zu machen Als bemerkenswert wird hervorgehoben, daß das Krbsserum nicht an Tieren, sondern an krebskranken Pflan- zen ausprobiert und sich dann in der Anwendung beim Menschen bewähren wird.

Ferner wird im Jahre 1931 das von Deutschland der Lösung zugeführte Problem der P r o p e l l e r e i s e n- bahn in Amerika so vervollkommnet, daß die deutschen Versuche völlig zurücktreten werden. Die 1931 zu erwarten­den Propellereisenbahnen werden bei ihren Probefahrten eine Geschwindigkeit von etwa 240 Stundenkilometern er« reichen und damit den Flugzeugen erhebliche Konkurrenz machen.

Weniger erfreulich dürften sich die sensationellen Ver­suche gestalten, die man in Frankreich im Laufe des Jahres 1931 mit den vielumstrittenen Todes strahlen, die durch Uebertragung drahtloser Energie auf große Distanzen ihr Zerstörungswerk verrichten sollen, unternehmen wird. Diese Versuche werden eine Anzahl Menschenleben kosten und es bleibt ein Glück im Unglück, daß den Experimenten kein Erfolg beschieden sein soll. Frankreichs Beisteuer zu dem Großjahr der Technik dürfte das Werk des Pro­fessors C l a u d e bleiben, der im Jahre 1931 nunmehr die Erzeugung elektrischer Energie mittels Tempe- r a t u r u n t e r s ch i e d e der verschiedenen Wasser­schichten unter dem Ozean zum erstenmal praktisch durchführen wird. Diese Arbeiten dürften noch im Laufe des

Jahres 1931 so weit gediehen sein, daß an den europäischen und amerikanischen Küsten überall mit dem Bau bedeu­tender Kraftwerke begonnen werden dürfte, die die In­dustrieanlagen auf grosse Entfernungen mit Energie ver­sehen.

Die bedeutendste Entdeckung auf technisch-wissenschaft­lichem Gebiete wird aber doch nicht in den genannten Län- dern, sondern in J a p a n in aller Stille gemacht werden Diese Entdeckung, die für die Forschung vielleicht jahrzehnte­lang wegweisend und bestimmend zu werden verspricht, ist bie erste wirklich geglückte Zertrümmerung von Atomen, wobei die angewendete elektrische Energie im Gegensatz zu allen bisherigen Versuchen weit weniger an Geldmitteln verschlingen wird, als jene ungeheure Energie­menge, die man durch die Zertrümmerung gewinnen wird Das Verfahren, das hierbei zur Anwendung'gelangt, wird vielfach an die Entdeckung des heutigen CHe­rn i k e rs Miethe erinnern, jedoch diese an Vollkommen­heit und praktischer Rentabilität ungleich übertreffen Dieses Verfahren wird mich gestatten, Gold i n bestimmten Mengen künstlich zu erzeugen, und eben des­halb wird Japan alles daran setzen, die Entdeckung geheim zu halten, ein Bestreben, das ihnen im Jahre 1931 gelingen wird, bis schließlich ein Zufall das Geheimnis der Errungen­schaft ins Ausland trägt Das Jahr 1931 wird nach alldem soviel an neuen Erkenntnissen und Fortschritten bringen, wie die 16 Jahre, die seit dem Ausbruch des Weltkrieges ver­flossen sind, zusammengenommen.

DWIHeriegesalrr

Der Charakter der Diphtherie hat sich gegenüber frü­heren Zeiten verändert. Sie nimmt jetzt häufiger einen schweren Verlauf. Vielfach beginnend wie eine ge­wöhnliche sogenannte Grippe oder Halsentzündung, kann sich innerhalb weniger Stunden das Krankheitsbild einer schweren Diphtherie mit ausgedehnten Belägen entwickeln, aber auch bei relativ geringem örtlichen Befund können erhebliche Nachkrankheiten durch das Diphtheriegift verur- lacht werden In der jetzigen Zeit erhöhter Diphtheriegefahr muß daher bei allen fieberhaften Erkrankungen auch an die Möglichkeit einer Diphtherie gedacht werden, zumal wenn über Halsschmerzen geklagt wird. Es ist aber zu bedenken, daß besonders von Kindern nicht immer Klagen und auch nicht an der richtigen Stelle geäußert werden, selbst wenn bereits ausgedehnte Beläge vorhanden sind. Häufige und gründliche Besichtigung des Rachens schützt durch Entdeckung der allerersten diphtheritischen Krankheitserscheinungen den Kranken vor gefahrbringender Verschleppung und die Um« gebung vor Ansteckung. Gerade die Beachtung der Anfänge der Erkrankung ist für eine erfolgreiche Divhtheri'ebehandlung von ausschlaggebender Wichtigkeit. Das ! sicherste und wirksamste Heilmittel ist immer noch das | Diphth e r i e h e+l j e r u m, wenn es nur frühzeitig t angewandt wird.

; Angesichts des jetzigen vielfach rapiden, bösartigen Ver­laufes der Diphtherie muß deshalb entschieden davor ge­warnt werden, durch Warten und Gebrauch hier unwirk­samer Hausmittel kostbare, uneinbringliche Zeit für einen Heilerfolg zu verlieren. Zwecks rechtzeitiger Serumanwen­dung ist zur sofortigen Inanspruchnahme eines Arztes drin­gend zu raten Damit nicht durch Abwarten aus Scheu vor den Kosten des Serums das Leben Diphtheriekranker un­nötig gefährdet wird, setze man sich gegebenenfalls mit den Wohlfahrtsämtern oder ähnlichen in Frage kommenden Stellen in Verbindung.

Zur Verhütung immer weiterer Ausbreitung der Diph­therie kann der Bevölkerung nur erhöhte Vorsicht und Auf­merksamkeit bei jeglichen Erkrankungen anempfohlen wer­den, sowie die Fernhaltung, insbesondere der Kinder, von Massenansammlungen jeder Art.

Die Hand als ^WUeilsiiderttSger.

Von Dr. Schmidt-Afchaffenburg.

Wenn der Arzt zu einem Kranken in die Wohnung kommt, dann läuft die Hausfrau, um Wafchwaffer, Seife und ein frisches Handtuch zu holen, wenn sie e8 einer alten Gewohnheit gemäß nicht schon hergerichtet hat Sie weiß, daß der Herr Doktor nicht meggeht, ohne sich die Hände ordentlich gewaschen zu haben. Wenn Sie da so mitgehen könnten auf seinem Praxisgang, dan i würden sie staunen, wie oft der Arzt die Hände waschen muß, ja auch zuhaus, in der Sprechstunde steht immer fließendes Wasser bereit um s°iner „Wasckwut", wie Sie eS vielleicht nennen möchten, fröhnen zu können. Und gar erst, wenn er operieren, eine Geburt zu leiten hat! Das ist Anlaß zu einem viele minutenlangen Reiben und Bürsten mit Seife und heißem Wasser, Weingeist und andern Mitteln! So schmutzig kann nach der Meinung des Laien doch niemand sein, daß man sich fast die Haut wegreiben müsse! Der Arzt scheint aber anders zu denken, sonst täte erS nicht, denn ein Vergnügen und eine Annehmlich­keit ist es für empfindliche Hände nicht, daS wissen ja unsere Hausfrauen und die Wäscherinnen am besten I Warum also!

Ein Wort genügt: Ansteckung! ES ist heutzutage selbstverständlich, daß man von „Bakterien", „Bazillen", „Krankheitskeimen" spricht. Die kleinen, nur mit dem Mikroskop sichtbaren Lebewesen sind der Ansteckungs­stoff, der sowohl vom Kranken am den Arzt, wie um­gekehrt von diesem auf andere übertragen werden kann. Heißes Wasser mit Seife lößt die Fettschicht unserer Haut aus, an der diese unangenehmen kleinen Dingerchen kleben. Die Hand wird wieder keimfrei. Selbstver­ständlich ist eS daS Beste, verdächtige, keimhaltige J Sachen: Eiter, gebrauchte Verbandstoffe, Wunden schon gleich garnicht zu berühren es gibt ja Pinzetten, die I au« Metall sind und ausgekocht werden können und i dabei gewissermaßen die „Finger" ersetzen. Aber

trotzdem wird der gewissenhafte Arzt sich sorgfältigst waschen, in gewiffen Fällen sogar Gummihandschuhe anziehen. Dann schützt er sich und seinen Kranken.

Was lernen Sie nun von dem Arzt in Bezug aufS Waschen?

Schützen Sie sich und andere auch vor Ansteckung durch gründliches Waschen nach Berührung von Kran­ken oder ihrer Ausscheidungen wie Urin, Eiter, Stuhl, Auswurf usw.! Vermeiden Sie Besuche bei ansteckend Kranken, die nicht unbedingt nötig sind! Wie ist eS, wenn Sie mit Wunden an sich oder andern zu tun haben, bereiten Sie sich auch so gründlich vor, wie es der Ernst der Sache erfordert? Sie wissen ja, die kleinste Wunde kann unter unglücklichen Verhältnissen durch ihre Schuld oder Mitschuld Anlaß zu schwerster Erkrankung, zum Tod sogar werden! Haben Sie immer sauberes Verbandszeug oder holen Sie es aus dem Winkel alter Lumpen hervor? Und wie ist es mit dem „Auswaschen" der Wunden (daß eS streng verboten, weil schädlich ist, wissen Sie, aber denken Sie im ge­gebenen Augenblick auch an das Verbot?) Merken Sie sich folgende 4 Regeln, dann können Sie in Zukunft getrost sich als „Samariter" in ihrer Familie betätigen:

1. Finger weg von allen Wunden.

2. Wunden nicht auswaschen, aber Wundumgebung dünn mit Jodtinktur anpinseln (zu konzentriert gibts Verbrennungen!)

3. Nur völlig einwandireie Verbandsstoffe benützen, (sehr brauchbar immer noch die Verbandpäckchen.) Alte Verbandstoffe gut auskochen und recht heiß bügeln, möglichst wenig berühren!

Und zum Schluß nur nicht gleich den Kopf ver­lieren. ehe Sie jemand Verletzten berühren, denke» Sie, was der Arzt tagaus tagein immer wieder macht: gründ­lich Hände waschen.

Entferne nie eine Schutzvorrichtung! Wenn heute an Maschinen jeder Art alle sich drehenden und bewegenden Teile, Zahnräder. Schwungräder, Schnecken usw. so geschützt und umwehrt sind, daß niemand durch Berührung mit ihnen zu Schaden kommen kann, so ist das das Ergebnis einer langen Entwicklung auf dem Gebiete der Unfallverhütung. Wer also eine Schutzvorrichtung entfernt oder unwirksam macht, der macht mit einem Handgriff jahrelange Bemühun­gen zunichte. Ordnungsmäßige Benutzung der an den Ma­schinen angebrachten Schutzvorrichtungen ist die Voraus­setzung für die Wirksamkeit der Unfalloerhütungsmaßnah- men. " Wenn du siehst, daß ein Mitarbeiter eine Schutzvor­richtung entfernt hat, so mache ihn in ruhiger Weise auf die drohende Gefahr aufmerksam, deren er sich vielleicht garnicht bewuQtaft. Ein gutes Wort findet einen guten Ort. —

Die Beleuchtung unsres Arbeitsplatzes.

Von Dr. med. Flafchenträger.

DaS Tageslicht übt auf das Wohlbefinden und die Stimmung deS Menschen einen angenehmen Einfluß aus. selbst für das Sehorgan ist bei anstrengenden Beschäftigungen, wie beim langen Lesen und Handar­beiten, daS direkte Himmelslicht die wohltuendste und beste Beleuchtung. Diese notwendige Helligkeit ist aber bei engen Straßen und hohen Häusern nur selten in den Erdgeschossen vorhanden, selbst wenn durch große Fenster, durch helle Wände, durch das zurückgeworfene Licht die Lichtmenge zunimmt, denn nur in den höher- gelegenen Zimmern oder bei freien Plätzen kann direktes Himmelslicht reichlich hereinstürmen, Für seine Arbeiten ist, soweit' möglich, daS Tageslicht jeder künstlichen Beleuchtung vorzuziehen.

Wenn auch die künstliche Beleuchtung daS Tages­licht nicht ersetzen kann, so braucht die Naharbeit an trüben Tagen oder des AbendS wegen der regulierbaren Helligkeit der elektrischen Beleuchtung durch die Ent­fernung und Stärke der Lichtquelle nicht eingeschränkt zu werden. Von allen künstlichen Lichtquellen ist am zweckmäßigsten das elektrische Licht mit Metallfaden­lampen, und zwar für Naharbeit eine Tischlampe mit einer die Lichtquelle einhüllende Metallglocke, welche keinen Lichtschimmer inS Auge dringen läßt. Die Licht­quelle soll wie durch einen Scheinwerfer auf die Arbeits­fläche geworfen werden ohne störende Spiegelungen. Der elektrische Beleuchtungskörper in Form einer über dem Tisch hängenden Krone oder das Gaslicht wirft ein spiegelndes Licht auf daS Papier, so daß daS Auge er, müdet

Die Beleuchtung bei Handarbeiten mit weißem Stoff braucht wegen der Zurückwerfung deS Lichtes und wegen Blendung nicht sehr groß zu sein (40 biS 50 Watt- Lampen), welche auch durch die Entfernung der Licht­quelle vermindert werden kann. Der milde Schein der Petroleumlampe kann im Notfalle für weiße Arbeiten auSreichen.

Für schwarze Handarbeit ist eine zwei- bis dreimal so starke Lichtquelle notwendig (80 bis 100 biS 150 Watt-Lampen), und starke Annäherung an die Lichtquelle; durch einen einfachen Kunstgriff kann die Helligkeit noch erhöht werden, indem der Arbeitstisch mit einer schneeweißen Tischdecke bedeckt wird. Deckenbeleuchtung (Gasbeleuchtung) oder indirekte Beleuchtung durch ver­steckte Lichtquelle kann dem Raum eine trauliche Stimmung geben, ist aber zum Arbeiten unbrauchbar und schadet dem Auge.

AlS Voraussetzung für angestrengte Näharbeit gilt ein dem Auge, dem Alter und der Beschäftigung genau angepaßtes Augenglas.