Der Zug -es Todes.
Der Tod im Schacht.
Auf der Grube „Johanna Henriette" in Unseburg, Kreis Wanzleben, ereignete sich ein ausgedehnter Streckenbruch. Dabei wurden zwei Bergleute verschüttet. Ihre Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Die Untersuchung des zuständigen Bergreviers ist im Gange.
Sechs Tote bei einer Bergwerksexploston.
Bei einer Explosion im Braunkohlenbergwerk von Forcalquier (Departement Basses Alpes) wurden sechs Bergleute, darunter drei Ausländer, getötet und elf verletzt.
Zehn Personen durch Blitzschlag getötet.
Havas berichtet aus Rio de Janeiro, daß in einer Gemeinde des Staates Sao Paulo zehn Personen aus einmal durch Blitzschlag getötet worden sind.
Die Todesopfer der Winterstürme in Amerika.
Die letzten großen Stürme dieses Winters haben in den Vereinigten Staaten bisher über 3 0 Todes- opser gefordert. Die Zahl der durch alle möglichen Unglücksfälle verletzten Personen ist außerordentlich groß. Mehr als zwei Drittel der Weststaaten sind von schweren Schneefällen heimgesucht.
politische Rundschau
Deutsches Reich
Mafseuküudlgungen bei Behörden.
Beim Preußischen Landesamt sollen, wie bekannt wurde, bei einer Gesamtbelegschaft von 722 Angestellten 230 Kündigungen ausgesprochen werden. Das Statistische Reichsamt, das Ende November v. I. schon 200 seiner Angestellten entlassen hat, will weiteren 300 bis 400 Angestellten das Dienstverhältnis kündigen. Auch der Berliner Magistrai beabsichtigt, zahlreiche Kündigungen von Angestellten vorzunehmen. Die Liquidationsbehörden bringen ebenfalls weitere 300 bis 400 Angestellte zur Entlassung. Insgesamt werden, wie der Gewerkschaftsbund der Angestellten mitteilt, von den verschiedenen Behörden in Berlin weit über 1000 Entlassungen vorgenommen.
Verfahren gegen Herrn von Jagow eingestellt.
Der frühere Berliner Polizeipräsident und spätere Regierungspräsident von Jagow war wegen seiner Beteiligung am Kapp-Putsch zu längerer Festungshaft verurteilt worden und verlor dadurch sein Amt und seine Bezüge. In einem Zivilprozeß klagte von Jagow gegen den preußischen Fiskus auf Zahlung der vorenthaltenen Bezüge. Das Reichsgericht sprach die gesetzlichen Bezüge zu. Lediglich in einem Disziplinarverfahren könne von Jagow wegen seiner Beteiligung am Kapp-Putsch seiner Bezüge verlustig gesprochen werden. Vom Preußischen Disziplinarhof ist jetzt entschieden worden, daß das Disziplinarverfahren ebenfalls einzustellen sei, so daß von Jagow im Genuß seiner Pension bleibt.
Großbritannien.
Kohlenabkommen mit Polen.
Auf der in London abgehaltenen Konferenz britischer und polnischer Kohlenexporteure ist ein Übereinkommen zur Beendigung der unwirtschaftlichen Preisbildung beim Verkauf von Kohle auf kontinentalen Märkten erzielt worden. Das Abkommen, das von den beiderseitigen Verbänden noch ratifiziert werden muß, soll die Beendigung des rücksichtslosen Wettbewerbes bedeuten, der bisher zwischen den britischen und den polnischen Kohlen- exporteuren bestand.
Aus In- und Ausland
Berlin. Zum 1. April soll aus Gesundheitsgründen der Oberpräsident Lippmann-Stettin aus dem Amte scheiden.
Lissabon. Das portugiesische Kabinett, das seit Juni vorigen Jahres im Amte ist, ist zurückgetreten. Der Rücktritt ist aus die Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Kabinetts über grundsätzliche Fragen der Politik zuriick- zuführen.
Stockholm. Wie aus Helsingsors gemeldet wird, ist Fräulein Elisabeth Lisitzen im Außenministerium als Attache eingestellt worden. Sie ist der erste weibliche Diplomat in Finnland.
Warschau. Wie verichtei wird, gibt es in Polen zurzeit noch drei Millionen Analphabeten, das seien etwa 25 Prozent aller Einwohner im Aller von über zehn Jahren. In den Westprovinzen betrage die Anzahl der Analphabeten nur etwa zwei Prozent; in den östlichen Gebieten steige sie bis aus 75 Prozent.
Washington. Botschafter S a ck e l l wickelt zurzeit seine persönlichen Angelegenheiten in Uewyork und Louisville ab; er wird bereits am 22. Januar an Bord des „President Har- ding" die Reise nach Deutschland üntr.len.
Tokio. Der Finanzminister hat eine Erklärung über die vorgesehene Aufhebung des Berbois der A u 8 f u h r v o n Gold hereusgegeben. Der Finanzm-u.st-, weist nachdrücklich darauf hin, daß die Regierung entspreche -‘ ■ M ^nahmen getroffen habe, um jede ungünstige Wirkung oeL Dekrets aus die Finanzen zu verhindern.
Kurchibale Folgen der Kältewelle in Uma.
700 Soldaten bei Schiteestürmen ums Leben gekommen.
Halb China vom Jangtsetal nordwäts leidet, wie bereits kurz berichtet wurde, unter einer fast arktischen Kältewelle, der bereits Tausende von Menschen erlegen sind. Es wird amtlich mitgeteilt. daß 208 Bettler in den Straßen von Peiping (früher Peking) seit bem 1. Januar erfroren sind. 15 000 Menschen, die in Nord-Schansi an Hungersnot litten, sind infolge der Entbehrungen um- gekommen. Hunderte von Dschunkenleuten und ihre Familien ertranken in Hankau, als mindestens 500 Dschunken, in denen die Familien lebten, durch das Eis auf dem Hau-Flusse wie Papier zerdrückt wurden.
Alis Hankau wird gemeldet, daß sich dort herzzerreißende Szenen abspielten, als die Leichen von 700 früheren Rikschakulis, die zum Kriegsdienst in Honan von der Regierung eingezögen waren und bei Schneestürmen dort ums Leben kamen, eintrafen. Es wurden in den Ortschaften Gongs geschlagen und bewaffnete Soldaten suchten die Toten durch Herbeiruf»ng der Verwandten zu identifizieren. Es wird berichtet, das? ungefähr eine halbe Million Arme im Gebiet von Peiping Unterstü -ng brauchen, wenn sie den Winter überleben sollen.
Aus der Heimat.
Für diele Rubrik find Mitteilungen lokalen 3niereifes aus dem Leserkreise Hess erinünlcht und morden auf Wunld) bezahlt.
Im überheizten Zimmer.
Eine der häufigsten Ursachen für die winterliche Erkältung bilden überheizte Räume; denn nur zu oft entstehen durch das Öffnen eines Fensters zum Zwecke des Temperaturausgleichs oder beim Hinaustreten aus dem überheizten Raum in das kalte Treppenhaus oder aus die Straße die verschiedenartigsten Erkältungen.
Der jetzige außergewöhnlich warme Winter steigert diese Gefahr noch mehr, da vielfach von den Heizern der Zentralheizung sowohl als auch von Hausfrauen und Angestellten bei der Heizung weniger das Thermometer als vielmehr die Jahreszeit als maßgebend betrachtet wird. Vielfach herrscht, besonders in ländlichen Kreisen, die Sitte, ähnlich wie beim Badewasser, die Wärme „nach dem Gefühl" zu beurteilen. Einzig maßgebend aber für die richtige Beheizung eines Wohnraumes ist allein das Thermometer, das daher in keinem von Menschen bewohnten Raume fehlen sollte.
Natürlich muß man wissen, welche Temperatur den einzelnen Räumen angemessen ist. Ein Raum, in dem man sich bewegt, muß eine andere Temperatur haben als ein Raum, in dem man bei der Arbeit zu sitzen oder in dem man zu schlafen pflegt. Ein Erwachsener braucht im allgemeinen weniger Wärme als ein Kind, ein Gesunder weniger als ein Kranker. Für einen Wohnraum sind 17 bis 18 Grad Celsius als angemessen zu betrachten, in den Schlaf- räumen gesunder erwachsener Personen sollen nicht mehr als 13 bis 14 Grad Celsius herrschen. Die Wärme in den Ar- beitsräumen richtet sich nach der Art der Beschäftigung. Für ein Krankenzimmer sind 17 bis 20 Grad Wärme zu fordern. Sehr wesentlich ist es, für die Erwärmung des Fuß- b o d e n s zu sorgen, der, besonders wenn er über ungeheizten Räumen liegt, trotz an sich warmen Zimmers oft kalt bleibt und so leicht Gelegenheit zu kalten Füßen und damit wiederum zu Erkältungen geben kann. Hier werden Teppiche, Fußmatten oder eine über die Füße geschlagene Decke leicht entsprechende Abhilfe schaffen können.
Daß geheizte Räume einer ausreichenden Lüftung bedürfen, ist selbstverständlich. Leider wird auch hierin häufig zum Schaden unserer Gesundheit vielfach gesündigt. Häufigeres kürzeres Lüften, am besten morgens und abends für je zehn Minuten, ist zweckmäßiger als einmaliges längeres Lüften.
Schließlich sei noch daraus hingewiesen, daß vom gesundheitlichen Standpunkt aus das Schlafen bei offenem Fenster für gesunde erwachsene Personen besonders empfehlenswert ist.
□ Rentenbankscheine gelten noch. Um irrigen Auffassungen im Publikum zu begegnen, macht die Deutsche Rentenbank darauf aufmerksam, daß sowohl die Renten- bankscheine zu 1000, 500 und 100 Reuteumark mit Ausstellungsdatum vom 1. November 1923 (ohne Kopfbilder) als auch die Rentenbankscheine zu 50 Reuteumark (mit Kopfbildnis eines Landmanns), zu 10 Nentenmark (mit Kopfbildnis einer Landfrau) und zu fünf Reuteumark (mit Kopfbildnis eines Landmädchens) nicht aufgerufen, also nach wie vor gesetzlich zngelassenc Zahlungsmittel sind.
* In der Preuß.-Südd. Klassenlotterie wurde in der Freitag-Ziehung auf Nr. 33830 ein Gewinn von 50 000 Mark gezogen. Die glücklichen Gewinner der ersten Abteilung wohnen in Elberfeld und spielen das Los in Achteln. In Viertelteilen wird es in der zweiten Abteilung in Charlottenburg gespielt. 5000 Mark fielen auf das Los 93068, je 2000 Mark auf die Lose 64650 und 68463 und 1000 Mark auf das Los 363907.
Hersfeld. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Exzellenz Dr. Schwander, hat dem Staatsministerium sein Abschiedsgesuch eingereicht und um Entlassung aus dem aktiven Staatsdienst zum 1. April gebeten. Zugleich hat Dr. Schwander zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen längeren Urlaub angetreten. Der Minister hat nach vergeblichen Bemühungen, Schwander zu halten, das Abschiedsgesuch annehmen müssen. Damit wird Oberpräfident Dr. Schwander am 1. April aus seinem Amt und auch aus Kassel scheiden, nachdem er über 10 Jahre die Verwaltung der Provinz geleitet hat. Alle Kreise der Bevölkerung in Stadt und Land werden mit größtem Bedauern von dieser Tatsache Kenntnis nehmen.
Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Mit dem Durchzug des Regengebietes in der Nacht zum Sonntag hat sich bei uns die zyklonale Witterung durchgesetzt und den letzten Rest des Hochdruckgebietes beseitigt. Unter kräftigem Druckanstieg überströmt zurzeit maritime Luft polaren Ursprungs unser Gebiet, die in den Niederungen Erwärmung, in der Höhe aber Abkühlung brächte Vielfach kommt es dabei schon auch an tiefer gelegenen Orten zu Schneefällen. Beständigeres Wetter ist nicht zu erwarten, da neuer Druckfall an der Westküste von England das Herannahen der nächsten Störung ankündigt, die uns sehr bald erreichen wird. Witterungsaussichten für Dienstag: Fortdauer der veränderlichen, zeitweise zu Niederschlägen neigenden Witterung.
Hersfeld. Gestern Abend fand in der Turnhalle ein Konzert des Männergesangvereins „Liederkranz" statt, welches sich eines recht guten Besuches zu erfreuen hatte. Schon der erste Vortrag, Wagners Pilgerchor, zeigte, daß der Verein auf der Höhe ist. Erstaunlich war es, wie dieser Chor, der nicht leicht zu interpretieren ist, von den Sängern erfaßt, präzis und diszipliniert herausgebracht wurde. Auch die dann folgenden Chöre können nur als wohl gelungen bezeichnet werden, nicht zuletzt dank des Dirigenten Altvater, welcher seinen Chor ruhig und sicher führte. Auch das Kammerorchester unter Leitung des jugendlichen Brühl, der in erstaunlichem Maße musikalisches Temperament besitzt, zeigte künstlerische Zusammenarbeit. — Der reiche Beifall, welcher den Sängern und Mitgliedern des Orchesters gezollt wurde, war mit Recht verdient.
Hersfeld. Am gestrigen Sonntag hielt der STTr d e - verein Hersfeld und Umgebung feinen Jahreshauptappell im Vereinslokal ab. Trotz anerkannter Verhinderung vieler Kameraden war der Besuch sehr gut. Außer Hersfeld waren vertreten die Orte: Asbach, Beiershausen, Conrode, Gersdorf, Hatten- bach, Kohlhausen, Kirchheim, Mecklar, Mengshausen,
Niederaula, Sorga, Petersberg, Unterweißenborn, Unter- Haun, Wippershain und Wilhelmshof. Die reichhaltige Tagesordnung wurde in recht kameradschaftlichem Sinn in dreistündiger Beratung erledigt. Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand mit seinem unermüdlichen 1. Vorsitzenden Kamerad Wilhelm Heil einstimmig wieder gewählt. Das anschließende Essen zeigte 54 Kameraden vereint. Abends fand ein gemütliches Beisammensein statt, da? bei bester Stimmung die Kameraden mit ihren Damen bis zum Ende der verlängerten Polizeistunde zusammenhielt.
Hersfeld. Am 6. und 7. Januar verunstaltete der Neuwerkkreis im Auguste-Viktoriahaus eine Tagung, die als Arbeitsgemeinschaft -zwischen Pfarrern und Lehrern gedacht war und recht gut besucht war. Die Teilnehmerliste wies über 60 Namen auf. Pfarrer und Lehrer aus dem ganzen Bezirk Kassel waren erschienen, für die zum Teil Frei- quartiere bereitgestellt werden konnten. Die Verhandlungen, die unter der Leitung von Pfarrer Wibbeling- Hellst.in standen, wurden begonnen mit dem Vortrag von Pfarrer Scheig-Steinau über: „Sinn und Notwendigkeit der Arbeitsgemeinschaft zwischen Pfarrern und Lehrern." Der Redner verstand es, in klarer, überzeugender Weise darzulegen, weshalb gerade im Hinblick auf die Schwierigkeiten und Nöte, mit denen ein Volkserzieher in unserer Zeit zu ringen hat, eine Arbeitsgemeinschaft von Pfarrern und Lehrern nötig ist. Bei solchen Zusammenkünften können Fragen der Pädagogik, der Weltanschauung, der Schulpolitik, des sozialen und wirtschaftlichen Lebens behandelt werden. Daß eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Pfarrern und Lehrern möglich ist, zeigt das Beispiel des Kreises Schlächtern, wo eine solche Arbeitsgemeinschaft schon fünf Jahre hindurch besteht. In die pädagogischen Fragen der heutigen Zeit führten die beiden Vorträge ein, die am Nachmittag und Abend des ersten Tages gehalten wurden. Rektor Flemmig- Schlüchtern sprach über: „Religionsunterricht in der Schule und Konfirmandenunterricht nach Inhalt und Methode." Bezirks-Jugendpfleger Völger-Kassel, dem vom 1. April ab eine Professur an der Pädagogischen Akademie in Stettin verliehen worden ist, hielt einen Vortrag über das Thema: „Der Erzieher in der pädagogischen Situation". Am Schlüsse der Tagung behandelte Pfarrer Liz. Schafft-Kassel die Frage der Beziehungen zwischen „Schule und Kirche". Nachdem er die Aufgaben von Kirche und Schule, die beide, unabhängig von fremden Einflüssen, ihre Wege gehen müssen, geschildert hatte, kam er zu dem Ergebnis, daß beide, gerade wenn sie ihr höchstes Ziel im Auge behalten und verfolgen, sich finden müssen zu gemeinsamer Arbeit. Hoffentlich sind die Anregungen dieser Tagung auch im Kreise" Hersfeld auf fruchtbaren Boden gefallen.
Hilmes Kr. Hersfeld. Hier wurden einstimmig wiedergewählt Bürgermeister Wilhelm Reinhardt und die Schöffen Heinrich Schleif 1 und Johannes Herwig. Stellvertreter Wilhelm Deisenroth.
sr^- RattSv«ch. In dankenswerter Weise bringt der Kreis Hersfeld auch in unserer Gemeinde die Tuberkulose-Ausstellung, verbunden mit einer Säuglingsausstellung zur Vorführung Die Eröffnung der Ausstellung im Saale der Gastwirtschaft Rosenthal fand am gestrigen Sonntag um 3 Uhr durch den Kreis- kommunalarzt, Medizinalrat Dr. Ewers statt. Umrahmt wurde die Eröffnung durch den Sejangoerein Ransbach, der unter Leitung von Lehrer Fuhrmann zu Beginn und am Ende einige entsprechende Lieder zum Vortrag brächte. Dr. Ewers machte ausführliche und verständliche Darlegungen über die Tuberkulose, über ihre Verhütung und Bekämpfung. In dankenswerter Weise haben sich eine Anzahl Aerzte bereit gefunden, im Laufe der Woche noch Lichtbildervorträge zu halten. Der Besuch der Ausstellung bei der Eröffnung war ein ausgezeichneter, ein Zeichen für das große Interesse, welches die Bevölkerung der Veranstaltung entgegenbringt.
Flitzlar. Am 1. Januar hat einer unserer bekanntesten Turnierreuer, Hauptmann Hamann von der reitenden Batterie, unsere Garnison verlassen, um als Batteriechef, nach Verben zu gehen.
Heue Fälle von Papageienkrankheit.
Auch in Amerika greift die Krankheit um sich.
Die Hebamme Haack im O st s e e b a ö H o r st ist an der Papageienkrankheit gestorben. Sie hatte von einem Stück Schokolade gegessen, von welchem kurz vorher der Papagei abgebissen hatte. Die Verstorbene hatte den Papagei am 4. November aus Hamburg erhalten und bereits nach zwei Tagen zeigten sich an dem Tier Krant- heitserscheinungen, an denen es bald daraus einging.
In das Frankfurter städtische Krankenhaus wurde ein Einwohner aus O b e r u r s e l, bei dem sich Symptome der Papageienkraukheit bemerkbar machten, eingeliefert. Der Erkrankte ist im Dezember v. I. aus Südamerika zurückgekehrt. Er hatte sich von dort zwei Papageien mitgebracht. Während der eine schon aus der Überfahrt einging, erkrankte das andere Tier wenige Tage Vor Weihnachten in Oberursel und ging drei Tage später ein. Am 29. Dezember erkrankte dann der Heimgekehrle an Fiebererscheinungen, zu denen sich eine Lungenentzündung gesellte. Die Ärzte sind der Ansicht, daß es sich um die Papageienkrankheit handelt.
Bei der Erforschung der Papageienkrankheit erkrankt.
Der Chefarzt der Bakteriologischen Anstalt in Prag, Universitätsprofessor Dr. Houl, der ganz Plötzlich unter Begleiterscheinungen der Papageienkrankheit erkrankte, wurde in sehr ernstem Zustande, in das Sanatorium über- geführt. Professor Hont hatte sich in der letzten Zeit eingehend mit der Untersuchung der Bakterien dieser Krankheit beschäftigt. Da der Patient zuckerkrank ist und bte Folgen einer Grippeerkrankung noch nicht vollkormn?» überstanden hat, liegt eine Ansteckung sehr nahe, die zu ernsten Besorgnissen Anlaß gibt.