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Die Gefahr Ker Lteberfremdung.

Schlutz in Düsseldorf.

Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat seine Be- ratuNgen in Düsseldorf beendet. Vor Schluß der Taauna gab es noch eine allgemeine Aussprache, in der als erster' der stell­vertretende Vorsitzende des Reichsverbandes, Frowein das Wort ergriff. Das Schlagwort „Wirtschaftsdemokratie" sei ein leerer Begriff. Arbeiterbanken und Konsumvereine hätten unter den heutigen Verhältnissen nicht erfolgreich arbeiten können, wenn sie nicht nach rein kapitalistischen Grundsätzen betrieben würden. Kapitalmäßige und kommunistische Wirt­schaft unterscheiden sich voneinander wie Feuer und Wasser

Generaldirektor Meinhardt von der Osram-Gesellschaft wandle sich der Frage der

Beteiligung des Auslandes an deutschen Unternehmungen zu. Die Beteiligung des Auslandkapitals könne vom deutschen Standpunkt aus begrüßt werden, wenn es am offenen Markte Aktienpakete kaufe. Gefährlich werde aber der sogenannte Ausverkauf baun, wenn die Einflußnahme des ausländischen Konkurenzunternehmens dazu dienen solle, die deutsche Aus­fuhr zu drosseln.

Dagegen fei gegen eine Minderheitsbeteiligung des Aus­landes, die zu angemessenen Preisen abgegeben werde, nichts einzuwenden, wenn eine Schädigung der Ausfuhr nicht ein- trete und die Leitung des Unternehmens auch deutsch bleibe.

Direktor Sewpell von den Vereinigten Stahlwerken Wandle sich gegen die Ausführungen von Direktor Meinhardt und fagte, daß die Beteiligung des Auslandes durch verantwort­liches Kapital gleichbedeutend sei mit dein Verkauf von indi­viduelle Substanz an das Ausland.

Generaldirektor Bücher von der A. E. G. erklärte, ein Unternehmen sei nicht überfremdet, wenn Ausländer an dem Risiko des Unternehmens beteiligt und mithaftbar gemacht werden. Für die Leitung eines Unternehmens feien im übrigen die Persönlichkeiten entscheidend. Falsch sei es aber, wenn man zur Begleichung von Schulden eine Obligations- oder Hypo- thekenanleihe im Auslande aufnehine, da dann die Substanz verpfändet werde. Wenn man dagegen ein solches Unternehmen Mird) Beteiligung des Auslandes zu stärken versuche, um ihm aus den internationalen Märkten seine Konkurrenzfähigkeit zu erhalten, dann bedeute das eine nationale Tat.

Als Vertreter der Landwirtschaft sprach der Direktor des Reichslandbundes, von Spbel, der im einzelnen die Gründe für die schwierige Lage der Landwirtschaft darlegte und die Notwendigkeit industrieller und landwirtschaftlicher Zusam­menarbeit betonte.

Geheimrat Duisberg stellte in seinem Schlußwort fest, daß man mit dem Ergebnis der Tagung mehr als zufrieden sein könne. Die wirtschaftliche Depression sei in allen ihren Ein­zelheiten dargestellt worden und man sei zu dem Schluß ge­kommen. daß es

so wie bisher nicht weitergehen könne.

Die Industrie und ihre Führer standen mit allen ihnen zu Ge­bote stehenden Mitteln zum Staat. Die schwerwiegenden und noch offenstehcndcn Punkte seien der bevorstehenden Tagung des Reichsverbandes in Berlin zur Lösung Vorbehalten. So­dann verlas Geheimrat Duisberg ein - DanktelegramM des Reichspröstdeuken von Hindenburg.

Muhe in Oesterreich.

Reden von Streeruwitz und Steidle.

Aus dem Heldenplatz der Burg fand eine von etwa 25 000 Personen besuchte Heimwehrversammlung statt. Der Bundesführer der österreichischen Selbstschutzverbände, Dr. Steidle, erklärte, es sei eine Lüge, wenn man von einem Bürgerkrieggedanken der Heimwehr spreche. Un­stimmigkeiten in der Heimwehrsührung gäbe es nicht, die Ifn^inthi'ntnfrntnii firntitfifpit sich in Wirtssbaktskrelsen Stimmung gegen die Heimwehr zu machen. Alle Gerüchte über die Heimwehren sollten aber nur verhüllen, daß sich die Sozialdemokraten am Ende ihrer Kraft fühlen. Die Heimwehr habe ihre Ziele klar vor Augen, über ihr Pro- gramm gäbe es kein Feilschen und Handeln, sondern nur Erfüllung der Forderungen, die nunmehr von der Mehr­heit des Volkes den gesetzgebenden Instanzen vorgetragen würden.

In feiner Rede aus der stark besuchten Tagung des Niederösterreichischen Bauernbundes sprach Bundes­kanzler Streeruwitz, stürmisch begrüßt, zunächst über die Bedeutung der Bauernschaft für den Staat, über die Not­lage der Landwirtschaft und über die verschiedenen schon

ROMAN

VON

KATE

LUBOWSKI

EtzMMLLMZM DURCH VEPTÄ"G? "0^ fSTE'R?

(71 Fortsetzung.)

. ... Er aber, der Kranke von Nummer 15, wartete . .. Alle Sinne geschärft. Totenstille rings umher, die keine Geräusche zu kennen schien . . . Stunde um Stunde das gleiche. Ein einziges unheimliches Nichts. Ruhe, gegen die es kein erfolgreiches Auflehnen gibt. Oede, die unbe- nennbar . . . weil sie sich einzig erfüllen läßt ... als Folter.

Schwester Grete war für ein paar Minuten hinaus- gegangen. Bis er hundert gezählt hatte, würde sie zurück­gekehrt sein.

Da . . . da . . . Ein Klang traf sein Ohr. Er war auf­gesprungen und zur Tür gestürzt. Seine Rechte suchte den Drücker .. . Umsonst. Ach so — hier — gab — gab — es — ja keine — Klinken Er war gefangen. Einfach gefangen. Seine Füße stießen gegen die Füllung. Vergeblich auch dies. Und hinter der Tür die Stimme. Ruths Stimme. — Kein Irrtum Unmöglich für ihn, jemals diese Stimme zu vergessen. Seine Hände schmerzten. Die Füße brannten wie Feuer. Als die Stimme nicht mehr tönte . . . schwangen sich Glocken in seinem Hirn. Rote Kreise tanzten vor seinen Augen . . . Ruth hatte zu ihm gewollt und nicht die Erlaubnis bekommen . . . Ruth — Ruth!

.. . Gegen fünf Uhr nachmittags äußerte er den Wunsch, von Sanitätsrat Schmolz' Angebot, sich bei Bedürfnis im Garten zu ergehen, Gebrauch machen zu wollen. Schwester Grete hatte von dieser Erlaubnis mit eigenen Ohren Kennt­nis genommen und begleitete ihn lediglich hinaus. Er zeigte keinerlei Erregung, nachdem er alles beschlossen hatte.

--Eine Stunde später saß er in der Untergrundbahn. Das Entweichen aus dem Garten der Anstalt — der Sprung über die verschlossene Pforte deuchte ihm jetzt reich­lich kindlich. Sein Wille hätte auch das andere, normale Entfernung, durchsetzen können. Dazu aber wäre Ruhe und Zähigkeit erforderlich gewesen ... zu deren Aufbringung er sich zur Zeit nicht kräftig genug fühlte.

So war diese Art der Verabschiedung wohl doch die zweck­mäßigste gewesen.

. . . Als der Sophie-Charlotke-Platz erreicht war, hatte er dumpf die Empfindung, daß er jetzt am Heften fein Heim

getroffenen und in Aussicht genommenen Regierungs- maßnahmen zur Linderung dieser Not der österreichischen Agrarier. Aber eins ist nötig, fuhr Streeruwitz fort, und fördert mächtig alle wirtschaftlichen Bestrebungen, nämlich Ordnung und Frieden im Lande. Eins ist so wichtig wie das andere.

Es wurde eine Resolution angenommen, in der unter Ablehnung des Klassenkampfes und Betonung der Volks­gemeinschaft ausgesprochen wird, es sei die Pflicht des Bauernbundes, Hand in Hand mit der Heimwehr und im vollen Vertrauen zu den legalen Sicherheitstruppen, mit allen erlaubten Mitteln den Reinigungsprozeß durchzu- führen, um dem ideellen Zweck des Heimatschutzgedankens zum Durchbruch zu verhelfen und den bodenständigen Ar­beiter in gemeinsamer wirtschaftlicher Kampffront zum sozialen Aufstieg zu bringen. Weiter heißt es in der Ent­schließung, das freigewählte Parlament müsse auf dem Boden bleiben, auf dem ganze Arbeit für Wirtschaft und Kultur geleistet werde. Schließlich wird der Regierung Streeruwitz das Vertrauen des Bauernbundes ausge­sprochen und weiter betont, daß die Regierung unter der Führung eines hervorragenden Mannes der Wirtschaft stehe, der Wege finden werde, denen das Parlament folgen könne und Daher folgen müsse.

Französischer Hochmut.

General Guillaumat über die Rheinlandräumung.

Der Oberkommandierende der französischen Ve- satzungstruppen im Rheinland, General Guillaumat, hat einem Sonderberichterstatter des „Journal" erklärt: Wir haben offiziell mit der Räumung der zweiten Besatzungs­zone begonnen. In Wirklichkeit aber ist noch nichts getan, als daß wir die Kisten vernagelten. Das ist alles. Die phantastischsten Nachrichten sind, wie ich weiß, bereits in Frankreich im Umlauf. Man hatte sogar gemeldet, daß Regimenter, die niemals im Rheinland gestanden haben, die Grenze passiert hätten. Einige Quartiermacher sind wohl bereits zurückgereist, aber nur um die Kasernen für die Ausnahme der Truppen, die Deutschland verlassen sollen, vorzubereiten. Die regulären Abteilungen werden erst in einiger Zeit, und zwar progressiv, abtransportiert werden.

Die Interalliierte Rheinlandkommission wird nach Wiesbaden verlegt werden, sobald man sie dort unter­bringen kann. Wiesbaden, in der dritten Zone gelegen, ist vorläufig noch von den Engländern besetzt. Unsere Verwaltungsstellen werden gleichfalls in die dritte Zone verlegt werden. Wenn wir auf die Linie Trier—Mainz- Wiesbaden zurückgegangen sind, wird die französische Fahne in Koblenz heruntergeholt werden. Aber man darf nicht damit rechnen, daß dies vor Ende September ge­schehen sein wird. Im nächsten Jahre wird die Räumung der dritten Zone erfolgen. General Guillaumat knüpfte an diese Bemerkung die Worte: „Das Rheinland wird alsdann ermessen, was es an den Bssabungsiruppen verliert." (!)

Aussicht Überschuß im -eu-scheu AußsuhauöZZ.

I in M o n a t A u g u st.

Im August dieses Jahres betrügt die Einfuhr im reinen Wneenveekehr 40^1- »rüv vie W»0s»ihr sin-fchlissstich » der Reparationslieferungen 1191 Millionen Mark. Somit ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß von 117 gegenüber einem Einfuhrüberschuß von 130 Millionen Mark im Juli. Die Reparationslieferungen belaufen sich auf 67 gegen 69 Mil­lionen Mark im Juli.

Die Einfuhr ist gegenüber Juli um 156 Millionen Mark zurückgegangen, was einesteils darauf beruht, daß die Juli-Einfuhr bekanntlich durch die Zollabrechnungen im Niederlageverkehr beträchtlich erhöht war, andernteils aber auch im August die Einfuhr von Getreide, Pelz­waren, Leder und Automobilen wesentlich a b g e n o m - m e n hat. Die Ausfuhr ist gegenüber dem Juli um 91 Millionen Mark gestiegen. ' " " * ""

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bei Frau von Nestrop am Lietzensee aufsuche . . . Aber — er machte keine Miene auszusteigen, sondern hatte nur ein Lächeln für das was dies andere — dies, seinem eigent­lichen „Ich" gänzlich entfremdete, bürgerliche Wesen — er­wog.

Jene Regung, die sich weder benennen nach erforschen ließ — die ihn einfach, ohne Beachtung von Vernunft oder vernunftgemäßer Erwägung, völlig beherrschte, riß ihn zu Ruth von Alvensbrink. Ihr gegenüber ganz allein fühlte er sich schuldig. Von ihr hing alles für ihn ab.

Wenn er an P. A. Krumbholz und seine Tochter dachte, fühlte er kein Schuldbewußtsein. — Dem alternden Indu­striellen hatte er in seiner schwersten Zeit mit Geld und Fleiß genutzt. Dem Mädchen nicht geschadet.

Von Ruth zu ihm aber schwang ein Ton, der erhalten bleiben mußte, sollte nicht die unsagbar schöne und reine Lebensmelodie zweier Seelen unwiderbringlich verloren- gehen.

— — Herminchen, die Zofe öffnete ihm. Als sie ihn erkannte, schrie sie laut auf. Er äußerte kein Wort der Verwunderung . . . gab keinerlei Erklärung ab, sondern machte Miene, in das Krumbholzsche Musikzimmer einzu- treten, in dem Ruth diese Stunden gern zu verbringen pflegte

Da schrie das Mädchen, offenbar an einen Geist glaubend, noch einmal auf.

Eine leichte Gestalt kam die Treppe heruntergestürzl. Es war Trautlieb Krüger. Sie schien nicht mal erstaunt zu sein. Flüsternd neigte sie sich zu ihm.

„Der Herr und Fräulein Anita sind heute morgen ver­reist. Aber," und sie machte eine Kopfbewegung zum Musik­zimmer hin, „Fräulein Doktor ist drinnen."

— Er sah und hörte nichts mehr. Er ging zu ihr.

— Sie tat einen langen, schweren Seufzer, als er vor ihr stand. Er merkte, daß sie geweint hatte.

Darüber versank ihm die Fähigkeit, zu erklären und sich entsühnen oder . . . verurteilen zu lassen.

Er stürzte zu Ihr und breitete die Arme . . .

„Ruth. . . meine Ruth . . ."

Daß sie vor ihm zurückwich . . . daß ihr Gesicht — wie erstarrt in Schmerz — sich zu einem Ausdruck verzog, der ebensogut . . . Qual wie Abscheu bedeuten konnte, brächte ihn zur Besinnung. — Ihre Hand fuhr nach der Stirn und preßte sich so tief in die Haut, daß, als sie sie endlich wieder fortnahm, die einzelnen Fingerabdrücke mit runden, weißen Stellen sichtbar blieben.

„Sie müssen mir erst alles erklären," sagte sie mit einer Stimme, die wie zerbrochen klang. »Ich verstehe nichts.

Eckeners Zukunstspläne.

Die deutsch-amerikanische Luftfahrtlinie.

Dr. Eckener erklärte in Friedrichshafen in einer Unter­redung mit Pressevertretern zu dem Stande der Verhand­lungen über die Einrichtung ständiger L u fi­sch i f f l i n i e n, daß nach der in Hamburg bereits er-, folgten Fühlungnahme mit Vertretern der Hapag in den 4 nächsten Tagen auch die Besprechungen mit anderen deut-I schen Jnteressentengruppen ausgenommen werden sollen.^ Gegenüber anderen Behauptungen stellte Dr. Eckener fest, daß der Ausgangspunkt einer deutsch-amerikanischen Luft- fahrtlinie

in Deutschland und nicht in Frankreich

zu finden sein würde. Allerdings sei es nicht unmöglich, daß eine Zwischenlandestelle in der Nähe der französischen Küste aus navigatorischen Gründen ausgebaut werde; sie würde es dem Luftschifführer bei schlechtem Wetter über Mitteleuropa erlauben, die Fahrt so lange zu unterbrechen, bis die meteorologischen Verhältnisse sich gebessert hätten. Die Lösung der Frage, wo in Deutschland der neue Luftschiffhafen errichtet werden solle, sei zukünf­tigen Beratungen vorbehalten. Vorläufig stehe im Vordergründe der Beratungen das Zustandekommen eines Luftschiffverkehrs mit Nordamerika. Transkontinentale Strecken, die im Etappenflug überwunden werden könnten, solle man dem Flugzeug überlassen.

*

' Die nächsten Zeppelinfahrten.

Die Hamburg-Amerika-Linie gibt Einzelheiten über die geplanten nächsten Fahrten des „Graf Zeppelin" be­kannt. Am 25. oder 26. September wird das Luftschiff zu einer Achtstundenfahrt über schweizerisches Gebiet aufsteigen. Einige Tage später, am 28. oder 29. September, soll eine achtstündige Süddeutschland- fahrt (nördlich bis Kulmbach, zurück über Müncheu) an- getreten werden. Die dritte Fahrt am 5. oder 6. Oktober führt über Schlesien nach Berlin. Dort wird das Luftschiff möglicherweise eine Nacht am Ankermast fest­machen. Die Heimfahrt erfolgt über Ostpreußen. Schließlich wird „Graf Zeppelin" am 10. Oktober eine 14- stündige Fahrt nach Holland unternehmen.

KommuNalMahSen in Preußen.

Entschließungen der pommerschen Landgemeinden.

Auf dem, 6. Pommerschen Landgemeindetag in Stralsund sprach der Präsident des Verbandes der Preußischen Land­gemeinden, Landrat a. D. Dr. Gereke, über das Thema „Kom- inunalpolitische Tagesfragen". Er führte u. a. aus: „Überall auf dem Lande muß bei der Vorbereitung der Wahl daraus geachtet werden, daß die politischen Parteien der Bedentung des Landvolkes durch entsprechende Benennung ländlicher Vertreter Rechnung tragen. Im weiteren Verlauf feiner Ausführungen beschäftigte sich Dr. Gereke mit dem finanziellen Lastenaus- gleich. Dringend notwendig fei es, daß der preußische Ver­teilungsschlüssel für die Reichssteuerüberweisungen durch eine entsprechende Berücksichtigung der Bevölkerungszahl und der Schulkinderzahl gerechter und günstiger für die Landgemeinden gestaltet würde. Hür den SchullastenausgU ich forderte der Redner die Berücksichtigung der tatsächlichen finanziellen Leistungsfähigkeit des einzelnen Schuwerbandcs. Die Auf­rechterhaltung und die Förderung der Voltsschnten auf dem Lande fei eine der wichtigsten kulturellen Aufgaben des Staates, hinter der nötigenfalls andere Aufgaben zurück- zustehen hätten. Mit Sorge erfülle die Gemeinden die Ent­wicklung der Arbeitslosenversicherung. Es dürfe Die Ardettslosenvervchscnng nichi zu nnguusien der gemeinS"" lichen Finanzen entlastet werden, sonst sei eine wesentliche Er­höhung der Reatstenern unvermeidbar. Es sei falsch, zu glauben, die Landgemeinden ftünben im Kampfe gegen den Staat. Sie fühlten sich jetzt nur ungerecht zurMgesetzt und forderten Gleichberechtigung. Ein Staat, gleich welcher Form, werde sich nicht stützen können auf die fließende Masse der großen Städte, sondern er werde sich nur auf die Dauer er­halten, wenn es ihm gelinge, das Vertrauen zu erwerben jener Kreise des Landvolkes unb der Landgemeinden, die das feste Fundament für den Wiederaufbau des Staates sind."

Es wurde dann eine Entschließung gefaßt, in der die von dem Präsidenten erhobenen grundsätzlichen Fordern'gen des Verbandes formuliert sind.

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Weder mein Stiefvater, noch Anita haben mir das Ge­ringste über Sie mitgeteilt. Für mich waren Sie ver­schwunden bis heute morgen . . tot vielleicht . . ."

„Aber . . . ich habe Ihnen doch geschrieben, Ruth . . ." „Man befördert aus derartigen' Anstalten wenigstens anfangs, solche Briefe nicht."

Er war ratlos und verwirrt.

„Ja . . . waren Sie denn heute . . . vor wenigen Stun­den — nicht da? War es nicht Ihre Stimme? Sie war es. Ich schwöre . . . Woher wußten Sie denn? Oder . . . war es. . . nur ein Zufall?"

„Kein Zufall — Trautlieb hatte von Ihrem Aufenthalt erfahren. Wie? Ach . . . lassen wir das jetzt. — Da mußte ich doch zu Ihnen kommen."

Er fühlte noch immer ihr Zurückweichen wie einen un­erträglich werdenden körperlichen Schmerz.

„Sie mußten? Iä — weshalb mußten Sie denn, Ruth? Wer zwang Sie dazu?"

„Ich — wollte — Ihnen — helfen," stammelte sie.

„Natürlich. , helfen, wie Sie eben jedem helfen müssen . . . helfen würden! Daß zufällig ich es war, mit dem entschieden irgend etwas nichts Sauberes vorgegangen fein mußte. . . das, nicht wahr, tat nichts zur Sache. Darüber half Ihnen der Edelmut hinweg."

„Quälen Sie mich nicht," forderte sie fast streng.

„Aber — Sie haben ein Recht dazu, ja? — Sie wissen also schon alles und verachten mich geziemend? — Ihre Abwehr verriet es mir zur Genüge."

„Nichts weiß ich, als das eine, daß ein Geheimnis vor­handen ist — ein Geheimnis, das Sie und nur Sie betrifft Aber — ich fürchte etwas Schreckliches . . ."

„Das würde uns beide dann natürlich auf ewig vonein­ander trennen."

„Ein Verbrechen . . ja! Darüber käme Ich nicht fort."

„Verbrechen? Ob es das ist? Mag sein, daß das Gesetz es mit diesem Ausdruck bezeichnet. Jedenfalls bin ich über­zeugt, daß eine empfindliche Strafe darauf steht."

„Was weiß mein Stiefvater davon?"

„Alles . . ." Wieder fuhr ihre Hand zur Stirn.

„Trautlied sagte mir ja, daß er Sie angemeldet. Wie hat er es mir nur verheimlichen können ... Er mußte doch sehen und wissen, wie sehr ich litt . . ."

Er war zu tief verletzt und erkältet, um sich von ihrem Erschrecken beseligen zu lassen.

„Ich wiederhole . . . Ihr Stiefvater ist genau unter­richtet. Nachdem ich vier Tage und Nächte um die Kraft ihm zu beichten, ringen mußte, ging ich zu ihm und sagte ihm alles." ______________________^_____ (Fortsetzung folgt.)