HersfelöerTageblatt
Hersselöer Kreisblatt
Amtlicher Mnzeiger für den Kreis Hersfelö mit bea Bellagm: AllvKrterteS AalerhaltaagSblatt / Nach Isirrabeas / Herd anb G-Lstte / AaLerhsttsNg 8vö Wissen Belehrung anb Kurzweil / WirtschaFtliche Tsgeskrsgeu
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Nr. 34
Organisation der B.I.Z.
Am die Leitung der Bank.
Basel, 10. Februar. Wie aus den Verhandlungen des Sonderausschusses für Einrichtung der Internationalen Bank mit dem Vorsteher des Finanzdepartements Hervorzugehen scheint, wird die Baseler Regierung sehr wahrscheinlich der BJZ. das dem Bundesbahnhof gegenüberliegende Hotel Univers-Savoy vorläufig zur Verfügung stellen. Das Hotel kann rasch in Stand gesetzt werden; es hat außer 50 Fremdenzimmern 3 große Säle. Der Verwaltungsrat der Bank ist auf Ende März zu seiner ersten Sitzung einberufen worden. Er hat die Aufgabe, den Präsidenten und den Generaldirektor zu wählen.
Die Kandidatur Ouesnays für den Posten des Generaldirektors wird von allen Notenbanken mit Ausnahme der Reichsbank unterstützt, die grundsätzlich der Meinung ist, daß dieser Posten nicht einem Angehörigen der ehemaligen keiegführe.- n Staaten anvertraut werden sollte. Dagegen werben unter den hauptsächlichsten Direktoren der Bank mehrere Deutsche X um die Verwaltung der Bank, internatior-al zu gestalte Die wichtigsten Posten sollen nach einer noch festzusetzende Reihe für gewisse Zeit, etwa ein bis zwei Jahre, durch führende Persönlichkeiten der » danken der europäischen Länder besetzt werden, um auf diese Weise eine noch engere Verbindung zwischen den euroMis schen Notenbanken herzustellen. M
Quesnay und Siepman sind nach Paris gereist, yan Zeeland begab sich nach Mailand, wohin ihm seine be« den Kollegen folgen werden.
Am Mittwoch werden die drei Mitglieder des Organ« sationsausschusses wieder in Basel eintreffen, um sich mit m^9nftonb^un9 der vorläufigen Räumlichkeiten für die BJZ. zu beschäftigen.
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des Arbeitsamts
Der AngesLelltsnausschuß eingesetzt Deutschland wird das Washingtoner Achtstundentag-Abkommen ratifizieren.
Genf, 10. Februar. Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat feine 47. Tagung abgeschlossen. Neben seinem Beschluß, die Arbeitszeit im Kohlenbergbau auf die Tagesordnung der nächsten Arbeltskonferenz zu setzen, ist aus dieser Tagung hervorzuheben, daß der Rat )en auf Antrag der deutschen Regierung schon früher beschlossenen Angestelltenausschuß endlich eingesetzt und seine auch heute noch einmal stark umstrittene Zusammensetzung geregelt hat, nachdem die von Arbeitgeber- wie von Arbeitnehmerseite bisher erhobenen Bedenken ausgeräumt waren.
Der Ausschuß soll bestehen aus 12 Vertretern der organisierten Angestellten, die in Deutschland allein 1,2 Millionen zählen, drei Mitgliedern des Verwaltungsrates und zwei Unternehmerdelegierten. Deutschland ist in dem Ausschuß durch Ministerialrat Dr. Weigert als Delegierter der Regierungsgruppe des Verwaltungsrates und durch je einen Vertreter der freigewerkschaftlichen Richtung der Christlichen Angestellten und der den Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften angegliederten Angestelltenorganisationen vertreten. Mi- nisterialrat Dr. Weigert, der der? Ausschuß als ständiges Bindeglied zwischen der internationalen Arbeitsorganisation und der organisierten Angestelltenschaft zwecks Berücksichtigung ihrer besonderen Interessen charakterisierte, wird den Vorsitz führen.
In der Schlußsitzung erklärte der deutsche Regierungs- vertreter auf eine Anfrage der Arbeikergruppe, daß die Ge- setzesvortage über die Ratifikation des Washingtoner Ab- komens über den Achtstundentag wegen anderweitiger starker Inanspruchnahme des Reichstages noch nicht erledigt werden konnte. Ihre Bedeutung nehme aber einen normalen Verlauf und lasse die Ratifikation in naher Zukunft erwarten.
Der englische Regierungsdelegierte will erst in der nächsten Arbeitskonferenz über den Stand der Parlament, tarischen Beratung der Ratifikationsvorlage berichten.
Die nächste Tagung findet auf Einladung der französischen Regierung im April in Paris statt, wo der Verwaltungsrat vor zehn Jahren zu seiner ersten Tagung zu- sammengetreten war.
Schweden nimmt das ZusKtzahKoMMen an
Stockholm, 10. Februar. Die beiden Kammern des Reichstages haben nach einer mehrstündigen und sehr leb- haften Aussprache die Regierungsvorlage über die R ^i- zierung des Zusatzabkommens zum deutsch-schwedischen yan- öelsverlrag von 1920 genehmigt.
Primo de Rivera gründet eine Partei
Madrid, 10. Februar. General Primo de Rivera hat an die Mitglieder der aufgelösten Nationalversammlung ein Programm gerichtet, in dem die Organisierung einer politischen Partei angekündigt wird, deren Führung die ehe maligen Minister der Diktatur übernehmen würden. Diese Partei werde sich an den Wahlen beteiligen, um die Diktatur im Parlament zu verteidigen.
Montag, den 10. Februar 1930
Die RMMiskrenz m
Es geht um die A-Boote.
London, 10. Februar. Vom Sonderberichterstatter der „Information" wird nach dem letzten Vorgehen der angelsächsischen Delegation mit Sorge festgestellk, daß augenblicklich niemand wisse, was der gegenwärtige Zustand ergeben werde. Es sei jedoch klar, daß in dieser Woche die Auseinandersetzungen sehr lebhafte Form annehmen werden. Am Dienstag werde man über die Unterseeboote und auch über die genauen Tonnagezahlen sprechen. Man müsse auf eine sehr energische Aussprache gefaßt sein, vielleicht auch auf die
Krise, die ja stets zu derartigen Beratungen gehöre, hoffentlich werde diese Krise eine Entscheidung bringen.
Giornale d ' Italia in Rom bringt einen Leitartikel seines Direktors aus London, der sich mit den Arbeiten der ersten drei Wochen der Konferenz beschäftigt. Er behauptet,, daß einer der Mängel der Konferenz die fehlende Vorbereitung sei und daß als Opfer der allgemeinen Ziellosigkeit auch die Leitung auf der Konferenz fehle. Das Blatt wolle damit keine Kritik an MacDonald üben, aber es müsse hinzufügen: Die Ereignisse sprechen für sich. Vor allem aber
Dar Problem der SsMvrrsichenmg
Gegen einen „Gefahrsnausgleich innerhalb der Sozialversicherung" — Das Reich verbürgt volle Sicherheit
Berlin, 8. Februar.
Die Spitzenorganisationen der Deutschen Gewerkschaften: Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Allgemeiner Freier Angestelltenbund, Deutscher Gewerkschaftsbund, GewersschastrAng Deutjchsk Arbeiter-, Angestellten- und Veamtenverbände haben am 8. Februar folgende Entschließung angenommen: „Wie aus der Presse bekanntgeworden ist, besteht beim Reichsfinanzminister die Absicht, das zu erwartende Defizit der Arbeitslosenversicherung für das Geschäftsjahr 1930/31 durch eine Zwangsanleihe bei den Landesversicherungsanstalten und der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte zu decken. Gegen diesen Plan müssen die Gewerkschaften schärfsten Protest erheben, denn dieser sogenannte „Gefahrenausgleich innerhalb der Sozialversicherung" würde nichts anderes bedeuten, als eine Uebertragung der L ast e n, die in Zeiten besonderer Arbeitslosigkeit nach dem Gesetz und nach den Grundsätzen einer gerechten Sozialpolitik die Allgemeinheit zu tragen hat, auf ganz anderen Zwecken dienende Versicherungsträger. Eine Gefährdung der unmittelbarsten Aufgaben dieser Anstalten und eine weitere Aushöhlung des gerade von ihnen befruchteten Baumarktes, damit eins weitere Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten würde die unausbleibliche Folge sein. Eine bei weiterer Verschlechterung des Arbeitsmarktes eintretende Verzögerung ch e s R ü ck z a h l u n g s t e r m i n s würde die gesamte Sozialversicherung in ihren G r u n d f e st e n erschüttern und für die Arbeitslosenversicherung insbesondere zu einer neuen bedrohlichen Krise führen. Nicht Sanierung der Arbeitslosenversicherung und Beruhigung der Oeffentlichkeit, sondern Gefährdung der gesamten Sozialversicherung und neue Hetze gegen die Arbeitslosenversicherung würde das notwendige Ergebnis fein.
Die Gewerkschaften erklären daher als ihre einmütige Auffassung, daß soweit die Sanierung der Arbeitslosenversicherung nicht durch eine von ihnen für tragbar gehaltene Beitragserhöhung erfolgen kann, aus die Hilfe des Reiches zurückgegriffen werden muß."
Zu der Entschließung wird von zuständiger Stelle mitgeteilt: Bei dem Bestreben, die Mittel für den zusätzlichen Bedarf der Arbeitslosenversicherung aus dem Vermögenszuwachs der sozialen Versicherungsträger zu nehmen, liegt es dem Reichsfinanz- ministerium völlig fern, diesen damit irgendein Risiko auszubürden Die Annahme, es solle eine Gefahrengemein- schaft gebildet oder ein Gefahrenausgleich innerhalb der Sozialversicherungen angestrebt werden, geht also völlig fehl. Die Pläne sind darauf abgestellt, daß die Versicherun Zuträger für ihre Anlagen in Darlehen an die Arbeitslcmm- versicherung vom Reich volle Sicherheit erhalten; sie werden also sowohl hinsichtlich der Höhe, wie auch der zeitlichen Verwendbarkeit der Mittel so gestellt we d u, daß den Versicherten ein Schaden nicht erwächst. Au: Ne Versicherungsträger werden nicht geschädigt, da die par- lehen voll verzinst werden sollen.
Bauern und der Mims-Man
München, 8. Februar.
Der Verfassungsausschuß des Bayerischen Landtages beendete die Beratung der Anträge zum Poung-Plan Nach längerer Aussprache, in der Ministerpräsident Ar. Held erklärte, daß die bayerische Regierung zu der Frage, ob dem Haager Abkommen zugestimmt oder ob es a^gelehnt werden soll, überhaupt noch nicht Stellung genommen habe weil die Voraussetzungen für eine solche Entscheidum 'wv nicht vorliegen, stimmte der Ausjchuß einer Mtjchli ? der Koalitionsparteien zu, wonach der von der bayen w
80. Jahrgang
fehle auf dieser Konferenz die Einheitlichkeit, nicht der unmittelbaren Interessen, sondern des Geistes bei den fünf Mächten, die an der Konferenz teilnehmen. Das Blatt schließt, indem es noch einmal auf die Haltung Italiens Hin- weist, die offen und klar in einer bereitwilligen Zusammenarbeit für den Frieden und für die Entwaffnung bestehe, und die gleichzeitig auf dem Boden der Wirklichkeit und der bewaffneten Verteidigung der nationalen Interessen ruhe, wenn andere Länder sich bewaffnen.
Tardieu kehrt nach London zurück
Paris, 10. Februar. Ministerpräsident Tardieu, der heute mit dem Präsidenten der Republik eine Unterredung hatte, wird sich heute nach dem Ministerrat nach London begeben; er gedenkt, Ende der Woche wieder in Paris zu sein.
Hoesch bei Tardieu
Paris, 10. Februar. Der deutsche Botschafter von Hoesch hatte am Sonnabend mittag eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Tardieu. Gegenstand der Unterredung bildete die Frage der parlamentarischen Behandlung der Ergebnisse der haager Konferenz in den beiderseitigen Volksvertretungen.
Staatsregierung im Reichsrat eingebrachle Eintrag , ■ billigt wird, daß vor einer endgültigen S . l- luiignahme zum Haager Abkommen e h: '. Reformderdeutschen Finanzen geji ch e r l irr müsse, die eine gesunde Haushaltsführung in Reich, Ländern und Gemeinden nachhaltig gewährleiste.
Am dW KsMyrsmitz M FiMWrjsrm
# Berlin, 10. Februar. (Eig. Meldg.)
In der Pause, die zwischen der politischen Psrteiführer- befprechung am Freitag und den Beratungen der Etatsfachleute der Regierungsparteien in der neuen Woche liegt, scheint schon an einem Kompromiß zur Finanz- r e s o r m gearbeitet zij werden. Dabei muß nun von vornherein festgehalten werden: Wenn die Regierung und besonders der Finanzminister nicht durchaus die Führung in diesen Dingen behält, dann gibt es kein sachliches, sondern ein höchstens taktisches Kompromiß, das das Werk der Sanierung der deutschen Finanzen nicht vorbereitet, sondern ihm im Wege steht. So ist jetzt ein Gedanke ausge- taucht, der sich vom Standpunkt der politischen und parlamentarischen Bequemlichkeit zweifellos verführerisch an- sieht, der aber über alle wesentlichen Zukunftsfragen aufs neue Dunkel breitet. Von der Tatsache ausgehend, daß der Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer sich genötigt gesehen hat, die Steuersenkungsaktion mindestens um ein Jahr zu verschieben, erwägt man jetzt ernstlich, auch die Erhöhung der Abgaben und Steuern auf alle Verbrarrchs- gegenstände, also besonders die Biersteuer, die Kaffee- und Teezölle und unter Umständen auch die Umsatzsteuer, zunächst nur auf ein Jahr zu bewilligen, so daß der ganze Streit im Jahre 1931 aufs neue entbrennen muß.
Man sollte doch sehr ernsthaft überlegen, ob man es dem Jahre 1930 so leicht machen soll auf die sichere Aussicht hin, es dem Jahre 1931 um so schwerer zu machen. Man möchte annehmen, daß vor allem der Reichsfinanzminister selbst weiß, daß seine politische Position ein Jahr später nicht etwa stärker sein wird, wenn er jetzt im Augenblick der außenpolitischen Neuregelung der großen Aufgabe der Neuordnung der Reichsfinanzen aus dem Wege gehen würde.
Bereinigung
Bebens mit Württemberg?
Karlsruhe, 8. Februar.
Bei der Beratung des Budgets des Innenministeriums wurde im badischen Landtage u a. die Frage der Vereinigung Badens und Württembergs angeschnitten. Der badische Innenminister Wittemann erklärte, er möchte nur sagen, daß im Interesse Badens die Vereinigung mit Württemberg zu einem gegebenen Zeitpunkt und unter Umständen geboten sein dürfte. Baden brauche aber vor Württemberg deshalb keinen Fußsall zu tun, denn das badische Land habe Werte kultureller und wirtschaftlicher Art genug, die auch dem württembergischen Nachbar begehrenswert erscheinen könnten. Er habe nicht die Absicht,. Kriegserklärungen nach München zu schicken.
Die Türkei erhält AuslaudskreÄite
Angora, 10. Februar. Die von der Regierung zur Stützung des Geldmarktes ergriffenen Maßnahmen sollen das Ergebnis gezeitigt haben, daß die Sowjetregierung dem türkischen Staatsschatz 1 600000 Dollar zur Verfügung stellte, eine Summe die den jährlichen Käufen der Sowjetunion in der Türkei entspricht. Ferner eröffnete die Banca Commerciale Italiana der R-gierung einen Kredit von einer Million Pfund Sterling der den Beginn größerer Geschäfte mit dieser Bank darstellt. j