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hersfelöerTageblatt

nnstfoenprtfcifci^ : i^AifÄK<^a O^t* sE^KK^TNk^O^ : Monatlicher Bezugspreis: Durch die Post bezogen 1.so : üieNeklamezelle 50 Pfennig. (Geunöschrist Korpus). : t^K&ö I lkt V^lr >>VWI^VIIÄw : «e-chs-Mark, ausschließlich Bestellgeld, für Hersfelö : Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Preis- : W 1.20Reichs-Mark bei freier Zustellung, für Abholer :

Nachlaß gewährt.: §ür die Schriftleitung verant- ; -» * a f ; 1.00 Keichs-Mark.> Druck und Berlag von Ludwig

wörtlich: KranzZunk in Her-feld. -> Zernfprecher Nr. S : MMtllMLr ^NHLLgbk Mk VCU MLlS O^ftto l 5»nksBuchdruckerei in hersfeld, Mitglied des VDZV. :

mit des Deüages: IlluskrierteS AnterhaltvngSblatt / Nach NeierabmS / Herb enS Scholle / Anreebslintrs vuö MEMg Belehrung ood Kurzweil / Wirlschaftllchr Tagesfrageu.

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Der Ring um Deutschland.

Wieder jährt sich der Tag, in dessen Gefolge so un­endliches Leid über Deutschland hereinbrechen sollte. Ein Tag aber auch, der unsere stolzeste Erinnerung das deutsche Volk in geeinter Entschlossenheit sah. Einig in seinen Stämmen von der Nordseeküste bis zu den Alpen, einig von der Maas bis an den Njemen; einig auch in seinen Parteien, als esnur noch Deutsche gab". Weil wir alle wußten, daß ein uns alle treffender Kampf um Deutschlands Freiheit anhob.

An dem Tage, da sich wieder der Ausbruch des Weltkrieges jährt, soll festgestellt werden, daß einzig und allein Deutschland es war, das in diesen Kampf hin- einging ohne jedesKriegsziel". Was England erreichte, hatte es in mehr als zehnjähriger diplomatischer Arbeit vorbereitet, hatte den Ring um Deutschland geschlossen, fest geschmiedet. Was Frankreich erstrebte, weiß die Welt und hat kürzlich erst wieder der Leiter der französischen Politik, der vor fünfzehn Jahren als Präsident der Republik Frankreich gerade noch von der alles entschei­denden Reise nach Petersburg zurückgekommen war, in seinenErinnerungen" deutlich genug erklärt: Elsaß- Lothringen und die 1870 eingebüßte Hegemonie in Europa. Die verzweifeltsten Anstrengungen sind von der deutschen Diplomatie der Vorkriegszeit gemacht worden, um den Ring zu sprengen; sie hat nach Paris immer wieder die Versöhnungshand ausgestreckt, hat gewiß es manchmal an Ungeschicklichkeiten nicht fehlen lassen aber der von uns so oft zum Ausdruck gebrachte Friedenswille war Tatsache, war ernsthaft gemeint. Das wußten auch die anderen. Denn immer, sei es um die Jahrhundertwende, als England in schwerer Not war, sei es 1904 und 1905, als Rußland und Japan miteinander rangen, danach das Zaren­reich infolge innerer Unruhen machtlos war, und selbst noch im Balkankrieg immer blieb Deutschland mit Ge­wehr bei Fuß stehen, ließ jede günstigeGelegenheit" un- benutzt, den uns immer enger umschnürenden Ring zu sprengen, ehe es zu spät war.

Den schwärze sten Undank erntete Deutsch- kands Haltung aber doch aus Rußland. Das Testament Peters des Großen reizte und lockte: auf der Hagia Sophia in Konstantinopel das russische Kreuz aufzupflanzen. Die Schuldigen dort an der Newa, ein Ssuchomlinow, ein Ssassonow, dann der russische Generalstabschef haben ja später Kunde genug über die Art gebracht, wie in St. Petersburg der Kriegsgott die Brand­fackel des Weltkrieges entzündete. Wie der panslawistische Wahn den schwachen Widerstand dessen hinwegschwemmte, der der Letzte auf dem Thron Peters des Großen sein sollte.

Wir hatten keinKriegsziel" in dem Sinne unserer Gegner, als wir vor fünfzehn Jahren das Schwert ziehen mußten. Und alles, was später alsKriegsziele" ge­fordert wurde, berührte nicht die Seele dessen, was in West und Ost, auf dem Meer und bald auch unter dem Meeresspiegel an der Front stand. Nur von dem helleren oder dunkleren Bewußtsein erfüllt: Es geht um die Freiheit Deutschlands, um die Freiheit unseres Daseins als Volk! zog Deutschlands Mannschaft hinaus, strömten vor fünfzehn Jahren die vielen Hunderttausende von Freiwilligen heran. Schlug Deutschlands Wehrkraft und Wehrwille empor zu einer riesenhohen, alles Einzel- schicksal in sich verzehrenden und läuternden Flamme.

Das war das Schicksalhafte des 1. August 1914. Und ist es geblieben trotz des Ausgangs, den dieses Ringen nahm. Nie wieder, bei all der furchtbaren Not, die in nur wenig gemildertem Ausmaß auch die Nachkriegszeit über Deutschland verhängt hat, konnte unser Volk sich in einer so geschlossenen Einheit finden wie an jenem Tage, der nun zum fünfzehnten Male wiederkehrt. Was ihn zum Tag der Trauer macht, ist nicht bloß das eine, daß mit ihm das große Opfernmüssen des deutschen Volkes anhob. Ist nicht bloß das schmerzvolle Bewußt­sein, daß dieses Opfernmüssen letzten Endes vergeblich gewesen ist. Nicht minder stark muß die Trauer darüber sein, daß sich trotz der furchtbarsten Schicksalsschläge das deutsche Volk niemals wieder so fest in einheitlichem Wollen und Denken, aber auch in einheitlichem Entschluß und Handeln z u s a m m e n g e fu n d e n hat wie vor fünfzehn Jahren, wie am 1. August 1914.

Amerikas Beobachter im Haag.

Die Vorbereitungen Deutschlands.

über den Termin des Beginns der politischen Konferenz im Haag herrscht noch immer Ungewißheit. Während man in deutschen politischen Kreisen fest damit rechnet, daß die Konferenz am 6. oder wenigstens am 8. August beginnen wird, verlautet aus unterrichteten holländischen Kreisen, daß mit dem Anfang der Konferenz erst zwischen dem 10. und 13. August gerechnet werden kann. Die endgültige Entscheidung dürfte in der Mitt­wochsitzung der Pariser Kammer fallen. über die Zu- sammenberusung und den Vorsitz der Konferenz kann Tat­sächliches daher noch nicht gesagt werden.

Die Vorbereitungen von deutscher Seite

gehen weiter. Nachdem die meisten Reichsminister aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, werden die Minister­besprechungen zur Vorbereitung der Haager Konferenz sofort beginnen. Wie verlautet, werden mit Dr. S t r e f e-

Mittwoch, den 31. Juli 1929 T9. Jahrgang

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Schlagende Wetter

Krubenexplofion im Walbenburger Bergwerksrevier.

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Auf der FriedenshofsnunggruSe in Nieder Herms- dorf bei Waldenburg in Schlesien ereignete sich Montag abend 7 Uhr eine schwere Schlagwetterexplosion, durch die 24 Bergleute getötet und 11 schwer verletzt wurden. Die Verunglückten sind geborgen. Berghauptmann Fischer und Oberbergrat Weber vom Oberbergamt Breslau trafen noch nachts in Nieder-Hermsdorf ein, um gemeinsam mit den Bergrevierbeamten die Grube zu befahren. Die Ursache der Explosion steht noch nicht est. Die von der Explosion betroffenen Baue sind be- ahrbar, doch ist ihr Betrieb vorläufig eingestellt; im ibrigen ist der Betrieb der Grube nicht gestört.

Die Explosion ereignete sich auf den Schwestern- schächten im Bereich der achten Sohle. Die Schwestern- schächte gehören zum Betriebe der Niederschlesischen Bergbauaktiengesellschaft.

mann die Reichsminister Dr. C u r t i u s, Dr. H i l f e r - ding und Dr. Wirth der Delegation angehören. Von den Staatssekretären voraussichtlich Dr. P ü n d e r und Dr. v. Schubert.

Im Haag und in Scheveningen haben die Delegationen Deutschlands, Englands,Frank­reichs, Belgiens, Italiens, Japans, Polens, Rumäniens und Griechenlands be­reits zum größten Teil Unterkunft in den Hotels ge­funden. Unter den Konferenzteilnehmern, für die bereits persönlich Hotelzimmer belegt worden sind, befinden sich der amerikanische Militärattache in Brüssel, Major W a t s 0 n , der

als Beobachter der Bereinigten Staaten an der Konferenz teilnehmen soll, ferner Ministerpräsident Briand, für den mehrere größere Zimmer reserviert wurden, sowie der polnische Ministerpräsident.

Die niederländische Regierung ist jetzt offiziell von der Wahl des Haags zum Konferenzort in Kenntnis gesetzt worden.

Ob Macdonald sogleich an der Eröffnung der Reparationskonferenz teilnehmen wird, ist zweifelhaft ge­worden, da sein Gesundheitszustand vorher einen kurzen Erholungsurlaub erfordert. Dagegen wird Handels­minister Gra h am neben Sn 0w d e n und H en­de r s 0 n als einer der britischen Hauptdelegierten an den Verhandlungen teilnehmen.

Doch am 6. August Konferenz?

Die französische Delegation reisefertig.

Die französische Delegation für die diplomatische Kon­ferenz im Haag wird, wieJntransigeant" mitteilt, am Montag vormittag Paris verlassen. Dieselbe Zeitung sagt, die Frage der Unterbringung der Delegierten und Sachverständiger sämtlicher Staaten im Haag sei dank der Vermittlung der holländischen Regierung bereits in zu­friedenstellender Weise gelöst, so daß dem Beginn der Konferenz am 6. August nichts mehr im Wege stehe.

EMvM-i in einem bMiMstLii Petroleumgebiet.

Vergebliche Lösch versuche.

-jur Löschung der seit zwei Monaten mit unvermin­derter Gewalt brennenden Sonde im Petroleumgebiet von M 0 r e n i in Rumänien waren bisher die ver­schiedensten Versuche gemacht worden. Vor allem versuchte man durch Stollengrabung und Ableitung der unterirdi­schen Gase die Macht des Feuers zu brechen.

Als jetzt die Stollen so weit vorgetrieben waren, daß man mit der Ableitung der Gase beginnen konnte, stürzten die Erdmassen nach einer gewaltigen Gasexplosion ein. Fünf Arbeiter wurden verschüttet und mehrere schwer ver­letzt. Ein Vorarbeiter erlitt einen Nervenzufammeubrüch. In Worein brach nach der Explosion eine Panik aus. Sämtliche Löschversuche wurden vorläufig eingestellt.

Der Reichspräsident hat an das Oberbergamt Breslau eine Telegramm ge­richtet, in dem er den Hinterbliebenen der getöteten Berg­leute seine herzlichste Anteilnahme zum Ausdruck bringt und den Verletzten feine besten Wünsche für ihre baldige Wiederherstellung ausspricht.

Trauer im nieösrschlesischsu Kohleursvisr.

Das gesamte niederschlesische Steinkohlenrevier steht im Zeichen tiefster Trauer. Vsm Förderturm der Schwesternschächte der Friedenshoffnungsgrube weht eine Trauerfahne. Überall stehen Gruppen zusammen, die das furchtbare Unglück besprechen. Von den 24 Toten waren 15 verheiratet und neun unverheiratet. 28 Kinder trauern um ihre Väter. Viele hundert Bergmannsfrauen und deren Angehörige hatten sich vor der Unglücksstätte ange- sammelt, wo sich herzzerreißende Szenen der Verzweiflung abspielten. Das gesamte Rettungspersonal war alarmiert, um an der Unglücksstätte einzugreifen. Die weitaus größte Zahl der Toten ist durch den explosivartigen Aus­bruch des Brandwetters bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Von den Toten find drei Schlepper, zwei Leerhauer und die übrigen Berghauer.

Frühere Katastrophen in den Schwesternschächten.

Das neue große Grubenunglück erinnert in seinen Ausmaßen an die schweren Grubenkatastrophen, von denen die Schwesternschächte. in früheren Jahren heimgesucht wurden. Am SO. Dezember 1895 wurden durch eine Schlagwetterexplosion 31 Bergleute getötet. Am 10. De­zember 1891 kämen ebenfalls durch eine Schlagwetterkata- strophe 14 Bergleute ums Leben. Das letzte große Unglück ereignete sich am 28. Mai 1920 infolge Brandgasvergis- tung, wobei fünf Bergleute den Tod fanden.

«Schlagwetterexplosion auch in Belgien.

Durch eine schwere Schlagwetterexplosion im Kohlen­bergwerk Mambour-x in Dampremy bei Ch: :. rv! wurden dr-i Präsente getötet.

Gewaltige Ausmaße der chmeßHeu Hungersnot.

3 5 Millionen Mensche n hungern.

Die Leiter der chinesischen internationalen Hungers- nothilfskommission berichten, daß durch die getroffenen Maßnahmen seit dem Frühjahr das Hungersnotgebiet be­trächtlich verringert werden konnte, daß aber noch immer 35 Millionen Menschen unter der Hungersnot leiden. In Zentralkansu im nordwestlichen China hat es

seit vier Jahren nicht geregnet.

Das Weizenanbaugebiet gleicht einer Wüste. In einer Stadt ist die Bevölkerungszahl von 60 000 Köpfen auf 3000 herabgesunken. Nach Mitteilung der Kommission hat in diesem Gebiete der K a n n i b a l i s m u s sehr zu­genommen. Ein Friedensrichter suchte die Menschenfleisch­fresser zu bestrafen, aber ohne Erfolg. Der T y p hn s hat unter den Mitgliedern der Hilsskommission zahlreiche Opfer gefordert. Von zwanzig infizierten P > und nur elf mit dem Letzen davongekommen.

la^aa von Ausgew ^.;^i in Amerika.

40 Schwerverbrecher unter den Abgeschobenen.

176 aus Amerika ausgewiesene Personen, die zwecks Abschubes aus E l l i s Island untergebracht werde« sollten, meuterten auf der Fähre zwischen Jersey-Stadt und Ellis Island. Die Deutsche Dora Peters schlug ein Fenster des Fährbootes ein und versuchte, dem Einwanderungsinspektor den Dienstrevolver zu ent­reißen. Sie verletzte mehrere Beamte, die sie festhalten wollten. Eine Syrierin versuchte Selbstmord mit einer Schere zu verüben. Ein Italiener war schon vorher in Jersey-Stadt aus dem Fenster des Aufenthaltsramnes gesprungen und geflüchtet. Zahlreiche Beamte nahmen jedoch die Verfolgung auf und konnten ihn einholen und überwältigen. Viele andere meuterten. Die Meuterer sind in Einzelhaft gekommen. Unter den Abges - obenen befanden sich 4 0 Schwerverbrecher.

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Vor neuen Meutereien in Newyorker Gefäu p..Fu?

Die Nachrichten von den Ausbruchsversuchen aus den Newyorker Gefängnissen von A u b u r n und Dannemora sind auf unerklärliche Weise den Schwer­verbrechern aus dem Sing-Sing-Gefängnis zu Ohren gekommen. Der Gefangenen bemächtigte sich eine sicht­bare Erregung, so daß die Gefängnisbehörden ein mit Maschinengewehren besetztes Patrouillenboot, das die Wasserfront des Gefängnisses auf dem Hudson bewachen soll, in Dienst stellten. Man glaubt in Newyork daß die beiden Ausbrüche von den NewyorkerVertzrecherkönigen" organisiert worden sind und daß diese ihre Tätigkeit weiter fortsetzen werden, um ihre in den Gefängnissen befindlichen Genossen zu befreien.