Einzelbild herunterladen
 

My und Kern

O Streit um einen bayerischen Königsfilm. Die Ver­wandten des verstorbenen Königs Ludwig II. von Bayern beabsichtigen gegen die Vorführung des von der deutschen Tochterfirma einer amerikanischen Filmgesellschaft her- -estellten Films „Ludwig H., König von Bayern" vor- ««gehcn. Beanstandet wird, daß in dem Film nicht nur der verstorbene König, sondern auch zahlreiche seiner Verwandten, zum Teil noch lebende Personen, gezeigt werden.

O Auf der Bergfahrt verunglückt. Bei Oberammergau ist ein Auto am Ettaler Berg auf merkwürdige Weise ver­unglückt. Beim Befahren der starken Steigung setzte sich der Wagen plötzlich nach rückwärts in Bewegung und rollte immer rascher bergab, bis er sich mehrmals über- schlug und zertrümmert liegenblieb. Der Chauffeur und ein Fahrgast wurden schwer verletzt, der zweite Fahrgast, eine Dame, wurde getötet.

O Der gestrandete Dampfer „Ägir" wrack geworden. Der Hamburger Dampfer „Ägir", ein zum Autotransport umgebautes früheres deutsches Kriegsschiff, das vor vier Wochen an der schwedischen Küste strandete, ist vollkommen wrack geworden und kann nicht mehr geborgen werden. Ein Teil der wertvollen Autoladung wurde auf einen Bergungsdampfer umgeladen. Etwa 200 Autos sind noch an Bord.

O Die französische Höhenflughöchstteistung überboten. Der französische Flieger Lemoigne ist im Flughafen von Villacoublay mit einem 450-Pferdestärkeu-Eindecker auf­gestiegen, um einen Angriff auf den Welthöhenrekord zu unternehmen. Nach zwei Stunden landete er wieder. Die Prüfung der Höhenmesser ergab, daß das Flug­zeug eine Höhe von 11 500 Metern erreicht hatte. Lemoigne erklärte, daß in einer Höhe von über 10 000 Metern eine Kälte von mehr als 60 Grad geherrscht habe; das Flugzeug war über und über mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Lemoigne hat den französischen Rekord geschlagen, dagegen nicht den von einem Deutschen mit 11 739 Meter gehaltenen Weltrekord überboten.

O Ein Rettungsgürtel des vermißten Stettiner Dampfers „Freya" angeschwemmt. An der holländischen Küste ist bei Callandsoog ein Rettungsgürtel mit der Aufschrift „Freya Stettin" angespült worden. Die Befürchtung, daß der deutsche Dampfer „Freya", der mit einer Ladung Zucker von Stettin nach Amsterdam unterwegs war und seit einigen Tagen vermißt wurde, im Sturm untergegan­gen ist, scheint sich hierdurch zu bestätigen. Die Besatzung der „Freya" bestand aus 17 Mann.

0 Amerika friert Aus Chikago wird berichtet, daß in­folge der strengen Kälte im mittleren Westen 21 Personen erfroren sind. Durch die Überschwemmungen sind in Ar< kansas 3000 Personen obdachlos geworden. ~ '

ZGveMchtung.

Das Jagdrecht an dem ge­meinschaftlichen Jagdbezirk der Gemeinde Bengenborf soll anderweit aus 6 Jahre verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf

SoMden-, 1. Sedruar nachmittags 2 Ahr in der Wohnung des Bürger­meisters dahier anberaumt worden, wozu Pachtliebhaber freundl. eingeladen werden

Das Jagdgelände liegt 15 Minuten vom Bahnhof Heringen a/Werra entfernt.

Die Bedingungen nie eben im Termin bekannt gegeben und liegen 14 Tage lang zu jedermanns Einsicht bei dem Unterzeichneten offen

Bengendorf,

den 10. Januar 1930

Der Iagdvsrsteher: Werner, Bürgermeister.

Der Wunderdoktor mit dem Jauberfiab.

Ein „Heilkundiger" mit 5000 Mark Tageseinnahme.

In dem oberösterreichischen Dorfe Gallspach wirkt seit längerer Zeit ein „Wunderheiler", zu dem Patienten nicht nur aus ganz Österreich, sondern auch aus Deutsch­land und aus anderen Ländern kommen, um sich vou ihm gesund machen zu lassen. Vorläufig weiß man allerdings nur, daß er sich selbst gesund gemacht hat, denn er kann mit einer durchschnittlichen Tageseinnahme von 5000 Mark und mehr rechnen, so daß der Wundermann, der früher fo gut wie nichts besaß, jetzt ein recht ansehnliches Vermögen sein eigen nennt. Weil doch die Dummen in der Welt nicht alle werden! Bei dem Wunderdoktor von Gallspach tut es die Masse: er behandelt nämlich täglich nicht weniger als 1000 Patienten und manchmal sind es sogar 2000. Natürlich kann er sich da nicht mit jedem in längere medizinische Erörterungen einlassen. Individuelle Behandlung kennt er nicht — es werden vielmehr immer Gruppen von je hundert Personen gemeinsam behandelt, und zwar in der Weise, daß der Wundermann sie mit einer Art Zauberstab bestreicht und auch seelisch auf sie einwirkt. Jeder Patient muß täglich dreimal zur Be­handlung kommen, etwa zwei Wochen lang; unter Um­ständen dauert die Behandlung jahrelang, und zwar der­gestalt, daß der Kranke alle zwei bis drei Monate wieder­kommen muß, was zur Erhöhung der Einnahmen des Wunderdoktors natürlich außerordentlich beiträgt.

Was nun die Behandlung betrifft, so besteht sie, wie der Berliner Professor Dr. Paul Lazarus, der sich längere Zeit in Gallspach aufgehalten hat, um die Heilmethoden des geschäftstüchtigen und mit allen Mitteln der Reklame arbeitenden Wundermannes zu überprüfen, in der Ber­liner Medizinischen Gesellschaft ausführte, im wesentlichen in der Anwendung der Röntgen-, Radium-, Hochfreguenz- und Lichttherapie ünd in — Suggestion. An sich sind das alles sehr wichtige Heilmethoden, aber der Wunderdoktor von Gallspach hat keine Ahnung, wie sie sach- und sach­gemäß anzuwenden sind, und kuriert einfach drauflos. Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen sind an der Tages­ordnung, aber das geniert den großen Geist nicht: fast alle Kranken, auch die von andern Heilkundigen als un­heilbar bezeichneten, werden nach ein und derselben Methode behandelt, d. h. mit dem Zauberstab untersucht und dann ein paar Sekunden lang bestrahlt. Die wissen­schaftlichen Unterlagen für seine Heilmethoden will der Doktor von Gallspach von einem Physiologen, der von ihm als Nobelpreisträger bezeichnet wird, erhalten haben; diese „wissenschaftlichen Unterlagen" haben sich aber bei näherer Nachprüfung als falsch erwiesen. Trotzdem. Wie gesagt, pilgern jährlich Hunderttausends nach Gallspach, um sich dort behandeln zu lassen, was bm Gallspachern, die auch recht anständig dabei verdienen, er-*”? Ver­gnügen bereitet.

Verkaufskurse der Goldpfandbriefe und Gold-Kommunal-Schuldverschreibungen der Landeskreditkasse zu Kassel.

8% ige Goldpfandbriefe Reihe 1, 2, 6, 8 und 9

8 %tge Goldpfandbriefe Reihe 10

7 %ige Goldp

6 %ige Goldp

'andbriese Reihe 6

andbriefe Reihe 5

94%

96%

86%

75%

i Reparaturen

an allen Maschinen

: lllr Industrie i. Land

■

E

8 %ige Gold-Komm.-Schuldverschr. Reihe 3 gZ %

Auskunft

über Einreisebestim-L mungen, Schiffsver­bindungen und Fahrkarten nach Canada

durch

Norddeutscher Lloyd Bremen

und seine sämtlichen Vertretungen

in Hersfeld : Hermann Altenburg W

Linggplatz 9.

a

B B

sowie Drehen ».Hobeln:

führt aus

l. firentzebach -

Breitenstraße 35

Fernsprecher 246

ArSeitrischer

ß. Funks Duckßruckerei.

G.BESSLER

KASSEL? JÄüERSTR 8

Dorfe und Hanget

Amtliche Berliner Notierungen vom 20. Januar.

* Börsenbericht. Tendenz: Rückgängig Die Börse eröffnete in freundlicher Haltung, da aus Provinz- und Publi- kumskreisen neue Kauforders Vorlagen. Das Geschäft war jedoch außerordentlich still und die Spekulation schien eher zu Realisationen geneigt zu sein Tägliches Geld war leichter, der Satz ging auf 5—7 Prozent zurück. Monatsgeld 7,5—9 Prozent, Warenwechsel 6,5 Prozent. Im weiteren Verlauf gab das Kursniveau allgemein nach.

* Devisenbörse. Dollar 4,180—4,188; engl. Pfund 20,34 bis 20,38; holl. Gulden 167,94—168,28; Danz. 81,31-81,47; franz. Frank 16,41—16,45; schweiz. 80,76—80,92; Belg. 58,19—58,31; Italien 21,87—21,91; schwed. Krone 112,18—112,40; dän. 111,86 bis 112,08; norweg. 111,68—111,90; tsch-ch 12,36—12,38; österr. Schilling 58,79—58,91; Argentinien 1,663—1,667; Spanien 55,14 bis 55,26.

* Produktenbörse. Die Weizentendenz war hier wenig ver­ändert, da festeren Nordamerikanischen Meldungen mattere argentinische gegenüberstanden. Lieferungspreise ruhiger. Roggen int Prompthandel etwa eine Mark billiger, im Liese- rungsverkehr durch Abgaben gedrückter. Hafer gut angeboten, Mehl ruhig.

Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark.

Weiz., mark, poinmersch. Rogg.,_märk.

20. 1.

24 5 248

18 1. 245-248

178-192

Braugerste - -----

Futtergerste 160168

Sommergste. —

Wintergerste Hafer, mark, poinmersch.

weUvreub

133 141

155 157 173-192

160 168

33 141

| 20 1.

Weizk! f.Sht 10 0 10 5

Rogki s. Bln. 8.5 90

Raps —

Leinsaat —

Vikt.-Erbsen 25,0-34,0

kl. Speiseerbs. 22,0-25 0

18. I. 10,0-10 5

8.5 9 0

Fullererbsen 20.5 21.5 ■

Peluschken Uv,021.0'

Ackerbohnen 18,2-19,

Wicken A2025.0°

25,034,0 22.0-5,0 20 5-21.5 20,0-21,0 18,2 19,5

122.0 2-.^

Frankfurter Viehmarkt vom 20. Januar. Der

Auftrieb des Heuptmarktes bestand heute aus 1341 Rindern, darunter 369 Ochsen, 80 Bullen, 521 Kühen, 345 Färsen, 554 Kälbern, 175 Schafen, 3066 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb des letzten Hauptmarktes waren heute 315 Rinder, 58 Kälber und 83 Schafe

weniger, dagegen 255 Schweine mehr am Markte. Verglichen mit den Notierungen des letzten Hauptmarktes waren Rinder bis 1 Mk. billiger; gegenüber den Preisen des letzten Nebenmarktes gaben Kälber bis 1 M. und

Schweine bis 3 M im Preise nach. Schafe zogen da­gegen bis 1 M. an, Notiert wurden: Ochsen 55—57, 50-54, 45—49, Bullen 53—56, 46—52, Kühe 44 -47, 40—43, 35-39, 28—34, Färsen 57-59, 53-56, 48 bis 52, Kälber 70-75, 64-69, 54- 63, Schafe 50-53, 45—49, Schweine 78—80, 79—81, 80-82, 79-81, 77 bis 80. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand. Kälber und Schaseruhig, geräumt. Schweins schleppend, Ueberstand.

Hess. Webschule

zu Lauterbach i Hessen.

Staatl. Fachschule für Weberei mit fabrikmäßig betriebener Lehrwerk­stätte.

Dauer .der Ausbildung: 1 Jahr,

Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 28. April 1930. Nähere Auskunft u. Prospekt durch Rektor Guntrum.

Armenatteste

Ludwig Funks Buchdruckerei.

Drucksachen für jeden Bedarf

liefert schnell und preiswert unsere modern eingerichtete Druckerei

Wir stehen mit fachmännischer Beratung sowie mit Muster- und Preisangebot jederzeit zur Verfügung.

Ludwig punks Bucfidrucßerei Qßrsfosd

ßreitenstraße 40 — Fernsprecher 8.

Druck und Versag des Qersfetder Tagebsaft.