hersfelöerTageblatt
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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfelö j Stints Buchdruckers: in siersfeid, Mitgt^ö des VLM^ ♦
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Nr 182
Dienstag, den 6. August 1929
79. Jahrgang
Am Ziel
Und wieder ist das Ziel erreicht. Wieder hat ein Zeppelin in stolzem Fluge den Ozean überquert und, ein wahrer König im Reich der Lüfte, Friedensbotschaft getragen von Kontinent zu Kontinent. Und alles ist, wie es früher schon war, denn wir haben ja das alles schon freudig miterlebt, und unser Herz schwoll und quoll über vor Glück, weil es „unser Schiff" war, das den großen Sieg errungen hatte. Und doch erscheint uns das alles mit jedem neuen Male, da es geschieht, wieder neu, und mit jedem Male werden wir stolzer auf den deutschen Riesenvogel, der mit Adlerschwingen über Länder und Meere, über Tausende von Meilen hinweggleitet zu neuen Welten und eines nicht allzufernen Tages bis zur allerfernsten Thule Kunde bringen wird von deutscher Art und zielbewußtem deutschen Streben.
Es wird ja sicher so sein, daß man einst nicht bei jedem Zeppelinfluge tagelang in schwebender Pein sich bangen, jede einzelne Phase des Weitfluges vom sicheren Port aus sorgenvoll verfolgen und um mehr sich kümmern wird als um Abflug und Ankunft. Denn kommen wird der Tag, an dem die Luftschiffahrt etwas Selbstverständliches, Gegebenes sein wird, wie es heute die Seeschiff- fahrt ist. Wer wünscht und erhält wohl heute noch von jedem Schiffe, das ausgefahren ist aus dem Hafen und das sich auf hohem Meere befindet, Tag um Tag bis ins einzelste gehende Nachricht: wo es in diesem und jenem Augenblick weilen mag, ob es über hohe Wellenberge hinweggetragen oder in tiefste Täler hineingeschleudert wird, und was ihm begegnen könnte, bis es am Ziele ist und vom Lotsen an die Ankerstelle bugsiert wird? Die Schiffahrtsgesellschaft, um deren Schiff es geht, ist unterrichtet, und wer einen lieben Nächsten auf dem fahrenden Schiffe weiß, verfolgt wenigstens in Gedanken die Fahrt. Und das ist alles! So und nicht anders wird es gewiß auch sein, wenn einst die Zeppelinflüge — denn dieser Ehrenname wird ihnen sicher bis in die fernste Zukunft bleiben, wie immer das Luftschiff sonst auch heißen mag — nicht mehr als etwas Außer- aewöhnliches, Ungewöhnliches unk Nna-.^ohntes, sondern als 'ettoa^'«^ l“
die Erscheinung treten werden. Noch aber ist es so, daß nicht nur die „unmittelbar beteiligten Kreise , sondern mit ihnen auch die übrige Welt das Luftschiff auf fernem ganzen Fluge begleiten und von Stunde zu Stunde, za am liebsten von Viertelstunde zu Viertelstunde über fernen jeweiligen „Standort" unterrichtet sein mochten. Nrchi nur die „deutsche Welt", sondern schlechthin dre ganze zivilisierte Welt! Funk und Kabel sind in fieberhafter Tätigkeit, um Meldungen in die gespannt aufhorchende Welt hinauszusenden, alle Seewarten Verbreiten einzig und allein mit Rücksicht auf das fliegende Schiff Nachrichten über die jeweilige Wetterlage, alle Schüsse auf den Meeren sind in Alarmbereitschaft und alle Herzen schlagen aufgeregt, als wenn mit dem Schicksal dieses Schiffes ihr eigenes Schicksal verbunden wäre.
Haben wir das nicht auch diesmal wieder erlebt? Es waren nicht immer so pünktlich, wie,man das erwarten zu dürfen glaubte, direkte Funknachrichten von dem aus dem Fluge befindlichen Schiffe eingetragen, Werft und Luftschiffbau waren nicht auf dem laufenden über jede einzelne Tagesstunde der Flugzeit, und sofort verbreiteten sich von irgendwoher — weiß man denn je, wo solches entsteht? — unbestimmte Gerüchte, die geeignet waren, Zweifel zu erwecken und Sorge uns ins Herz zu säen. Aber auch dieses zeigt, wie sehr wir mit unserem Schiffe verbunden sind, wie sehr wir ihm die Treue bewahren, wie alles, was diesen Zeppelin angeht, uns selbst, uns persönlich anzugehen scheint. Und jetzt, wo wir wieder erleichtert aufatmen dürfen, fühlen wir und sagen wir: „Nein, du prächtiges Schiff, wir haben nicht an dir gezweifelt, denn wir wußten, daß du ruhig und selbstsicher trotz Sturm und Gegenwind und sonstiger Fahr- lichkeiten deinen Weg fliegen werdest, nur gebangt haben
""wie man immer um ein Liebes bangt!
' froh und glücklich, denn du hast das Ziel wieder erreicht, und wieder steht die ganze Welt aus dich und — auf uns, die wir zu dir gehören!" Z.
vas japanische Ratsmttglied, der Pariser Botschafter Gras Adatschi, steht. Die französische Abordnung mit Briand und Loucheur ist ebenfalls eingetroffen. Voraussichtlich soll die Konferenz Dienstag vormittag 11 Uhr eröffnet werden. Wahrscheinlich wird der belgische Ministerpräsident I a s p a r den Vorsitz erhalten, da die drei Mächte Deutschland, Frankreich und England nicht in Wettbewerb um den Vorsitz eintreten wollen.
Me SlmMbeli der Konferenz bis 25. August beendet?
Paris. In einer Havasmeldung aus dem Haag übe, die Vorbereitungen zur Konferenz wird angedeutet, daß man die Hauptarbeit der Konferenz gegen den 22. bis 25. August beendet haben möchte, und daß die Delegierten der auf bei Konferenz vertretenen Staaten beschlossen hätten, sofort einander Fühlung zu nehmen.
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Freihsrr vsn Auer f.
Der Erfinder des Gasglühlichts.
Auf Schloß Welsberg in Körnten ist der Erfinder des Gasglühlichts, Karl Freiherr Auer von Welsberg, ist im 71. Lebensjahr gestorben.
Vor nicht ganz einem Jahr wurde die Persönlichkeit Auers in der Presse der ganzen Welt anläßlich der Vollendung des 70. Lebensjahres gefeiert. Freiherr von Auer,
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der sich beu;.» n’3 junger Mann mit physikalischen und technischen Fragen beschäftigte, machte als 27jähriger die
Erfindung des G Wiener Akademie
>ts. Auer war Mitglied der
issenschaften, korrespondierendes
Mitglied der Preußischen Akademie, Ehrendoktor der
Technischen Hochschulen von Wien und Karlsruhe. Durch das Auerlicht bekam 1885 die Gasbeleuchtung einen neuen Aufschwung; aus dem fahlen, ziemlich teuren Gaslicht mit offener Flamme wurde ein weißes und billigeres Licht. Die Ausbreitung der elektrischen Beleuchtung wurde durch diese Tat gehemmt, bis Auer selbst durch die Erfindung der elektrischen Osmiumglühlampe (die erste Metallfadenlampe) auch epochemachende Arheit für den elektrischen Strom leistete.
Christlichsoziale Reichsvereinigung.
Tagung in Bielefeld.
wird um dich, Aber nun sind wir
Die Deutschen im Haag.
Dienstag Konferenzeröffnung.
Die deutsche Delegation zum Haager Kongreß traf Montag vormittag gegen ^12 Uhr unter Führung Dr Stresemanns und der übrigen drei Reichsminister im Haag ein. Die Abfahrt von Berlin war Sonntag abend erfolgt. Zum Empfang hatten sich der holländische Außenminister Beelaerts van Blockland sowie der deutsche Gesandte im Haag, Gras Zech, aus dem Bahnsteig eingefunden Hinter der Absperrung wurde die deutsche Delegation durch eine große Menschenmenge erwartet, die Ministe, Stresemann Ovationen brächte. Ein Vertreter der Stadt Haag begrüßte die Delegation feierlich. Dann begaben sich die Deutschen nach ihrem Hotel in Scheveningen.
Im Laufe des Montagvormittags belgische Abordnung mit dem Ministerpräsidenten Jaspa, und dem Außenminister Hymans, ferner die italienische Abordnung mit dem Finanzminister Mosconi und dem Staatssekretär des Auswärtigen, Grandi, im Haag ein. glische Abordnung mit dem Außenminister Hender- tb dem Finanzminister Snowden ist bereits am
Montag vormittag gegen Stresemanns und der ii
-cheveningen.
ontagvormittags trafen weiter die
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Sonntag angelangt, ebenso die Japaner, an bereit Spitze
sondern auch die Leichen der erschossenen Räuber mitzu- nehmen.
3m Laufe der Untersuchung gegen die in der Moldau operierende Bande haben die Behörden überraschenderweise festgestellt, daß einige Beamte von Jassy Kom- plizen der Banditen sind. Es wurde bereits eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen.
„Graf Zeppelin" in Lakehurst
Glückwunschtelegramm des Reichspräsidenten.
Obwohl diesmal die Landung des „Graf Zeppelin" Lakehurst nicht, wie im Oktober, im letzten Schimmer des Tageslichts, sondern bei völliger Dunkelheit, um 9 Uhr 53 Min. abends amerikanischer Zeit (2 Uhr 52 Min. morgens mitteleuropäischer Zeit), erfolgte, ging sie erstaunlich glatt und rasch vonstatten. Während riesige Scheinwerfer die Landungsfläche bestrahlten, erschien das Luftschiff plötzlich aus der Richtung Newyork, flog querüber die Halle und verschwand dann nach einer großen Schleife im Dunkel der Nacht. Nach etwa einer Viertelstunde kehrte es zurück und warf sofort das erste Haltetau ab, das von der Landungsmannschaft erfaßt wurde. Der Zeppelin wurde dann an den kleinen Ankermast gezogen und festgemacht. Zur Begrüßung waren anwesend Konsul Heuser für die deutsche Botschaft und für das New- yorker Generalkonsulat, der Kommandant des Flugplatzes Lakehurst und der Kommandant der Marinestation Ph delphia. Die Landung erfolgte fast genau vier Tage nach dem Start in Friedrichshafen.
Die Gesamtfahrtdauer des Luftschiffes betrug 94 Stunden 1 Minute. Die amerikanischen Marinebehörden haben ausgerechnet, daß das Luftschiff insgesamt 5331 Meilen mit einer mittleren Geschwindigkeit von 80 Kilometern die Stunde zurüülegte.
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ila-
Hindenburg gratuliert.
Der Reichspräsident hat an Dr. Eckener folgendes Telegramm gesandt: „Meine herzlichsten Glückwünsche zum e olgreichen zweiten Amerikaslug des Luftschiffes ^Graf Zeppelin" von Hmdenb'ürg,isteich 8-
Was die Passagiere sagen.
Sämtliche Passagiere äußerten ihre größte Befriedigung über den Atlantikflug, der voll herrlicher, unvergleichlicher Eindrücke gewesen sei und weder Unbequemlichkeiten noch Befürchtungen verursacht habe. Von vielen Passagieren wurde hervorgehoben, daß der Atlantikflug ein reiner Genuß gewesen sei und daß man nicht unter der „Luftkrankheit" zu leiden gehabt habe. Das Luftschiff sei ruhig dahingeglitten, während tief unten '' Schiffe auf den Wellen tanzten. Sir Hubert W kins, der Nordpolflieger, sprach begeistert von der genußreichen Fahrt. Dr. K i e p von der Hamburg- Amerika-Linie erklärte: „Unsere Überfahrt war äußerst erfolgreich und angenehm. Das Luftschiff zeigte sich allen Anforderungen gewachsen, so daß wir sicher sein können, daß dasneuzuerbauendeLuftschifs mit stärkeren Maschinen und höherer Geschwindigkeit eine weit schnellere Überfahrt mit größerer Regelmäßigkeit durch- sühren kann."
Und der „blinde Passagier"?
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Die Christlichsoziale Reichsvereinigung hielt am Sonntag ihre erste Reichstagung ab. Der bisherige erste Vorsitzende, Dr. v Viebahn-Spandau betonte in seiner Eröffnungsansprache den Willen der Christlichsozialen Reichsvereinigung zur Sammlung, um die verschiedensten Schichten des Volkes einander näherzubringen. Dr. Dähnhardt (Span- dan) sprach über den christlichsozialen Gedanken als Voraussetzung zu innerer Volkseinheit und äußerer Freiheit. Reicks- tagsabgeordneter Hülse (Breslau) umriß die Stellung, die die Christlichsozialen innerhalb der Parteienkrise einnehmen. Bezüglich der Frage, ob es ratsam sei, eine besondere Christlichsoziale Partei zu bilden, führte der Redner aus, daß die Reichsvereinigung eine klare Stellungnahme der Parteien zu den Wohnungs- und Bodenfragen, der Ehefrage usw. fordere.
Bei der eingehenden Aussprache kamen zwei gegensätzliche Auffassungen zur Geltung. Wortführer der einen war Graf Baudissin-Bethel, der dre Bildung einer ChristlichsoziZ.., Partei und die Loslösung von der Deutschnationalen Parte» verlangte. Dieser Auffassung widersprachen die Reichstagsabgeordneten Mumm, Kliesch und Lambach. Die Zeit
Der blinde Passagier des „Graf Zeppelin" wurde gleich nach der Landung durch Einwanderun, einem summarischen Verhör unterzog, nach Gloucester (New Jersey) gebracht, wo er in Haft behalten wird, bis der nächste Dampfer nach Europa zurück- geht. Dr. Eckener und seine Offiziere lehnten es ab, seinen Namen bekanntzugeben, damit der Eindringling keine ungebührliche Reklame erhalte. Passagiere erklärten jedoch, es handle sich um einen Albert Buschkow aus Dortmund.
durch Einwanderungsbeamte
en und dann sofort
Fialen
______„_ chstags- loneoiuneien ^iuuu», « .. „, dj und Lambach. Die Zeit ur Gründung einer eigenen Partei sei noch nicht gekommen, vr v V i e b a h n teilte mit, daß er als erster Vorsitzender der ' ' ' igung zurückgetreten sei. An seiner Stelle hat
idt, Frankfurt a. M., den Vorsitz übernommen.
Reichsvereini, Professor Bei
Rumänisches Räuberwesen.
Beamte machen mit.
Die in den verschiedensten Teilen Rumäniens sich wiederholenden Überfälle von Straßenräubern auf Per- sonenautomobile und Postautobusse haben das Bukarester Gendarmeriekommando zu einem umfassenden Vorgehen gegen die gefährlichsten Bandenführer veranlaßt. In der Bukowina gelang es der Gendarmerie, eine bei Putyla hausende Räuberbande zu stellen. Während des Gefechts wurden drei Räuber getötet und mehrere verwundet. Es gelang jedoch der Bande, nicht nur die Verwundeten,
Newyork im Freudentaumel.
Als das Luftschiff den Hafen von Newyork überflog, wurde es von einem wilden Chorus von Schiffssirenen begrüßt, worauf Lichtsignale aus der Hinteren Gondel den Dank zurückblinkten. Die Offiziere und Mannschaften der im Hafen liegenden deutschen Schiffe waren begeistert, die Schiffe prangten in vollem Flaggenschmuck. Auf dem Times Square drehten zahlreiche Filmphotographen ihre Kurbeln, um den majestätischen Anblick festzuhalten. Ein Jagdflugzeug, das sich im Vergleich zu dem Luftschiff wie eine Mücke ausnahm, flog dem „Graf Zeppelin" als Führer voran. Hinterher flog eine Eskorte aus mehreren Flugzeugen. Die ganze Lnftparade wurde von verschiedenen Stellen aus durch Scheinwerfer magisch beleuchtet.
Rückflug bereits Mittwoch?
Dr. Eckener kündigte an, er werde den Rückflug bereits am Mittwoch nacht antreten, falls Brennstoff und Ol schnell genug eingenommen werden könnten. Die Fahrt geht zurück nach Friedrichshafen und würde den Beginn
Schiffes darstellen.
Einigung in Mandschuli.»
Charbin. Der chinesische und der russische Berireier haben in Mandschuli im Laufe von drei Unterredungen sich über folgende Punkte geeinigt: 1. Zurücknahme der Truppen aus eine gewisse Entfernung von der Grenze; 2. Eröffnung der offiziellen Konferenz innerhalb der nächsten vier Wochen; 3. Wiederaufnahme des transsibirischen Verkehrs noch vor der Eröffnung der Konferenz.