Tlah and Fern
O Autobusunglück, weil der Schrankenwärter Glühwein trank. Bei den weiteren Vernehmungen zur Aufklärung des schweren Autobusunglückes am Babnübergang bei Jnsterburg—Sprindt, bei dem sechs Personen den Tod fanden, hat der verhaftete Schrankenwärter Fiedler ein- gestanden, daß er in dem Augenblick, als der Autobus mit dem Zuge zusammenstieß, in seiner Wohnung gewesen sei und mit seinen Söhnen heißen Rotwein getrunken habe. Angetrunken sei er nicht gewesen. Er und seine Söhne seien hinausgestürmt, als das Unglück bereits geschehen war. Er sei dann in der Wärterbude zu Boden gestürzt und ohnmächtig liegengeblieben.
O Zwei Todesopfer einer Gasvergiftung. In einem Hause in Stellingen bei Hamburg wurden der 59 Jahre alte Arbeiter Bünger und sein 29jähriger Sohn in der Küche ihrer Wohnung durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Die Frau des Arbeiters, die im Nebenzimmer schlief, konnte im Krankenhause wieder ins Leben zurückgerufen werden.
, O Großfeuer in einem mecklenburgischen Dorfe. In der Ortschaft Stresendorf bei Parchim wütete ein großes Feuer, durch das fünf Gebäude — zwei Scheunen, zwei Viehhäuser und ein Wohnhaus — eingeäschert wurden. Mitverbrannt sind 20 Schweine, viele landwirtschaftliche Maschinen und fast alle Erntevorräte. Über die Entstehungsursache ist noch nichts Genaues bekannt. Man vermutet jedoch, daß das Feuer von Landstreichern, die gebettelt hatten und abgewiesen worden waren, aus Rache angelegt wurde.
O Beim Steinsprengen erblindet. Auf dem Rittergut Passee bei Neubukow in Mecklenburg war der Steinschläger Rauh mit dem Sprengen von Steinen beschäftigt. Durch eine Frühzündung wurde Rauh schwer verletzt, u. a. wurde ihm die Sehkraft auf beiden Augen zerstört. Der Unfall ist um so beklagenswerter, als Rauh Vater von vier unmündigen Kindern ist.
0 Mordserie in einem böhmischen Dorfe. In einem Orte in der Nähe von Königgrätz in Böhmen wurden acht Personen, darunter drei Frauen, unter dem Verdacht verhaftet, drei Männer ermordet zu haben. Im Jahre 1919 wurde der Mann der Hauptbeschuldigten, einer Bäuerin Bitner aus Polen, ermordet aufgefunden. Im Jahre 1926 wurde der Häusler Joseph Lichp ermordet, ein Jahr später der Fleischer Mach, mit denen die Bituer Verhältnisse hatte. Wer die Mordtaten verübt hat, steht noch nicht fest.
O Eheschließung per Telephon. In Waco in Texas stand im Standesamt vor dem Telephon eine Braut. Zu gleicher Zeit stand im Standesamt zu Cleveland in Ohio vor dem Telephon ihr Bräutigam, der zur Eheschließung nichr nach Waco hatte kommen können. Die beiderseitigen Standesbeamten stellten die telephonische Verbindung her, worauf Braut und Bräutigam in Gegenwart von Trauzeugen per Telephon das Jawort gaben und die Standesbeamten die telephonische Eheschließung für gültig erklärten.
Bunte Tageschrsnik
Düsseldorf. Dr. h. c. Fritz Henkel, Teilhaber der Persil- sirma Henkel u. Co., ist auf seinem Landsitze in Unkel einem Herzschlage erlegen.
Brüssel. In Sachen Zahlungseinstellung der Banque Chaudoir in Lüttich hat das Gericht gegen den Präsidenten C h a u d o i r und den Generaldirektor Salme Anklage wegen Unterschlagungen erhoben. Damit nimmt die Angelegenheit eine Wendung, die auch eine politische Rückwirkung haben wird. Bekanntlich hatte der Kolonialminister Tsch offen seinen Rücktritt genommen, da er dem Verwaltungsrat der Bank angehörte. Eine gewisse Brüsseler Presse hat daraufhin unerhörte Angriffe gegen ihn unternommen. Der Minister hat gegen die „National Belge" Anklage wegen Verleumdung erhoben. Außerdem vollzog sich der Rücktritt des Ministers unter einem gewissen Zwang seines Feindes Jaspar.
Bonn. Ein Kaufmann, der in der Bergstraße wohnte, hat seine Ehefrau und sich selbst erschossen. Zerrüttete Fa- mUlcnörtb-lfmiffc bildeten den Grund der Tat.
Bsrmischiss
— Die ZÜ-Millionen-Dollar-ErbschKft der vierten Frau. Vier Frauen — natürlich nacheinander — hatte der soeben verstorbene amerikanische Millionär Frank W. Savin, und die vierte und letzte soll sein auf 20 Millionen Dollar geschätztes Vermögen erben. Das wollen sich aber die Verwandten der verstorbenen früheren Frauen Savius nicht gefallen lassen, und zwar aus einem merkwürdigen und juristisch sicher nicht ganz haltbaren Grunde. Die vierte Frau, die aus der Tschechoslowakei eingewandert war und als Mädchen Marie Schleis hieß, war nämlich Savins Dienstmädchen, ehe sie vor zwei Jahren — Savin war damals 77 Jahre alt — seine Frau wurde. Ein ehemaliges Dienstmädchen als Millionenerbin — das glaubt die Verwandtschaft der drei toten Frauen nicht überstehen zu können. Es scheint so. als ob sie darin einen Scblaa
„gegen die guten Sitten" sähe. Die frühere Dienftmägw jetzt 43 Jahre alt — wohnt in Portchester im Staate Newyork in einem prächtigen Palast, kann in zehn eigenen Autos fpazterensahren und verfügt über 20 Bedienstete, die monatlich 3500 Dollar Lohn bekommen und unter denen sich - ihre eigene Schwester befindet. Und nun hat das Gericht das Wort!
- Die blauen Papageien von Stadlau. In dieser Zeit, in der die ganze Welt die Papageienkrankheit zu haben glaubt, verdient Stadlau bei Wien besondere Beachtung. Nicht weit vom Stadlauer Telegraphenamt liegt nämlich die größte, gegenwärtig etwa tausend Vögel beherbergende Papageienfarm Europas. Aus ihr kamen jene blauen Wunderpapageien, die als Sehenswürdigkeit in europäischen Tiergärten gehalten werden. Der Telegraphenbeamte Norbert Grasl, der als Original anfing und heute ein Ornithologe von Weltruf ist, hat diese Papageien durch kunstvolle Züchtung geschaffen. Er kaufte von seinem nicht eben hohen Monatsgehalt Papageien, nichts als Papa- gelen. Seine Kollegen lachten ihn aus, aber bald sollte ihnen das Lachen über den „Sonderling" vergehen. Der Telegraphenbeamte war nämlich darausgekommen, daß es merkwürdigerweise in der Welt noch keine blauen Wellensittiche gab. Also erschuf Grasl den Papagei, dessen Gefieder mit der Bläue des Firmamentes wetteifert. Aber es gibt in Stadlau außer himmelblauen auch kobaltblaue und dunkelblaue Papageien — für jeden Geschmack etwas. Und als Norbert Grasl seine Papageien fertig hatte, ging er hin und verlangte für ein Pärchen 4000 Mark. Und das zahlte man ihm! Der Preis ist dann allerdings stark und noch stärker gesunken, und heute produziert Stadlau die himmelblauen Raritäten beinahe schon eo gras, so daß es eigentlich nicht erst der Papageienkrankheit bedurfte, damit eine Baisse in Papageien erzielt werde. Die Stadlauer Sittiche und Papageien haben sich an unser Klima gewöhnt imb legen auf Tropenklima nicht den geringsten Wert Selbst in der kalten Jahreszeit halten sich die meisten m ^rliebe hü Freien auf, natürlich hinter Drahtgittern
0-Zug von chinesischen Räubern angefallen.
Ein 0-Zug auf der Eisenbahnstrecke P e k i n g—K algan wurde von chinesischen Räubern Überfällen und vollständig a u s g e r a u b !. Einige Fahrgäste versuchten, sich zu wehren, wurden aber sofort entwaffnet. Nach der Beraubung des Zuges verschwanden die Banditen spurlos.
Amtlich« Bekanntmachungen.
Der Vierteljahresausweis des Kreises Hersfeld über die Einnahmen und Ausgaben der Kreiskommunalkasse im dritten Vierteljahr (Monate Oktober, November und Dezember) des Rechnungsjahres 1929 liegt in der Zeit vom 10. bis 24. Januar 1930 zu jedermanns Einsicht bei der Kreiskommunalkasse (Kreissparkasse) in Hersfeld, Kaiserstraße offen.
Hersfeld, den 4. Januar 1930.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
An die Herren Bürgermeister des Kreises.
Die Herren Bürgermeister derjenigen Gemeinden des Kreises, in denen Fleischbeschauer wohnen, werden hiermit an die Borlage der Nachweisung über die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 9. 1929 erhobenen Kreiszuschläge zu den Schlachtvieh-, Fleisch- und Trichinen- beschaugebühren erinnert.
Die Vorlage der Nachweisung hat bis spätestens zum 15. Januar 1930 zu erfolgen. Fehlanzeige ist erforderlich.
Die in der Berichtszeit aufgekommenen Zuschläge sind bis zum 15 Januar 1930, soweit dies noch nicht geschehen ist, auf das Konto der Kreiskommunalkasse bei der Kreissparkasse in Hersfeld einzuzahlen.
Hersfeld, den 3. Januar 1930.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
An die Herren Bürgermeister.
Kosten, die den Gemeinden aus Anlaß der Durchführung des Eintragungsverfahrens für das Volks' begehren (in der Zeit vom 16. bis 29. Oktober 1929) entstanden sind, werden vom Reich mit 4 5 erstattet. Im Allgemeinen werden bei den Landgemeinden keine Kosten von Bedeutung entstanden sein. Sollten aber in einzelnen Gemeinden doch' erstattungsfähige Ausgaben (z. B. für Anmietung eines Eintragungsraums, für besondere Hilfskräfte, für Postgebühren) vorgekommen fein, so ersuche ich mir die Höhe dieser Kosten unter Beifügung von Belegen bis zum J5. Januar 1930 an- zuzeigen.
Ueber die Erstattung der Kosten aus dem Volksentscheid am 22. 12. 1929 ergeht später besondere Verfügung.
Hersfeld, d. 4. Jan. 1930. Der kom. Landrat. ZahiunQsheißhle vorrätig
L Funks Buchdruckerei.
Bekanntmachung.
------— - -48$4i-^em-lT‘-$«mr^^ “
amt Hersfeld in die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland übergegangen.
Alle diejenigen Personen oder Firmen, die noch
irgend eine Forderung
an das Kreis-Elt Amt haben, werden aufgefordert, ihre Ansprüche unter Vorlage der erforderlichen
Beläge unverzüglich, spätestens aber bis 15
Januar d. Is. geltend zu machen.
Spätere Forderungen können nicht mehr berücksichtigt werden.
Kreis-Elektrizitäts-Amt.
Eduard Wolfs Bücherrevisor, Steuerberater, Treuhänder HERSFELD, MARKT 2 Telefon erreichbar vorläufig unter Nr. 588 (Architekturbüro Völker)
Einrichten und Führen der Bücher Aufstellung der Bilanzen Raterteilung in allen Steuer- und kaufmännischen Fragen
Speisezimmer
■ Herrenzimmer, Schlafzimmer Küchen, Einzelmöbel
■
■ in allen Ausführungen
*
■
: Korund ^akob, Hersfeld
Rlausflraße 15 fernfprecher 5/6
Mittwoch, 8. Januar
abends 8 Uhr
Haugiver- sammlung
bei Kamerad K. Sander (Lullusquelle).
Der Vorstand.
Kyffhäuser-Technikum
C Frankenhausen
Ingenieur- und Werkmelster-Abt. für Maschinen- u. Automobilbau. Schwach- und Starkstromtechnik.
Aelt.Sond.-Abt. f.Landm. u.Flugtech.
l mnin~H iScMiingi - sämtlicher »leiaile : führt aus £
i u. GmizeM i Breitenstraße 45 Fernsprecher 246
Bedeutender Versicherungskonzern sucht geeignete Persönlichkeit
als Bezirksinspektor
i für den Bezirk H e r s f e 1 d.
■ Es wird geboten! Auskömmliches Gehalt, Spesen, Eisenbahnfahrt, Provision sowie Anteil am Bezirksgeschäft.
Es wird verlangt s Eine in allen Sparten des Versicherungs- gewerbes gewandte Persönlichkeit, einwandfreier Ruf, Lust und Liebe zur Arbeit, ausgeprägte, selbständige Persönlichkeit, Befähigung, bedeutende Vertragsabschlüsse mit wirtschaftlichen und konfessionellen Organisationen auszunutzen.
Bewerbungen wolle man unter Beifügung eines Lebenslaufes, Zeugnisabschriften, Lichtbild sowie Angaben über seitherige Tätigkeit im Versicherungsgewerbe richten an
Deutschen Versicherungskonzern
Geschäftsstelle Kassel, Akazienweg 3 C. Nichtfachleute können ebenfalls Bewerbungen einreichen.
Fernruf 8
Breiten- straBe 40
Ludwig Funks Buchdruckerei
Verlag des Hersfelder Tageblatt
WIR DRUCKEN ALLES FÜR DEN GESCHÄFTS- UND PRIVATBEDARF
Postkarten / Briefblätter Briefumschläge / Rechnungen Geschäfts- und Besuchskarten Zeitschriften und Kataloge Verlobungs- und Vermählungskarten Trauerbriefe und Trauerkarten