* Die Post will Zweikilogramm-Pakete für 40 Pfennig befördern. Seit längerer Zeit sind auf Anregung aus Kreisen der Industrie- und Handelskammern zwischen dem deutschen Industrie- und Handelstag und dem Reichspostministertum Verhandlungen zwecks Einführung eines Kleinpakets im Gange. Der Antrag des Industrie- und Handelstages ging dahin, daß unter Beibehaltung des Etnktlogramm» Päckchens ein zweites Dreikilogramm-Paket neu geschaffen werden soll. Auf diese Vorschläge hat, dem „Lok-Anz." zufolge, das Reichspostmintsterium nunmehr einen Gegenvorschlag gemacht, wonach das Ein- ktlogrammpäckchen mit den bisherigen Versendungs- bedingungen (mit der Briefpost) unter Erweiterung der Ausdehnungsgrenze bestehen bleibt. Es kostet aber 60 Pfennig auf alle Entfernungen. Für die Sendungen über 500 Gramm bis zwei Kilogramm kommt die Schaffung einer Zweikilogramm-Kleingut. Sendung ohne Paketkarte in Frag-, mit einer Einheitsgebühr von 40 Pfennig ohne Unterschied der Entfernung Die Größe der Kleingutsendungen unterliegt Beschränkungen.
Hersseld Wie von uns beim Standesamt festgestellt worden ist, haben in letzter Zeit trotz der Wohnungsnot die Eheschließungen wieder zugenommen. In voriger Woche sind sechs Ehen ange. zeigt und drei am vorigen Sonnabend geschlossen worden, sodaß die Zahl der Eheschließungen in diesem Jahre 70 beträgt Am zuletztgenannten Tage vollzog der Standesbeamte Fr. Demme während seiner zwanzigjährigen Tätigkeit als solcher die e i n t a use n d. siebenhundert ste Trauung. Die Zahl der Ehescheidungen ist eine äußerst geringe. Was die Geburtenzahl anbetrifft, so hat dieselbe in diesem Jahre gegen die des Vorjahres etwas zugenommen, dagegen ist die Zahl der Sterbefälle dieselbe geblieben wie im vorigen Jahre.
Hersseld. (W e ihn ach ts bt t t e für Hephata). Tausend Pflegebefohlenen der Anstalt Hephata hoffen auch in diesem Jahre auf eine Weihnachtsbeschcrnng. Nachdem in den letzten Jahren, dank der Opferwilligkeit der Hersfelder Bürger reichhaltige Sendungen zum Christfest der Anstalt Hephata zugeführt werden konnten, hoffen wir auch in diesem Jahre, daß sich freundliche Herzen und Hände für die allerärmsten Kinder unseres Landes öffnen, Strahlen der Weihnachtsfreude und Wethnachtsliebe in ihre Herzen fallen zu lassen. Wer selbst gesund ist und das Glück hat, dem Christfest mit gesunden Kindern entgegen zu gehen, wird trotz der jetzt herrschenden wirtschaft- lieben Sorgen Mittel und Wege finden, irgend eine Gabe, die ein Ktnderherz erfreut, nach Hephata mit. zuschickett. Alles, Kleider und Schuhe, Nahrungsmittel, Spielzeug und Gebäck ist dort herzlich willkommen. Bezirksdamen der evangelischen Fraurnhilfe nehmen die Spenden, die wir am 12 und 13 Dezember im 2. Pfarrhaus, Kirchplatz 6, abzugeben bitten, gern in Empfang und sorgen für Weitersendung nach Hephata.
Hersseld. (Warnung für Bau tust tge .) Immer wieder, und namentlich häufiger in letzter Zeit sind Fälle bekannt geworden, in denen,Wohnungssuchende, Siedlungs- oder Baulustige, verleitet durch weitgehende Versprechungen und falsche Berechnungsangaben, sich neu gegründeten Bau- oder Sparunter- nehmunaen leichtgläubig angeschlossen und dann, statt th_den Besitz einer Wohnung oder eines Eigenheims zu gelangen, die den Unternehmungen anvertrauten Ersparnisse restlos verloren haben. Selbst wenn man voraussetzt, daß es sich bet diesen Neugrttndungen, die als Bau- oder Spargenossenschaften, Siedlungsvereine und dergleichen auftreten, nicht um Schwindel- gründungen mit dem Ziele des Betrugs handelt, sondern umUnternehmungen, derenGcünder undLeiter die ehrliche Absicht haben, ihren Mitgliedern zu einer Wohnung oder einem Eigenheim zu verhelfen — eine Unterstellung, an die zu glauben manchmal recht schwer ist, — so muß demgegenüber darauf hingewiesen werden, daß erfahrungsgemäß d e sichere Gewähr hierfür bet den meisten Neugründungen durchaus nicht besteht. Zur Vermeidung von schweren Enttäuschungen und Schädigungen kann nicht eindringlich genug gewarnt werden, ihren verlockenden Anpreisungen zu vertrauen. Wer sicher gehen will, wende sich vorher mit einer Anfrage an den Magistrat (Bau- und Betriebsverwaltung) oder direkt an den Reichsverband der Wohnungsfürsorgegesellschaften e. B., oder an den Hauptverband Deutscher Baugenossenschaften (beide in Berlin W. 8, Mohrenstraße 7—8).
Hersfeld (Rundsunkvortrag über die Angestelltenversicherung). Am Donnerstag, den 1. Dezember von 184B—1910 (64B—710 nachm) spricht Verwaltungsinspektor Thomas von der Reichsver- sicherungsanstalt für Angestellte am Frankfurt-Kasseler Sender von Kassel aus über „Die Angestelltenversicherung, ihre Leistungen und deren Voraussetzungen". Mancher, der bisher der Angestelltenversicherung gleichgültig gegenüber stand, ist durch den eben abge. schlossenen Wahlkampf aus die Bedeutung derselben für die Angestelltenschaft aufmerksam geworden, ohne jedoch über Wesen undZweck dieser Standesversicherung ausreichend im Bilde zu sein. Der Rundfunkvortrag bietet Gelegenheit, sich darüber zu unterrichten.
Hersfeld. Dem heutigen Rindvieh- und Schweinemarkt waren 230 Ferkel und 16 Läufer zugetrieben. Rindvieh fehlte ganz Die Preise betrugen für 4-6 Wochen alte Ferkel 9-12 Mk, für 6-8 Wochen alte 12-15 Mk, und für 8-10 Wochen alte 15-18 Mk. Läufer wurden je nach Gewicht mit 20-25 Mk gehandelt. Der Handel in Ferkeln ging flott, es wurde alles ausverkauft, bet den Läufern verblieb Ueberstand
Hersseld. (Wie wird das Wetter?) Unser Bezirk bleibt im Grenzgebiet zwischen dem festländ- ischen Hochdruckgebiet und dem im Norden vorüber, ziehenden meist kräftigen Tiefdruckwirbel. Wir können daher mit vielfach nebligen sonstüberwtegendbewölktem Wetter, aber höchstens mit leichten Niederschlägen rechnen Die Temperaturen werden sich im Allgemeinen auch nachts über dem Gefrierpunkt halten. — Vorhersage bis Mittwoch abend: Vielfach neblig, sonst bewölkt, höchstens unerhebliche Niederschläge, etwas milder, meist westliche Winde.
Heringen Für das Werratal hat das Kreiswohl, fahrtsamt Hersseld eine segensreiche Veranstaltung geschaffen, indem für etwa 14 Tage eine Tube rkulose-
Ausstellung verbunden mit einer Säuglings- Ausstellung des Deutschen Roten Kreuzes in dem Saale der Kleinkinderschule im Gemeindehaus in Heringen vorgeführt wird In übersichtlicher Weise ist anhand von Bildtafeln, Moulagen und Relieftafeln, sowie eines Torso der menschliche Körper unter be» fonderer Berücksichtigung der Tuberkulose dargestellt. Die Ausstellung wurde am Sonntag, den 27. d. Mts. nachmittags V24 Uhr in Anwesenheit des KreiS» kommunalarztes, Herrn Medizinalrats Dr. Ewers und des Kreisverwaltungs-Jnspektors Heinzerling vom Kreiswohlfahrtsamt Hersfeld eröffnet. Herr Medizinalrat Dr. Ewers übergab die Ausstellung der Oeffentlichkett mit ausführlichen und verständlichen Darlegungen über die Entstehungsursache der Tuberkulose, ihre Entwicklung im menschlichen Körper und ihre Bekämpfung. Die Herren Aerzte Dr. Prüß und Dr. Sömmer sowie Herr Zahnarzt Dr. Herterich haben es in dankenswerter Weise übernommen, an den Wochentagen die Schulen durch die Ausstellung zu führen, außerdem Lichtbildervorträge zu halten. ES kann nur jedem Bewohner aus dem Werratal dringend empfohlen werden, die Ausstellung, für welche Eintritt nicht erhoben wird, zu besuchen.
Philippsthal. Durch den bereits gemeldeten Einbruch in das Schuhwarenlager Löser ist der Inhaber um 900 Mk geschädigt worden. Der Einbruch muß in den Morgenstund n zwischen 2—4 Uhr erfolgt sein. Die Diebe hatten sich durch das Fenster von der Nordseite aus Eingang verschafft, nachdem sie zwei Eisenstäbe vor demselben mittels eines Holzstückes herausgedrückt hatten. Ungestört konnte das lichtscheue Gesinde! sein Unwesen treiben. 75 Paar Schuhe — Herren-, Damen- u. Kinderschuhe — hießen sie mitgehen,' dabei hatten sie es nur auf bessere Qualitäten abgesehen. Den Umständen nach zu urteilen, müssen die Diebe mit den örtlichen Verhältnissen bis ins Kleinste vertraut gewesen sein. Es wäre nur zu wünschen, wenn die sofort aufgenommene polizeiliche Untersuchung zur Ermittelung der raffinierten Einbrecher führen würde. Vor Ankauf des Stehlgules wird gewarnt.
Kassel. In einer Wohnung in der Mittelgasse spielte Sonntag vormittag ein vierjähriges Kind unbeaufsichtigt in der Küche. Dabei kam das Kind dem Ofen zu nahe und riß einen Topf mit kochendem Wasser auf sich herab Dem bedauernswerten Kinde wurde das ganze linke Bein in schwerster Weise verbrüht, so daß es sofort einem Arzt zugeführt werden mußte, der die Ueberführung in das Landeskranken. Haus anordnete. — Dort ist Sonnabend Abend das l^jährige Kind verstorben, das Freitag in der Mühten- gasse durch kochende Milch am ganzen Körper ver. blüht worden war.
Frankfurt a M Abends wurde ein Zug National- soztaltsten, als er vom Rathaus über den Liebfrauen, berg nach dem Roßmarkt ziehen wollte, in der Lieb» frauenstraße von einem größeren Trupp, anscheinend Kommunisten, belästigt und bis an den Roßmarkt unter johlenden Zurufen begleitet. Hier kam eS zu Zusammenstößen, bei denen der Nationalsozialist Heinrich Schmidt, Franz Rückert-Straße 2, durch einen Stich ins Gesäß verletzt wurde. Schmidt mußte in ärztliche Behandlung gegeben werden. — Später gerieten in der Schnurgasse Nationalsozialisten und Kommunisten abermals aneinander, wobei ein Kommunist, ein gewisserwart Neubig, ZtegelMsse 11, von einem Gegner einen Stich in den Unterleib erhielt, an dessen Folgen er noch im Laufe der Nacht im Heilig,Geist.Hospttal verstorben ist.
Gießen. Freitag abend wurde in dem Gießener Vorort Klein-Linden der 70 Jahre alte Landwirt Johannes Weber von dem Anhängerwagen eines großen Lastautomobils überfahren und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat
Darmstadt Die Gattin des Frabrikanten Wilhelm Merk, eines Teilhabers an der bekannten chemischen Fabrik, Ernesta Merk geb v Bieberstein, als Auto- fahrerin in Rennsportkreisen sehr angesehen, hat sich erschossen. Man hörte gestern abend 10 Uhr in dem nahe der Wohnung gelegenen Garten kurz nachein- ander zwei Schüsse fallen und fand Frau Merk zwar noch lebend, doch starb sie auf dem Transport nach dem Diakonissenhaus. Da keinerlei Familienzwistig- ketten den Selbstmord veranlaßt haben können, führt man ihn auf die Wirkung einer momentan eingetretenen geistigen Depression zurück.
Spiel and Sport.
Sp. Fußball des Sonntags. Der süddeutsche Fußball brächte am Sonntag bereits einige Vorentscheidungen. In Fürth standen sich Spielvereinigung Fürth und Erster FC. Nürnberg zum 90. Male gegenüber. Vor über 20 000 Zuschauern — der Platz mußte polizeilich gesperrt werden — siegten die Fürther durch einen Fehler von Stuhlfaut, der das Tor zu friih verlassen hatte und einen Schuß von Franz passieren lassen mußte. Schon zur Pause stand das Resultat mit 1:0 fest, ohne nachher trotz größter Anstrengungen beider Mannschaften geändert werden zu können. — In München gab es vor 25 000 Zuschauern das Lokalderby Wacker—Bayern, das torlos 0 :0 endete. — Eine Überraschung in Westdeutschland war es, daß sich SS. Elberfeld von Tnru-Düsseldors mit 4:3 schlagen ließ. — Der Berliner Meister Hertha-BSC. konnte traditionsgemäß gegen den Spandauer SC. nicht gewinnen, mit 2:2 trennten sich die Rivalen. Tennis Borussia hingegen überrannte seinen Gegner Weißensee mit 0:0. — In Norddeutschland gab es überall Favoritensiege. In der Vorschlußrunde des Verbandspokals schlug Holstein-Kiel Komet-Bremen glatt mit 7:0 und trifft nun am kommenden Sonntag auf Phönix-Lübeck. — Die Pommernmcisterschaft ergab einen 2:0-Sieg des Stettiner Meisters Preußen über Viktoria Stolp, während sich Titania und VfB. Stettin 1:1 trennten. — Breslau 08 verlor erneut, und zwar gegen Vorwärts-Breslau mit 2:3.
Sp. Berliner Schlittschuhllub—Slavia-Prag 7:1. Der Berliner Schlittschuhklub schlug im Berliner Sportpalast im Eishockey die Präger Slavia hoch mit 7:1.
Sp. Der Deutsche Fußballbund zahlt keine Lohnentschädigung. Der Vorstand des DFB. trat in Berlin zu einer Sitzung zusammen, anläßlich derer beschlossen wurde, den Fußballspielern keine Lohnausfallvergütung zu gewähren!
Sp. Einen neuen deutschen Rekord im Gewichtheben stellte der deutsche Meister Lukschik-Hindenburg anläßlich des Bres- lauer Sportpressefestes im einarmigen Reißen (Fliegengewicht) mit 120 Pfund auf und verbesserte die bisherige Höchstleistung um vier Pfund. — Das 180-Runden-Amateurmannschaftsfahren gewannen Preutz—Resiger mit Rundenvorsprung.
Sp. Die Hauptversammlung des ADAC. in Bremen hat in der Flaggenfrage dem Vorschlag des Verwaltungsrats zu- gestimmt, bei allen offiziellen Veranstaltungen des ADAC.
neben dem Klubwimpel, aus dem die Krone entfernt werden soll, die Reichsflagge fortan zu führen. Zur Frage der Krastfahrzeugsteuer verlangte die Hauptversammlung die Herabsetzung der geplanten Steuersätze mindestens aus die vom Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie vorgeschlagenen Sätze.
Sp. Domgörgen und Herse siegen in Danzig. Die Berufsboxkämpfe in Danzig endeten in den Haupttreffen mit Siegen Domgörgens und Herscs über Tomkowiak und Pietsch, die in der zehnten bzw. ersten Runde ausgaben.
Sp. Süddeutscher Rugbysieg über Brandenburg-Mittel- demschland. Das Rugbyauswahlspiel zwischen Süddeutschland und Brandenburg-Mitteldeutschland in Heidelberg endete mit einem überlegenen 26 : 9-Sicge der Süddeutschen.
Sp. Rheinland gewinn: im Hallentennis gegen Bremen. Den Hallentenniskampf Rheinland—Bremen in Bremen gewannen die Rheinländer knapp mit 11:10.
Börse and fandet
Amtliche Berliner Notierungen vom 28. November.
♦ Börsenbericht. Tendenz: Fest. An den Effektenmärkten fanden bei Beginn der neuen Woche Deckungskäufe der Börsenspekulation statt. Einen freundlichen Eindruck machte insbesondere die Äußerung des amerikanischen Botschafters Schurman zur deutschen Wirtschaftslage und die Beseitigung akuter politischer Schwierigkeiten im Osten. Ebenso gab die reichliche Geldversorgung der Börse eine Stütze. Der Satz für Tagesgeld zog zwar aus 5%—7% Prozent an, für Monatsgeld nannte man einen etwas höheren Satz von 8%—9% Prozent. Bevorzugt wurden bei im allgemeinen ruhigem Geschäft J. G. Farbenindustrie mit 242%, Montanwerte unter Führung von Harpener und Elektrizitätsaktien.
♦ Devisenbörse. Dollar 4,18—4,19; engl. Pfund 20,40—20,44; holl. Gulden 168,96—169,30; Danz. 81,61 bis 81,77; franz. Frank 16,44—16,48; schweiz. 80,62 bis 80,78; Bclg. 58,41—58,53; Italien 22,76—22,80; schwc d. Krone 112,76—112,98; d ä n. 112,14—112,36; norwcg. 111,25 bis 111,47; tschech. 12,39—12,41; österr. Schilling 58,99 bis 59,11; p o l n. Zloty (nichtamtlich) 46,82—47,12; Arge n= tiNieN 1,788—1,792; Spanien 70,17—70,31.
♦ Produktenbörse. Für Weizen bleibt das Ausland ruhig und eher schwächer. Vom Jnlande sind geringe Qualitäten reichlich und billiger offeriert, gute sind preishaltend und gefragt. Im Zeitgeschäft waren die Forderungen kaum nachgiebig, und es werden zeitweise höhere Preise bezahlt. Von Roggen bleibt geringe Ware reichlich am Markt; gute Qualitäten, die zwar nicht ganz lieferbar sind, gegen die aber doch Dezember seit Sonnabend mehrfach getauscht wurde, sind mäßig angeboten. Von Plataroggen ist einiges gehandelt und dagegen März abgegeben. Western blieb fest gehalten. Lieserungs- Preise stellten sich durchschnittlich höher. Gerste in mittleren Brausorten bleibt reichlich offeriert. Malzfabriken sind für Gerste wie auch für Brauweizen mäßige Käufer. Hafer etwas mehr angeboten und eher nachgiebiger. Mais hatte stilleren Verkehr. Für Mehl wird über Neuverkäufe, wie über die schleppende Abnahme früherer Kontrakte geklagt.
Getreide und Olfaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark.
Wetz., mark.
28. 11. 241-244
26.11.
241-244
Wetzkl.s.Brl.
28. 11. 15,0
26. J1.
15.0
pommersch.
Rogkl s.Brl
15,0
15,0-15,2
Rogg., märk.
238-241
237-240
Raps
345-350
345-350
pommersch.
— 4
—
Leinsaat
360-365
360-365
Westpreuß
—
—
Vikt.-Erbsen
51-57
52-57
Braugerste
219-262
220-263
kl.Spetseerb.
32-35
32-35
Futtergerste
—
—
Fultererbsen
22-24
22-24
Hafer, mark.
202-212
202-212
Peluschken
20-21
21,0-22,0
pommersch.
—
—
Acterbohnen
20-21
20-21
^vestpreuß.
—
—
Wicken
21.0-24.0
22.0-24.0
♦ Frankfurter Mittags- und Abendböcse^ Die Mie UiiU—^-- irr oer ueuen Woche -freundlicher ein. An Anleihemarkt wurde die dritte Serie der Ablösungsänleihe des Reiches mit Aus- iosuugsrecht zu 54% Prozent emgeführt Der Kurs stieg rasch ruf 54% Prozent. An der Frankfurter Abendborse notierte man I. G. Farben mit 245 Prozent (238,5 am Freitag abend). Sie Kurse lagen ein Prozent höher als an der Berliner Nach- törfe. Besonderes Interesse bestand für Rheinstahl.
Frankfurter Viehmarkt vom 28. November Der Auftrieb des Hauptmarktes bestand aus 273 Ochsen, 69 Bullen, 636 Kühen, 322 Färsen, ferner 499 Kälbern 254 Schasen und 6345 Schweinen Verglichen mit den Preisen des letzten Hauptmarktes gaben Rinder 1 bis 2 Mk. im Preise nach. Gegenüber den Preisen des letzten Nebenmarktes waren Schafe 3—5 Mk. teurer, während Kälber 2—3 Mk. nachgaben. Verglichen mit dem letzten Auftrieb waren 70 Rinder weniger, 15 Kälber weniger, dagegen 10 Schafe mehr und 1190 Schweine mehr angetrieben. Notiert wurden per Zentner Lebendgewicht: Ochsen: 60—63, 57—59, 53 bis 56,48-52; Bullen 53-57,49-52,45-48; Kühe 48 bis 50, 42-47, 35-41, 25-34; Färsen 60-63, 54-59, 47—53; Kälber 68-72, 62-67, 50-61; Schafe 45-48, 40—44, 36—37. Schweine nicht notiert. Dadurch, daß das Vorzeichnen der Schweine streng verboten war, er- gaben sich in den abgelieferten Schlutzscheinen derartige Preisunterschiede, daß auf einstimmigen Beschluß der Notterungskommtsfion von einer PretSnotierung für Schweine abgesehen werden mußte. Marktverlauf: Rinder und Schweine ruhig, Ueberstand, Kälber und Schafe ebenfalls ruhig und ausverkauft.
Letzte Nachrichten.
Ein Nachspiel zum Fall Schlageter.
Berlin. Ein früherer Leiter der Sabotageorganisation Heinz, namens Haucnstein, hatte behauptet, Schlageter wäre von zwei deutschen Kameraden, Götze und Schneider, verraten worden. (Zu Hauensteins Organisation gehörte auch Schlageter.) Götze und Schneider strengten nun einen Prozeß gegen Hauenstein an. Ein französischer Kriminalbeamter bewies, daß die Haltung von Götze und Schneider gegenüber Schlageter in der Tat nicht einwandfrei war. Sie haben von einem französischen Kapitän 700 000 Mark Papiergeld angenommen und auch den Versuch gemacht, Hauenstein auszu- liefern. Daher wurde Hauenstein freigesprochen, Götze aber wegen Verdacht des Meineids in Untersuchungshaft genommen. Somit ist es bewiesen, daß Schlageter von Deutschen verraten worden ist.
Das Urteil im Mordprozeß Klapprolh.
Leipzig. Der Vorsitzende des zweiten Strafsenats des Reichsgerichts verkündete in dem Prozeß Klapproth, daß das Urteil des Schwurgerichts in Landberg n. d. Warthe auf- gehoben und der Prozeß an das Schwurgericht Stettin zurück- verwieien wird.
Das Leunawerk um eine Million Mark geschädigt.
.Kiel. Der Geschäftsführer eines Kieler Vereins, ein Ingenieur, soll mit mehreren anderen Ingenieuren das Leuna- Werk um rund eine Million Mark geschädigt haben. Obwohl der Betrug bereits 1925 begangen wurde, gelang es erst jetzt, die Angelegenheit auszuklären. Bisher sind insgesamt fünf Verhaftungen vorgenommen worden.