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20. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Man? Du hast die jungen ^eute verlobt."

Mit ihrer Zustimmung! Sie müssen sich doch gern gehabt haben."

Alles Unsinn! Sie waren Kinder weiches Wachs in deiner Hand. Du hast ihnen einfach deinen Willen auf­gezwungen. Mache nur nicht ein so unschuldiges Gesicht! Du bist wirklich ein richtiger Haustyrann, und es ist dir ganz gleich, ob die jungen Leute unglücklich werden. Wenn du nur deinen Kopf durchsetzen kannst!"

Ich will dir beweisen, liebe Charlotte, daß du mir unrecht tust!" sagte der Rentier sanft.Unter gewissen Umständen, auf die ich noch zurückkomme, würde ich in die Auflösung dieser Verlobung willigen."

Willigen?" Frau Charlotte lachte spöttisch.Du brauchst gar nicht mehr einzuwilligen. Fritz ist ja mün­dig, und da er nicht mehr von dir abhängig ist"

Wieso? Wieso?" Herr Kaltenbach sprang erregt auf. Solange er in meinem Hause wohnt"

Er wohnt aber nicht mehr hier. Soeben packt er seine Sachen zusammen. Vorläufig zieht er zu einem Bekann­ten, bis er später mit mir und Kolbs und vielleicht auch Anna zusammenwohnen kann."Mit wem?"

Herrn Kaltenbach schnappte die Stimme über. War denn die Schwägerin plötzlich auch verrückt geworden? .

Es ist bereits alles verabredet", fuhr diese gelassen fort.Wir ziehen alle zusammen. Denn du glaubst doch nicht, daß ich nach dem Vorgesallenen noch länger in deinem Hause bleibe. Fritz tritt bei Maxis Professor ein, der ihm einen kleinen Anfangsgehalt zahlen wird. Außer­dem helfe ich ihm weiter, bis er später mit Maxi zusammen ein Zahnatelier eröffnen kann."

Das ist ja ein wahres Komplott, das ihr da hinter meinem Rücken geschmiedet habt!" rief Kaltenbach wütend.

Am liebsten hätte er jetzt der Schwägerin seine wahre Meinung gesagt; aber leider mußte er sich zurückhalten.

Run du hast uns ja auch nicht gefragt, als du plötz­lich das Aufgebot bestellt und Kolb gekündigt hast."

Du sprachst da auch von Anna", sagte Kaltenbach schnell, der es vermeiden wollte, auf dies gefährliche Thema näher einzugehen.Die ist unmündig, steht unter meiner Vormundschaft die kann nicht beliebig fortlaufen wie ihr!"

Hindere sie doch daran! Willst du sie vielleicht von der Polizei holen lassen?"

Wenn man mich reizt, wenn man sich gegen mich auf- lehnt.. "

Wird dir viel helfen, Kaltenbach! Dann läuft sie dir immer wieder fort. Man kann eine» erwachsenen Menschen doch nicht einsperren. Das kann nicht einmal ein Vater; aber ein Vormund macht sich einfach lächerlich damit. Schlimmstenfalls, wenn sie bei uns nicht bleiben kann, geht sie zur Bühne, und ich begleite sie. Dann suche uns!"

Aber zum Heiraten muß sie meine Einwilligung haben!" rief Kaltenbach triumphierend.Und dazu könnt ihr mich nicht zwingen."

Dann warten die jungen Leute noch einige Jahre. Sie sind ja noch jung. Uebrigens, wenn man Geld und Energie hat, geht auch das. Man geht nach England. Aber das kann dir ja eigentlich ganz egal sein", sagte Frau Char­lotte plötzlich in verändertem Ton.Den Fritz nimmt sie ja doch nicht. Was hast du also gegen den armen Ahlers?"

Kaltenbach brütete einige Augenblicke stumm vor sich hin. Da hatte sie eigentlich recht. Seinem scharfen Ver­stand entging die Zwangslage nicht, in der er jetzt steckte. Wenn Charlotte den Jungen unterstützte, wenn er wirklich -fortzog, konnte er ihn nicht mehr zwingen; auch später nicht Den Plan mußte er endgültig aufgeben. Und dann konnte es ihm ja eigentlich gleich sein, wen die Kleine ein- mal heiratete ob Ahlers oder einen anderen. Dieses Spiel war verloren; es hieß nun gute Miene dazu machen und wenigstens das andere gewinnen.

Ihr tut mir alle bitter unrecht", sagte er plötzlich ganz weich, und versuchte vergeblich, eine Träne in seinem Auge zu zerdrücken, die durchaus nicht kommen wollte. Ich bin wirklich nicht der Tyrann, für den ihr mich haltet. Ich habe nur das Wohl meiner Kinder im Auge."

Und dein eigenes!" warf die Tante ironisch ein.

Er über hörte das geflissentlich. Seine Rache kam später.

Was mich aber vor allem schmerzt", fuhr er gerührt fort,ist, daß auch du mich verlassen willst, gerade in dem Augenblick, in dem ich unsere beiden Geschicke enger zu verbinden hoffte."

Ja, ich weiß! Fritz hat mir von den Dummheiten gesprochen."

Dummheiten?! Charlotte!"

Ra, du wirst mir doch nicht einreden wollen, daß du mich - haha, mich liebst und ohne mich nicht mehr leben kannst! Für Romeo und Julia sind wir doch beide ein bißchen zu alt, Kaltenbach; besonders der Romeo!"

Nein, liebe Charlotte, ich will dir keine solche Komödie vorspielen. Was heißt Liebe? Die Jugend hält ihre un­reifen Leidenschaften dafür. Der gereifte, erfahrene Mann begnügt sich mit Freundschaft und Sympathie, und die empfinde ich für dich. Und dann nun ja, es wäre doch schön, wenn hier wieder eine Hausfrau waltete, eine Mutter meiner Kinder"

Ach was - Redensarten! Du tyrannisierst/dekne Kin­der oder jagst sie aus dem Hause. Was soll da/eine Mutter, auf die du noch nicht hören würdest?"

Wenn du einwilligst, meine Frau zMwerden, würde ich allen deinen Wünschen entgegenkommen", sagte Kal­tenbach schnell.

Was heißt das? Komm mir aber, bitte, nicht mit der Entlobung I Dazu brauchen wir dich nicht mehr."

Ich würde also meine Einwilligung geben, daß Anna und Ahlers Wenn sie glaubt, daß sie ihr Glück mit ihm findet!"

Und Kolbs!"

Sollen wohnen bleiben, wenn du wiW, Charlotte!

a Robert Misch : Der Geizhals: Copyright t>\ Martin Fpuchtwanger, Halle (Saale) t^iJ^lWB^^BMMMiJItfUiMMiMiJUfcEMKMBffi^MBSfelilttHtfa'^WMWiWISttiMättMtiiiaitatMiatfiBBbKMeiillllMIIIWMUKSiffi?^

Gut; ich werde es mir überlegen."

Was braucht es da langes Ueberlegen?"

Nun, nun du bist ja merkwürdig stürmisch. Man sollte denken, du liebtest mich wahnsinnig. Vernunftehen, wie die. unsere, müssen reiflich erwogen werden."

Habe ich habe ich getan! Und ich finde, es paßt alles vorzüglich: Alter, äußere Umstände, die Charaktere."

Findest du?"

Herr Kaltenbach schien die leise Ironie der Frage nicht zu hören, oder er wollte sie nicht hören, denn er rief im Brustton ehrlichster Ueberzeugung:

Sind wir nicht im ganzen sehr gut miteinander aus­gekommen? Habe ich mich nicht deinen Wünschen in allen Stücken gefügt? Kleine Differenzen kommen ja in jeder Familie und beim glücklichsten Ehepaar vor. Uebrigens habe ich auch mit meiner seligen Frau sehr glücklich gelebt. Ich bin eben zum Ehemann prädestiniert."

Frau Charlotte hatte die Selige, zu deren Nachfolgerin sie der Rentier ausersehen, nicht persönlich gekannt. Aber sie mußte nach allem, was man von ihr hörte, sehr sanft und geduldig gewesen sein: sonst hätte sich Herr Kalten­bach auch nicht zu dem männlichen Hausdrachen aus­wachsen können, den sie bei ihrer Ankunft vorgefunden und erst mühsam hatte zähmen müssen.

Sie traute sich allerdings zu, mit ihm fertig zu werden; und es reizte sie fast, den Kampf aufzunehmen. Sie hatte auch, seitdem sie seine Absichten mit dem feinen Instinkt ihres Geschlechts gewittert, bereits reiflich darüber nach­gedacht. Aber sie wollte noch einmal mit sich zu Rate gehen und vor allen Dingen nicht so schnell und hastig zugreifen.

Nun jedenfalls wirst du dich bis morgen gedulden können", erwiderte sie ruhig, während sie sich ihren Pa­pieren wieder zuwandte.

Nachdem er gegangen war, saß Frau Charlotte noch lange sinnend vor ihrem Schreibtisch, der mit Briefen, Dokumenten und Rechnungsbüchern bedeckt war. Sie schrieb Zahlenreihen nieder, sie addierte und rechnete, dann seufzte sie und zuckte lächelnd mit den Achseln.

Es war ein unangenehmer Tag für Herrn Kaltenbach. Alle gingen ihm aus dem Wege. Fritz hatte wirklich seine Siebensachen zusammengepackt und war nun weggezogen. Seine Nichte schmollte mit ihm und speiste mit der Tante oben bei Kolbs. Toni hatte bei Tisch alberne Bemerkun- gen gemacht: einen Referendar, der nichts hätte, würde sie freilich nicht nehmen, sie richte ihre Ansprüche höher. Und auf seine Frage:Dann muß es wohl gleich ein Fürst sein?" hatte das dumme Ding freudestrahlend geant­wortet:

Oh, mir genügt schon ein Graf."

Das waren seine Kinder! Der eine wollte den Leuten durchaus Zähne ausreißen, statt ein solider Kaufmann zu werden und viel Geld zu verdienen; er löste eine glän­zende Partie auf und lies ihm schließlich davon, weil er sich von seinem gerechten Zorn-hatte hinreißen lassen.

Und seine Gans von Tochter wiegte sich in phantasti­schen Ideen. Wenn dann ein solider Mann kam, der in Weißwaren, Bier oder Steinkohlen reiste, wies sie ihn wo­möglich ab.

Wirklich, wenn er nicht für die Zukunft der Kinder sorgte, würde es ihnen einmal schlecht gehen. Er war wohlhabend? nun ja, gottlob..., hatte sich auch gequält genug! Aber 'bei dem heutigen, niedrigen, noch immer sinkenden Zinsfuß, dem immer teurer werdenden Leben und den wachsenden Ansprüchen an dasselbe, war dies Vermögen, nochchazu durch zwei dividiert, nicht groß ge­nug, um den Kindern eine glänzende Zukunft zu sichern. i

Also brachte er eigentlich seinen Kindern ein großes Opfer, wenn er die Schwägerin heiratete. Aber erkannten sie es denn an? Toni hatte sich sogar eine anzügliche Be­merkung erlaubt,, als, ob er eigentlich viel zu alt sei zum Heiraten.

Nachmittags ging er in seinen Kegelklub, von wo er erst ziemlich spät heimkam. Gleich am anderen Morgen ließ ihn die Schwägerin rufen, und er bekam wahrhaftig Herzklopfen. Das ging ihm übrigens vor jeder wichtigen Entscheidung, so. Als er damals den großen Prozeß um ein Objekt von dreißigtausend Mark führte, hatte er Brom nehmen müssen, um seine Nerven zu beruhigen. Und hier handelte es f«^ noch um ganz andere Summen. Endlich sollte es sich entscheiden, ob das große Vermögen sein würde, unantastbar sein.

Frau Charlotte empfing ihn freundlicher als gestern, und das war ein gutes Zeichen.

Run, Kaltenbach, willst du mich noch immer heiraten?" leitete sie lächelnd die Verhandlungen ein.

Es ist mein sehnlichster Wunsch, liebe Charlotte."

Er legte beteuernd seine Hand auf die Stelle, wo andere Leute ihr Herz haben.

Nun gutich will? unter gewissen Bedingungen ein- willigen."

Herr Kaltenbach spitzte die Ohren. Sobald von Be­dingungen die Rede war, wurde er ganz Geschäftsmann.

Nun?"

Du willigst in die Heirat der jungen Leute, aber schriftlich, beim Notar. Ferner setzt du mir für die Wirt­schaft und meine Toilettenbedürfnisse eine gewisse Summe aus, deren Höhe ich noch bestimmen werde."

Teufel, die Schwägerin war eine kluge Geschäftsdame! Das imponierte ihm, wenn ihm auch die schriftliche Fixie­rung, besonders, aber der letzte Punkt recht unbequem war. Er wehrte sich auch dagegen, sprach von einemunberech­tigten und beleidigenden Mißtrauen", von einemdummen Stück Papier", das sichzwischen zwei Ehegatten schiebe, wo doch vollstes Vertrauen am Platze wäre". Beinah glaubte er selbst daran, so überzeugend redete er. Doch die Schwägerin bliebe Merschütterlich. Er mußte nachgeben oder verzichten.,^, .

llebrigous jagte er sich selbst zum Troste, daß er sich über die letztere Bedingung, hatte er sie erst einmalfest am Bändel", leicht hinwegsetzen könne. Das hing doch bloß von ihm ab, wieviel Geld er seiner Frau geben wollte Sie konnte doch ihren Ehemann nicht gerichtlich zwinge»

Uebrigens erleichterte ihm dieses wesentlich, nun amb seinerseits Bedingungen zu stellen: Erstens müsse ib, Vermögen nach ihrem Tode an die Kinder fallen, bezie hungsweise an ihn, wenn er sie, was ja gottlob nicht z» befürchten wäre, überleben würde.

Das sei stets ihre Absicht gewesen, meinte Frau Chat lotte, ihr Geld einmal seinen Kindern zu vermache» Ueberlebe er sie, so könne er aber nur die Nutznießung haben. Selbstverständlich müsse er sich, was sein $en mögen betreffe, zu dem gleichen verstehen: ihr die Nutz­nießung, wenn sie ihn überlebe den Kindern die Erb­schaft.

Sich so fest seinen Kindern und seiner Frau gegenüber zu binden, paßte ihm eigentlich nicht recht in den Kram. Denn damit gab er eine scharfe und nützliche Waffe aus der Hand. Es war so angenehm, ihnen beim geringsten Widerstand mit Enterbung zu drohen. Aber was blieb ihm übrig? Herr Kaltenbach sagte auch dies zu, verlangte nun aber zweitens, daß ihm die Schwägerin die Verwal­tung und die Nutznießung ihres Vermögens übertrüge, also völlige Gütergemeinschaft.

Dagegen sträubte sie sich aber entschieden. Vollkommene Gütertrennung und volles Verfügungsrecht über ihr Ein­kommen, anders willige sie nicht in die Heirat.

Ja, aber was willst du denn mit den Zinsen machen?" rief Kaltenbach empört.

Das. ist meine Sache. Ich muß doch Nadel- und Toi- lettengeld haben!"

Die ganzen Zinsen willst du für dich?"

Du überschätzt das wohl, lieber Kaltenbach."

Er blickte sie verblüfft an. Solche Scherze in Geldsachen liebte er nun gar nicht.

Möglich! Du hast mich bisher so wenig deines Ver­trauens gewürdigt. Also wie hoch beläuft sich dein Ein­kommen ungefähr?"

Lieber Emil, du wirst mir erlauben, das für mich zu behalten, wenigstens vorläufig. Aber so reich, wie du zu denken scheinst, bin ich nicht. Wenn du mich also nur meines Geldes wegen"

Herr Kaltenbach versicherte entrüstet, daß sie ihm bitte­res Unrecht damit zufüge. Einen Moment wurde er aber doch stutzig. Aber das war ja Unsinn. Daß Mr. Seymour steinreich gewesen, war ja notorisch. Er hatte ja genaueste Erkundigungen eingezogen. Und sie war seine einzige Erbin; der Verstorbene hatte weder Geschwister, noch Kin­der oder nähere Verwandte gehabt, das wußte er genau. Und sie empfing Briefe und Abrechnungen einer großen amerikanischen Bank; das hatte er ausspioniert. Die Schwägerin tat einfach, was er selbst und alle reichen Leute machten, sie gab nicht zu, daß sie reich war. Das gestand auch er niemals ein, kümmerte auch keinen Menschen.

Noch einmal versuchte er, sie anderen Sinnes zu machen; aber Frau Charlotte blieb standhaft.

Und so willigte er denn ein.

Mit einem ironischen Lächeln reichte sie ihm die Stirn, auf die er einen feierlichen Verlobungskuß drückte.

Wie staunten die Nachbarn und Bekannten, als wenige Tage später die Nachricht in den gelesensten Blättern Ber­lins erschien, daß sich Herr Kaltenbach und Frau Charlotle Seymour dem geehrten Publikum als Verlobte emp­fahlen.

Sein Kegelklub begrüßte ihn mit Hallo, und er mußte eine Bowle stiften. Das war schmerzlich. Noch schmerz­licher, daß er aus den tiefsten Tiefen seines Geldschrankes den Brillantenschmuck seiner Seligen hervorkramen, beim Juwelier umarbeiten lassen und ihn schließlich der Schwägerin als Braut und Liebesgabe verehren mußte. Doch tröstete er sich damit: was ihr gehörte, gehörte ja nun auch ihm.

Kurz nach Ostern sollte die Doppelhochzeit stattfinden, natürlich nur im engsten Familienkreise. Die beiden jun­gen Leutchen waren zwar noch reichlich jung; Ahlers wurde im Früh-Sommer fünfundzwanzig, und die Braut hatte erst kürzlich ihr achtzehntes Lebensjahr vollendet. Aber von einer Verschiebung der Hochzeit hatten sie beide nichts wissen wollen. Ahlers mußte sich nun bald auf das Staatsexamen vorbereiten, und er behauptete, daß ihn die Brautschaft dabei stören, die Ehe aber mit ihrer behag­lichen Häuslichkeit fördern würde.

Haben können sie es ja!" meinte Die Tante, die gegen Kaltenbach für die jungen Leute Partei nahm.

Der Rentier hätte zwar noch gern den reichlich be­messenen Pensionszuschuß der Richte zugunsten seines Haushalts und Etats weiter verrechnet, fügte sich aber schließlich der Majorität. Solange er.noch nicht verheiratet war, mußte er sich überhaupt noch fügen. Der notarielle Ehevertrag war zwar, genau nach den mündlichen Ab­machungen, bereits geschlossen worden; aber Frau Char­lotte konnte noch immer im letzten Moment zurücktreten.

Kolb hatte er auch, und zwar unkündbar, wohnen lassen müssen, ohne die rechtmäßige Miete jemals erhöhen zu dürfen. Das war ebenfalls schriftlich und notariell fixiert worden.

Ruhe und Frieden waren nun wieder in die Villa Kal­tenbach eingezogen. Ja, man verhätschelte ihn jetzt ordent­lich, nachdem er sich allen Wünschen der Weiber gefügt hatte. Anna nannte ihnOnkelchen", zuweilen sogar Papachen", Ahlers, dem er wirklich zähneknirschend hatte Abbitte leisten müssen,Schwiegeronkelchen", und seine Braut mit dem Vornamen oder, wenn sie besonders guter Laune war, auch wohlMännchen". Kurz: sie bildeten jetzt, wie Ahlers es nannte:eine rührende Familiengruppe bei de umjestoßene Petroleumlampe."

(Fortsetzung folgt.)