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Tlah un» Kern

O Tetzners Opfer ermittelt? Die Polizei in Regens- burg gibt bekannt, daß der Schriftsetzer Georg Bleier, der in Regensburg wohnte und zuletzt als Reisender für Näh­maschinen arbeitete, seit dem 26. November 1929 vermißt wird. An diesem Tage hat Bleier an seine Wirtin von Kelheim aus geschrieben, daß er am 30. November in Regensburg eintreffen werde. Nach Ansicht der Polizei ist die Annahme berechtigt, daß das auffällige Verschwin­den des Bleier mit der Mordsache des Leipziger Versiche­rungsschwindlers Tetzner in Zusammenhang steht, u. a. spricht dafür, daß der Mord von Tetzner in der Nacht vom 26. auf den 27. November verübt wurde und daß der Tat­ort sich in nächster Nähe von Regensburg befindet.

() Selbstmord bei der Verhaftung. Ein vielfach vor bestrafter. 33 Jahre alter Nieter, der in dem Verdacht stand, bei einem Raubüberfall beteiligt gewesen zu sein, wurde in Kiel in einer Wohnung, wo er sich unangemeldet verborgen hielt, zusammen mit seiner Geliebten verhaftet. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei der Festnahme gelang es dem Verhafteten, sich vor dem Polizeipräsidium auf der Straße zu erschießen.

0 Heldentat deutscher Seeleute. Der dänische Minister­präsident erklärte, daß die Besatzung des deutschen Fisch­dampfersSenator Mommsen" aus Cuxhaven, die unter eigener Lebensgefahr die Mannschaft des dänischen Segel­schiffesOlga" im Orkan auf der Nordsee gerettet und das Schiff im Schlepptau nach Norwegen eingebracht hat, belohnt werden soll, sobald ein offizieller Bericht über die Heldentat der Deutschen eingetroffen sei.

O Explosionsunglück in einer Karbidfabrik. In der Karbidfabrik des Ferro-Werkes in Mückenberg (Kreis Liebenwerda) ereignete sich am Karbidofen ein Explosions­unglück, bei dem drei Mann der Belegschaft schwere Brandwunden erlitten. Ein vierter Mann kam mit leich­teren Verletzungen davon. Das Unglück entstand dadurch, daß beim Abstich eines Karbidofens die Masse so schnell herauskam, daß die am Ofen beschäftigten Arbeiter sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

0 Relativitätstheorie mit Krach. Im Newyorker Museum für Naturgeschichte fand die Aufführung eines Filmes statt, der Einsteins Relativitätstheorie erklärt. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung war frei. Es er­schienen nicht weniger als 4500 Personen, so daß ein Riesengedränge herrschte. Zwischen den Aufsichtsbeamten und der Menge kam es zu Zusammenstößen. Acht Auf­sichtsbeamte wurden niedergestoßen. Schließlich mußte die Polizei eingreifen. Viele Personen wurden verletzt.

Bunte Tageschronik

Düsseldorf. Der junge Mann, der in Kierspe in Westfalen im Zusammenhang mit den Düsseldorfer Mordtaten verhaftet worden war, ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da er mit den Morden nichts zu tun hat.

Köln. Aus Eifersucht erstach hier ein 28jähriger Arbeiter namens Stier seine 27jährige Ehefrau, die sich vor einigen Monaten von ihm getrennt hätte und die Ehegemeinschast nicht wieder aufnehmen wollte.

Mainz. In Rechtsheim wurde der Arbeiter Joseph Fleck von drei Besatzungsangehörigen überfallen und beraubt. Die Soldaten hielten ihm, während sie seine Taschen durchsuchten, den Mund zu und nahmen ihm die Geldbörse und verschiedene Gebrauchsgegenstände ab. Schließlich versetzten sie ihm mit einem Messer oder Seitengewehr drei Messerstiche in den Kopf. Die Namen' der Soldaten konnten aus ihren Urlaubsscheinen festgestelli werden, so daß die Untersuchung von den franzö­sischen Behörden eingeleitet werden kann.

Bielawe (Kr. Freystadt). Hier ist eine bedenkliche Maseru- epidemie unter den Kindern ausgebrochen, so daß die Schule geschlossen werden mußte; über 60 Prozent der Schulkinder sind erkrankt. Bisher hat die Epidemie auch ein Todesopfer gefordert.

Newyork. In Dalhousie (Kanada) zerstörte ein Brand »vierzehn Gebäude. Der Schaden wird auf 500 000 Dollar (geschätzt. Sechs Männer wurden bei dem Versuch, zur Ver­hinderung der Ausdehung des Brandes benachbarte Gebäudei in die Luft zu sprengen, verletzt.

W-» Wissen

w. Die Brille unter dem Augenlid. In den letzten Tagen hörte man von einer aufsehenerregenden Entdeckung des Kieler Augenarztes Pros. Heine Heine, der die Augenklinik der Kieler Universität leitet, soll nämlich für schwache Augen eine Art P.'othese erfunden haben: sie ist unter dem Augenlid auf der H-rnhaul zu tragen und hebt jede Art von Kurz- oder Wcit- si htigkeit genau wie eine Brille auf, nur daß sie unsichtbar b.eibt. Von ärztlicher Seite wird nun hierzu mitgeteilt, daß es sich hier um keine neue Erfindung handelt, da dieBrille unter dem Augenlid" bereits feit mehr als sechs Jahren an­gewendet werde - aber nur in ganz besonderen Fallen. All­gemein durchführbar fei dieses Verfahren kaum, da das Tragen eines Fremdkörpers direkt auf der Hornhaut die Hornhaut schon nach wenigen Stunden sehr reizen müsse. Bei bestimm­ten Krankheiten, bei denen man nur schwer eine richtige Brille tragen könne, könne man vielleicht für vier oder fünf Stunden die Brille unter dem Augenlid tragen. Im wesentlichen seien es wohl nur kosmetische Gründe, die jemand auf den Gedanken bringen könnten, dauernd seine Brille mit den Haftgläser»" zu vertauschen; die Neuerung werde also wohl bei den kurz- und weitsichtigen Männern kaum durchdringen. Was aller­dings die nicht normalsichtigen Damen betreffe, so könne man nicht wissen, ob sie sich nicht aus Schönheitsgründen, d. h. um nicht mit einer Brille durchs Leben laufen zu müssen, zu den innen" zu tragenden Hastgläsern bekehren werden.

Landmanns Arbeitskalender im Januar.

Hier und da zeigt sich schon, daß das Rauhfutter gegen Frühjahr knapp werden wird. Also Haushalten und bedenken, daß weniger, aber gut genährte Tiere mehr leisten und einbringen als zu viele schlecht genährte. Bet genügender Eisdecke findet sich manche Gelegenheit zum Schneiden von Streu an Rändern von Gewässern, wodurch Strohstreu gespart werden kann. Im übrigen jetzt schon bei der Aufstellung des Frühjahrsbestellungsplanes bedenken, ob sich der Anbau von Futterpflanzen vermehren läßt, überhaupt Sämereien bestellen, wozu es wie für Düngemittel jetzt höchste Zeit wird. Dabei das Kalken nicht vergessen. Zum Mergeln ist dieser Monat sehr geeignet, auch bei Schneefall. Sonst richtet sich die Außenarbeit sehr nach Wetter und Wärme: Heranfahren von Rüben und Kartoffeln aus den Mieten, sonst auch von Stroh, Holz, Waldstreu, Ausfuhr von Mist und bei trockenem Wetter von reifem Kompost. Ständig die Temperatur der Mieten und der Kohlscheunen beobachten.

Im Garten, auf Wiesen und Weiden Gelegenheit zu mancherlei Erdarbeiten, Einebnung von Unebenheiten, Räumung von Gräben. Fortsetzung des Drusches und anderer Scheunen- und Speicherarbeiten. Ausbesserung an Wagen, Geräten und Maschinen. Im Viehstall für Wärme und Sauberkeit sorgen. Häufiges Putzen der cingestallten Tiere verbessert deren Ertrag und Gesundheit. Stets reichlich trockene Streu geben. Im Schafstall Beginn der Winterlammung, Sauen belegen lassen, um im Frühjahr über Ferkel zu ver­fügen. Kleinviehställe und Bienenstände vor ungebetenen hungrigen Gästen sichern, dort für Trinkwasser, hier^ nötigen­falls für Fütterung sorgen. Im Garten das Ausputzen und Auslichteu der Bäume und Strauchgruppen, besonders das Reinigen der älteren Obstbäume zu Ende führen. Pfropfreiser schneiden. Düngen, rigolen und Erdhaufen umsetzen. Gegen Schädlinge spritzen und Kalkanstriche an die Stämme an- bringen. Latrinenanstrich an junge Obstbäume gegen Hasen- imb Kaninchonverhiß. Erste Beschickung der Frühbeete. In der Teichwirtschaft Rohr schneiden und an die argen Schäden des vergangenen Winters denken; daher bei Frost stets Luftlöcher in der Eisdecke erneuern und sie durch Ein- zwängung von Stroh- und Schilfgarben, länger offen halten

Aus den» Gsn'chissaas

§ Einstellung eines Ermittlungsverfahrens in der Sklarek- Sache. Das von der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Berliner Stadtverordneten Rosenthal als Mitglied des Kredit­ausschusses der Berliner Stadtbank in der Sklarek-Sache ein­geleitete Ermittlungsverfahren ist mangels Beweises ein» gestellt worden. Rosenthal war vorgeworfen worden, baß er im Zusammenhang mit seiner Mitwirkung bei der Gewährung der Sklarek-Kredite Warenbestellungen für seine Geschäfte von den Sklarcks entgegengenommen habe Ein solcher Zusammen- hang hat sich jedoch nicht Nachweisen lassen.

Im Genossenschaftsregister Nr. 17:

Jugend- und Wunder- Herberge Knüll,

eingetragene Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht,

Hersfeld

ist eingetragen:

a) tz 9 S. 2 der Satzung ist *»-- drchin 'geändert; tm^TtitT

Vorstand aus 1) dem Vor­sitzenden, 2) dem Schrift­führer 3) dem Schatz­meister besteht und von der Generalversammlung gewählt wird.

b) Anstelle des verstorbenen Eisenbahn - Obersekretärs Hahn in Hersfeld sind Amtsgerichtsrat Karl Steinmetz in Neukirchen; zum Schriftführer und j Bäckerobermeister Georg Pfromm in Hersfeld zum Schatzmeister gewählt

Hersfeld, 7. 1. 30.

Amtsgericht.

jnänner~®efangoeroinSioderkrans

Qarsfofd (Gegründet 1898)

Sonntag, den |12.| Januar 1930

abends 8 Uhr in der neuen Turnhalle

JZon^erf

unter Mitwirkung eines Kammerorchesters Hersfelder Musikfreunde.

Sperrsitz 1.25 Mk., I. Platz 1.- Mk., Sänger.75 Mk. Sperrsitzkarten sind in den beiden Buchhandlungen Webert und Westphal zu haben.

Lehrverträge

L Funks Buchdruckerei.

MMchr Bekanntmachungen

Ich mache die Herren Bürgermeister darauf auf­merksam, daß hinsichtlich der Bestimmungen über die Regelung des Feuerlöschwesens jetzt. nachdem die diesen Gegenstand betreffenden Orlsstatuten in allen Gemeinden aufgehoben sind, nur die Postzeiverordnung des Herrn Regierungspräsidenten vom 25 September 1927 (Reg.-Amtsblatt 1927 Seite 221) maßg bend ist. Die Strafvorschriften enthält der § 31 dieser Polizei­verordnung

Ferner haben durch die Aufhebung der Ortsstatuten jetzt auch diePorschriften des Herrn Regierungspräsidenten vom 25 September 1927 (Regierungsamtsblatt Seite 224 unter Nr 616) die die Organisation der Feuerwehr, die E>nennung der Orts-, Bezirks-- und Kreisbrand­meister usw . regeln, für alle Gemeinden des Kreises Gültigkeit erhalten.

Hersfeld, d. 4. Jan. 1930. Der kom. Landrat.

Schreiner Zwangsinnung

Stadt und Kreis.

Rm 17. Januar 1930, vormittags 9 Uhr, findet imHessischen H o f" die diesjährige Jahres Hauptversammlung statt:

1.

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3.

4.

5.

6.

7.

8

An

Tagesordnung:

Rechnungsablage und Bericht der Rechnungs­prüfer.

Genehmigung des Haushaltsplanes 1930.

Wahl der Rechnungsprüfer.

Wahl der ausscheidenden drei Vorstandsmit­glieder.

Wahl der Beisitzer des Jnnungsausschuffes sowie Stellvertreter.

Benennung für den Steuerausschuß 1930.

Verwendung der Fahne.

Freie Anträge.

die Bezahlung der Beiträge wird erinnert.

8

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7%ige Goldpfandbriefs Reihe 4 frühestens kündbar zum 1. 9.

7 %ige Goldpfandbriese Reihe 6 frühestens kündbar zum 1." 9.

6 %ige Goldpfavdbriefe Reihe 5 frühestens kündbar zum 1. 9.

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1932

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8 %ige Gold-Komm.-Schuldverschr. Reihe 3 frühestens kündbar zum 1. 9. 1933

86%

86%

15%

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Alle Vereins-Drucksachen

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Vollzähliges Erscheinen ist erforderlich. Auf die am 17. Januar, nachmittags um 2 Uhr statt- findende Handwerkertagung wird nochmals hin­gewiesen.

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