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Glutins Wer seine fötaler Ausgabe

Karlsruhe, 5. Januar.

Auf einer Veranstaltung der Deutschen Volkspartei in Pforzheim sprach Reichsaußenminister Dr. Curtius. Der Minister erklärte u. a.:

„Ich bin auch nach Baden gekommen, um mir für den schweren Gang nach Genf das Vertrauen meiner neue­sten Parteifreunde zu sichern, nachdem es mir gelungen ist, in Ostpreußen und Oberschlesien Vertrauen zu erwerben. Ich kann Ihnen nicht versprechen, daß wir in Genf lnent- scheidenden Fragen große außenpolitische Erfolge erzielen können, ich kann Ihnen aber wohl versprechen, daß ich mich für Deutschland und Deutschlands Ehre einsehen werde. Ich hoffe, den Widerhall der ganzen Ration für das zu finden, was ich in Genf zu erklären habe."

Er wolle, fuhr Dr. Curtius fort, keinen Optimismus pre­digen, denn dazu läge keine Veranlassung vor. Wir seien in ein neues Jahr von einer Schwere eingetreten, wie wir sie 1918 und 1923 nichterlebt haben. Niemand könne bis jetzt einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise zeigen und entscheidende außenpolitische Erfolge in Aussicht stellen. Doch sei es unsere Pflicht, nicht zu verzweifeln. Der Minister schloß mit einem Appell an das Verantwortungsbewußtsein und die Verantwortungsfreudigkeit seiner Partei und des ganzen Volkes.

Sie „vier Retter" Europas

Briand — Mussolini — Henderson — Curtius

London, 6 Januar.

In einem Aufsatz in „New Chronicle" führt Wilson Harris aus, Europa biete in wirtschaftlicher und poli­tischer Beziehung ein düsteres Bild. Es werde die Aufgabe von vier Männern fein, dem drohenden Unheil Einhalt zu gebieten. Als ersten dieser vier Männer nennt der Ver- j fasser Briand, dessen Ideen, wie er hinzufügt, ausge­zeichnet seien, der aber nicht die Persönlichkeit sei, die die Melt mit sich m i t r e i ß e n könne. Als zweiten bezeichnet Harris Mussolini, von dem er sagt, man könne bestimmt glauben, daß er friedfertige A b s i ch- t e n habe. Wenn er sich Briand bei dem Werk der Siche­rung des Friedens anschlösie, so würden die Aussichten rosi­ger sein. Hierzu komme, nach Ansicht des Verfassers. als dritter Henderson. Seine Vernunft und seine Stand- Haftigkeit würden bei einer Krisis Dienste leisten, wie sie weder Briand noch Mussolini leisten könne. Außerdem sei Henderson in der Lage, die wichtige Rolle des ehrlichen Mak­lers zu spielen. Die Beziehungen zwischen den Ländern Briands und Mussolinis seien gespannt. Das gleiche gelte von den Beziehungen zwischen den Ländern, die von Briand und von Dr. Curtius, dem vierten Mann in der Ge­meinschaft, vertreten werden. Henderson sei mit jedem ein­zelnen befreundet und befinde sich in einer einzigartigen Lage, der Völkerbundsratsgemeinschaft zu helfen.

Harris versucht dann, eine Charakteristik von Dr. Cur­tius zu geben. Er sagt von ihm: Dr. Curtius ist noch im­mer eine Art unbekannter Größe. Er trägt den Mantel Stresemanns, aber die Kraft und der Mut, die Strefemann dem Nachkriegseuropa so unschätzbar gemacht bwffljj^ hkEvblMkMf''M'' Wffi' ^fbhigf'Vn^ma^- '' voller Weise den deutschen Standpunkt in den vitalen Fragen der Ab rüstun g und der Minderheiten dar- zustellen, wie er dargestellt werden muß. Zum Schluß sagt der Verfasser:

Wenn diese vier Männer sich daran machten, die fran- zöfisch-ilakienischen und die polnisch-deutschen Schwierigkeiten und die Abrüstungsfrage zu klären, so würden sie Europa neues Selbstvertrauen geben. Aber nur Männer haben Aussicht auf Erfolg, die von der Ueberzeugung durchdrungen sind, daß Europas Krankheit ein sofortiges Heilmittel braucht.

Bei dem Fußballwettspiel zwischen Peru und Uruguay in Lima kam es unter den Zuschauern, vor allem Militär, zu einer Schlägerei, bei der fünf Personen getötet und zahl­reiche verletzt wurden.

Bor der Europalonlerenr

Die Anregungen der Reichsregierung.

Genf, 6. Januar.

Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht die Antwort der deutschen Regierung auf die Anfrage des Generalsekre­tärs vom 30. Oktober v. I. bezüglich der Tagung des Europa- Komitees am 16. Januar. Die deutsche Regierung betrachtet als die wichtigste Aufgabe der kommenden Tagung eine Ent­scheidung bezüglich der Festsetzung des Arbeitsprogramms. Zu den Punkten, die in dem Bericht des Generalsekretärs besonders erwähnt werden müßten, gehört nach Ansicht der deutschen Regierung insbesondere die Wirtschaftskonferenz der Regierungen, die im November in Genf getagt hat. Die deutsche Regierung weist auf die engen Beziehungen hm, die zwischen dieser Konferenz und den Arbeiten des Europa- Ausschusses bestehen. Die deutsche Regierung ist der Mei­nung, daß die Ergebnisse dieser Konferenz Gegenstand der Beratungen der Tagung des Europa-Komitees sein mußten. Sie behält sich vor, während der Tagung selbst noch andere Vorschläge über verschiedene Fragen zu machen.

Ane Lenlschrilt der Eenerallelretän

Der Generalsekretär des Völkerbundes hat für die Ta­gung eine Denkschrift ausgearbeitet, in der über den Stand der Arbeiten des Völkerbundes auf wirtschaftlichem, ver- kehrstechnischem und gesundheitlichem Gebiet berichtet wird. Im einzelnen wird auf wirtschaftlichem Gebiet auf die Be­mühungen des Völkerbundes, zu einer gewissen Stabili­sierung der Zölle zu kommen, verwiesen und er­wähnt, daß für die Inkraftsetzung der Genfer Handelskon­vention, die bisher trotz, ihrer Befristung auf den 1. April d. J. noch nicht in Krast getreten ist, eine neue Konferenz im März einberufen werden soll. Eine besondere Bedeutung käme den Verhandlungen auf Handelspoli­tischem Gebiet zu, die in Verfolg der Wirtschaftskon­ferenz vom November zwischen England und den Haupt­abnehmern englischer Waren zu erwarten seien. Es fei fer­ner wichtig, eine Prüfung der Konvention über die Abschaffung der Ausfuhrbeschränkungen oorzunehmen. Diese Konvention sei trotz der Notifizierung durch 18 europäische Staaten bis jetzt nicht in Kraft getre­ten und so ihrer günstigen Wirkungen für die Gestaltung der Verhältnisse in Europa beraubt worden. Angesichts der schweren Krise, unter der die Landwirtschaft leide, sei der Völkerbundsrat von der letzten Wirtschaftskonferenz, die sich namentlich mit den Verhältnissen der südost-europaischen Agrarstaaten befaßt habe, beauftragt worden, insbesondere die Frage des Agrarkredits zu untersuchen.

In dem Abschnitt über die Wirtschaftsfragen wird noch auf die Arbeiten des Völkerbundes auf dem Gebiete der Doppelbesteuerung und der Steuerflucht hingewiesen. Im zweiten und dritten Teil der Denkschrift wird die Tätigkeit des Völkerbundes auf dem Gebiete des Verkehrs und der Hygiene gestreift unter besonderer Hervorhebung ihrer Be­deutung für die Verhältnisse in Europa.

MoloiiiffsBericht

Gute Beziehungen zu Deutschland — Das Abrüstungsfiasko

Moskau, 6. Januar.

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exekutiokomitees einen ausführlichen Bericht über die wirt­schaftliche und die außenpolitische Lage. Er erklärte u. a„ die Tatsache, daß in der Sowjetunion die Arbeitslosigkeit im wesentlichen liquidiert sei und die gesamte Industrie aus den Siebenstundentag umgestellt werde, liefere einen hin­reichenden Beweis für die Besserung der Lage der Werk­tätigen in der Sowjetunion.

Zur außenpolitischen Lage erklärte Molotoff: Unsere Hauptaufgabe ist, die Ausführung des Volkswirtfchaftspla- nes zu sichern. Dazu ist uns Frieden notwendig. Die Sowjetunion baut den Sozialismus angesichts der Verschär­fung seitens der kapitalistischen Umwelt, angesichts einer wachsenden Unstabilität der internationalen Beziehungen auf. Die Weltkrise verstärkt sich noch. Ihren Höhepunkt wird sie offenbar 1931 erreichen. Selbstverständlich liegt eine wachsende politische Unstabilität in den Beziehungen zwi­schen den kapitalistischen Staaten vor. Die im November 1930 in Genf abgehaltene Weltwirtschaftskonferenz ist zu

remenel Ergebnissen gelangt. Mit einer Anzahl von Staa­ten entwickeln sich unsere Beziehungen, msbesondere die Handelsbeziehungen, normal Diesen Staaten gehören in erster Linie Deutschland, die Türkei, Italien, England, Schweden, Japan, Persien und Afghanistan an. Wir hof­fen auch aus günstige Vollendung der Arbeit der sowiet-chine- fischen Konferenz zur Durchführung des Chabarowsker Pro- trokolls.m erklärte Molotoff: Die Ergebnislosigkeit und Fruchtlosigkeit der Arbeit der Vorbereitenden Ab- rüstungskommission ist ein abermaliger Beweis für ote wach­sende Unstabilität der kapitalistischen Staaten. Während es in der Konferenz um die Abrüstungsfrage ging, boten die kapitalistischen Länder nach wie vor alles für eine weitere Steigerung der Rüstungen auf. Die Anhänger eines wahren Friedens — und unter diesen Anhängern gehört der erste Platz mit Recht der Sowjetunion - sollten ernst an die Interessen des Friedens und seine Festigung denken.

Zwischenfall im Oustrie-Aus schütz

Der Iustizminister enthält die Akten vor.

Paris, 6. Januar.

Der parlamentarische Untersuchungsausschuß zur Prü- fung der Angelegenheit Oustric und anderer Finanzangele- genheiten, wollte gestern, nachdem er am 27. Dezember seine Arbeiten eingestellt hatte, diese wieder aufnehmen. Er konnte aber in die Vernehmung der geladenen Zeugen nicht emtre- ten, da sich „

ein ernster Zwischenfall

ereignete. Vor dem Sturz des Kabinetts Tardieu hatte Ju­stizminister Cheron erklärt, er werde alles tun, um dem Untersuchungsausschuß die Durchführung seiner Aufgabe zu erleichtern. 'Nun teilte der Vorsitzende des Untersuchunas- ausschusses, Abgeordneter Marin, jedoch mit, der 3uftik minister habe ihm erklärt, er könne die Akten nicht über­mitteln, weil der Untersuchungsrichter sich geweigert habe, sie dem parlamentarischen Ausschuß zur Verfügung zu stellen. Es entstand eine lebhafte Aussprache, in deren Verlauf einige Mitglieder erklärten, wenn dieser Beschluß des Justizmini- sters aufrechterhalten bleibe, mühten sie demissionieren, da ihnen die Durchführung ihrer Aufgabe unmöglich gemacht wurde. Schließlich wurde beschlossen, daß.das Buro des Un­tersuchungsausschusses einen Schritt beim Justizminister un­ternehmen soll, um die Akten zu erhalten.

Meuterei aus englischem Kriegsschiff?

Vorfall wird von Admiralität geheimgehalten.

London, 6. Januar.

Die Admiralität gab eine kurze Mitteilung an die Presse aus, die besagt, der Oberbefehlshaber der Devonport-Werft, Admiral Sir Hubert Brand, werde im Zusammenhang mit den Zwischenfällen an Bord des U-Boot-Depotschiffes „Lucia" eine Untersuchung anstellen.

Eine nähere Aufklärung darüber, um was für Awischen- fälle es sich dabei handelt, liegt nicht vor. Den Blättern zu­folge wurden 42 Mann von dem Depolschiff gelandet und nach der Marinekaserne in Devonport gebracht. Sie wurden durch Mannschaften aus der Kaserne erseht. Die „Lucia" soll „am Donnerstag ihre Frühjahrskreuzfahrt antreten. ----„-»an^ ^mnr~^H^"i^ im Jahre IVst^' auf einer englischen Werft für die Hamburg-Amerika-Linie gebaut worden, wo sie den Namen „Spreewald" führte. Sie wurde im September 1914 von einem britischen Kriegsschiff aufgebracht und in ein U-Boot-Depotschiff umgewandelt. Sie hat 5805 Tonnen Wasserverdrängung und eine Be- satzung von 262 Mann.

Die Admiralität veröffentlicht ein Kommunique über die Zwischenfälle an Bod des Unterseeboot-Depotschiffes „Lucia", in dem gesagt wird, daß sich am Vormittag des 4. Januar an Bord der „Lucia" ein Verstoß gegen die Disziplin ereignet habe indem 30 Mann der Besatzung den Dienst verweigerten und sich in den Mannschaftsräumen einschlossen, als sie den Befehl erhielten, an Deck Dienst zu tun. Die Schuldigen seien verhaftet und in die Marinekaserne gebracht worden. Ein Untersuchungsgericht fei heute zusammengetreten und werde sich auch morgen mit der Angelegenheit befassen. Weitere Maßnahmen hingen von dem Ergebnis der Untersuchung ab.

Der Liebe Sieg

! Roman von Margarete Ankelmann

■i_ Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale)

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Heiner war ans Fenster getreten. Nicht einen Laut hatte er von sich gegeben, obwohl wild und mächtig das Blut in seinen Adern tobte. Sie war zu ihm gekommen — allein — von selbst. Was wollte sie von ihm? Was hatte das zu bedeuten? Warum rührte sie sich nicht?

Und wenn es Abend werden sollte und sie beide hier so im Zimmer blieben, er würde nicht das erste Wort sprechen.

Da fühlte er zwei Hände auf seinem Arm, hörte er eine leise Stimme betteln:

„Heiner, sei wieder gut. Vergib mir! Ich habe dich so lieb und ich weiß, ich habe dir unrecht getan. Heiner ..."

Leise, ganz zart hatte sie die Arme um seinen Hals ge­legt, sah ihn an mit ihren schönen Augen, aus denen jetzt langsam die Tränen rollten.

Da riß der Mann mit einem Jubelruf die bebende Ge­stalt an sich, da küßte er den langentbehrten Mund mit einer nie gekannten Glut. Hingeschmiegt lag Sylphe in seinen Armen, an seiner Schulter. Heiner hielt sein Weib, als wollte er es nie mehr von sich lassen. Tief schauten ihre Augen ineinander.

Leise lachte plötzlich Sylphe auf, leise und glücklich.

„Du, Heiner, ich habe dir noch etwas zu sagen, etwas Köstliches, Herrliches ... Ich habe ein Geschenk für dich ... Weißt du mchl, was es ist?"

Und da Heiner sie fragend ansah, flüsterte sie ihm ihr zärtliches Geheimnis ins Ohr.

Ein Aufschrei kam von den Lippen des Mannes, noch heißer preßte er seine Frau an sich, wortlos vor unend­lichem Glück; dann hob er sie sacht empor und trug sie zu dem Ruhebett, auf das er sie sanft niederlegte. Dann sank er vor ihr auf die Knie und küßte immer und immer

wieder die schönen, schmalen Hände, die vor ihm ruhten. Es war wie eine stille Abbitte.

Sprechen konnten sie beide nicht, das unerwartete Glück hatte sie stumm gemacht und das Süße, Berauschende, das noch kommen würde.

Erst nach langer, langer Zeit fanden sie Worte. Sie saßen beieinander und sprachen von dem Kind, das ihnen beiden gehören und das ein noch festeres Band um sie schlingen würde, ein Band, das durch nichts mehr zer­rissen werden konnte.

Einige Tage blieb Sylphe zusammen mit Heiner auf dem kleinen Gut; dann fuhren beide nach Felseneck zurück.

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Zu Ostern kamen die Reifenden zurück. Nichts verriet mehr, daß Ruth eine schwere Krankheit hinter sich hatte, nichts, als ein fingerbreiter, silberner Streifen über dem linken Ohr, der ihrem Gesicht einen noch eigenartigeren Reiz verlieh.

Hans Ungahr und Jose de Este waren zu Ostern nach Felseneck gekommen. Der Amerikaner war von neuem ent­zückt, als er seine kleine Braut wied^rsah.

Viktoria war köstlich erblüht in diesen langen Wochen der Einsamkeit; aus dem Mädchen war ein junges, strah­lendes Weib geworden, das leuchtend auf den Tag war­tete, der es mit dem Geliebten vereinen würde.

Martine von Dorne hatte ihre Verlobung angezeigt, und zwar mit dem Regierungsrat Waldemar Fromm. Eines Tages war sie auch erschienen, um ihren Verlobten der Familie zu präsentieren. Martine sah gut aus, war schlanker geworden, und ihre Augen gingen nicht mehr so kokett wie sonst im Kreise hin und her.

Als Marline mit ihrem Bräutigam wieder fort war, stand Heiner vor seiner Frau und sah sie wortlos an.

„Ach, Heiner, ich war so dumm", sagte Sylphe, und hielt lächelnd still, als ihr Mann einen heißen Kuß aus ihre Lippen drückte.

Am ersten Pfingstfeiertage wurde in der kleinen Felsen- eckschen Schloßkapelle der Segen gesprochen über die beiden Töchter des Hauses.

Rührend, wie ein Engel, sah Die Jüngste aus in den zarten Spitzen, die weich ihre schmale Gestatt umflossen; fast überirdisch schön Ruth, die sich weich und innig an den geliebten Mann schmiegte.

Der alte Geistliche, der die beiden Bräute schon als Kinder betreut hatte, sprach eindringliche und warme Worte, und es lag ein frommer und ehrwürdiger Hauch über dieser Feier, den die beiden Paare mit hinausnehmen würden in ihr künftiges Leben.

Der Trauung folgte ein stilles, im engsten Familien­kreise abgehaltenes Fest.

Desto lebhafter ging es im Dorfe zu, wo man die Doppelhochzeit bei Freibier und anderen schönen Sachen eifrig feierte.

Am Abend waren sie dann vavongefahren. Hans Un­gahr und Ruth wollten eine kleine Hochzeitreise machen, hinunter in die Alpen, ehe sie in Eggenheim das „Ver­wunschene Schloß" bezogen.

Viktoria, die kleine Viktoria, mußte nun schweren Ab­schied nehmen, einen Abschied für lange Zeit; aber als sie im Wagen saß, dicht umfangen von den Armen ihres Mannes, da hatte sie schnell ihre Tränen getrocknet. Sie wußte, daß überall dort ihre Heimat war, wo sie mit diesem Manne weilte, und daß er ihr alles das ersetzen würde, was sie hier zurücklassen mußte.

Es war still geworden auf Felseneck.

Sylphe und Heiner saßen im reizenden Wohnzimmer der jungen Frau. Das große Licht hatte' Sylphe aus­gedreht, nur die Stehlampe verbreitete einen ganz matten Schein.

Heiner lag in einem Sessel und hatte Sylphe zu sich heruntergezogen, auf seine Knie. Die beiden sprachen kein Wort.

Sie feierten eine jener heiligen Stunden, wie sie nicht häufig vorkommen im Leben der Menschen, und sie wußten, daß sie zusammengehörten und daß ihre Liebe den Sieg davongetragen hatte über alle Fährnisse.

Ende. j