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^. Prlius über den Völkerbund.

Eine Würdigung.

Reichsaußenminister Dr. Curtius sagt in einem ver­öffentlichten Aufsatz u. a.:

In meiner bisherigen amtlichen Stellung hatte ich be­reits Gelegenheit, die Tätigkeit des Völkerbundes, soweit sie sich auf die Wirtschaftsfragen bezog, näher zu ver­folgen. Mit Genugtuung kann ich feststellen, wieviel Arbeit der Völkerbund auf diesem Gebiete schon geleistet hat. Lebhaft begrüße ich auch das für die nächsten Jahre festgesetzte wirtschaftliche Aktionsprogramm, das die Ver­stellung eines möglichst universellen Zollfriedens durch^ge- meinsames etappenweises Vorgehen erstrebt. Der Wirt- schaftsfricde ist ein wichtiges, vielleicht das wichtigste Ele­ment des Friedens überhaupt. Es muß sich zeigen, ob der Völkerbund das Problem der Minderheiten, dieses Neuland der internationalen Politik, zu überwin- den imstande ist. Ich weiß, daß das zu Ende gehende Jahr Fortschritte gezeitigt hat und daß einige nicht un­wesentliche Verbesserungen bei der Behandlung von Min- derheitenbeschwerden eingetreten sind. Ist wirtschaftliche und geistige Zufriedenheit Vorläufer und Voraussetzung jenes politischen Friedens, der in

6er feierlichen Aechiung des Krieges seinen Ausdruck fand, so ist es nun auch Sache des Völker­bundes, die logischen Folgerungen aus diesem bedeut­samen Akt zu ziehen. Die wichtigste Konsequenz ist die Entwicklung zur friedlichen Lösung aller internationalen Streitigkeiten. Es bleibt noch viel zu tun, es ist aber auch schon viel getan.

Möge es dem Bunde vergönnt sein, daß man bald Ähnliches von seiner Arbeit an der internationalen A b r ü st u n g sagen kann. Ich will mich nicht den Pessi- MiNtstM anschließen, die den Völkerbund hier vor einem unlösbaren Problem stehen sehen. Wer dem Bund in feiefer Frage nicht vertraut, negiert letzten Endes den Völkerbund als solchen überhaupt.

Deutschlands Bestreben seit seinem Eintritt in den Bund im September 1926 war es, für eine Vertiefung des Völkerbundgedankens und für die Vervollkommnung des heutigen Völkerbundes zu wirken. In dem Nachruf den der Generalsekretär des Völkerbundes meinem so früh verstorbenen Amtsvorgänger gewidmet hat, würdigt Sir Eric Drummond die Verdienste Dr. Stresemanns um den Völkerbund. Diese Worte sind ein Beweis dafür, welche Stellung Dr. Stresemann sich und seinem Paterlande in dem großen internationalen Gremium in Genf zu schaffen gewußt hat. Die von ihm so erfolgreich vertretene Völker- bundpoi-itik, die sich frei hielt von unerfüllbaren Illu­sionen und Schritt für Schritt erreichbare praktische Ziele austreb: r^ 'O: auch ich fortzusetzen bestrebt sein.

Neuer Landverlust der Insel Helgoland.

Unter der Einwirkung des neuen schweren.Sturmes sind auf der hier gezeigien Südseite der Insel gewaltige Feks- maßen abgestürzt.

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ROMAN v. 3. SCHNEIDER-FOERSTL

Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau Sa.

(27. Fortsetzung.)

Sie warf einen flüchtigen Blick auf seine Hände. Sie lagen reglos still und trugen, feines, blaues Geäder, das sich kunst­voll verästelte.

Er würde wohl jetzt zu müde fein, den Fahrplan mit ihr zu studieren. Aber nachdem sie nun schon einmal hier war, konnte sie Bernd nochGute Nacht" sagen.

Warum schläfst du nicht?"

Er schüttelte nur den Kops und dämpfte die Stimme zu einem leisen Flüstern:Ich warte, bis er das Licht löscht." Vater?"

Ja!"

Was ist das für ein Blödsinn," schalt sie.Er dort und du hier! Warum geht ihr nicht zu Bett, wenn es Zeit ist?"

Das Gesicht des Jungen legte sich in die aufgestemmten Knie. Ratlos setzte sich Brunhilde zu ihm auf das Sofa und zog seinen Kopf hoch.Sei jetzt kein Kind und gib Antwort." Mutter, ich weiß nicht, warum er Tag für Tag solange aufsitzt und--"

Und Bernd?"

So fürchterlich stöhnt, Mutter! Ich habe ihn kürzlich mit jemand sprechen gehört und bin zur Türe gesprungen, aber es war niemand bei ihm. Er hat mich weder gehört, noch gesehen, als ich das Schloß wieder zudrückte

Ich fürchte, daß es wieder zu einem Fieberanfall kommt," beschwichtigte sie ihn.Geh jetzt zu Bett, ich wecke den Vater und rede ihm zu, daß er einen Arzt konsultiert."

Bernds Lippen zitterten aufeinander.Mutter, ich wollte es für mich behalten aber nun sollst du es trotzdem wissen: Ich ertrage das nicht länger dieses Zerriebenwerden zwischen dir und ihm, ich bin schon zu alt, um nicht zu ver­stehen, daß deine Ehe mit Vater nur noch an einem Faden hängt. Aber wenn dieser reißt, Mutter! Diese Versicherung kann ich dir heute.schon geben, wirst du mich in der gleichen Minute tot zu deinen Füßen sehen!"

Bernd, was soll das wieder!" Sie hielt ihm die Hand über den Mund. Kraftlos fiel sie ihr wieder herab.Ich '}n nie mehr mit Oertzen zusammengetroffen." Ihre Wangen ' stritten dabei auf. Von jenem Sonntag-Besuch wußte er nichts.

uete auf:Wirst du ihn nach Ostende bestellen?

Furchtbare Kiuvbraudkatastrophe.

72 Kinder getötet

Sn Paisley in der Nähe von Glasgow ereignete sich ein furchtbarer Kinobrand, dem 72 Kinder im Alter von 16 Monaten bis zu 14 Jahren zum Opfer gefallen sind, über den Brand liegen folgende Einzel­heiten vor: In dem Glen-Kino in Paisley brach Feuer aus. Auf die Alarmsignale hin stürzten alle Kinder den Ausgängen zu. Als die Flammen aus dem Vorführungs­raum hexvorschlugen, entstand eine ungeheure Panik. Das ganze Kino füllte sich schnell mit Rauchwolken. Bei dem allgemeinen Andrang zu den Ausgängen wurde eine große Anzahl der Kinder niedergetreten, so daß die Polizei und die Feuerwehr später die größte Mühe hatten, die Bewußtlosen und Verletzten zu bergen. Ins Krankenhaus sind insgesamt 150 Kinder eingeliefert worden, von denen jedoch nur ein ganz kleiner Teil ernstere Verletzungen davongetragen hat.

Ein Augenzeuge erzählt.

Ein Augenzeuge gibt folgende Schilderung der Katastrophe: Als ich einem der Eingänge in der von dichten Rauchwolken gefüllten Halle erreicht hatte, ver- ftichte ein Polizist vergeblich, in die von Panik ergriffenen Kinder Ordnung zu bringen. Am Aufgang zu den beiden Haupttreppen, die von der Tribüne führen, lagen die niedergetretenen Kinder, wie ich später selbst zusammen mit den Polizisten feststellte, zu sechs überein­ander.

Sobald sich die Nachricht von der Katastrophe ver­breitete, eilten Zivilisten in großer Anzahl zur Hilfe­leistung herbei. Auf Leitern erreichten sie die Hoffenster, die ste einschlugen. Von dort ließen sie sich in den Saal hinab. Ein Arzt war gleichfalls schnell zur Stelle und eine größere Anzahl der niedergetretenen Kinder konnte in Sicherheit gebracht werden. Der Krankenwagendienst erwies sich später als unzureichend. Ein Straßenbahn­wagen leistete Hilfsdienste in der Beförderung der Toten und Verletzten nach dem nahe gelegenen Alexandra- Krankenhaus. Die dort im Gang befindliche Weih- nachtsfeier wurde sofort unterbrochen. Inzwischen war ein dringender Hilferuf an sämtliche Arzte ergangen und^in kurzer Zeit war ausreichende medizinische Hilfe zur Stelle. In zahlreichen Fällen kam diese jedoch bereits zu spät. Mehr als hundert Feuerwehrleute und Poli­zisten versuchten mit aller Kraft, die Kinder aus der T o d e s f a l l e, die das Kino darstellte, zu retten. Außer­halb spielten sich herzzerreißende Szenen ab, da der größte Teil der Mütter und Väter der im Kino befindlichen Kinder inzwischen eingetroffen war. Die Szenen wiederholten sich später im Krankenhaus, wo lange Reihen von KistderleHen aufgebahrt lagen. Die meisten der Opfer sind wie später fest gestellt wurde den durch feie Flammen entwickelten giftigen Gasen erlegen.

*

Der Brandmeister bezeichnet die Brandkata- stropye als das schrecklichste Ereignis seines Lebens. Das ganze Gebäude war in dichte Rauchwolken gehüllt. Zivil­personen riefen ihnen zu:Setzt eure Rauchhelme auf, man kann in den Rauch nicht hinein." Als aber seine Leute hörten, hast Kinder in Gefahr seien, warteten sie

Masse von Mensche.it leider n vorfand. Die ver- zweifelten Kinder packten die Feuerwehrleute bei ihren Röcken und diese griffen, soviel sie nur greifen konnten, und eilten mit ihnen ins Freie. In der Nähe der Aus­gänge lagen in dichter Menge zusammengeballt die Leben­den und die Toten.

Masernepidemse im Fiüchiü'ngslager.

Zwanzig Kinder gestorben.

Im Flüchtlingslager Hammer st ein bei Schneide- mühl ist unter den Kindern der deutschrussischen Aus-

Für keinen Fall!"

'sich seine Brust hob:Geh jetzt den Vater

Sie sah, wie wecken, bitte."

Sobald du zu Bette liegst."

Er erhob sich sofort und ging nach seinem Lager hinüber. Ehe sie aus der Türe trat, lächelte sie ihm noch ermunternd zu und hörte das Rascheln der Kissen, in die er seinen Kopf drückte.

Einen Augenblick stand sie vor dem Arbeitszimmer ihres Mannes unschlüssig und rang mit sich selbst. Seit jenem un­gestümen Durchbruch seines Blutes hatte er ihre Lippen nicht mehr berührt, nicht einmal mehr die Arme um sie gelegt. Und sie zog sich wahrhaftig nicht von ihm zurück und suchte seine Gegenwart zu meiden. Das mußte ihm doch ein Be­weis sein, daß sie nicht abgeneigt war, eine dauernde Ver­söhnung anzubahnen und ihm wieder Weib zu sein, wie es im Anfang ihrer Ehe gewesen war.

Aber er ging wie ein Blinder. Man sollte ihn eigentlich erbarmungslos dahintappen und sich aufreiben lassen. Aber um Bernds willen war es nötig, ein Uebriges zu tun.

Als sie jetzt eintrat, war das Licht gelöscht, der Stuhl leer. Das ganze Zimmer in matte, milchighelle Vollmondnacht getaucht.Hans Peter!" Der Name verhallte ungehört. Vielleicht machte er noch einen Gang durch den Park, die Iulinächte waren so wundervoll! Das Warten war ihr nicht unlieb. Sie reckelte sich auf den Divan, der quer an das eine Fenster gerückt stand und sah in das Silberlicht, das draußen mit Blatt und Blüten schäkerte.

Aus der Ferne kam das Kläffen eines Hundes! Der schwache Mund der Glocke vom Gutshof kündete die Mitter- nachtsstunde. Unaufhörlich plätscherte der große Spring­brunnen in das Marmorbecken des Rondells und in den Zweigen, die sich bis an Hans Peters Fenster neigten, erhob sich ein leises Raunen und Rauschen.

Auf dem Kiesweg knirschte ein Fuß. Dann klang Hans Peters Stimme herauf, gedämpft zwar, aber doch immerhin vernehmlich. Wer mochte bei ihm sein?

Brunhilde erhob sich und neigte sich über die Brüstung Dicht unter dem Fenster stand ihr Mann und neben ihm eine Frau, deren blondes Haar wie Flitter schillerte. Die Finger in den weißen Kalk des Außensimses gekrallt, horchte sie.

Gnädige Frau, Sie irren," sagte Hans Peter.Eine Scheidung kommt vorläufig nicht in Betracht jedenfalls nicht, solange mein Sohn minderjährig ist."

Wie lange dauert das noch, Baron?"

Drei Jahre!"

Solange?" kam es enttäuscht.Sie werden begreifen, daß ich eigentlich keinen Grund habe, die Sache nicht an die Oeffentlichkeit zu zerren. Ich befinde mich momentan nicht in den günstigsten Verhältnissen, I..^_. ^..^.^u..^,.....

Wanderer eine Akaferneproemie ausgebrochen, die mit Lungenentzündung auftritt und bereits in zwanzig F a l l e n t ö d l i ch verlaufen ist.

Ein frecher RauHüher^ali

Feuergefecht mir Banditen.

zu feigen: den

In der polnischen Stadt Zdunska-Wola sind sieben bewaffnete und maskierte Räuber in das mit der Privat- Wohnung verbundene Bureau des Rechtsanwalts Roko- sowski eingedrungen. Der Rechtsanwalt, feine Familie und das Bureaupersonal, im ganzen elf Personen, wurden unter Todesdrohungen gefesselt, worauf die Ban­diten die Wohnung nach Geld durchsuchten und einige Beträge raubten. Schließlich zwangen sie Roko- it vorgehaltenem Revolver, den G e l d s ch r a n k und ihnen daraus 4000 Zloty in bar auszuhän- im Glück hatte der Rechtsanwalt wenige Stun- em Raubüberfall Klientengelder '

Zloty dem Tresor entnommen

. x ...... und in eine

lt. Die Verbrecher hielten, sich bis etwa 10 " sie mit der

im Betrage

von 10 0

Bank eings _ _______

U^r abend 'n der WohnAng auf, worauf Beute verschwanden.

Die sofort benachrichtigte Polizei nahm unter Füh­rung eines Kriminalkommissärs die Verfolgung in meh­reren Streifen auf und stellte die Räuber auf dem Bahn- damm. Es entwickelte sich ein heftiges Feuerge- f e ch t, indessen Verlauf ein Bandit verhaftet werden konnte. Die übrigen konnten im Schutz der Dunkelheit

Laufe der Nacht gelang es den verstärkten Polizeistreifen, die Räuber zum zweiten Male aufzustö- bern, wobei es wieder zu einer Schießerei kam und ein verwundeter Verbrecher gefaßt wurde. Da die Ban­diten starke Blntspuren hinterlassen haben, so nimmt man an, daß mehrere unter ihnen Schnßverletzuugen davon- getragen haben.

Sülls Todesopfer eines Autodusungincks.

Ein Personenzug überfährt einen Autobus.

Ein Personenzug Überfuhr zwischen Jnsterburg und Blumenthal einen Personenomnibus der Stadt Jnster­burg. Von den Insassen des Kraftwagens wurden vier Personen getötet, sieben schwer und vier leicht verletzt.

Der Übergang ist mit Schranken versehen, die Schran­ken waren aber nicht geschlossen. Der diensttuende Schran­kenwärter wurde in seiner Wärterbude bewußtlos aufge­funden und mußte in das Kreiskrankenhaus übergeführt werden. Bei dem Unfall entgleisten die Lokomotive und ein Wagen des Zuges; die Strecke war mehrere Stunden gesperrt. Die verletzten Insassen des Kraft­wagens wurden in das Kreiskrankenhaus Jnsterburg befördert, wo eine Frau ihren Verletzungen erlag.

Der Mörder Graf Kirkschs erhoffen

Durch die Sowjets hin gerichtet.

Hängen, vorgenommen. Die Verhafteten sollen verbotene Beziehungen zu ihrem Führer Trohki unterhalten haben. Diese Gruppe soll wichtige Dokumente nach dem Auslande ausgeliefert haben. U. a. ist der Führer der Moskauer trotzkistischen Gruppe, der Mörder des ersten deutschcnBotschafters in Moskau,Grafen M i r b a ch , B l j u m k i n , von der O. G P. 11. verhaftet und zum Tode verurteilt worden. Das Urteil soll bereits am 22. Dezember durch die Wachen der O. G. P. U. voll- streckt worden sein.

Wieviel verlangen Sie für Ihr Schweigen?"

Ein kurzes Ueberlegen:Vorläufig zwanzigtausend Schil­ling. Die eigentliche Abrechnung folgt erst.Ein dünnes, verhaltenes Auflachen hallte nach

Ich lasse Ihnen den Betrag durch meine Bank über­weisen," ließ sich jetzt Hans Peters Stimme vernehmen.Als Bedingung stelle ich nur, daß meine Frau nichts von der Angelegenheit erfährt."

Unten scharrte der kleine Fuß glitzernden Kies mit der Spitze des hellen Schuhes zusammen. ,',Es soll gelten, Baron! Darf ich Sie jetzt bitten, mich ein Stück über den Park hinaus zu begleiten? Es ist so fürchterlich unheimlich hier zwischen all dem Raunen und Rauschen."

Brunhilde sah, wie ihr Mann der Unbekannten den Arm bot und einem Nebengange zuschritt, welcher die beiden gleich darauf verschlang An der Biegung, die zum Tor führte, tauchten sie noch einmal auf Dann schlugen die Flügel des Gittertores kaum hörbar hinter ihnen zusammen

Unverschämt! Eine Niedertracht ohnegleichen!" Die schöne Frau grub die Nägel in die Handflächen Deshalb also dieses lange Wachbleiben, damit er die Stunde nicht ver­säumte, in welcher die andere den Weg zu ihm nahm. Des­halb sein starres abgemagertes Gesicht, weil er zu jeder Minute von der Entlarvung bedroht war. Und vor der Auf­deckung von Dingen stand, die seiner Ehre den Todesstoß ver­setzten.

Zwanzigtausend Schilling hatte er ihr für ihr Schweigen geboten! Zwanzigtausend Schilling! Und ihr blieb er seit Jahr und Tag Zins und Zinseszins schuldig. Als ein guter, treubesorgter Vater zeigte er sich Bernd und war ein Schuft! Ein Betrüger, dem jetzt der Zufall die Maske vom Gesichte riß.

Sie lief mit langen Schritten im Zimmer auf. und ab, eine Vase flog zu Boden und zersplitterte. Ein Stuhl flog krachend zur Seite.

Wenn man mit solchen Geheimnissen belastet war, dann .hatte auch der Revolver im Schreibtisch seinen guten Grund. Man konnte sich ganz rasch und feige aus dem Dasein schleichen, wenn man Vabanque gespielt und verloren hatte.

Sie dachte an Oertzen und die stete Furcht, wenn sie mit ihm zusammengetroffen war. Es war immer heller Tag gewesen, nie eine Nacht, wie diese. Ein zorniges Lachen irrte nach den Wänden hin und erstarrte in einem Aufschrei.

Anstetten war, ohne daß sie es gehört hatte, eingetreten und schaltete das Licht in die große Birne der Lampe. Sein Gesicht war unnatürlich weiß und die Lippen schmalspurig zwischen die hageren Wangen eingekerbt. Sie empfand eine solch lähmende Furcht vor ihm, daß sie seitwärts trat und den großen Lehnstuhl zwischen sich und ihn als Deckung schob. ____ (Fortsetzung folgt.)