Elternversammlung des Luzeums.
Im Namen deS ElternbeiratS eröffnete Pfarrer Drüner die gestern Abend in der Aula deS LyzeumS stattgefundene Elternversammlung, gab seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck und hieß die Erschienenen Herzlich willkommen. Besonders begrüßte er die Vertreter der städtischen Behörden, die Damen und Herren deS Lehre, kollegiumS und die Rednerin deS Abends Frau Regierungsiättn Dr. Anders aus Franksurt a M.
Diese ergriff dann daS Wort zu ihrem Vortrag über
„Die Berussnot der weiblichen Jugend".
In interessanten Ausführungen besprach dann die Rednerin die zahlreichen Frauenberufe, ihre AuS- sichten und die für die einzelnen Berufe erforderliche Ausbildung. Vor allem müsse vor Ergreifung eines jeden BerufeS die Eignung deS Kindes geprüft fowie ärztlicher Rat über den Gesundheitszustand eingeholt werden Wenn leider auch heute schon fast alle Frauenberufe überfüllt seien, so dürfe man sich da« durch nicht entmutigen lassen, denn tüchtige Kräfte müden sich auch in überfüllt,n Be ufen immer wieder durchsetzen Berufe, w lld? keine besondere Schulbildung erfordern, seien die handwerklichen, wie Schneiderinnen, Putzmacherin, Friseurin, Stickerin, Buchbinderin, Goldarbetterin usw Diese Berufe eignen sich natürlich auch für Mädchen mit höherer Schulbildung und bieten gute ZukunftSmöglichketten. DaS Arbeitsamt hier in HerSfeld wird in aller Kürze eine weibliche Kraft für Berufsberatung erhalten, die stets zu weiteren Auskünften bereit fei, auch daS Landes Arbeitsamt in Frankfurt a M. gibt auf schriftliche Anfragen bereitwilligst Auskunft über einen beabsichtigten Beruf Weiter sei als weiblicher Beruf der Gärtneretberuf als aussichtsreich und viel- fettig zu empfehlen, desgleichen die mit der Landwirtschaft zusammenhängenden Berufe. Wetter bieten die Berufe auf dem Gebiete der Kranken- und Säuglingspflege, der Laborantin und Zahntechnikerin, der Wohl, fahl tSpflegertn, Hortnerin, Kindergärtnerin, technischen Lehrerin u. a m. für die jungen Mädchen ein großes Betätigungsfeld.
Der kaufmännische Beruf sei z Zt. stark überfüllt, vor ihm muß gewarnt werden. Dagegen haben junge gut auSgebildete Stenotypistinnen sehr gute AuSsichten
Bet den rund 90 akademischen Berufen, welche heute meist -er Frau offen stehen, ist ebenfalls eine starke Ueberfüllung zu verzeichnen, aussichtsreich ist heute noch der Beruf als Apothekerin. Besonders stark überlaufen ist daS Studium -er Nationalökonomie, sowie der Chemie.
Wetter besprach die Rednerin noch etne ganze Anzahl akademischer Berufe, die für junge Mädchen in Betracht kommen können. Die Versammlung war den fesselnden Ausführungen mit großer Aufmerk' samkett gefolgt Für viele Eltern waren hier wert- volle Fingerzeige gegeben worden.
Pfarrer Drüner wieS dann darauf hin, daß bei den meisten Berufen die Reife für daS Oberlyzeum gefordert würde. Auch hier in HerSfeld müsse man der Frage näher treten, ob eS wünschenswert sei, -aß -em Lyzeum
ein Oberlyzeum angeschloffen werde.
Eine Umfrage hatte vor einiger Zeit zahlreiche Meldungen für den Besuch eines OverlyzeumS ergeben, so daß die BedarfSfrage bejaht sei. Jetzt müssen die Eltern ihre Kinder zur wetteren Ausbildung nach auswärts gehen lassen, waS sowohl für die Eltern wie für die Kinder große Nachteile bringe.
Studienrat Bergmann ist sowohl als Vater wie alS Stadtverordneter an der Frage interessiert. Er wieS auf die Notwendigkeit eines Oberlyz-umS für HerSfeld hin, zumal heute immer mehr das Abitur für weibliche Berufe verlangt werde. Die heutige Notzeit, in der wir lebten, solle die städtischen Be Hürden veranlassen, die E richtung eines Oberlyzeums zu fördern In erster Linie sei die Angelegenheit für die Stadt eine Finanzfrage. Der Bau eines neuen SchulgebäudeS sei unbedingt nötig, und deshalb fei die Frage deS OberlyzeumS nur mit dem Schulneubau zu löten Die Stadt müsse ein großes Interesse haben, ob man 60 Schulkinder Hierbehalten könne oder sie nach auswärts geben müsse. Deshalb sei eingehend zu erwägen, ob die Errichtung doch nicht möglich sei, und er hoffe, daß der Magistrat noch zu der Ansicht komme, daß es eine dringende Notwendigkeit für HerSfeld sei. Den Elternbeirat bitte er, nicht zu ruhen und die Angelegenheit energisch weiter zu betreiben.
Lehrer Holzapfel ist überzeugt, wenn die Eltern 10-12 Schülerinnen für ein Oberlyzeum garan. tieren, der Magistrat und die Stadtverordneten nicht ablehnen würden. Die Kosten« und die Raumfrage spülen dabei natürlich eine Hauptrolle Er werde sich jederzeit dafür einsetzen, daß hier ein Oberlyzeum errichtet werde.
Bürgermeister Wagner erklärte, daß die Raum- not dem Projekt besonders hinderlich sei, schon deshalb sei s Zt das Lyzeum nicht verstaatlicht worden. Der Staat hat weitgehende Forderungen tnbezug auf die Räumlichkeiten gestellt, so daß dies der Kernpunkt bei der Errichtung eines Oberlyzeums bleibt Möglich würde eS werden, wenn das jetzige Lyzeum für den Zweck völlig frei gemacht werden könne. Er begrüße es, wenn der Elternbeirat weiter in der Angelegenheit deS Oberlyzeums tätig ist. Sehr schwierig bleibt eben die Beschaffung der nötigen Räume bezw. einer großen Anleihe, um ein neues Schulgebäude zu errichten. Die Meinungen ist den städtischen Körperschaften feien über ein Oberlyzeum sehr geteilt. Er bitte um wettere Feststellungen, wie viel Schülerinnen in Betracht kommen würden.
Studiendirektor Dr. Schoof steht auf dem Stand- punkt, daß ein Oberlyzeum auch besucht würde, wenn es am Platze vorhanden sei H Ute Wild die H iUS Haltungsschule von vielen Eltern als Ersatz benutzt, weil sie ihre Kinder nicht schon von zu Hause weg. geben wollen. Besonders stehe im nächsten Jahre ein starker Abgang bevor, weil zwei Parallelklassen mit rd. 70 Schülerinnen zur Entlassung kom neu. Von diesen könne man doch sicherlich 25 für den Be
such eines Oberlyzeum- rechnen ES bestehen jetzt bereits 193 Overlyzeen und 163 Lyzeen, gegen 90 Prozent Lyzeen und 10 P ozent Dbmgteen in 1908 Die Verhältnisse zwin en auch HerSfeld zum Mttgchen, wenn nicht daS hiesige Lyzeum an Bedeutung verlieren soll Zur Zeit sind schon wieder 58 Lyzeen in der Umbildung zu Oberlyzeen begriffen Eines TageS wird dann HerSfeld noch daS einzige Lyzeum haben Er bedauere, daß die Gegner deS Proj. kteS nicht in der Versammlung anwesend seien, um sie einmal über die Notwendigkeit der Frage aufklären zu können.
Bürgermeister Wagner spricht nochmals eingehend über die Schwierigkeiten, die sich besonder- in der Raum- und Geldnot auswirken.
Kreisarzt Med.-Rat Dr. Merkel befürwortet auch vom ärztlichen Standpunkt aus die Einrichtung eines OberlyzeumS.
Lehrer Holzaplel verweist auf Vacha, welches ein neue- Realoymnastum gebaut habe, zu w Ich m der Kreis H >sf- id, und damit auch die Siadt He Sfeld, einen Zuschuß von 80000 Mk gegeben hab'. HerSield habe damit doch eigentlich seine Konkurrenz unterstützt. Er fei der Ansicht, daß bei gutem Willen auch hier die Errichtung eines Oberlyzeum- möglich sei.
^ ES folgte dann noch eine längere Aussprache über Bau eines neuen SchulgebäudeS und dessen Kosten, ferner auch über einen Anbau an die jetzigen Schulgebäude. E« sprachen hierzu noch Bürgermeister Wagner, Kreisarzt Dr Merkel, Baurat LüderS, Pfarrer Drüner, Studiendirektor Dr. Schoof, Staütrevtfor Schulze und Lehrer Holzapfel. Alle stimmten darin überein, daß die Schaffung ausreichender Schulräume eine -ringende Notwendigkeit sei.
Pfarrer Drüner stellte dann am Schlüsse -er Aussprache fest, daß sich sämtliche Redner für die Errichtung eines Oberlyzeums ausgesprochen hätten. Er verlas dann die nachstehende Erklärung, welche an den Magistrat gesandt werden soll, und die einstimmige Zustimmung fand.
Die am 6 Februar d. I in der Aula abgehaltene Elternversammlung deS LyzeumS richtet im Anschluß an einen Vortrag von Frau RegierungSrätin Dr Ander - auS Frankfurt a. M über „Die Beru'Snot der weiblichen Jugend" an den Magistrat der Stadt HerSfeld f-lgende Eingabe:
Mkhr denn je gilt eS heute für die Frau wie für den Mann, zu schaffen und etwas zu leisten. Nur Hächstletstungen kö nen den Stampf umS Leben erfolgreich bestehen. Unterschiede hinsichtlich der BerusSanforderungen werden heute bet beiden Ge« schlechter« nicht mchr gewacht, nachdem auch die Mädchen notgedrungen infolge der Z itverhältntsse einen Beruf ergreifen müssen, für den fast überall daS Reifezeugnis verlangt wird AuS diesem Grund ist die Bildung der Mädchen biS auf geringe unwesentliche Abweichungen derjenigen der Knaben angeglichen worden und muß angeglichen werden, wo die- bisher nicht der Fall ist Den Mädchen gebühren die gleichen Möglichkeiten zur Fortbildung wie den Knaben Aus der Erwägung heraus, daß eine Stadt wie HerSfeld, welche infolge ihrer industriellen Bedeutung die besten Aussichten zur Entwicklung hat, sich dieser Forderung nicht ver- schließen kann, muß die Wetterführung deS hiesigen LyzeumS als ein dringendes Bedürfnis bezeichnet werden.
Die getrennten Schularten sind grundsätzlich aufrechtzuerhalten, da nach den Beschlüssen e> Arbeitsgemeinschaft für höhere Schulbildung in Preußen in Städten, wo ein ausbaufähiges Lyzeum, wie in HerSfeld, vorhanden ist, der Aufbau solcher Lyzeen zu einem Oberlyzeum zu erfolgen hat.
Di> Erbitterung wegen der ungleichenBehandlung der Mädchen hat weite Kreise der Elternschaft des hiesigen LyzeumS ergriffen; sie hält eS deshalb für ihre Pflicht, an den Magistrat die Fragen zu richten:
„Wann wird dem dringenden Bedürfnis zur Errichtung der Oberstufe deS hiesigen Lyzmms R chnung getragen?"
„Wann werden Mittel und Wege gefunden, die Platzfrage und im Zusammenhang damit die Kostensrage zu klären?"
Anschließend an diese Frage stellt die Elternschaft den Antrag:
„Beschleunigt die Mittel in den neuen Etat eii zustellen, daß Ostern 1980 die Obersekunda deS zukünftigen Oberlyzeums aufgebaut werden kann."
Mit Worten deS Dankes an Frau RegierungSrätin Dr. Anders für den lehrreichen Vortrag schloß dann Pfarrer Drüner gegen 1015 Uhr die sehr anregend verlaufene Versammlung mit den Worten: „DaS Oberlyzeum muß doch kommen!"
HerSfeld sWie wird daS Wetter?) Bom isländischen zum polnischen Tiefdruckwirbel erstreckt sich eine Rinne tiefen Drucke- Unser Bezirk befindet sich an ihrer Südseite, an der Lufttransport aus Westen erfolgt. Infolge der durch nächtliche Aus- strahlung immer noch bedingten stärkeren Abkühlung ist jetzt jedoch mit Nebelbildung zu rechnen, so daß die strengen Fröste eine Abschwächung erfahren werden. — Vorhersage biS Donnerstag Abend: Vielfach neblig, sonst heiter bis wolkig, keine oder nicht nennenswerte Niederschlä>,e, schwache meist südliche Winde,gemäßigtere F öste
wroB roerau. Ter planmäßige D-Zug fuhr unweii der Station Lornberg Groß Gerau in eine Schafherde von toi Tieren, wobei mehr als die Hälfte getötet wurde Der Zug mußte außerplanmäßig in Dornberg halten, damit das Räderwerk von den Vierteilen befreit werden konnte. Die Schafherde war zur Zeit deS Unfalls ohne Aufsicht, da der Schäfer tm Easthof faß. _______________________________________________
Jahreshauptversammlung des Krieger« Deceins.
Am Montag abend hatte der Kriegerverein HerSfeld zu feiner Jahreshauptversammlung eingelad'N, aus der gleichzeitig eine Kundgebung gegen die KriegS- fchuldlüge v ranstaltet werden sollte.
AlS Auftakt zu dieser Kundgebung verlaS der Vorsitzende die Leitsätze deS KyffhäuserbundeS, deren 5 lautet: „Stählung deS Willens zur Freiheit der Nation " Auch gab er den Kameraden Kenntnis von dem korporativen Eintritt deS VereinS zum Fichte- bund, der sich die Beseitigung der KriegSschuldlüge alS vornehmstes Ziel gesetzt hat Flugblätter diese- BundeS wurden der Versammlung auSgehändigt.
Dann erfolgte die Vorlesung der vom Vorstandes deutschen ReichSkriegerbundeS „Kyffhäuser" entworfenen Sachdarstellung zur Kriegsschuldlüge, wobei der Vorsitzende, Oberstleutnant a. D. Preper, den beiden hiesigen Zeitungen besonderen Dank auSiprach für das verständnisvolle Entgegenkommen beim Abdruck dieser Darstellung Er schloß seine Ausführungen mit der Mahnung, den Gedanken deS KampfeS gegen die KriegSschuldlüge w ite zutragen und nicht eher zu ruhen, bis der mtfl Pa agroph von der alleinigen K'tegSschuld DeutscvlandS verfwwunden sei Etne Organisation von 8 Mtülo en, wie sie der Kyffhäuser» bund umfaßt, vermöge viel, wenn der gute Wille vorhanden sei. BiS zum 28 Juni, wo der Frieden-- vertrag von Versailles sich zum 10 Male jähre, müsse daS ganze deutsche Volk sich in der Forderung zusammengefunden haben: „Fort mit der KriegS chuld« lüge." Der Weg zur Wah-Hett muß biS dahin freigemacht werden. Wir dürfen unS nicht länger durch Angehörige anderer Völker beschämen lassen, die mehr alS wir ihre Stimme gegen die KriegSschuldlüge erheben. Unter anderem rief ein Führer der wahtheit»- suchenden amerikanischen Männer in einer Versammlung gegen die KrtegSschuldlüge auS: „Wenn ich einen Tropfen deutschen BluteS in meinen Adern hätte, würde ich keine Nacht mehr Ruhe finden, biS von meinem Vaterlande der Vorwurf genommen ist, der eS des furchtbarsten Verbrechens der Weltgefchlchte für schuldig erklärt, obwohl e- in keiner Weise für den AuSbruch deS Weltkriege» verantwortlich war."
Darum helft alle, Mann für Mann, nach besten Kräften mit: Die KriegSschuldlüge muß auS dem FriedenSvertrag gestrichen werden!
Den wetteren Teil deS Abends nahm dann die übliche umfangreiche Tagesordnung einer Hauptversammlung in Anspruch. AuS den vielen Einzelheiten deS Geschäftlichen feien einige hervorgrhoben
Der bisherige Vorstand wurde einstimmig durch Zuruf wiedergewählt. Auf seinen Wunsch wurde dann eine Erweiterung deS Vorstandes vorgenommen, um jüngere Kameraden in die BeretnSarbett etnzu» führen. Neu hinzugewählt wurden die Kameraden Alfred Scvönewolf, Johannes Kühn und HanS Weidmann Das Stiftungsfest soll alS Familtenaben- am 9. März gefeiert werden. Zur Pflege deS Klein- kaliberschießsportS wurde die Avschaffung von Zimmer, stutzen gewünfcht und beschlossen. AlS Bücyerwart des Vereins wird von der Versammlung bestellt Kam. Valentin Knoth, KlauStor. Alle Kameraden, die die Vereinsbüchere^ HMUtzen^wolle», werden -a-er ge- ^ beten, sich an jenen zu wenden.
Zum Schluß empfahl der Vorsitzende die Be. tetliaung am 8 Reichst tegertaq in München am 20. bis 22. Juli. Vorläufige Meldungen müssen bis zum 12 März beim Kossenführer erfolgen.
Gegen 11 80 Uhr fand die gut besuchte Versammlung, die unter reger Beteiligung der Mitglieder harmonisch verlief, ihr Ende. Sie gab ein erfreuliche» Bild von der segensreichen Arbeit und günstigen Entwicklung des Vereins, der auf über 500 Mitglieder angewachs- n ist.
Der ^iippelnde^ Zeuge.
Die Aussagen im ^Zmm«rtre«'-Pr»,eß.
Zu Beginn der Verhandlung stellte eS sich im Prozeß gegen den Verein „Immertreu* heraus, daß einer der geladenen Zimmerleute, auf den alle Prozeßbeteiligten wegen feine! guten GeSächtnisses entscheidenden Wert legen, gegenwärtig in Hamburg weilt. Er hat den inzwischen verstorbenen Zimmermann Sorge in einem Auto nach Hamburg gebracht und wird sich wohl nun — wie einer seiner Kollegen «us- fagte — „tippelnd" auf dem Rückweg nach Berlin befinden. Es soll versucht werden, den Zeugen auf telo- graphischem Wege schleunigst herbeizuschaffen. Der'Polizet- Hauptmann des zuständigen Polizeireviers hatte nicht den Eindruck, daß es sich um Zusammenrottungen zwecks Ausübung von Gewalttaten gehandelt habe; eS sei vielmehr eine aus dem Augenblick heraus entstandene Schläger« gewesen. Ein Zimmergeselle beschuldigte insbesondere den Angeklagte, Leib, mit einer Eisenstange auf die Zimmerleute ein* geschlagen zu haben. Die Zeugenaussagen find alle außerordentlich unsicher. Selbst die Belastungszeuge» der Staatsanwaltschaft, die früher gegen „Immertreu" auS- gesagt haben, fallen teilweise um. Man hat den Eindruck, all ob sich „Jmmertreu" vor den Zimmerleuten und die Zimmer- leute sich vor „Jmmertreu" fürchten und sich deswegen scheue», einer den anderen zu belasten.
Zu einem Zwischenfall kommt eS, als der StaatSanwalt erklärt, er hätte soeben von einem Fräulein Manthey einen Zettel erhalten, daß der Verein „Jmmertreu" für Zeugenaussagen, daß die Zimmer- leute den Streit angefangen hätten, 150 Mark zahlen wollte. Bei der sofortigen Vernehmung dieser Zeugin aber ergibt es sich, daß sie nichts Bestimmtes auSzusagen weiß. Angeblich weiß ihre Schwester mehr davon «nd diese soll g* laden und vernommen werden.
Geldschrankknacker.
Ein acht Zentner schwerer Geldschrank gestohlen.
In die Bureauräume der Niederlassung der Rhein- nischen Schamotte- und Dinaswerke in Ottweiler ist eingebrochen und ein acht Zentner schwerer Geldschrank von den Dieben fortgeschafft worden. In dem Schränk befanden sich 125 000 Frank Bargeld und für 75 000 Frank Wertpapiere. Einer der Einbrecher hat sich wahrscheinlich abends vor Bureauschluß in das Gebäude Fnschließen lassen und später seine Helfer eingelassen. Sie haben dann den Geldschrank durch ein Fenster ge s ch a f f 1, das etwa 4,5 Meter über dem Erdboden liegt, and mit einem Lastkraftwagen fortgefahren. Er wurde später aufgeschweißt in zwei Teilen auf freiem Felde gefunden. Das Geld fehlte, während die Wertpapiere m der Nähe der Fundstelle aufgefunben wurden, •