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finzelgenperl»: Oft einspaltig» Petitzelle 15 Pfennig, dir ReNamezell» 50 Pfennig. (Grun-schrist Korpus). Bei Wiederholungen wird ein entsprechender prel«. Nachlaß gewährt. ♦ Für die Schristle!tung.verant. «örtlich: Franz Funk in hersfeld. ♦-? ,, ._ ' „ ,
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Hersfelöer Kreisblatt
Amtlicher tznzeiger für den Kreis Hersfel-
mit Öea Bellsgev: IltuArterteS Aliterhaltuagsblatt / Nach AetrradruS / HerS and Scholle / Beledemis brö Karrwell / Wiettckattlichk Tasesfrasen
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Nr. 134
Mittwoch, den 11. Juni 1930
80. Jahrgang
SchiedOruH in der Eisenindustrie verbindlich.
Ein wichtiger Schritt des Reichsarbeitsministers.
Der Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald hat den in Oehnhausen für die Nordwestgruppe der Eisenindustrie gefällten Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Der Schiedsspruch, der mehr als 200 000 Arbeiter betrifft, sieht zunächst die Beseitigung der sogenannten Severing-Klausel vor, die 1929 als Abschluß der großen Aussperrung in der Eisenindustrie die bestehenden Akkordsätze sichern wollte. Nach der Beseitigung der Klausel besteht die Möglichkeit, die Akkordlöhne herabzusetzen. Ursprünglich war eine Verminderung um 10 Prozent geplant. Man hat sich jetzt auf 7,5 Prozent geeinigt. Der Lohnabbau soll auch die Angestellten erfassen. Es ist vorgesehen, daß die Einsparung bei den größeren Einkommen stärker in Erscheinung treten soll als bei den kleineren. Die Tariflöhne sind von dem Schiedsspruch nicht berührt.
Außer der Neuregelung der Akkordsätze enthält der Schiedsspruch neue Bestimmungen über die Urlaubszeit, die für Jugendliche bis aus acht Tage erhöht wird. Eine Unterbrechung der Bcschäftigungszeij bis zu einem halben Jahre soll keinen Einfluß aus den Urlaubsanspruch haben. Die Kinderzulage soll in Zukunft bis zum 18. Lebensjahr gezahlt werden
In den Verhandlungen über denOeynhausener Schiedsspruch hatten die Arbeitgeber erklärt, daß sie die Preise in demselben Umfang wie die Löhne abbauen wollten. Diese Erklärung ist in den Verhandlungen im Reichsarbeits- ministerium am 5. Juni 1930 geändert worden. Es sollen nach Wegfall der Akkord-Überverdienstklausel die über« tariflichen Verdienste nicht nur der Arbeiter, sondern auch sämtlicher Gehaltsempfänger am 1. Juli so gekürzt siinnneii eintreten wird. Räch den bindenden Zusicherun- gen werden rückwirkend ab 1. Juli über das Ausmaß der ersparten Lohn- und Gehaltssummen hinaus die Preise in der Eisenindustrie abgebaut.
Der Reichsarbeitsminister hat sich eine N a ch - p r ü f u u g der zukünftig festzusetzenden Preise durch Wirtschaftssachverständige vorbehalten. Was die Höhe des Preisabbaues anbelangt, so sind hierüber bestimmte und bindende Zusagen gemacht worden, über die noch von feiten der zuständigen Wirtschaftsorgane Beschluß gefaßt werden muß.
Die Entscheidung des Reichsarbeitsministeriums hat in der Öffentlichkeit große Beachtung gefunden. Der rechtsstehende Berliner Lokalanzeiger begrüßt den Sprncb
Reue Regierung in Rumänien.
Was wird aus dem Kronprinzen?
Die ersten Bemühungen König Carols von Rumänien gehen dahin, ein neues, ihm genehmes Kabinett zu bilden. Die meisten Aussichten, neben dem König die Geschicke des Landes zu führen, hat der Präsident der Nationalen Bauernpartei, Maniu. Maniu sowie andere führende Politiker des Landes sind von König Carol in Audienz empfangen worden, bei der über die Bildung des neuen Kabinetts gesprochen wurde. König Carol wird versuchen, die Regierungsgeschäfte mit der jetzt bestehenden Kammer
Die Königsproklamation in der Rumänischen Nationalversammlung.
Vor dem Thronsessel König Carol — links neben ihm sein Bruder Nikolaus (in Marineumform, mit breitem Ordensband) - rechts Patriarch Miron Christe« (mit Patriarchenkrone), der gleichfalls dem Regentschaftsrate angehörte. zu führen; sollte das jedoch nicht möglich sein, so dürfte er die Kammer auflösen und Neuwahlen ausschreiben.
In den nächsten Tagen wird die Königinwitwe Maria nach Bukarest zurückkehren, der der neue König ein Ergebenheitstelegramm nach Oberammergau gesandt bat. wo sie die Vasstonsspiele besuchte. Man wird gespannt
des Reichsarbeitsministers als ersten Schritt zur Senkung der Preise und Löhne. Damit ist näch Meinung des Blattes eine Entscheidung gefallen, die für die seit einiger Zeit sowohl von der Regierung als auch von einflußreichen Kreisen der deutschen Wirtschaft betriebene Preis- senkungsaktion erhebliche Bedeutung gewinnen kann.
Der Vorwärts, das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei, steht in der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs die folgenschwerste Entscheidung, die ein Reichsarbeitsminister seit der Revolution treffen konnte. Das Blatt meint, daß mit der angestrebten Lohnsenkung zunächst eine allgemeine Verschärfung der Wirtschaftskrise und die Entfesselung schwerer und großer Arbeitskämpfe kommen werden. Es sei ausgeschlossen, daß die Arbeiterschaft sich ihre schwer erkämpften Löhne durch Schiedssprüche einfach werde entziehen lassen.
Wetterverhandlung über die Oeckungsvorschläge.
Vor der Stellungnahme der Parteien.
Mit der Rückkehr des Reichskanzlers Dr. Brüning nach Berlin wird erst für Ende dieser Woche gerechnet. Für die Verhandlungen, die im Laufe dieser Woche über die Erledigung der neuen Deckungsvorschläge des Kabinetts geführt werden müssen, ist seine Anwesenheit in Berlin zunächst auch nicht notwendig. Man rechnet damit, daß die Ausschüsse des Reichsrates alsbald ihre Arbeiten an den neuen Vorlagen aufnehmen werden, und daß eine abschließende Stellungnahme des Reichs- ratsplenums spätestens am Sonnabend erfolgt, damit dem Reichstag die neuen Gesetzentwürfe mit größter Beschleunigung zugeleitet werden können. Der Reichstag nen^n^kaufeder nächsten Woche in erster Lesung mit den neuen Deckungsvorschlägen befassen. In politisch unterrichteten Kreisen erwartet man, daß sowohl vom Reichsarbeitsminister wie vom Reichsfinanzminister noch im Laufe der nächsten Tage Fühlung mit den hinter der Regierung stehenden Parteien ausgenommen werden wird, um die Annahme des Deckungsprogramrns sicherzustellen. Sicherem Vernehmen nach ist man im Finanzministerium gegebenenfalls bereit, Abänderungsvorschläge der Parteien anzunehmen,. allerdings nur unter der Voraussetzung, daß der finanzielle Erfolg, der mit dem neuen Deckungsprogramm angestrebt wird, durch die Abänderungswünsche der Parteien nicht in Frage gestellt wird.
sein dürfen, wie sich das Verhältnis zwischen ihr und König Carol weiterentwickeln wird, da die Königinwitwe zu den Kräften gehörte, die bei der Absetzung Carols als Thronerben von Rumänien eine Rolle gespielt haben.
Viel erörtert wird auch die Frage des künftigen Verhältnisses von König Carol zu seiner ehemaligen Gattin, Prinzessin Helene. Wie es heißt, soll die Scheidung aufrechterhalten bleiben und der jetzige Kronprinz Michael soll im Schlosse des Königs erzogen werden. Es soll bei der Aussprache zu ziemlich heftigenAus- einandersetzungen gekommen sein. Eine endgültige Klärung der ganzen Ehefrage soll erst nach Rückkehr der Königinwitwe erfolgen.
* Trotz der Erklärung des Königs in der Thronrede, daß er mit allen denen, die sich ihm bisher nicht freundlich gegen« übergeftedt haben, wieder Frieden schließen wolle, hat er doch verfügt, daß ver rumänische Gesandte in Paris, Diamandi, der während des Aufenthaltes von Carol in Paris sich diesem feindlich erwiesen hat, seines Amtes enthoben wird. Zunächst ist in Rumänien alles ruhig. Nach offiziösen Meldungen soll in Bukarest großer Jubel über die Wiederergreifung der Macht durch König Coral herrschen.
Ein neues Kabinett Alaniu?
Bukarest, 11. Juni. Der König setzte am Dienstag seine Besprechungen mit den politischen Führern fort und empfing im Laufe des Tages den Präsidenten des Senats, B r a t o, den Präsidenten der Kammer, Cicco Popp sowie die Parteiführer Avarescu, Lupu und Maniu. Wahrscheinlich wird Alaniu den Auftrag zur Kabinettsbildung erhalten.
*
Die Spaltung der Liberalen.
Bukarest, 11. Juni. Georg Vratianu veröffentlicht folgendes Manifest: In Erwiderung auf die den Interessen des Landes zuwiderlaufende Haltung, die von einigen angeblichen Führern der Liberalen Partei entgegen dem allgemeinen Empfinden des Volkes eingenommen wird, ruft Georg Vratianu, der Sohn Jan Bratianus, die Liberale Partei auf, den Plan zur Alikarbeit an der Konsolidierung Rumäniens unter der Lietung Seiner Majestät Carol.
Zwei von den vier Sektionen der Liberalen Organisationen in Bukarest haben sich, wie es heißt, gegen die Politik Vintila Bratianus, des Führers der Liberalen Opposition, ausgesprochen. Die Aktion Georg Bratianus findet die Zustimmung zahlreicher Organisationen des Landes.
Entschädigung für die beschlagnahmten Schisse rechtsgültig
Washington, 11. Juni. Die Entscheidung des amerikanischen Schiedsrichters, durch die 24 deutschen Reedereien für die wahrend des Weltkrieges beschlagnahmten deutschen Schif e eine Entschädigung von 74 243 000 Dollar zugebilligt wird,' ist e n d g u l t i g und Schiedsrichter Ermick hat dem Schatzamt empfohlen,
die Ratenzahlungen alsbald zu beginnen.
Zur Verfügung stehen nach dem Freigabegesetz zur Zeit eine erste Rate von 25 Millionen Dollar, die jedoch nicht voll an die deutschen Reeder geht, da für Schiffe, Patente und die ehemals in deutschem Besitz befindliche Funkstation Sayville insgesamt 100 Millionen Dollar angesetzt sind, und die ehemaligen Eigentümer der Patente und der Funkstation daher auch an der ersten Rate von 25 Millionen beteiligt werden müssen. Da jedoch bisher der Gesamtbetrag der Entschädigung weder für die Patente noch für die Funkstation festgesetzt ist, so können den Reedereien für die Schiffe nur 74,2 Prozent der ersten Rate sofort ausgezahlt werden. Die hauptsächlichen Empfänger der Schiffsentschädigungen sind die Hamburg-Amerika-Linie, der Norddeutsche Lloyd und die Deutsche Dampfschiffahrtsgesellsch i „Hansa", Bremen.
Nachtsitzung der Pariser Bankier- Konferenz
Paris, 11. Juni. Die Bankierkonferenz zur Emission der ersten Uoung-Anleihe hat am Dienstag nachmittag ihre Beratungen fortgesetzt. Man beabsichtigt, ununterbrochen die Nacht hindurch zu tagen, um zu einem endgültigen Ergebnis zu gelangen. Die Diskussionen machen häufige Telephongespräche notwendig. Es bleibt die Frage zu klären, welche Kommissionen die Bankiers endgültig erhalten sollen.
Danzig sott polonisiert werden.
Neuer Anschlag: Polnischer Schützenverband in Danzig.
Die Stärkung des polnischen Elements in Danzig soll tt a. durch Gründung eine# .StoiabeieüiäJieäJl^^ WWWWWWWMWW
sich vergegenwärtigt, daß der Polnische Schützenverband neben den „Sokols" der wichtigste m i l i t ä r i s ch - p o l i - tischeVerbandin Polen ist. Die polnische Hoffnung, daß sich sofort etwa 1000 Mann der Schützenvereinigung anschließen würden, dürfte allerdings kaum in Erfüllung gehen. Immerhin ist diese Aktion charakteristisch für die Politik, die polnischerseits gegen Danzig betrieben wird.
Indiens Freihettskampf.
Neue englische Gewaltmaßnahmen.
Auf Grund einer polizeilichen Durchsuchung in der Räumen des Bengalischen Provinzkongresses in K a l k u t t c wurden 62 Personen verhaftet, darunter mehrere Führe: der Unabhängigkeitsbewegung. Es wurden Waffen, Munition und Schriftstücke beschlagnahmt.
Im Distrikt Miduagur wurden Polizisten angeblich vor einer bewaffneten Menge überfallen. Es entstand ein Kampf: die Zahl der Opfer ist nicht bekannt.
Die Schlupfwinkel des Stammeshäuptlings Turangzai an der indischen Nodwestgrenze sind nach Berichten aus Peschawai wieder von acht britischen Militärflugzeugen und von Artillerie beschossen worden.
Nußiand öffnet Archive.
Dokumente zur Geschichte des Weltkrieges. — Ein deutschrussischer Vertrag.
Der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft zum Studiuu Osteuropas, Professor Dr. Hötzsch, M. d. R., und der Generalsekretär der Gesellschaft, Dr. Jonas, sind aus Moskau nach Berlin zurückgekehrt. Beide Herren haben in Moskau mit dem Russischen Staatsverlag einen Vertrag über die gemeinsame Herausgabe von Dokumenten über die Geschichte des Weltkrieges abgeschlossen. In diesem Vertrage räumt bei Staatsverlag der Deutschen Gesellschaft zum Studium Osteuropas das Recht ein, ein großes Werk unter dem Gesamt- titel „Die internationalen Beziehungen in der Epoche des Imperialismus in den Jahren von 1878 bis 1917" herans- zugeben. Der erste Teil der Veröffentlichung wird zwölf Bände umfassen und die kritischen Jahre unmittelbar vor dew Weltkrieg und den Ausbruch des Weltkrieges selbst behandeln Für die Veröffentlichungen öffnet Rußland zum e r st e n - m a l seine Archive.
Der Fortgang der Räumung.
Befehlswechsel 6 e i der französischen Besatzung der Pfalz.
Der Kommandeur des 32. französischen Armeekorps in Kaiserslautern, General Andlauer, dessen Befehl bisher Die pfälzische Zone unterstand, hat seine Abschiedsbesuche gema.pt. Von dem -früheren Bezirkskommando in Kaiserslautern, dein bisherigen Gebäude des Stabs des 32. A. K., wurde die französische Trikolore niedergeholt. Die pfälzische Zone un ersteht nunmehr für die letzten Tage der Besatzung dem Beiehl des Generals Mangin, des Kommandmrs der franiöfiimen 77. Infanteriedivision in Landau. Sämtliche französischen örtlichen Befehlshaber in der Pfalz haben mit Ausnahme Des Platzkommandanten von Landau die Pfalz verlassen.
Botschafter von Prittwitz in Newyork.
Botschafter von Prirtwitz wird dem Boxkampf Schmelp."»— -harkey als offizieller Gast des Newyorker Oberbürgcrmeifk.J Satter beiwohnen.