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hersfelöerTageblatt

Mt RtNameZeil» 50 Pfennig. (Srunöfchrist Korpus). Bei wlrderholangen wirb ein entsprechender Preie- Nachlaß «Mährt.- die Schristleltnng verant- «örtlich r Kranz Zank in Hersfeld. Kernsprecher Nr. 8

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Hersfelöer Kreisblatt

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfelö

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mit den Be lasea: Illustrierres Aaterhaltvngsdlatt / Nach ULiLrabmö / AM und Scholle / Anlerbsltütts ub6 Wissen BelehrvKg und Kurzweil / WixffKastllckx TagesfragM.

Nr. 83

Mittwoch, den 10. April 1920

19. Jabrgovs

Deutschland als Alugmeister

Wiaifdw ZluMsen

nach deutschem Muster. Eine Unterredung mit den bolivianischen Ozeanfliegern.

(Von unserem Berliner Bureau.)

Die beiden bolivianischen Transozeanflieger Haupt­mann Luizaga und Hauptmann Vasquez sind in Berlin eingetroffen. Sie wurden auf dem Lehrter Bahnhof von dem bolivianischen Gesandten, Minister Dr. Anze-Soria, den Legationssekretären Dr. Fricke-Lemoine und Nielsen- Rehes, dem Vorsitzenden des Ringes Deutscher Flieger, Major von Linsingen, dem bolivianischen Konsul in Berlin, Heinrich Mendelsohn, Vertretern der Presse, deutschen Fliegerkameraden und Mitgliedern der bolivia­nischen Kolonie aufs herzlichste begrüßt. Ein Vertreter unseres Berliner Bureaus hatte Gelegenheit, mit den Fliegern, die ihre aviatische Ausbildung Deutschland ver­danken, über ihren in Aussicht genommenen Ozeanflug BerlinLa Paz zu sprechen.

Hauptmann Luizaga, der seine Ausbildung zum Flieger in Schleißheim bei München und in den Berliner Flieger­schulen genoß, bat mich, vor allem der deutschen Öffentlichkeit seinen und seines Kameraden wärmsten Dank für die freund­liche Aufnahme zu sagen, die man ihnen auf deutschem Boden bereitet hat. Luizaga hat als Flugschüler und später als Pilot mehrere Jahre in Deutschland gelebt und ist mit großer Freude erfüllt, wieder für einiae Zeit in Deutschland

unserer Ankunft noch Die Jbero-Amerikanische Ausstellung stattfinden wird, Senegal, Natal und Rio de Janeiro den Flug zu unterbrechen. Allerdings sind keine langfristigen Unter­brechungen geplant, sondern die Landungen sollen lediglich zum Zweckendes Tankens vorgenommen werden. Dennoch er­scheint uns wichtiger und wertvoller als ein Rekordflug die Vollbringung einesS i ch e r h e i t s f l u g e s", mit dem wir ein nacheiferungswertes Beispiel für die Verkehrsfliegerei geben und gleichzeitig vor aller Welt einen Propaganda­flug für die Förderung der Beziehungen zwischen Deutsch­land und Südamerika, insbesondere natürlich zwischen Deutsch-

e r h e i t s f l u g e s", mit dem wir Beispiel für die Verkehrsfliegerei

land und Bolivien, ausführen."

Wann gedenken Sie Ihren Flug anzutreten?"

Die erste Arbeit, die uns in Deutschland erwartet, ist der Erwerb eines geeigneten Flugzeuges. Wir haben uns über den zu wählenden Typ noch in keiner Weise sestgelegt, doch dürften Fokker oder Junkers in engste Wahl gezogen werden. Ist diese Angelegenheit erledigt, so wird sich Hauptmann Vasquez noch für kurze Zeit zum Besuch der Navigations­schule nach Stettin begeben, während ich in Deutschland mehrere Flüge unternehmen möchte. Anfang August glauben wir dann so weit zu sein, daß wir zu unserem großen Flug starten können. Wir freuen uns, die ersten südamerikanischen Flieger zu sein, die einen solchen Flug antreten, und wir hoffen auf ein gutes Gedeihen und auf einen großen Erfolg für unser Vaterland."H. R. F.

Hauptmann Luizaga (links) und Hauptmann Vasquez (rechts).

sein zu können unö mit seinem Kameraden durch den von ihnen geplanten Ozeanflug zur Vertiefung der so herzlichen deutsch-bolivianischen Beziehungen beitragen zu dürfen.

Mein Freund und Kamerad Vasquez und ich sind boli­vianische Militärflieger. Unsere Heimatstation ist La Paz mit ihrem 4200 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen

Flugplatz. Unsere Militä Maschinen, während ....... mäßigem Fahrplan zwischen Cochabamba und Santa Cruz unterhalten wird, fast ausschließlich von deutschen Junkersmaschinen beftritten wird Die bolivianische Verkehrsfliegerei ist von einer deutsch-bolivianischen Gesellschaft verfügt über 20 Flugzeuge, die sämtlich von deutschen Fliegern geführt werden. Der Organisator des bolivianischen Militärflugwesens ist der Schweizer Heberlin. Die Militärflieger haben fast alle ihre Prüfungen im Ausland gemacht, so ich in Deutschland und Hauptmann Vasquez in den Vereinigten Staaten und in England."

Is Fokker- nach regel-

Gessffette deutsche Luftfahrt.

Kein Geld für Zeppelinbauten.

Starke Erregung hat es in weiten Kreisen hervor­gerufen, daß die Konferenz der Finanzsachverständigen der Parteien, die zur Balancierung des Reichsetats bei den einzelnen Etatspvsitionen Abstriche vorgenommen hat, den Etat für die Luftfahrt um 28 Millionen Mark, d. h. um zwei Drittel beschnitten hat. Es wird darauf hin­gewiesen, daß dieser Beschluß von unübersehbarer Wirkung für die Industrie, die für die Luftschiffahrt arbeitet und auch für den deutschen Flugverkehr sein wird. -Mg^.?^.^ ...^Mde^HesMuh M%

wrrkung für den Zeppelinbau zu sein, da der von der Finanzkommission beschlossene Nichtbau einer neuen Zeppelinluftschiffhalle auch eine Gefährdung des Baues des neuen ZeppelinsL. Z. 128" nach sich ziehen würde.

Auch Dr. E ck e n e r hat in einer Unterredung erklärt, daß die weitere Entwicklung des Luftschiffes durch den Beschluß der Kommission sehr ernstlich gefährdet sei, und daß die Zeppelinleute Hoffnungen zu Grabe tragen müßten, die zugleich solche weitester Kreise des deutschen Volkes sind. Dr. Eckener gab dabei der Hoffnung Aus­druck, daß in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen worden sei; er hob mit Be­dauern hervor, daß zwar noch 35 Millionen Mark für Luft­fahrtzwecke im Reichsetat vorhanden seien, aber kein Pfennig für den Zeppelin zur Verfügung stände.

Die Württembergische Regierung hat einen Vertreter des Wirtschaftsministeriums nach Berlin geschickt, um die Streichung für die neue Luftschiffhalle in Friedrichshafen zu bekämpfen.

Die KoMionSvtrhaMuvgen.

Schwierigkeiten wegen des Panzerkreuzers.

Bei der unter Vorsitz des. Reichskanzlers ab­gehaltenen Besprechung der Parteiführer über Etats­gestaltung und Umbildung der Reichsregierung, an der auch die Reichsminister Dr. Stresemann, Hilser - ding, Dietrich und Schätze! teilnahmen, gelang es, ziemliches Einverstädnis über die Abstriche am Etat und die Regierungsbildung herzustellen. Die Meinungsverschie­denheiten über die Bewilligung der zweiten Rate für den Panzerkreuzer A wurden dagegen noch nicht behoben. Die widerstrebende Sozialdemokratie wurde dringend ersucht, das begonnene Einigungswerk nicht durch eine ablehnende Haltung bezüglich des Kreuzerbaues zu ge­fährden. Die Reichstagsfraktionen traten am Dienstag zusammen. Für abends war eine neue Parteiführersttzung vorgesehen.

Als erste der beteiligten Fraktionen tagten Dienstag morgen die Demokraten. Sie haben trotz erheblicher Bedenken gegen Einzelheiten dem bisher vorliegenden Kompromiß zugestimmt und ihren Unterhändlern in der vorgesehenen Parteiführerbesprechung beim Reichskanzler den Auftrag gegeben, in die Bildung einer Regierung der Großen Koalition zu willigen. Die anderen Fraktionen zeigten Geneigtheit zu einem ähnlichen Beschluß. Bei der Sozialdemokratie besteht zum Teil die Meinung, ent­sprechend ihrem früher eingebrachten Antrag auf Unter­lassung des Baues des Panzerkreuzers A jetzt die in diesem Etat vorgesehene zweite Rate für den Bau dieses Panzer­kreuzers abzulehnen. Von der Entscheidung in dieser Frage scheint alles abzuhängen.

Neue SchAerigketten in den yarteidesprechungen

Berlin. Von den Sitzungen der Fraktionen, die an Dienstag nachmittag tagten, um zu den Beschlüssen bei Finanzsachverständigen Stellung zu nehmen, ist besonders du Haltung der Sozialdenrokraten bemerkenswert, die mit 9! gegen 29 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen beschlossen bei der bisherigen Haltung in der Panzerkreuzerfraae zi bleiben". Dieser Beschluß besagt, daß die Sozialdemokrater hie zweite Rate für den Panzerkreuzer A nicht bewilligen wer den, da von ihnen auch die erste Rate für das Schiff abgetehu worden ist. Das Zentrum und die Deutsche Voltspartei habe» angesichts des sozialdemokralifchen Beschlusses die Beschluß

angesichts des sozialdcmokratifchen Beschlusses die Beschluß fassung zunächst ausgesetzt, um das Ergebnis der Befprechungei mit dem Reichskanzler abzuwarten.

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GOp^eußsKs Vertreter in Moskau.

Das gegenseitige Verständnis.

Die nach Rußland abgeordnete ostpreußische Vertretung traf am Montag in Moskau ein. Sie wurde von Vertretern der deutschen Botschaft und der Sowjetregierung empfangen. Abends fand eine Sitzung der deutschen Abteilung der west­lichen Handelskammer statt.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Rußland und Ostpreußen

organisiert

Wie sind Sie zu dem Plan eines DeutschlandBolivien- Fluges gekommen?"

Am 6. Oktober des vorigen Jahres unternahm ich einen Flug La PazBuenos Aires und zurück. Das ist eine ~' g st r e ck e von 7000 Kilometern. Durch diesen wllem Erfolg begleiteten Flug kam mir der Gedanke, daß es doch eine schöne und verlockende Aufgabe sein müßte, von Deutschland, dem Land, dessen erstklassiger Schule ich mein Fliegerhandwerk verdanke, nach La Paz, wo ich das in Deutschland GZernte zum Besten meines Vaterlandes ver-

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König Boris bei Hindenburg.

König Boris von Bulgarien ftattete am Dienstag dem Reichspräsidenten v. Hindenburg einen Besuch ab. In seiner Begleitung befand sich der bulgarische Gesandte in Berlin,

behandelte der Vorsitzende der Handelskammer, Chintschuk, in seiner Begrüßungsrede Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Besuch der Delegation in Rußland zu einer noch ' üseren Entwicklung dieser Beziehungen führen werde. Der Vertreter des Ackerbaukommissariats, Kwiring, wies in seiner Rede auf das Gemeinsame in der Landwirtschaft der Sowjet­union und Ostpreußens hin und erklärte, daß es möglich sein werde, die Bestellungsmethoden Ostpreußens auf die Sowjet­union zu übertragen.

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Der König beim Verlassen des Präsidentenpalais.

Professor Dr. Popow, sowie ein Adjutant. Die Unterhaltung dauerte etwa drei viertel Stunden.

Der Reichspräsident wird den Besuch des Königs Boris von Bulgarien nicht persönlich erwidern können, da er immer noch Rekonvaleszent ist. Der Reichspräsident wird jedoch durch Staatssekretär Meißner seine Karte abgeben lassen.

Lindbergh will das Fliegen aufgeben?

Paris. Wie aus Cuernavaca gemeldet wird, wird Vermählung des volkstümlichen amerikanischen Fliege Lindbergh bei dessen nächster Reise nach Mexiko erfolgen. Oberst Lindbergh soll beabsichtigen, nach seiner "Vermählung nicht mehr zu fliegen.

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Der deutsche Botschafter Dr. v. Dirksen

erklärte, die deutsche Regierung habe die Organisierung einer deutschen Sektion der russischen Handelskammer für West­europa begrüßt und die deutsche Botschaft arbeite aktiv mit dieser Sektion zusammen. Eine große Bedeutung für die kulturelle Annäherung beider Länder habe die Woche deutscher Technik gespielt. Eine neue Etappe stelle die 9lntunft der oft* ißischen Delegation dar, sei doch Ostpreußen der Teil itschlands, in dem der Gedanke der Herstellung von Handels­beziehungen mit der Sowjetunion gereift sei.

Oberpräsident Dr. S i e h r, Oberbürgermeister Loh­nt e y e r und Dr. H e i m a n n dankten sodann im Namen der ostpreußischen Wirtschaftsdelegation für den Empfang.

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Segnadigung M Oberleutnant «s Schulz?

Die Gutachten.

Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtages beriet die Eingabe beo Rechtsanwalts Professor Dr. Grimm-Essen auf Begnadigung und Strafurlaub des Oberleutnants a. D.

©ajuij. Schulz- war wegen der bekannten Fememordanklage zuletzt zu 7/^ Zähren Gefängnis verurteilt. Der Eingabe sind betgegeben ein Rechtsgutachten des Antragstellers und ein welteres Rechtsgutachten des Professors Dr. Krückmann- Munster. .;n dem ersten Gutachten wird betont, das Gericht . rnpunkt der Frage, die Bedenken bezüglich der Strafbarkeit der Tat, der Anstiftung zum Morde, gar nicht

m3;"» --.** ^-H.Htung zum Morde, gar nicht bestehe nicht das geringste Bedenken, sämtliche ^s Schuldausschließungsgrundes beim Ober- ^^ ZU bejahen. Schulz sei nicht nur aus tat- l^tzuchen, sondern auch aus rechtlichen Gründen heraus un- ?a§ Rechtsgutachten des Professors Krückmann p Forderung der sofortigen vorbehaltlosen Frei­lassung des Oberleutnants Schulz.

Vertagungsantrag wurde abgelehnr. der Volksparleiler Dr. Kriege einen ein» gehenden Bericht über den gesamten Fall Schulz.

J '"Es Berichtes trat Abg. Kriege für die Be- gnadrgung des Oberleutnants Schulz ein, da er seiner Meinung nach aus vaterländischen Motiven gehandelt habe.