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Brian- wieder Außenminister?

Die geplante Zusammensetzeung des Kabinetts Clomentel.

Wie die Agentur Havas berichtet, ergibt sich aus den Unterredungen, die Senator Elemente! hatte, daß ihm die meisten Zusagen, die er für die Bildung seines Kabinetts für unerläßlich halte, zugesichert seien, daß er aber mit dem Angebot von Ministerportefeuilles warten wolle, bis die Beratung der radikalen Kammerfraktion beendet sei. Es soll folgende Zusammensetzung des Kabinetts geplant worden sein: Ministerpräsidium und Handel: Clömentel (Senator, radikal); Finanzen: Choron (Senator, Republikanische Union); Außenministerium: Briand (Abgeordneter, Sozialrepublikaner); Justiz: Chautemps (Senator, radikal); Innenministerium: Jean Dur and (Senator, radikal): Unterricht: Steeg (Senator, radikal); Krieg: Tardieu (Abgeordneter, Linksrepublikaner;.

Streit der Meinungen imSllarek-Ausschuß

Keiner will die Schuld haben.

Im Sklarek-Unlersuchungsausschuß des Preußischen Landtages ergab die Zeugenvernehmung des Stadtverordneten Braun, daß der Aufsichtsrat der Anschaf- fungsgesellschaft über die Verlängerung der Sklarek-Verträge offenbar, . ,

gar nicht unterrichtet gewesen ist. Lebhaft wurde die Debatte bei der Vernehmung des Köpenicker Bürgermeisters Kohl, der eine Zeitlang Vor­sitzender des Aufsichtsrats der Anschassungsgesellschaft war. Auf kommunistische Anfragen erwiderte Kohl, er habe mit den Sklareks in der Zeit seiner Tätigkeit im Aufsichtsral

noch keinen privaten Verkehr gepflogen Die Mittel zum Kauf seiner Villa habe er sich aus eigenes Risiko ohne Beihilfe der Sklareks beschafft. Den großen Fehlbetrag der Kleiderverwertungsgesellschaft er­klärt der Zeuge mit dem zu geringen Betriebskapital; hohe Kredite hätten dem Unternehmen eine zu hohe Zinslast auferlegt. ______________

Oberbürgermeister SSß in Sremen.

Ein peinlicher Zwischenfall.

Oberbürgermeister Böß, der in Bremerhaven an Land gegangen ist, hat es in äußerst höflicher, aber bestimmter Form a b g e l e h u t, der Presse schon jetzt eine Erklärung abzugeben. Bürgermeister Scholz, der derBremen" ent- gegengesahren war, erklärte, er habe dem Oberbürger­meister die Sklarek-Akten vorgelegt, die dieser bis zur Landung in Ruhe durchgelesen habe. Bürgermeister Scholz hofft, wie er weiter erklärte, noch rechtzeitige aus dem Bahnweg nach Berlin gelangen und zur Berliner Stadtverordnetensitzung kommen zu können. Auf das für ihn bereitgestellte Flugzeug hat er verzichtet.

Bei der Landung ereignete sich ein Zwischenfall. In dem Augenblick, als der Dampfer festmachte, ließen junge Leute vom Fenster des Hafenrestaurants aus dem Pier eine vier Meter lange und zwei Meter breite Fahne heraus, auf der in großen roten Buchstaben neben dem Bilde eines Pelzmantels zu lesen stand:Sklarek-Pelz- mantel! Früher 4000 Mark, jetzt 400 Mark. Pelzmäntel für Herrn Böß immer nur 400 Mark!"

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Besorgnisse bei der Landwirtschaft.

Der Reichspräsident empfing die führenden Männer derGrünen Fron t". .^kichsminister a. D. Doktor Schiele, Neichsminister a. D. Doktor Hermes, Bayerischer Maarsminister und Reichsminister a. D. Doktor Fehr, Präsident der Landwirtschaftskammer Doktor Brandes, und nahm ihren Vortrag über die gegenwärtige ernste Lage der deutschen Landwirtschaft, insbesondere über die Besorgnisse der Landwirtschuft wegen der deutsch-polnischen Verhandlungen, entgegen.

Generallandschaftsdirekror Von Hippel, Königs­berg, hat sein Amt als landwirtschaftlicher Generalsach- verständiger für die deutsch-polnischen Handelsvertrags­verhandlungen niedergelegt. Er soll diesen Schritt getan haben angesichts der Entwicklung, welche die deutsch­polnischen Handelsvertragsverhandlungen jetzt nehmen. Diese werden zurzeit bekanntlich durch den deutschen Gesandten in Warschau, Ulrich Rauscher, geführt.

BINGE,

die zur Kette werden

Kriminalroman von Marie-Elisabeth Gebhardt Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale)

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Sie durfte eben nicht erwachen! Es war sogar eine gute Tat, wenn er die Welt von einer Abenteurerin schlimmster Sorte befreite.

Hatte sie sich denn gescheut, der toten Mitreisenden ihren Paß und ihre Habe zu nehmen?

Wenn er es bisher nicht genau gewußt hatte, daß die, die dort lag, den Namen Rita Mazetti nur gestohlen hatte, jetzt, da er sie vor sich sah, auf ihrer Brust das kleine dunkle Mal, das er in der ersten Zeit ihres gemeinsamen Lebens so oft geküßt hatte, wußte er, daß sie eine Verbrecherin wär!

Also, warum sollte er zögern? Aber, so schlecht er war, bisher hatte noch kein Blut an seinen Fingern ge­klebt.

".'doch die Zeit verrann. Es galt: sie oder er! Und mi. ^.cherer, kräftiger Hand stieß er den schmalen Dolch, den er unter Ritas Sachen gesunden hatte, gerade über dem Mal in ihre Brust.

Sorgsältig ordnete der Mörder, nachdem er sich in Ritas Zimmer gereinigt hatte, die Sachen wieder in den Koffer, den er an seine alte Stelle rückte. Dann öffnete er das Fenster, und als er sah, daß es auf ein Dach hinaus- ging, goß er das blutige Wasser in die Dachrinne.

Leise ging er in sein Zimmer. Er packte seine Sachen zusammen, brächte das Bett künstlich in Unordnung, und schlich sich in dem noch ausgestorbenen Treppenhause

politische Rundschau

Deutsches Reich

Kein Beamtenabbau bei der Post.

Neuerdings werden Gerüchte verbreitet, wonach die Deutsche Reichspost einen allgemeinen Abbau des Berufs­beamtentums plane und bereits Maßnahmen in dieser Richtung vorbereitet habe. Hierzu erklärt der Reichs- p o st m i n i st e r, daß an allen diesen Gerüchten kein wahres Wort sei. Er werde auch weiterhin für die Er­haltung des Berufsbeamtentums eintreten, dessen die Deutsche Reichspost zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht entbehren könne.

Strafgesetzentwurf und Konkubinat.

Der Strafgesetzausschuß des Reichstages beriet einen sozialdemokratischen Antrag, in dem die Reichsregierung ersucht wurde, im Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch die landesrechtlichen Strafvorschriften über das Kon­kubinat aufzuheben. Oberreichsanwalt Ebermeyer er­klärte sich mit der Annahme des sozialdemokratischen An­trages einverstanden. Bei der Abstimmung wurde der sozialdemokratische Antrag mit den Stimmen der Sozial- demokraten, Kommunisten, Demokraten und der Volks­partei gegen die Stimme des Abgeordneten Emminger (Bayerische Volkspartei) bei Stimmenthaltung des Zentrums und der Deutschnationalen angenommen.

Nordamerika.

Schiedsrichter Edwin Parker gestorben.

Der Schiedsrichter der deutsch-amerikanischen Ge­mischten Entschädigungskommission, Edwin Parker, ist gestorben. Der Schiedsrichter im Freigabeverfahren für beschlagnahmtes deutsches Eigentum, Edwin Parker, war seit Monaten schwer leidend. Er hatte die Entscheidung über die Entschädigung der deutschen Reedereien für die im Weltkrieg beschlagnahmten Schiffe sowie der deutschen Patenteigentümer. Außerdem war er Schiedsrichter in der Gemischten Kommission, die über amerikanische Schadenersatzansprüche gegen die deutsche Regierung zu entscheiden hat. Der Tod des allgemein geschätzten und beliebten Juristen wird auf amerikanischer wie auf deutscher Seite tief bedauert. Der deutsche Botschafter bei den Vereinigten Staaten veröffentlicht einen anerken­nenden Nachruf für Parker. . .

Aus Zu- und Ausland

Berlin. Der Reichspräsident hat an Stelle des Land­gerichtsdirektors Dr. Westerkamp, der infolge Beendigung der Amtszeit ausgeschieden ist, den Landgerichtsdirektor Masur vom Landgericht I, Berlin, zum Präsidenten der Reichsdisziplinarkammer in Potsdam ernannt.

Köln. Im Anschluß an eine Versammlung der Natio­nalsozialisten kam es zwischen Nationalsozialisten und Kom­munisten zu Schlägereien. Ein Nationalsozialist wurde am Kopfe leicht verletzt. Drei Personen wurden festgenommen.

Rom. Der deutsche Botschafter Freiherr von Neurath hat an der Bahre des Fürsten Biilow Kranz, mit Schleifen in den Reichsfarben für die Reichsregierung das Auswärtige Amt und die Botschaft niedergelegt.

Jerusalem. Jbn Saud geht gegen die Stämme, die ihm die Gefolgschaft berfagen, mit Strenge vor. Sein Unter­führer, der Emir Masaeb, hat 200 gefangene Jkhwqns köpsen lassen.

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Ein Denftnot für Schlageter.

Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen."

In der Grube der Golzheimer Heide, an der Stelle, wo Albert Leo Schlageter den Heldentod erlitt, soll das Schlageter-Ehrenmal erstehen. Das Ehrenmal soll eine Gedenkstätte für Albert Leo Schlageter und seinen Helden­tod sein. Einmal soll das Stück Erdboden, das damals vom Blute des Helden getränkt wurde, für alle Zukunft in würdiger Weise seinem Andenken erhalten werden. Hier soll der Kernpunkt der Anlage sein; darüber hinaus soll in die Landschaft hinein noch emporragen ein sinn­volles Zeichen des Gedenkens an das heldenhafte Sterben eines deutschen Herzens, über dem Gedenkraum wird sich ein Sarkophag erheben, der auf der einen Längsseite den Spruch tragen soll:Deutschland muß lebend und wenn wir sterben müssen." Die andere Seite wird den Namen Albert Leo Schlageter in goldenen Lettern tragen.

hinab. Vorhin, beim Eintritt, hatte er bemerkt, daß sich vor dem Hause eine Glasveranda entlang zog.

Die Türen der Zimmer, die er durchschreiten mußte, waren offen. Man schien" hier sehr sorglos zu leben. Wie er bemerkt hatte, steckte der Verandaschlüssel innen in dem Schloß. So konnte er leicht entweichen, da auch der Vor­garten nicht abgeschlossen war. Er erreichte den Bahnhof und ein Abteil des ersten Zuges, der nach Luzern führte, ohne daß sich irgend jemand um ihn gekümmert Hütte.

Wenige Stunden später betrat Georg Meherhofen das Hotel, und meldete sich im Geschäftszimmer. Der Sohn der Inhaberin, der darin beschäftigt war, bestätigte die Be­stellung, und klingelte nach dem Zimmermädchen und dem Hausdiener. Das Mädchen kam mit der Meldung, daß der Hausdiener mit Gepäck zum Bahnhof war.

Schläft Fräulein Mazetti noch?" fragte Georg.

Ich weiß nicht, ich habe sie noch nicht gesehen."

Fragen Sie jm Frühstückszimmer nach, Marion, ob die Dame schon dagewesen ist", befahl die herbeigekommene Wirtin.

Nein, das Fräulein ist noch nicht unten gewesen", lautete der Berrcht Marions.

Das gnädige Fräulein steht immer spät auf", meinte die Wirtin.

Georg wunderte sich, daß Rita heute keine Ausnahme gemacht hatte, da sie doch von seiner Ankunft wußte. Er folgte dem Mädchen nach seinem Zimmer. Erstaunt musterte er dessen Unordnung.

War das Zimmer in dieser Nacht bewohnt? Ich dachte, es sei für mich reserviert."

Ich habe das Zimmer gestern für Sie vorbereitet. Aber vielleicht hat der Jacques noch einen späten Gast für

Der Kampf um Fahne.

Erregte Ausetnaübersetz» ' - > im Bauern- Prozeß in Neum ä stc r.

Im weiteren Verlaus des Bauernprozesses in Neumünster Wird als Zeuge der Sohn des Sanitätsrats Dr. Bartram vernommen, der den Kampf um die Fahne aus nächster Nähe gesehen hat. Er hat zunächst gesehen, wie ein großer Landwirt von einem Polizeiüeamtcn zahlreiche Schläge mit einem Gummiknüppel erhielt. Der Zeuge erklärt dann weiter: Als auf Brackers Winken ein großer Poltzeitrupp gegen die Spitze des ruhig um- gelassen marschierenden Zuges mit blanker Waffe vorging, sei ein einzelner Beamter geradeswegs auf den etwa fünfzehn Schritte von der Fahne entfernt stehenden Landwirt Behr losgegangen und habe ihn durch einen wuchtigen Säbelhieb ins Gesicht verletzt. Als der Nebenkläger den , men fragt, ob er sich mit Behr be­sprochen habe, erklärt Bartram, Behr habe ja gar nicht sprechen können, da ihm Nase und Unterkiefer ge­spalten gewesen seien. Der Landmann Ludwig Koch will gehört haben, wie gerufen wurde:

De Kommunisten wülln us de Fahne wegnähmn."

Der Zeuge habe beim Hofbräu mit um die Fahne gerungen und will auch hier noch im Glauben gewesen sein, es mit Kommunisten zu tun zu haben, obwohl auch uniformierte Beamte an der Fahne zerrten. Als bei dieser Aussage der Nebenkläger Springe von einem ,,a 11 e n T r i ck" spricht, kommt es zwischen ihm und Dr. Lütgebrune zu einer heftigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Dr. Lütgebrune den Vorsitzenden bittet, darauf zu achten, daß Springe die

Zeugen nicht einschüchtert.

Auch dieser Zeuge bleibt wegen Verdachts der Mittäterschaft unvereidigt. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wird Bürgermeister Lindemann vernommen, welcher aussagt, er habe das Heranziehen von Schupo in die Stadt nicht für nötig gehalten und äußerste Vorsicht und Rücksicht befohlen. Weiterhin wird Polizeioberinspektor Drucker über seinen Bericht über die Ereignisse des 1 August gehört und eine Reihe Landleute aus Hohn vernommen. Referendar Clautzen- Kiel will den Beamten Rathlev Wievererkennen, der dem An­geklagten Hell, als dieser vor dem Bahnhof verhaftet und bereits einige Schritte fortgeführt worden war, nach- gelaufen ist und ihn ohne Grund mit einem Gummi­knüppel in den Rücken geschlagen hat.

Das Brautgeschenk des Kronprinzen von Italien an seine Verlobte, die Prinzessin Marie Joss von Belgien; zwei kostbare Malieserhündcheq,

Schwere Bluttaten.

Zwei Polizeibeamte getötet, zwei schwer verletzt.

Nach Mitteilung der Polizeibehörde in A g r a m waren zwei Polizeibeamte beauftragt worden, den Chauf­feur Ivan Babitch, der in einer Werkstatt der Firma Siemens beschäftigt war, zur Polizeiwache zu bringen. Als die beiden Beamten den Hof der Fabrik betraten und i Babitch ihre Ausweise zeigten, zog dieser, ohne ein Wort zu sagen, einen Revolver und feuerte auf die BeamtenSchüsseab, durch die der eine sofort g e tötet, der andere schwerverletzt wurde. Der Täter ergriff die Flucht. Da man annahm, daß sich Babitch bei Freunden versteckt hielt, begaben sich zwei Beamte in die Wohnung des Mechanikers Hranilovitch. Da sie den Ge­suchten dort nicht fanden, warteten die Beamten im Ein­gang des Hauses. Als Hranilovitch heimkehrte und die Beamten erblickte, zog er sofort einen Revolver, tötete einen Polizisten durch einen Schutz und verletzte den anderen durch zwei Schüsse. Hranilovitch flüchtete, konnte jedoch im Laufe des Tages festgenommen werden.

eine Nacht hier untergebracht. Ich habe gestern keinen Nachtdienst gehabt. Vielleicht weiß das Anneli Be­scheid."

Abex Anneli, die bis gegen Mitternacht aufgewesen war, wußte auch nichts, und wunderte sich gleichfalls über die Unordnung.

Marion entschuldigte das Vorkommnis, und sagte:Ich richte schnell alles frisch her."

Georg Meyerhofen wehrte ab und bat, zunächst alles so zu lassen, bis der Hausdiener wieder da war.

Er selbst wolle inzwischen srühstücken. Sollte Fräulein Mazetti aufwachen, so möge das Mädchen ihr melden, daß er angelangt war.

Unten beklagte sich Georg über das Vorgefallene, konnte aber auch keinen anderen Bescheid als den von Marion er­halten.

Als er dann in der Glasveranda das Frühstück ein- nahm, kam der Sohn des Hauses in sichtbarer Aufregung zu ihm, und bat ihn für einen Augenblick in das Geschäfts­zimmer.

Dort stand der endlich wiedererschienene Jacques.

Ist das der Herr, Jacques, dem Sie in der Nacht das Zimmer anwiesen?

Nein, der war kleiner und viel dünner. Blond war er and), qber ssr hatte einen spitzen Bart. Er kam nach ein Uhr, als gerade der letzte Zug vom Osten herein war, und sagte, er wäre der Berliner Herr, für den das Zimmer von der Dame bestellt sei. Da habe ich ihrrgufgeführL Er muß ja noch da sein, fragen Sie ihn doch, wie er heißt."

Georg sah erstaunt von einem zum andern. Dann zeigte er seinen Paß, der an der Grenze geprüft worden war, zum Beweis, daß er der echte Georg Meyerhofen war.

(Fortsetzung folgt.)