Nah vnd Fern.
O Eine bekannte Tänzerin verunglückt. Der Zustand der bei einer Benzinexplosion am Badeofen in ihrer Berliner Wohnung verunglückten Tänzerin Luzie Kieselhausen ist außerordentlich ernst. Die Brandwunden bedecken einen großen Teil der Haut, so daß die Atmung, die auch durch die Haut erfolgt, außerordentlich behindert ist. Nach Ansicht der Ärzte besteht infolgedessen für die Künstlerin Lebensgefahr.
O Wieder drei Fischer in der Ostsee ertnuken. Auf der Höhe von Brüsterort ereignete sich ein schweres Unglück. Vier Fischer aus Klein-Kuhren, die mit einem Motorboot zum Lachsfang ausgefahren waren, liefen bei Brüsterort auf das Wrack eines Kohlendampfers auf, so daß das Motorboot manövrierunfähig wurde. Drei Mann der Besatzung ertranken, während der vierte auf Hilferufe gerettet werden konnte.
O Mißglückter Raubüberfall auf einen Geldtransport. Auf der Straße von Alt-Dösen nach Probstheida wurde das Geldtransportauto der Leipziger Straßenbahn von zwei maskierten Räubern angehalten. Einer der Verbrecher erbat sich zunächst Benzin. Als das abgelehnt wurde, rief er: „Hände hoch!" Der Beifahrer des über- fallenen Autos schoß sofort auf ihn. Trotz feiner Verletzung geriet der Angeschossene mit dem Beifahrer ins Handgemenge, während der zweite Verbrecher auf seinen Gegner, den Chauffeur des Geldtransports, mit einem Gummiknüppel losging. Infolge des Mißlingens des Überfalls und aus Angst vor hinzukommender Polizei flüchteten die Räuber mit einer Kraftdroschke. Das sofort alarmierte Überfallkommando konnte jedoch bald die beiden Verbrecher festnehmen.
O Bergwerksunglück im Harz. Bei der Berginspektion Vienenburg sind zwei Arbeiter dadurch verunglückt, daß sie am Schluß der Schicht nach dem Schießen noch einmal in die Sprengstoffgase hineingingen. Der eine ist nach dem Einatmen der Sprenggase von der Fahrt gestürzt und seinen Verletzungen erlegen. Der andere ist nach mehrstündiger Sauerstoffbehandlung gerettet worden.
O Opfersinn der Arbeitslosen. Die beiden thüringischen Gemeinden Waffenrod und Hinterrod brauchen dringend eine Friedhofskapelle, konnten sie aber nicht bauen, weil sie kein Geld haben. Jetzt haben sich die Arbeitslosen beider Orte erboten, die Kapelle unentgeltlich zu bauen.
O Ein furchtbares Familiendraina. Am Goldenen Sonntag war der Münchener Rechtsanwalt Geiß wegen Verausgabung falschen Geldes von der Polizei festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden. Am ersten Feiertag früh wurde der Inhaftierte, durch Zyankali vergiftet, in seiner Zelle tot aufgefunden. Die 48jährige Ehefrau des Verstorbenen hat darauf mit ihren beiden Töchtern im Alter von 22 und 23 Jahren in ihrer Woh- nundg Verona! genommen. Die jüngere Tochter kämpft noch mit dem Tode, während ihre Mutter und ihre Schwester gleich gestorben waren. Inwieweit der Rechtsanwalt an den Geldfälschungen beteiligt ist, steht noch nicht fest. Jedoch wurden 2200 Marb falsches Geld bei ihm gefunden.
O Birnendiebstah! eines reichen Mannes. Ein schlecht gekleideter Mensch stahl in Paris drei Birnen von der Auslage eines großen Lebensmittelgeschäftes. Bei der Leibesvisitation nach der Verhaftung förderte der Kommissar ungefähr ein Dutzend Tresorschlüssel sowie englische Pfundnoten, rumänische Lei, Gulden, Mark, Peseten, schwedische Kronen, das Ganze ungefähr im Werte von 140 000 Frank, hervor. Der Verhaftete gab an, daß es sich um seine Ersparnisse handle. Man frägt sich, wieso ein Mann mit solchem Vermögen in der Tasche drei Birnen stehlen konnte!
0 Erdbeben in Rom. Ein heftiger Erdstoß wurde in ganz Rom verspürt. Das Zentrum des Bebens hat sich etwa 35 Kilometer von Rom entfernt im Albanergebirge befunden. Besonders heftig war das Beben in Rocca di Papa, Frascati, Remi und Velletri. In diesen Ortschaften stürzten mehrere Häuser ein. Drei Personen sind ver- fchüttet worden; sie konnten jedoch geborgen werden. In Rom selbst wurde ein Student von einer herabstürzenden Steinkugel des Turmes der Kirche des Heiligen Karl getroffen und tödlich verletzt.
Börse ant» landet
Amtliche Berliner Notierungen vom 27. Dezember.
* Börsenbericht. Tendenz: Befestigt. Nach der mehrtägigen Unterbrechung des Börsengeschäfts durch die Weihnachtslage war das Geschäft ruhig. Die freundliche Stimmung konnte sich jedoch erhalten, so daß die Tendenz unter Bevorzugung von Montanaktien, Elektrowerten und I. G. Farbeuindustrie günstig war. Tagesgeld stellte sich auf 5,50 bis 7,75 Prozent, für erste Firmen, aus 5 Prozent und darunter.
Hm Gegensatz zu der flüssigen Veranlagung des Tagesgelsmarktes, die mit der Ultimovorbereitung zusammenhängt, blieb die Lage für Termingelder angespannt. Im weiteren Verlaus der Börse wurde die Haltung nach geringen Schwankungen wieder freundlich. Mannesmann, die stärkere Beachtung fanden, wurden noch durch unbestätigte Dividendenschätzungen von 9—10 Prozent angeregt. Farben schlössen mit 275% Prozent.
♦ Devisenbörse. Dollar 4,17—4,18; engl. Pfund 20,40—20,44; holl. Gulden 168,91—169,25; D a n z. 81,57 bis 81,73; franz. Frank 16,44—16,48: schweiz. 80,72 bis 80,88; Belg. 58,44—58,56; Italien 22,05—22,09; schwed. Krone 112,86—113,08; dän. 112,07—112,29; norWeg. 111,19 bis 111,41; 1 schech. 12,38—12,40; österr. Schilling 59,06 bis 59,18; poln. Zloty (nicht amtlich) 46,87—47,12; Argen- tinien 1,785—1,789; Spanien 69,98—70,12.
* Produktenbörse. Das Geschäft zeigte den Charakter des dritten Feiertags. Von auswärts lagen neue Marktdepeschen nicht vor. Die Mais angebote waren billiger, doch übte dies auf den Lokomais keinerlei Einfluß aus, da hier das Material verhältnismäßig knapp ist und neue Zufuhr nur durch Waggontransport herangezogen werden kann. Aus den Provinzen war geschäftlich wenig zu hören. Für Brotgetreide fehlte es an größeren Offerten, doch bestand auch hier dafür wenig Nachfrage. Von G e r st e bleiben die Anstellungen von Jndustrie- und Futtergerste reichlich, begegnen hier aber keinem Interesse. Gute Braugerste ist wenig im Markt. Hafer mäßig offeriert und ruhig, feine Sorten werden hoch gehalten. Mehl blieb weiter durchaus still. Im Lieferungsgeschäft war die Tendenz für Weizen laufenden Monats eher fester, Frühjahr leicht abgeschwächt. Roggen war von den Abgebern per Dezember höher gehalten und für Deckungsbedürfnis auch bezahlt, sonst ruhig. 1 _
* Frankfurter Mittags- und Abendbörse. Stimmung fest. Besonders gesucht waren Montanwerte. An der Frankfurter Abendbörse bestand weiterhin Interesse für Mannesmann. Sonst traten kleinere Abschwächungen ein. I. G. Farben notierten 274 Prozent, A. E. G 170 Prozent.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 27 Dezember Der Auftrieb des heutigen Marktes bestand aus 735 Rindern, darunter 25 Bullen, 365 Kühen, 160 Färsen, 195 Ochsen. Verglichen mit dem Auftrieb des letzten Hauptmarktes waren bei Rindern 926 weniger ange- trieben. Verglichen mit den Notierungen des letzten Hauptmarktes blieben Ochsen, Bullen, Kühe und Färsen gut behauptet. Notiert wurden per Zentner Lebendgewicht: Ochsen 59-63, 55-58, 52-54, 49-51, 44-48, Bullen 52-56, 48-51, Kühe 45-50, 39-44, 34—38, 25-33, Färsen 60-64 54-59, 46-53. Markt- verlauf: Rinder ruhig und nahezu geräumt.
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. Unter Bezugnahme auf § 52 der Kassensatzung und § 24 der neuen Wahlordnung wird hierdurch bekanntgegeben, daß die
Wahl des Vorstandes
am Donnerstag, den 9. Februar 1928 von 15 bis 16 Ahr im Geschäftszimmer der Kasse, Neumarkt 15, stattfindet
Es sind zu wählen:
2 Vorstandsmitglieder und 4 Stellvertreter aus dem Kreise der Arbeitgeber,
4 Vorstandsmitglieder und 8 Stellvertreter aus dem Kreise der Versicherten.
Es wird zur Einreichung von Vorschlagslisten aufgefordert und dabei bemerkt, daß nur Vorschlagslisten wirtschaftlicher Vereinigungen von Arbeitgebern oder von Arbeitnehmern oder von Verbänden solcher Vereinigungen sowie Vorschlagslisten von Arbeitgebern oder von Versicherten, die spätestens 5 Wochen vor dem Wahltage bei dem Vorstände eingereicht sind, zugelassen werden.
Die Stimmabgabe ist an diese Vorschlagslisten gebunden ; letztere können nach ihrer Zulassung von den Wählern bei der Geschäftsstelle der Kasse eingesehen werden.
Hersfeld, den 27. Dezember 1927
Der Vorstand:
Gottlieb Gerlach, Vorsitzender. mHerMIMW üiHHüSiiHHZHSiESHiüiSäiSiSiiig:!
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■ Donnerstag, den 29. Dezbr.
8 Ahr abends findet in der L u l l u s q u e l l e eine
: Mitglieder- : Versammlung statt.
S Tagesordnung: Verkoppeln ng. Das Erscheinen aller Mitglieder ist von i großem Interesse.
Der Vorstand.
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