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Allerlei Neuigkeiten

Erdstoß in Ober-Baden und Elsaß. In verschiedenen Orten Ober-Vadens, so in Freiburg im Breisgau und im Gebiet um Donaueschingen, ist in der Nacht zum Donners­tag wiederum ein Erdstoß wahrgenommen worden, der von längerem tieferen Rollen und leichtem Schwanken der Erdoberfläche begleitet war. Die Richtung des Erdstoßes wird mit Nordost-Südwest bezw. Nordsüd angegeben Zu gleicher'Zeit wurde in Mülhausen im Elsaß ein mehrere Se­kunden andauerndes leichtes Erdbeben verspürt, das, soweit bisher bekannt, keinen Schaden angerichtet hat.

Ueber Bord gefallen und ertrunken. Bei Uebungen der 3. Torpedobootflottille ist der Obermatrofen-Gefreite Horst­mann vom Torpedoboot „Luchs" über Bord gefallen und ertrunken. Rettungsversuche blieben erfolglos. Die Leiche konnte bisher nicht gefunden werden.

Zwei Flugzeugunfälle in Frankreich. Ueber dem Flug- platz Öftres bei Marseille stürzte ein Marineflugschüler bei Flugubungen ab. Der Apparat ging in Trümmer, der In­sasse wurde getötet. — Bei Chartres stürzte ein Militärflug­zeug aus Le Bourget ab. Die beiden Insassen trugen schwere Verletzungen davon. ' v

Todesstürze von Wolkenkratzern. In der Newyorker Wallstreet begingen zwei Männer dadurch Selbstmord, daß sie sich von Wolkenkratzern herabstürzten. Der eine sprang vom 13. Stockwerk des Equitablegebäudes in die Tiefe. Er stürzte auf einen Lastkraftwagen und erschlug mit dem Gewicht seines Körpers den Führer dieses Wagens. Der andere stürzte sich vom 24. Stockwerk des Singer-Gebäudes herab. Er fiel an der Broadway-Front angesichts Tausen­der von Vorübergehenden auf einen Vorfpnmq des 14. Stockwerks, wo er tot liegen blieb.

„-„„^brennung durch Röntgenstrahlen. Vor einer Zi- Frankfurt a. M. schwebte seit etwa Jahres- Schadensersatzprozeß, der nunmehr kenkwJahre 1924 befand sich im Kran-

^ ^raelitischen Gemeinde ein Patient, der dort geröntgt wurde. Nach den Bestrahlungen zeigten sich an fernem Köper Beschädigungen, die auf Verbrennungen durch

Dteje Ronigönvsyändkung zurückzuführen waren. Der Pa- von der Gemeinde Schadensersatz in Höhe von 3-800 Mark. Die gerichtlichen Feststellungen ergaben, daß eine Ueberdosierung stattgefunden habe, unb zwar betrug die Intensität der Strahlen 130 Prozent, während nur

% Zulässig sind. Das Landgericht Frankfurt a. M. kam zur Abweisung der Klage. Es stellte sich dabei auf den Standpunkt, daß zwar eine Ueberdosierung vorlag, es sei aber nicht gelungen, darzutun, daß diese Ueberdosierung auf ein Verschulden der Aerzte zurückzuführen sei. Diesen Beweis habe der Patient nicht erbringen können. Die Appa­ratur, die geprüft wurde, sei vollkommen in Ordnung be­funden worden.

Turnen und Sporr

Die Sanumeiskerschaften. Anfang März 1931 findet in Dresden der Verbandstag des Deutschen Kanu-Verbandes statt. Die Verbandssegel-Wettfahrt wird "d) bei Duisburg abspielen, während die Langstrecken-:, isterschasten im Faltboot auf der Rheinstrecke Orsoy-Wessi nattfinden.

Rekordversuche im Schwimmen. Bei dem internatio­nalen Schwimmfest des SE. Düsseldor' unternimmt die Französin Yvonne Godard Schwimm-? Versuche. Sie beabsichtigt, den Europarekord über 2C vleter und den Weltrekord über 100 Meter Freistil anz- ?ifen.

Der Belgier Roth, der Europameister im Welterge- wicht, besiegte Raphael-Par-s im 15°Rundenkampf nach Punkten.

Volkswirtschaft

Berliner Effektenbörse

Die weitere Entspannung am Devisenmarkt bildete die Haupt­anregung zu einer Aufwärtsbewegung. Es wäre jedoch falsch, wenn man an die heutigen Kursbesserungen zu hohe Erwartungen knüpfte. Die Befestigung ist wohl hauptsächlich eine Folge des starken Deckungsbedürfnisses der Spekulation. Die größte Steige­rung hatten Berger Tiefbau mit einem Sprung auf 234 (plus 15%) aufzuweilen. Darauf folaten Salzdetfurtb mit einer Er»

höhung auf 272 (plus 11^). Sehr fest lagen auch J. G. Farben, die einen Kurs von 138% (plus 5%) erreichten.

Am Geldmarkt hat die Anspannung etwas nachgelassen. Ta­gesgeld wurde mit 4,5—6,5% genannt. Monatsgeld 6—7%, bank- girierte Warenwechsel etwa 5,5%.

Am Devisenmarkt wurde der Dollar mit 4,2005 und das eng­lische Pfund mit 20,409 gehandelt.

Berliner Produktenbörse

Notierungen:

Der Getreidemarkt setzte in fester Haltung ein. Die Notierun­gen konnten für Roggen sogar um 2 Mark anziehen. Dabei fan­den beträchtliche Umsätze statt. Weizen wurde ebenfalls um 1 Mk. höher notiert. Mehl wurde zu unveränderten Preisen angeboten. Hafer und Gerste ruhig.

Weizen ab mark. Etat. 224—226

Weizenkl.-Melasse

Roggen do. 141—143

Raps

Braugerste do. 184—210

Leinsaat

Futter- u. Jndust.-

Viktoriaerbsen

29,00—33,00

Gerste do. 166—180

Kl. Speiseerbsen

—

Hafer do. 142—155

Futtererbsen

19,00—21,00

Mais loko Berlin —

Peluschken

—

Waggfr. Hbg. —

Ackerbohnen

17,00—18,00

Weizenmehl p. 100

Wicken

18,50—20,50

Kilo fr. Bln. br.

Lupinen, blaue

inkl. Sack (feinste Marke üb. Not.) 27,00—35,00

Lupinen, gelbe

Serradella, neu

—

Roggenmehl p. 100 Kilo fr. Bln. br.

Rapskuchen, 38%

Leinkuchen, 37%

9,30—9,80 15,10—15,20

inkl. Sack 23,25—26,25

Trockenschnitzel

5,30—5,80

Weizenkleie fr. Bln. 7,50—8,00

Soyaschrot, 45% Kartoffelflocken

12,60—13,10

Roggenkleie fr. Bln. 7,25—7,50

—

Frankfurter Viehmarkt vom 16. Oktober. Der Auftrieb des Nebenmarktes bestand aus 13 Rindern, 671 Kälbern, 399 Schafen, 670 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des letzten Nebenmarktes waren 38 Rinder und 81 Schafe weniger, dagegen standen 53 Kälber und 167 Schweine mehr zum Verkauf. Notiert wurden Kälber: 78-81, 73—77, 66—72, Schafe 48—51, 42—47, 35—41. Verglichen mit den Preisen des letzten Hauptmalktes waren Kälber 1 M., Schafe 2 M. niedriger. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft, Schweine schleppend, Uebelstand.

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