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Der Giernenhimmel im November.

Die Sonne wandert im Laufe des kommenden Monats aus dem Sternbild der Waage in das des Skorpions und ver­kürzt dadurch auch weiterhin die Tageslänge. Am 1. November findet eine ringförmige Sonnenfinsternis statt, die als par­tielle Verfinsterung auch im Südwesten Deutschlands sichtbar sein wird. In Berlin beginnt das Phänomen um 11 Uhr 50, erreich! den Höhepunkt um 12 Uhr 21 und endet um 12 Uhr 51 Minuten. Der Grad der Bedeckung ist hier ziemlich un­wesentlich und nur bei genauem Hinsehen bemerkbar, da nur 7 Prozent der Sonne vom Monde bedeckt werden.

Am 1. November ist Neumond, am 9. Erstes Viertel, am 17. Vollmond und am 23. Letztes Viertel. Dieser Monat bringt auch noch eine weitere Finsternis, und zwar wird in der Nacht vom 16. zum 17. November der Mond durch den Schatten der Erde wandern und dabei teilweise verdunkelt werden. Der Eintritt erfolgt am 16. um 23 Uhr 5, der Aus­tritt am 17. November um 3 Uhr morgens.

Der S t e r n e n h i m in e l hat sein Aussehen in den ver­gangenen Wochen wesentlich geändert, er zeigt schon jetzt sein typisch winterliches Gepräge. Die Milchstraße verläuft im größten Bogen von Osten über das Zenit nach Westen, hoch zu unseren Häupten steht das langgestreckte W der Cassiopeja, weiter nach Westen neigen sich die letzten Sommerbilder Schwan, Leier und Adler zum Untergänge, während am Ost-

Die Sternkarte ist für den 1. November, abends 10 Uhr, 15. November abends 9 Uhr und 30. November, abends 8 Uhr, für Berlin also für eine Polhöhe von 52^ Grad berechnet.

Die Sternbilder sind durch punktierte Linien verbun­den und mit einer Nummer versehen. Die Buchstaben sind Abkürzungen für die Eigennamen der hellen Sterne. Die Stellungen des Mondes sind von zwei zu zwei Tagen eingetragen. Das Datum steht unterhalb des Mondbildes, und die Pseillinie zeigt die Richtung der Mondbahn an.

1. XI. Bär P=Polarsfern, Gr. Bär, 3. Drache, 4. Bootes, 5. Krone, 6. Herkules, 7. Leier W=Wega, 8. Cepheus, 9.Schwan D=Deneb, 10. Cassiopeja, 11. Andromeda, 12. Perseus, 13.Widder, 14. Fuhr­mann C=Capella, 15. Stier AAldebaran, Pl=Plejaden, 16. Wal­fisch, 17. Orion RRigel, B=Beteigeuze, 18. Zwillinge C=Castor, P=Pollux, 30. Adler A=Atair, 32. PegasusM=Markab, 34. Stein­bock. 35. Wassermann, 36. südhcher Fisch F=Fomalhaut,

37. Eridanus. Mond: vom 9. bis 21.November. Planeten:

Jupiter, Uranus. Z = Zenit

Himmel die Wintersternbilder am Horizont emporsteigen. Dort finden wir in den späteren Abendstunden tief am Hori­zont den schönen Orion, darüber den rötlich leuchtenden Aldebaran im Stier, daneben die wunderbaren Sternenhaufen der Hyaden und der Plejaden, und ganz unten die Zwillinge mit den hellen Sternen Castor und Pollux. Genau in der Nordsüdlinie erkennen wir die Andromeda, betrachten den schönen Nebel, der schon im Prismenglase leicht aufzufinden ist, und noch weiter nach Süden erreichen wir durch die Tier- kreissternenbilder Wassermann, Fische und Widder den An­schluß an den bereits geschilderten Osthorizont.

Von den Planeten stehen Merkur und Venus am Morgenhimmel, der erstere kann in den ersten 10 Tagen kurz vor Sonnenaufgang links unterhalb der Venus aufgesucht werden. Der größte Wandelstern unseres Sonnensystems, der Jupiter, kann noch immer fast die ganze Nacht hindurch be­obachtet werden, er steht im Sternbilde des Stieres und bildet dort das auffallendste Objekt.

In den Nächten vom 11. bis 17. haben wir, besonders in den späten Nacht- und frühen Morgenstunden, Gelegenheit zur Beobachtung der sogenannten Leonidensternschnuppen. Wenn wir uns die Mühe machen, den Himmel dieser Tag« zu den genannten Zeiten länger zu betrachten, so werden wir viele Sternschnuppen zu sehen bekommen. Verfolgen wir die Bahn dieser einzelnen Objekte nach rückwärts, so zeigen alle diese Spuren auf das Sternbild des Löwen, wonach die Er­scheinung ihren Namen erhalten hat.

Spare in der Zeit!

Jedermann kennt dieses alte Wort, das mitso hast du in der Not" zu ergänzen ist. Jetzt, am soeben gewesenen Welt- spartage, ist es in Aufsätzen und Aufrufen wieder aufgefrischt worden. Aber es ist bedauerlich, daß es überhaupt erst auf­

gefrischt zu werden braucht und daß es jedes Jahr, an einem bestimmten Tage dieses Jahres, den Menschen immer wieder von neuem eingehämmert werden muß. Wie wir in Deutsch­land darüber zu denken haben, das sollte uns wirklich nicht immer erst an demoffiziellen" Spartage zum Bewußtsein kommen. Wir wissen, daß Kriegs- und Nachkriegszeit mit der grausamen Inflation die meisten von uns um ihre großen und kleinen Ersparnisse gebracht haben und daß wir Mühe haben, wieder aufzubauen, was niedergerissen und vernichtet worden ist. Das darf uns aber nicht hindern nein, noch schärfer präzisiert: gerade das sollte und müßte uns veranlassen, Rücklagen zu schaffenin der Zeit" für die Tage, die wieder eine Not bringen könnten. Wohl wahr, es fällt dem einzelnen heute nicht gerade leicht, Ersparnisse zu machen, denn die Lebensverhältnisse sind verworren und schwer geworden, und wir selbst sind das müssen wir, wenn wir ehrlich sein wollen, schon zugeoen int Geldausgeben ein bißchen leichtsinniger als vordem. Daß trotzdem jetzt wieder mehr gespart wird als in den ersten Jahren nach dem Kriege, ist sehr erfreulich, aber es wird noch lange nicht genug gespart. Es soll natürlich keiner sich etioasbom Munde absparen", aber es könnten immerhin hier und du überflüssige Ausgaben eingedämmt werden. Die Hauptsache allerdings bleibt, daß der Spar- s i a n überhaupt geweckt und gefördert wird, und darum sollte besonders und immer und immer wieder die Jugend ermähnt werden,in der Zeit" zu sparen. Erwünscht wäre die Ein­richtung von Schul,Parkassen, und wenn die alte ehrliche Spar­büchse von Anno Dazumal wieder ein bißchen mehr zu Ehren käme, so wäre das wahrhaftig auch nicht übel!

BiiisK des Säuglings an die Mniier.

Die Mutterliebe ist darauf bedacht, ihrem Kinde die «este Pflege zuteil werden zu lassen, aber nicht immer weiß sie die rechten Wege und quält, ohne es zu wissen, ihres Kleines durch falschen Übereifer und unrichtige Be­handlung. Ein bekannter Kinderarzt richtet einige wohl­gemeinte Mahnungen in origineller Form an die Mutter. Der Säugling spricht:Faß mich nicht öfter an, als es nötig ist. Gib mir keinen alten Lutscher, um mich am Schreien zu verhindern: Zeige mich nicht allen Tanten und Onkeln. Nimm mich nicht immer aus meinem Bettchen, um mich an die Brust zu drücken und mit mir auf dein Fußboden zu spielen, und führe vor mir keinen wilden Jndianertanz auf, indem du eine Klapper schüttelst und mir ein Kauderwelsch vorredest, um mich am Schreien zu hindern. Wenn ich meine Flasche fort- werfe, zwinge mich nicht, sie von neuem zu nehmen, ich weiß besser als du, wenn ich Hunger habe. Nimm mich nicht zu allen Vergnügungen mit, denn ich bin noch nicht so alt und vergnügungssüchtig wie du. Küsse mich nicht, dazu bin ich noch zu jung, suche dir dazu einen Altersgenossen aus. Laß mich nie deine übertriebene Sorge um mein Wohlergehen sehen, denn ich habe noch nicht so viel Selbstvertrauen zu mir. Sei nicht so stolz aus meine natürliche Munterkeit. Auch sollst du nicht gleich meine Temperatur messen und mich zum Arzt schicken, wenn mir etwas fehlt. Laß nie das Licht in meine Augen scheinen, und wiege mich nie gewaltsam in den Schlaf!"

Eisen in Pommern?

Im Jahre 1928 wurden zwischen Leba und Schmolsin durch die geologische Landesanstalt Untersuchungen über die erdmagnetischen Verhältnisse angestellt. Dabei wurden stark magnetische Massen (Eisenerze?) festgestellt. Nachdem nun in diesem Sommer durch das Geodätische Institut in Potsdam Schweremessungen der untergründigen Gesteins­massen vorgenommen wurden, will die Preußische Geologische Landesanstalt in diesem Monat durch Sprengstoffexplosionen auf der Nehrung zwischen Lebasee und der Ostküste künst­liche Erdbebenwellen erzeugen. Aus der Fortpflanzungs. geschwindigkeit dieser Wellen, die von der Dichte der Ge- steinsmassen abhängig ist, lassen sich Rückschlüsse auf die Bodenzusammensetzung ziehen. Aus dem Echo der Wellen kann die Tiefe des vermuteten Erzlagers berechnet werden. Es hängt von dem Ergebnis der Untersuchungen ab, ob und wo die Tiefenbohrungen Erfolg versprechen.

VSN allem etwas.

Wie man früher Lebensmittelfälscher bestrafte. Eine Pariser Zeitung erzählt, daß im Jahre 1481, unter der Re­gierung des Königs Ludwig XL, kräftige Maßregeln gegen die Verfälschung von Lebensmitteln eingeführt wurden. Wer erwischt wurde, daß er verfälschte Nahrungsmittel auf den Markt brächte, mußte sich schwere Repressalien gefallen laßen und wurde dem allgemeinen Spott preisgegeben. Demjeni- gen, der gewässerte Milch verkaufte, wurde so lange seine eigene Ware durch einen Trichter in die Kehle gegossen, bis ein Arzt oder Bader sagte, daß dies oßne Gefahr für den Delinquenten nicht länger geschehen könnte. Wer faule oder sonstwie schlechte Eier feilhielt, wurde an den Pranger ge­bunden, und die Kinder durften sich damit vergnügen, ihm die verstunkenen Eier an den Kopf zu werfen; eine solche Exekution vollzog sich linier lauten Zustimmungskundgebun- gen der Passanten, welche die Kinder aneiftrten, recht gut zu zielen. Wer Butter verkaufte, in die Steine, Rüben usw. verarbeitet war, mußte ebenfalls am Pranger stehen. Seine Butter wurde ihm auf den Kopf geschmiert, und er mußte so lange am Schandpfahl ausharren, bis die Sonne die Butter geschmolzen hatte. Die Hunde durften an dem Uebel- tätsr lecken, und die Vorübergehenden ihm Schimpfworte zu­rufen, sofern sie keine Gotteslästerung oder Majestütsbeleidi- gung enthielten. Schien die Sonne nicht warm genug, dann brächte man den Butterverkäufer in den großen Saal des Gefängnisses und stellte ihn vor einem großen Feuer auf.

Jeder konnte ins Gefängnis gehen und zuschauen, wie dem Mann die Butter vom Kopf rann. Jetzt weiß man wenig­stens, woher die Redensart kommt: Butter auf dem Kopf haben.

Haustiere bei den Ureinwohnern Amerikas. Vielfach ist man der Ansicht, den ursprünglichen Bewohnern Amerika» wäre das Halten von Haustieren etwas Unbekanntes gewe- sen. Dagegen haben schon Humboldt und andere Reisend» die Vermutung geäußert, daß gewisse Bauten aus vor» spanischer Zeit in Arizona und im nördlichen Mexiko nichts anderes seien als Rinderställe oder wenigstens steinerne Ein- sei [jungen für Rinder, die als Haustiere gehalten wurden. Die Indianer kannten unser Hausrind nicht; es kann sich also nur um gezähmte Büffel (Bisons) gehandelt haben. Der Milch dieser Tiere konnte es freilich dabei nicht gelten, da die Indios vor der Konquista, wie es scheint, den Genuß von Milch nicht zu würdigen wußten. Daß dagegen Hunde fast in ganz Amerika schon vor dem Erscheinen der Weißen ge­zähmt und als Haustiere gehalten wurden, ist eine un'be- zweifelbare Tatsache. Die Taini auf Haiti hielten kleine Hunde, die übrigens den Vorzug gehabt haben sollen, stumm zu sein. In Peru soll es drei Hunderassen gegeben haben Sicher gilt als vorspanisch nur eine Art Spitz, die als Jagd­hund und Hüter der Herden diente. Das Lama und da» Alpaka wurden von den Peruanern gehegt und gezüchtet. Gezähmte Papageien trafen die Spanier schon bei den Ein­wohnern von Haiti an. Im Reiche der Inkas waren Mo- schusenten als Hausgeflügel beliebt. Sehr schnell gewöhnten sich die Indianer an das Reiten und die Pferdezucht; be. kanntlich ist es noch eine offene Frage, ob nicht schon vor der Eroberung wilde Pferde in Amerika zu finden gewesen seien.

Der Riesenkornspsicher der alten Aegypter. Im Auf­trage der Britischen Archäologischen Gesellschaft hat der eng­lische Gelehrte S i r W. M. F l i n d e r s in Palästina For- schungen und Grabungen vorgenommen. Der Archäologe hat fünfzehn Kilometer südlich von Gaza mit dreihundert Arbeitern Grabungen vorgenommen. Dort lag ehemals dir alte Stadt Gerar. An der Peripherie der Trümmerstätt«. legten nun die eingeborenen Arbeiter Sir Flinders rie­sige Kornspeicher bloß. Die Bauweise dieser Vor- ratshäuser war mustergültig. Die Ueberreste zeigen nicht nur die vollendete Baukunst der alten Aegypter, sie zeigen auch in ihrer Anordnung unzweideutig den hochentwickelte» praktischen Sinn der damaligen Zeit. Die Riesenspeicher von Gerar müssen jeder mindestens rund tausend Tonnen Getreide gefaßt haben, zusammen aus­reichend, hundertfünfzigtausend Menschen durch ein Viertel» jähr zu ernähren. Nach den Studien des Archäologen an Hand des gefundenen Materials stammen diese Kornspeicher aus dem fünften Jahrhundert vor Christi Geburt. Darau« schließt der Gelehrte, daß die Stadt Gerar ehedem die Ver- sorgungsbasis des persischen Heeres gewesen sei, das um diese Zeit Aegypten besetzt halte. Die riesigen Kornfamtnern sind also zweifellos von der ägyptischen Bevölkerung uMe> ^m Zwange der Gewalt der persischen Soldaten «rrtchtä »erben.

O Englische Sachverständige gegen den Ärmelkanal­tunnel? Der Ausschuß der englischen Finanzsachverstän­digen, der im März dieses Jahres von der Regierung Baldwin mit der Untersuchung über die wirtschaftliche Möglichkeit des Baues eines Tunnels unter dem Ärmel­kanal betraut wurde, wird seinen Bericht demnächst erstatten. In wohlinformierten Londoner Kreisen ver­lautet bereits, daß der Ausschuß sich gegen den Bau des Tunnels ausspricht.

O Brandkatastrophen im abgetretenen Westpreußen. In dem Kirchdorfe Lubowitz im Kreise Lautenburg (Weichselkorridor) brach auf einem Grundstück, dessen Ge­bäude noch mit Stroh gedeckt waren, Feuer aus, das auf Die Nachbarhäuser Übergriff. Innerhalb weniger Stunben wurden 39 Gehöfte ein Raub der Flammen. 300 Per­sonen sind durch die Brandkatastrophe obdachlos ge­worden. In Kulm an der Weichsel geriet die große Aktienbrauerei in Brand. Die Löscharbeiten gestalteten sich sehr schwierig. Ein großer Teil der Brauereigebäude ist den Flammen zum Opfer gefallen. ~ ~' ' _ '

heu. Heu ist die Grundlage der winterlichen Rind- Viehfütterung. Es kommt darauf an, dieses Grundfutter möglichst nährstoffreich zu gestalten, denn nicht die Masse macht es, sondern der Gehalt an Nährstoffen ist maßgebend für den Futterwert des Heues. Auf die Witterung zur Zeit der Heugewinnung haben wir leider keinen Einfluß, wohl aber können wir durch richtige Düngung für einen guten Pflanzenbestand auf der Wiese und für einen hohen Nähr­stoffgehalt des gewonnenen Heues Sorge tragen. Heu von einer richtig gedüngten Wiese erspart viel Kraftfutter! Das Jungvieh verlangt besonders Phosphorsäure- und kalkreiches Heu zur Ausbildung seines Knochengerüstes. Eine regel­mäßig mit Thomasmehl gedüngte Wiese liefert Heu von solcher Beschaffenheit. Der letzte überaus trockene Sommer hat gezeigt, daß Wiesen und Weiden nach einer starken Thomasmehldüngung weniger unter der Trockenheit zu leiden hatten. Wenn man klu,g ist, sorgt man rechtzeitig für das nötige Thomasmehl, damit es auf dem Hof ist, wenn man am besten Zeit zum Ausstreuen hat.

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* Hersfelder Tageblatt m

werden jederzeit entgegengenvmmen.

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Daher nurSeelig's kandierten Kornkaffee "das gesunde deutsche Familiengetränk