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HersfelöerTageblatt

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Mmtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfelö

Rüch*M«r, ansWchllch Bt/toli 1.20 Rklck^Klark Ll fettet gn/ltO 1.00 Kelchs-Mark. druck und De S»nk»Smhömckerri ht Hrrsfrl», Mitgllr» »«vvzv.

mit bea Beilagen: Illustriertes Auterhaltungsblatt / Nach FÄerabMö / Herd nnS Scholle / Anlrrbaltnng und Wissen Belehrung und Kurzweil / Wirtschaftliche TaaeStraaeu.

Nr. 134

Dienstag, den 11. Juni 1929

79. Jahrgang

König AuaS in Deutschland

Smdeoburg-egrüßlAegypteosKöiüg

Einzugsfeierlichkeiten in Berlin.

Die erste feierliche Begrüßung König Fuads durch die Reichsregierung fand in S i n g e n an der Reichsgrenze statt. Hierher waren dem König der Ver­treter des Reiches, Reichsminister a.D. Rosen, und der E h r e n d i e n st, bestehend aus Generalmajor v. Bock, Oberstleutnant v. Tiedemann und Gesandschaftsrat Doktor Klee, entgegengefahren. Die Fahrt ging dann in dem von der Reichsbahn bereitgestellten Sonderzug weiter nach Berlin.

Die Ankunft in Berlin.

Fünf Minuten vor 10 Uhr erscheint, lebhaft begrüßt, der Reichspräsident, begleitet von Staatssekretär Meißner und Oberstleutnant von Hindenburg, in der Halle

~ dessen König Fuad jetzt in den Mauern Berlins , während des Weltkrieges eine von England er­zwungene war, daß der Bruder des jetzigen Königs den Thron nicht besteigen durfte, weil er mit seinem Herzen auf der Seite der um ihr Dasein ringenden Türkei stand. Doch es sind mehr als zehn Jahre darüber hinweg­gegangen, Jahre, die Vergessenheit mit sich bringen. Desto stärker heischt die Gegenwart ihr Recht und man gedenkt lieber der freundlichen Begrüßungsworte, die König Fuad dem Zeppelin zurufen ließ, als dieser vor kurzem auf seiner Mittelmeerfahrt die Grenzen Ägyptens streifte.

tenS,

weilt, während

des Lehrter Bahnhofs. Punkt 10 Uhr läuft derSonder - zug des Königs unter den Hochrufen der Menge in die Halle. Vor dem breiten Mittelstück des roten Empfangsteppichs hält der Salonwagen, dem der König unter den Salutschüssen der Ehrenb atterie entsteigt. Er wird hierauf vom Reichspräsidenten begrüßt, worauf die Vorstellung der Begleitung des Reichs­präsidenten und des königlichen Gefolges erfolgt. Dann

®a§ Land am Nil liegt ja an der Pforte des Weltverkehrs, dessen Hauptstraße der Suez- kanal ist; £0 Jahre gerade ist es her, seit der Khedive Ismail Pascha unter großen Feierlichkeiten auch der damalige Deutsche Kronprinz, der spätere Kaiser Friedrich, gehörte zu den Gästen, neben ihm die französische Kaiserin Eugenie diesen Kanal eröffnete, der den Weltverkehr in andere Bahnen lenkte. Und der Ägyptens Schicksal Ho- ftimmte und wohl immer bestimmen wird. Noch vor

rfolgt. Dann 'chen Gesandt­schaft/ Am Endendes Bahnsteigs haben die Vertreter der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung Aufstellung genommen. Man sieht unter ihnen den Reichskanzler, den Reichstags- Präsidenten Löbe, die Reichsminister Gröner, Severing, Eurtius, Dr. Wirth, GuSrard, Stegerwald, den preußi­schen Ministerpräsidenten Braun, den Oberbürgermeister Böß und den Ches der Heeresleitung, Heye.

begrüßt der König die Mitglieder der ägyptiß

Hindenburg und König Fuad schreiten die Ehren- j kompagnie ab,

In dem Augenblick als der Reichspräsident mit König w Äuad MÄÄMW^MteÄ rufe. Die Ehrenkompagnie der Reichswehr, die gegenüber dem festlich geschmückten Bahnhofsportal Auf­stellung genommen hat, präsentiert das Gewehr. Gleich­zeitig setzt die Musikkapelle mit der ä g y p t i s ch e n K ö - nigs Hymne ein, die Anklänge an einen sriderizlanl- schen Marsch aufweist. Sie leitet über in das Deutsch­landlied. Langsam schreiten Hindenburg und König Fuad die Front ab. Hierauf bestieg der König mit dem Reichspräsidenten den bereitgestellten Wagen und fuhr, von Kavallerie eskortiert, durch die ebenfalls geschmückten Feststraßen zum Prinz-Albrecht-Palais, wo ex während seines offiziellen Aufenthaltes Wohnung ge­nommen hat., ,

Bei der Ankunft im Palais Prinz Albrecht wurde der König vom Chef des Protokolls Vortragenden Legations- rat Graf Tattenbach begrüßt. ,

Nachmittags stattete der König mit Gefolge dem Reichspräsidenten seinen Besuch ab. Nach dem Besuch des Reichskanzlers fand der Empfang des Diplomatischen Korps durch den König statt. Ein D i n e r beim Reichs­präsidenten mit anschließendem großen Zapfen­streich beschloß den ersten Tag der Empfangsfestlich­keiten.

Deutschlands Fürstenbesuch.

Zum erstenmal ist das Oberhaupt eines Staates, der im Weltkrieg zu unseren Gegnern zählte und zwar durchaus nicht zu den nebensächlichen nach Deutsch- sand gekommen. Wir willen. daß die Beteiligung Bgvp-

Armins Antrag M Kabinettserveiterung

Die Volkspartei lehnt ihn ab.

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Reichspräsidenl von Hindenbgrß mil seinem Gast, König Fuad, heim Einzug in Berlin,

Volkes zu wenden. Es ist auch möglich, daß dieses Mani­fest vom Reichspräsidenten ausgehen wird.

An Veranstaltungen, die von privaten Organisa­tionen ausgehen, wird die Reichsregierung sich nicht be­teiligen. Das Reichskabinett befindet sich dabei in Über­einstimmung mit dem Reichspräsidenten, der eine Ein­ladung derVaterländischen Verbände" zu einem Massen- protest im Stadion abgelehnt hat.

Zum Konkordat in Preußen.

über den äußeren Gang, den die Verhandlungen zum Konkordat in den nächsten Tagen in den Fraktionen des Preußischen Landtages nehmen werden, ist zusammen­fassend zu sagen: Die Deutschnationalen wollen, wie bereits bekannt ist, in der Konkordatsfrage am Dienstag eine Fraktionssitzung abhalten. Die Sozialdemokraten werden am Mittwoch sich mit dem Vertrag zwischen Staat und Kirche beschäftigen, während die Demokraten die Angelegenheit am Donnerstag zum Gegenstand der Fraktionserörterungen machen werden. Ministerprä­sident Braun hat die Fraktionen gebeten, ihm von ihrer Auffassung zu den gemachten Mitteilungen bis zum 13. Juni Kenntnis zu geben. Am 14. Juni wird aller Voraussicht nach die Besprechung zwischen dem Minister­präsidenten und dem Nuntius Pacelli stattfinden. Was die Beratungen im Staatsrat angeht, so rechnet man damit, daß die Konkordatsvorlage am 1 5. I ü n i an den Staatsrat gelangen wird.

Eröffnung der Mstagung in Ka-rid.

Die polnische Einziehung deutscher Güter.

Die 55. Tagung des Völkerbundrates ist in Madrid unter dem neuen Ratspräsidenten Adatschi-Japan mit der üblichen vertraulichen Sitzung eröffnet worden. Der Er­öffnung ging eine kurze inoffizielle Begrüßung der Rats­mitglieder durch den spanischen Ministerpräsidenten Primo de Rivera voraus, der in den Räumen des General-

Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hatte eine Besprechung mit dem Führer der Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei, Stendel. Dr. Braun er­innerte an den früheren Vorschlag, das Preußenkabinett in der Weise zu erweitern, daß die Deutsche Volkspartei das Handelsministerium besetze, und daß außerdem als Minister ohne Portefeuille der Reichsminister C u r 1 j u 2 dem preußischen Kabinett beitreten soll. Per MiNister- . Präsident legte dem Abgeordneter: Stendel die Frage vor, ob die Völkspartei bei ihrem ablehnendeü Standpunkte diesem Vorschläge gegenüber verharre. Der Führex der äderte, er werde seine Fraktion Mitteilung

Völkspartei erw machen.

Der Borschlag wurde dann in der Fraktion der Volks- partei besprachen. Die Fraktion hielt an ihrem früheren Standpunkt fest, sprach sich damit ylsh für die Ablehnung des Vorschlages aus.

| Ihre Stellung zum Konkordat wird die Pölkspartei .in einem besonderen Schreiben an den preußischen I Ministerpräsidenten darlegen.

i Kommunistischer Parteitag.

Stürmische Kundgebungen gegen die Sozialdemokratie.

Bet den Verhandlungen des Kommunistischen

Parteitages kam es zu stürmischen Kundgebungen. als

sekretariats des Völkerbundes die Ratsmitglieder perfön- lich begrüßte und in einer Ansprache für die Annahme der Einladung der spanischen Regierung dankte.

----------Urnen MüMunMtzUM des Vöfler- - Brief der Reichsregierung verlesen» in dem verlangt wird, daß die Frage der polnischen Einziehung von Gütern der Angehörigen der deutschen Minderheit auf die gegenwärtige Tagesordnung gesetzt wird. Diese Frage bildet bereits seit dem 25. Fe­bruar dieses Jahres den Gegenstand einer Dringlichkeits- beschwerde. Es handelt sich um die Güter von Deutschen, denen die polnische Regierung im Widerspruch mit der seinerzeit unter den Auspizien des Völkerbundes ab­geschlossenen Wiener Konvention die polnische Staatsan­gehörigkeit nicht zuerkennt. Eine Entscheidung über den deutschen Antrag kann statutengemäß erst morgen er­folgen.

Kit »K^^EitaulJ

J SundrateS wurde ein

30 Jayren stießen dort die englisch-französischen Gegen­sätze auseinander, aber den Preis der Einigung mußte das Land am Nil bezahlen. Wohl hat England im Jahre 1022 das Protektorat über Ägypten aufgehoben, ist dieses Land formell zu einem unabhänl '

Staat geworden,

und souveränen

. . . gigkeitsver- hältnis z u England blieb auch dadurch gewahrt, daß der Sudan, die Quelle des Nils und damit der Lebensader Ägyptens, zur englischen Kolonie wurde, Lord Lloyd, der englische Oberkommissar, kommandiert nicht bloß die ägyptische Armee, sondern ist der Wirklich­keit nach der maßgebende Wann zwischen Assuan und Alexandria,

Daß König Fuad im vergangenen Jahr sein Parla- ment auf drei Jahreexmittiert" hat, weil die nationa­listische Wasd-Partei eine wirkliche Unabhängigkeit Ägyp­tens verlangte, machte den innenpolitischen Auseinander­setzungen ein jähes Ende. «M das' ist, schließlich, eben eine innenpolitische Angelegenheit Ägyptens. Seit mehr als sechzig Jahren aber Hatstich an den Gestaden des Nils auch der Deutsche sieiegt. Was wir wollen ist nur, daß dort auch der deutschen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Betätigung dieselbe Möglichkeit offen steht wie den andern Völkern. Daß dies endlich wieder erreicht ist, dafür ist der Besuch König Fuads der UMeis.

V

Heckeri ein Schreiben verlas, das angeblich von einem sozialdömokrätifchen Teilnehmer des Magdeburger Parteitages stammt. Es wird darin behauptet, in einer besonderen Besprechung hätten die sozialdemokrajischen Führer Zörgiebel, Sollmann, Aufhäuser, Tom Sender u a beschlossen, das Demonstrationsverbot.- das ein Fiasko für die Partei gewesen sei, anfzuheben. Zör­giebel habe gemeint, man werde dadurch Gelegenheit er­halten, die Kommunisten noch schärfer zu bekämpfen; denn sie würden sicher Demonstrationszüge machen u- dann könne die Polizei gegen sie noch mehr vorgehen. (Stürmische Pfuirufs.) Heckert erklärte, man werde dieses

Nach Beendigung der vertraulichen Sitzung wurde die öksentliche Ratstagung durch den Präsidenten Adatschi (Japuni eröffnet, in der die Optantenverhandlungen Ungarns und Rumäniens erledigt und zwei Berichte über dre Tätigkeit des Hygienekomitees sowie die Zusammen­arbeit der Hygieneorganisation des Völkerbundes mit der griechischen Regierung entgegengenommen wurden.

Gerüchte über wichtige Konferenzen.

RheinlandsräumungskonferenzimJuli?

Havas berichtet aus Madrid, daß in den Wandel­gängen des Völkerbundrats das Gerücht im Umlauf ge­wesen sei, die Außenminister Deutschlands, Eng­lands und Frankreichs beabsichtigten EndeIuli in Baden-Baden zusammenzutreffen, um die Frage der Rhoinlandräumung zu regeln.

Die geplante Unterredung Macdonald-Hoover.

Das in London umlaufende Gerücht, nach dem Macdonald eine persönliche Unterredung mit

NNd

(Stürmische Pfuirufs.) .yiuvn »uu^ w«« v^«. ~-i Schreiben gls. Flugblatt in den Betrieben verteilen, da­mit nicht bei den kommunistischen Friedensdemonstra­tionen am i. August die Arbeiter wieder unvorbereitet als Kanonenfutter dienen müßten.

Im weiteren Verlauf der Sitzung referierte Ernst Thälmann überDie politische Lage und die Auf­gaben der Partei", . ..

Der Tag von Versailles.

Die Regierung zum 2 8. Juni.

Für den 28. Juni, den zehnten Jahrestag der Unter- zeickmuna des Friedensvertrages von Versarlles, planten und planen verschiedene Verbände Massenkundgebungen. Da an die Mitglieder der Reichsregierung mehrfach Ern- ladungen ergangen sind, hat das Reichskalunett Ver­anlassung gehabt, seine Stellungnahme festzulegen

Die Reichsregierung hat die Absicht, sich am 28. Jum mit einem Manifest an dre Gesamtheit des deutschen

Hoover über die englisch -amerikanischenBe- ziehungen wünsche, wurde in Washington mit Z" stimmung ausgenommen. Da H o o v e r bereits die Z verficht ausgesprochen hat, daß die gegenwärtigen See­rüstungen herabgesetzt werden können, so glaubt man, er werde eine derartige Unterredung begrüßen. Die britische

M-

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Botschaft hat noch keine Anweisung erhalten, sich wegen einer solchen Zusammenkunft mit der amerikanischen Re» gierung in Verbindung zu setzen.

Schwaches Ergebnis der Reichsanleihe.

Vorläufig etwa 180 Millionen gezeichnet.

Auf die Reichsanleihe sind bisher 177,7 Mil­lionen Mark gezeichnet worden. Das endgültige Er­gebnis wird erst in einigen Tagen mitgeteilt werden können, da noch Meldungen ausstehen. Es kann jedoch schon jetzt gesagt werden, daß der größere Teil des ge­zeichneten Betrages in Sperrstücken und Schuldbuchein­tragungen übernommen worden ist. Wie den Annahme­stellen telegraphisch mitgeteilt worden ist, gelten alle ge­zeichneten Beträge als voll z u g e t e i l t. Von den Zeichnern, soweit sie nicht bereits Zahlungen geleistet haben, wird daher eine schriftliche Zuteilung zur Be­gleichung der am 12. Juni d. I. fälligen Einzahlungsrate von 40 Prozent nicht abzuwarten sein,