Nsh und Asm
O Ein Zeppelin-Jubilar. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" stieg in Friedrichshafen unter Führung des Kapitäns Flemming zu seiner leiten kürzeren Versuchsfahrt auf. Auf dieser Fahrt feierte der Steuermann Marx feinen 50. Geburtstag. Marx ist seit mebr als 25 Jahren beim Lust- schiffbau Zeppelin und war seinerzeit im persönlichen luftschiffahrtstechnischen Dienste des Grafen Zeppelin. Dr. Eckener ließ ihm in Erinnerung an diesen Jubiläums- tag unterwegs eine goldene Uhrkette überreichen. Dr. Eckener selbst ist nach Berlin gefahren, um mit den zuständigen Stellen über die Frage der nächsten Auslandsfahrt zu verhandeln.
O Opfer der Flammen, w H ß nnober ist das Warenlager der Textilwarenfirma Büchting und Co. durch Großfeuer völlig zerstört worden. Der Schaden ist sehr groß; allein das verbrannte Warenlager hatte einen Wert von etwa einer halben Million Mark. Während des Brandes brach auch in der Falkenstraße in einer Dachstube Feuer aus, dem ein dort wohnender 70jähriger Invalide zum Opfer fiel. Die Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen den Mann bereits verkohlt vor. — In dem Warenhaus W. Zernik in Ratibor brach Feuer aus, das das ganze Gebäude ergriff. Auch der Dachstuhl des Nachbargebäudes wurde von dem Brand erfaßt. Das Feuer ist wahrscheinlich durch Überhitzung der Dampfheizung entstanden. — In Berlin ist wiederum ein als Hinterhaus in einem Gebäudeblock liegendes Fabrikgebäude, in dem verschiedene Betriebe untergebracht waren, ausgebrannt. Die äußeren Umstände erinnern auch hier wieder an die zahlreichen Brandkatastrophen, wie sie im Laufe dieses Winters zu verzeichnen waren. Allerdings sind Menschenleben diesmal nicht in Gefahr gekommen, da der Brand zwischen 2 und 3 Uhr morgens ausbrach. Zerstört wurden u. a. der Betrieb einer Etiketten- und einer Möbelfabrik. — Bei einer Feuersbrunst, die in einem Hause in Wallasay (Cheshire) ausbrach, kamen drei Frauen ums Leben. Der Mann einer der Frauen rettete sein Kind über die bereits brennende Treppe. Als er hierauf zur Rettung seiner Frau zurückkehren wollte, war es zu spät, da die Flammen jedes Vordringen unmöglich machten.
O Eine ganze Familie durch Gas vergiftet. In Trier wurde eine aus Vater, Mutter und einem 25jährigen Sohn bestehende Familie tot in den Betten aufgefunden. Es liegt Gasvergiftung vor. Eine zweite im gleichen Hause wohnende Familie konnte noch um Hilfe rufen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Das Gas war infolge eines Rohrbruches von der Straße aus ins Haus eingedrungen.
O 732 Walfische auf einer Fahrt gefangen. Der not« tvegische Walfischdampfer „Nielse Alonso" hat auf Viermonatiger Kreuzfahrt in den antarktischen Gewässern 732 Walfische gefangen. Das stellt eine Welthöchstleistung dar.
O Ein Rettungsapparat für gesunkene U-Boote. Zwei Offizieren der amerikanischen Marine ist es gelungen, sich mit Hilfe eines neu.n Rettungsapparates aus einem tauchenden Unterseeboot in Sicherheit zu bringen. Die Übungsversuche mit dem Apparat wurden in einer Tiefe von 40 Metern durchgeführt. Nachdem bereits vor kurzer Zeit ähnliche Übungen mit einem Unterseeboot erfolgreich durchgeführt worden waren, hat man begründete Hoffnung, daß sich in Zukunft beim Sinken eines U-Bootes ähnliche Katastrophen vermeiden lassen, wie sie im vorigen Jahre beim Untergang des U-Bootes „S. 54" mit einem Verlust von 40 Menschenleben zu verzeichnen war.
Aus In- und AuSland
Berlin. Im Auswärtigen Amt fand der Austausch der Ratisikalionsurkunden zu dem am 20. März 1928 in London unterzeichneten deutsch-britischen Abkommen über den Rechtsverkehr statt. Das Abkommen wird am 15. März 1929 in Kraft treten.
Berlin. Der Preußische Staatsrat nahm Kenntnis von der Ergänzung der Vorschriften über den Gewerbebetrieb der Personen, die fremde Rechtsangelegenheiten und bei Behörden wahrzunehmende Geschäfte besorgen oder die über Vermögensverhältnisse oder persönliche Angelegenheiten Auskunft erteilen. Den Sonderbesoldungsvorschristen für öffentliche höhere Schulen stimmte der Staatsrat zu.
Paris. Ministerpräsident P o i n c a r ö ist von einem leichten Grippeanfall betroffen worden.
Warschau. Der deutsche Gesandte Ulrich Rauscher wurde von Marschall Pilsudski empfangen. In der Unterredung, die eineinhalb Stunden währte, wurden die zwischen Deutschland und Polen schwebenden Fragen erörtert.
^Arse und Handel
Amtliche Berliner Notierungen vom 20. Februar.
* Börsenbericht. Tendenz: Schwächer. Nach der festeren Haltung des vorbörslichen Freiverkehrs brächte der offizielle Börsenbeginn eine Enttäuschung, wenn auch im allgemeinen die Haltung als gut behauptet zu bezeichnen war. Das Geschäft war wieder außerordentlich klein. Da auch vom Ausland und aus der Provinz nur Aufträge ganz geringen Umfanges Vorlagen, hielt sich die Spekulation außerordentlich reserviert. Am Geldmarkt tendierte der Satz für Tagesgeld bei abnehmender Nachfrage weiter nach unten. Tagesgeld war mit 5,5—7,5, Monatsaeld mit 7—8 Prozent zu haben. Im Verlaufe kam es zu Abschwächungen. Der allgemeine Order- Mangel sowie der herannahende Ultimo veranlaßten die Spekulation zu Glattstellungen. Das Kursniveau senkte sich durchweg um 1—2 Prozent.
* Devisenbörse. Dollar 4,20—4,21; engl. Pfund 20,41 bis 20,45; ho«. Gulden 168,50-168,84; Danz. 81,60—81,76; franz. Frank 16,42—16,46; schweiz. 80,92—81,08; Belg 58 40—58,52; Italien 22,03—22,07; schwed. Krone 112,43—112,65; dan. 112,19 bis 112,41; norweq. 112,19-112.41; tschech. 12,47-12,49; osterr. Schilling 59,12—59,24; poln. ZlotN (nichtamtlich) 4^12—47,32; Argentinien 1,76-1,77; Spanien 64,61—64,73.
* Produktenbörse. Die Cifpreise Südamerikas waren leicht ermäßigt. Im übrigen ziemlich unverändert. Umsätze in Aus- landskorn weiter kaum zu hören. ^nlandszufuhr anhaltend gering. Dennoch ist das Angebot im Verhältnis zur mäßigen Nachfrage für Weizen ausreichend; für Roggen eher großer als beansprucht. Die Zeitmärkte lagen entsprechend. Gerste unverändert, Hafer stetig. Geringe Ware schwer verkäuflich. Der Konsum hält hier ebenso wie beim Mehlgeschäft sich außerordentlich zurück. Die Forderungen waren widerstandsfähig.
Getreide- und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark
20.2.
19.2.
20. 2.
19.2.
Wetz., märk.
217-219
217-219
Weizkl. f.Bln.
15,5-15,7
15.6 15,7
pommersch.
—
Roqkl s. Bln.
14,5-14,7
14,5-14.7
Rogg., märk.
205-208
205-208
Raps
pommersch.
—
—
Leinsaat
westpreutz.
—
Vikl.-Erbsen
41,0-47,0
40,0-46,0
Braugerste
218-230
218-230
kl. Speiseerbs.
27,0-33,0
27.0-33.0
Futtergerste
192-202
192-202
Fullererbsen
21,0-23,0
21,0-23,0
Hafer., märk.
200-206
200-206
Peluschken
23,0-24,5
23,0-24.5
pommersch.
Ackerbohnen
21,0-23,0
21,0-23.0
westpreutz.
—
—
Wicken
27,0-29,0
27,0-29,0
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Bekanntmachungen.
Set6BMtmei6M»eet der Stadtdeddrdeo.
Hersfeld, den 16. Februar 1929.
Die Ortspolizeibehörden des Kreises verweise ich auf den auf Seite 39 des Regierungsamtsblattes von 1929 abgedruckten 2. Nachtrag zur Polizeiverordnung über den allgemeinen Verkehr auf öffentlichen Wegen vom 24. September 1926, betreffend Einführung von Rückstrahlern an Fahrrädern und ersuche, den Nachtrag alsbald auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Der Verein Deutscher Fahrradindustrieeller e. V. Berlin W 9, Linkstraße 11 hat sich bereit erklärt, nur solche Rückstrahler in den Handel zu bringen, Me die oben erwähnten allgemeinen Erfordernisse erfüllen. Alle derartigen Rückstrahler werden von ihm mit nach
stehendem Prüfzeichen versehen werden:
P. f. R.
Nr. ♦ . .
Um einerseits der Rückstrahler herstellenden Industrie, andererseits den Radfahrern eine Uebergangszeit für die Durchführung der Verordnung zu bewilligen, ist angeordnet worden, daß vorstehende Verordnung erst zum 1. April 1929 in Kraft tritt. Im Hinblick darauf, daß auch z. Zt. eine große Anzahl von ungeeigneten Rückstrahlerarten sich im Verkehr befindet, ersuche ich, dafür zu sorgen, daß baldmöglichst ungeeignete Rückstrahler aus dem Verkehr gebracht werden. Die an den Rückstrahler gestellten Anforderungen sind an Hand von Versuchen und Erfahrungen festgestellt worden. Rückstrahler, welche den angekündigten Bedingungen nicht entprechen, bilden eine schwere Gefahr für den Verkehr, da sie weder den Radfahrer schützen, noch den sich dem Radfahrer von rückwärts nähernden Kraftwagenführer rechtzeitig warnen.
L S. Der Landrat.
I. V.: I l l g n e r.
Der Unterricht für die Volksschulen
beginnt für bte Klassen des letzten Schuljahres und für die Konfirmanden aus den anderen Klassen sowie für sämtliche Klaffen des 4. Schuljahres
morgen, den 22. d. Mts.,
vormittags 8 Uhr.
Der Unterricht findet im Lyzeum statt.
Die Kinder haben sich dort rechtzeitig einzufinden. Sofern sie an dem Unterricht wegen Krankheil oder anderer Umstände nicht teilnehmen können, sind sie zu entschuldigen.
Wegen des Wiederbeginns des Unterrichts für die übrigen Klaffen der Volksschulen ergehen demnächst an dieser Stelle weitere Anordnungen.
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Diplom-Ing. Hans Hodes
Hersfeld, den 19. Februar 1929.
Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich, die Pferdezüchter
1. in ortsüblicher Weise darauf aufmerksam zu machen, daß die Beschäler am 20. ds. Mts. auf den Deckstellen Hersfeld, Niederaula und Philippsthal eintr ffen,
2. daran zu erinnern, die fälligen Füllengelder ungesäumt an die Stationswärter zu zahlen.
Der Landrat.
I. V.: J llg n e r.
MlNllltMlhW.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen zu Hersfeld am 22. Februar 1929, nachmittags 3 Uhr, folgende Gegenstände als:
1 Bild
1 Nähmaschine öffentlich meistbietend gegen gleich Barzahlung versteigert werden.
Zusammenkunft der Kaufliebhaber in der Wirtschaft „zur Lullusquelle."
Hersfeld, b. 21. Febr. 1929.
Becker,
Obergerichtsvollzieher.
—G—
Hrieoereerein Hersleid
Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, unsere Kameraden von dem Ableben unseres Ehrenmitgliedes
Friedrich Berg
in Kenntnis zu setzen.
Die Beerdigung des Verstorbenen findet Freitag den 22. Febr. nachmittags VsS Uhr statt. Die Kameraden werden gebeten, sich zur Beteiligungan derselben um 2 Uhr im Vereinslokal- einzufinden.
Der Vorstand.
Vebmutlillichmg.
In dem Konkurse über das Vermögen des
Koism-Bttei«- 9iöWof,Nm(* laufen, Reu-M nl llMMdt.G.S!.b.H.
in Röhrigshof
soll
Schlutz- Berteilung
erfolgen. Dazu sind 1156.32 RMk. verfügbar, wovon aber zwei früher nicht berücksichtigte Gläubiger vorweg 44.29 RM. zu beanspruchen haben. Zu berücksichtigen sind Forderungen im Betrage von 20 328.42 RM., darunter keine Bevorrechtigten. Das Schlußverzeichnis liegt auf der Gerichtsschreiberei des Amtsgerichts Hersfeld zur Einsicht aus.
Hersseld, b. 19. Febr. 1929.
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