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Sparsamkeit

Ein wackerer Mann in London war ohne alle Schuld in Geldverlegen­heit gekommen und ging zu einem Wechsler, um sich von ihm eine kleine

Summe vorstrecken zu lassen. Schon stand er vor der Stubentüre desselben und hatte seine Finger zum An- klopfen gekrümmt, als er hörte, wie der Mann im Zimmer seine Magd darüber ausschalt, daß sie wenigstens zwei Steinkohlen zuviel in den Kamin gelegt hätte. Deswegen dachte er: „Der ist geizig, bei dem ist nichts zu holen als eine abschlägige Antwort", und machte sich wieder auf den Rückweg. In demselben Augenblick aber öffnete der Wechsler die Tür und rief ihm freundlich nach, ob er ihm mit etwas dienen könne. Der Mann kehrte um und sagte offen­herzig, warum er gekommen und warum er wieder ge­gangen sei, ohne anzuklopfen. Der Wechsler lächelte und erwiderte: „Kommen Sie nur herein! Die Summe, die Sie nötig haben, steht Ihnen zu Diensten, und Eine Eiersortiermaschine

war unverzinslich; denn ich bte guf der Internationalen Hygieneausstellung in Dresden gezeigt wird. Die Maschine durch- kenne Ihre Lage und Ihre leuchtet die Eier, sortiert sie nach Größe, Güte und Gewicht, zählt und stempelt sie zugleich. fKeyst.j Redlichkeit. Aber merke.: Sie

wohl: Wäre ich nicht von jeher auch im Kleinen sparsam gewesen, so würde ich vielleicht heute nicht imstande sein, Sitten auszuhelfen. Täglich dreimal zwei Steinkohlen erspart, und das, seit ich mein Ge­schäft führe, vierzig Jahre lang, dürste, in Geld umgerechnet, mehr betragen, als das Anleben, das ich Ihnen so herzlich gern gebe."

Schachaufgabe Nr. 157

von Arno Vogel in Philadelphia.

Weiß setzt in zwei Zügen matt

VergleichSstellung: Weiß: K f 1; D a 3;

Te 2; S f 7, g 2; B d 3, g 6, h 3 (8). Schwarz: Kf 3;

Df 5; L f 6; S d 5, h 5; B e 3, g 3, g 7 (8).

JH&h^je-l-Ecke

Druckfehlerteufel

Die Hochzeit des Grafen wurde mit ungeheurem Pump ins Werk gesetzt.

Lösung von Ausgabe Nr. 153:

1. a 6—a 7 usw.

Lösungen und Anfragen an L. Saab, Stuttgart- Kaltental. Zur Beantwortung ist t^as Rückporto in Marken beizufügen. — Wer von unsern Lesern sich im Schachspiel ausbilden will, dem sei das neue Schachlehrbuch von A. Wiedemann und L. Gaab empfohlen, Preis einschließlich Porto 2.80 Mk., zu beziehen von Schachwart Gaab, Stuttgart-Kaltental.

Originelle Ausrede:

RichterkzumAngeklagten): „Sie haben Ihrem Hauswirt sogar einen eisernen Tops an den Kops geworsen. Geben Sie das zu?" — „Gewiß. Ich tat's aber nur aus Scho- nung. — „Aus Schonung." — „Ja, für den Topf. Einer aus Steingut wäre an dem Dickschädel des Hauswirts ent- zweigsgangen. Ein eiserner hält's eher aus." —

Bisitenkartenrätsel

Edi Qnäb

Trier

Was ist der Herr?

Wenn unserer ganzen Volkswirtschaft, wie jedem einzelnen Staats­bürger, heute etwas not tut, so ist es Genügsamkeit, Einschränkung und Sparsamkeit nicht bloß im Großen, sondern auch im Kleinen. Das ist nicht nur ein Zwang der Not, sondern ein Gebot der Vernünftigkeit. Noch wohnt Leben und Kraft in unserem deutschen Volk, und wir dür­fen sicher hoffen, daß wir, wenn auch nicht von heute zu morgen, wieder hoch­kommen werden. Aber eben nur durch tüchtige Arbeit mit weiser Sparsamkeit in allen Dingen. Haben wir es erst dazu gebracht, werden uns auch die anderen Völker weiterhelfen. Dafür wird schon unser Herrgott

G. S.

sorgen.

Der weiße Kammgrind der Hühner

Diese Krankheit macht sich bemerkbar durch allmähliges Weißwerden des Kammes. Es hat den Anschein, als wenn er mit weißem Pulver bestreut wäre. Wenn sich das Leiden über den Hals

ausbreitet, fallen die Federn aus. In diesem Stadium ist eine Behandlung nicht mehr ratsam; denn es besteht die Gefahr, daß auch die ande­ren Hühner angesteckt werden. Daher müssen die Tiere geschlachtet werden. Im Anfangsstadium ist eine Behandlung durchaus geboten. Zunächst ist der Kamm mit Zitronensaft zu bepinseln. Dann muß er mit Vaseline eingeschmiert werden. Eine sorgfältige Behandlung ist immer notwendig. H. B.

Kreuzworträtsel in veränderter Form

Die Bedeutung der Wörter: l—4 Fischart, 8—g Monat, 13—16 hoher Grad von Begeisterung, I—13 Heldin, 2—5 rechter Nebenfluß der Maas, 3—7 Dogelbau, 4—16 stufige Erhöhung des Fußbodens, 6—11 Farbe, 10—14 der Regenbogen, 12—15 weiblicher Vorname.

Es drückt, und ohne Schöpf 3(1'6 im Walde, über'm Kopf.

Fritz Guggenberger

Lösungen:

Rätsel:

Wenn ein roher Mensch hartgesotten ist.

Iüllrätsel:

1. Melodie, 2. Plomben, 3. Atelier, 4. Ukraine, 5. Inkasso. 6. Katarrh, 7. Stiefel. —- Unterseeboot.

Verwand lung M ad am e.

Verantwortlicher Schriftleiter: Ernst Pfeiffer Offsetrotationsdruck und Verlag: GreinerLPfeifföt in Stuttgart.

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U(9. Fortsetzung) nd der große Junge — dieser bescheidene, von jenseits des Ozeans herübergekommene junge Mann mit den blanken, sorglosen Augen — eroberte die Herzen im Sturm. Von seiner Persönlichkeit ging ein Zauber aus, dem sich niemand — die Kniehosen ausgenommen — zu entziehen vermochte. Jedermann wollte ihm die Hand schütteln. Jeder­mann wollte ihn sehen. Jedermann wollte ihn hören.

Der Besitzer des Lincoln-Hotels war mit seinem Sohne bereits am gestrigen Tage in Kulm ein­getroffen, und hatte mit seinem Bruder, dem Obermüllerund Doktor Knecht schon verschiedene Be­sprechungen gehabt. Er hatte sich bereit­erklärt, den Bau der Eisenbahn zu finan­zieren, und man hät­te sich nicht in einer Volksversammlung befinden müssen, um nicht zu erleben, daß die Bereitwilligkeit, dieser geniale, rech­nerische Entschluß, der sich allmählich herumsprach, in dem Saale ein begeister­tes Echo fand. Alle Vorzüge, alle Er­rungenschaften und alle Machttitel des ehrenwerten Herrn Wolf Schill machten in den nächsten zehn Minuten, hundert­fach vergrößert, die Runde ...

Diese Schillsche Sache war im Hand­umdrehen populär.

Herr Hagen be- obachtetevon seinem Sitze aus mit besorg­ter Stirne den Wech­sel der Dinge.

Sein Selbstver­trauen, das seit der

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Alettladi und die Abteikirclie

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Flucht seines Sohnes ohnehin einen Stoß bekommen hatte, wurde stark erschüttert.

Er sah gealtert aus.

Die Kniehosen betrachteten ihn mit unzufriedenen Blicken.

Herr Härle wurde unschlüssig.

Doktor Knecht blätterte in seinen Akten, Die Glocke des Vorsitzenden schrillte.

Die Unterhaltung, die der Obermüller mit den beiden

Amerikanern führte, brach ab.

Aller Augen rich­teten sich auf den ehemaligen „Burg­schmied", der sich er- hobenhatte.umseine Rede gegen die Ei­senbahn zu halten.

Er sprach als ein überzeugter Vertre­ter des alten Regi­mes, in wuchtigen, manchmal stockenden Sätzen; aber seine Ausführungen wa­ren, wie er selbst, etwas schwerfällig, breitspurig, und was er sagte, war im Grunde nichts an­deres, als was Herr Härle gesagt hatte: Die Furcht vor dem Reuen, dem Unbe­kannten, vor dem Sturz der alten Ge­pflogenheiten und der alten Gewohn­heiten, der Mangel an Einsicht und Ge­rechtigkeitssinn.

Es war daher dem HerrnDoktorKnecht, nachdem der ehema- ligeBurgschmied un­ter dem Getrampel und den Beifalls­rufen seiner Ge­treuen die Redner­tribüne verlassen hatte, nicht allzu- schwer, seinen Vor­redner zu widerle­gen. Er war ein nicht

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