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Rah and Fern.

O Lustig ist das Zigeunerleben, aber nicht mehr lange! Da sich unter den Zigeunern viele Verbrecher befinden, wird die preußische Polizei von allen Zigeunern über sechs Jahren Fingerabdrücke vornehmen, um verdäch­tige Leute dieses Volkes immer wiederzuerkennen. Die Zigeuner haben davor zurückgescheut, ihren Namen der Polizei anzugeben, so daß man ihrer gewöhnlich nicht habhaft werden konnte. Auch werden die Zigeuner ver­pflichtet, einen P e r s o n a l a u s w e i s bei sich zu führen.

O Ein Schornstein von 100 Meter Höhe. In Ober- langenbielau im Eulengebirge wird in der Fabrik einer Textilfirma ein Schornstein gebaut, der 106 Meter hoch werden und 8 Meter Durchmesser haben soll. Der Schornstein wird damit einer der höchsten Deutschlands fein. Das Ulmer Münster ist, was vergleichsweise hinzu­gefügt werden muß, 183 Meter und der Eiffelturm in Paris 300 Meter hoch.

0 Verhaftung eines betrügerischen Zigarrenhändlers. Der vom Polizeipräsidium Halle an der Saale verfolgte Zigarrenhändler Max Reichardt, der für etwa 100 000 Mark von verschiedenen Firmen ohne Bezahlung bezoge­nen Tabak weit unter dem Preise verkauft hatte und mit dem Erlös geflüchtet war, wurde in Wien verhaftet. Er hatte etwa 20 000 Mark bares Geld bei sich.

O Festnahme von Eisenbahnräubern. Durch die Fahn- dungsstelle der Reichseisenbahndirektion Essen ist eine Bande von Eisenbahnräubern festgenommen worden, die Güterzüge auf den Strecken Hamm—Soest, Hamm—Unna, Hamm—Langendreer und Soest—Langendreer syste - matisch beraubten. Die Waren wurden von Helfershelfern an bestimmten Stellen aus den Wagen geworfen und bei Gelegenheit von den Räubern abgeholt.

O Durch den Schutz eines Jägers erblindet. In der Nähe von Rabishau-Mühldorf wurde ein Mädchen durch den Schuß eines Jägers so unglücklich getroffen, daß ihm nach Überführung ins Krankenhaus das linke Auge her­ausgenommen werden mußte; auch das rechte Auge ist in Mitleidenschaft gezogen. Der Fall ist um so tragischer, als dieser Tage die Hochzeit dieses Mädchens stattfinden sollte. Die Personalien des Schützen konnten festgestellt werden.

0 Gift in der Kaffeesendung. Eine 70jährige Witwe erhielt eine „Mustersendung" Bohnenkaffee, als deren Ab­sender eine bekannte Wiener Firma zeichnete. Da die Packung verdächtig erschien, wurde bei der Firma angefragt und festgestellt, daß sie die Sendung nicht ver­schickt hatte. Die staatliche Lebensmitteluntersuchungsan­stalt stellte dann fest, daß dem Kaffee stark giftige Sub­stanzen zugesetzt waren. Der Absender des Giftpaketes ist nicht bekannt.

.0 Verhängnisvolle Notlandung belgischer Militär­flieger. Die Militärflieger Medaets und Verhaegen, die in Kortryk zu einem Nonstopflug nach Belgisch-Kongo gestartet sind, haben in La-Fertö-sur-Aube in Frankreich notlanden müssen. Hierbei ist das Flugzeug „Königin Elisabeth" beschädigt und die beiden Flieger sind schwer verletzt worden.

O Das größte U-Boot der Welt. In Portsmouth ist das für die amerikanische Marine gebaute Unterseeboot „V 4", das größte U-Boot der Welt, das gleichzeitig als erstes fähig ist, Minen auszulegen, vom Stapel gelaufen. Die Besatzung des U-Bootes wird aus acht Offizieren und 80 Matrosen bestehen. — Das Unterseeboot „L 56" rammte vor der Einfahrt in den Hafen von Portland die Pinasse eines Schlachtkreuzers. Die Pinasse sank, jedoch wurde die Besatzung, ein Offizier und 52 Mann, gerettet. Das U-Boot hatte Übungen in der Bucht von Weymouth ausgeführt; es hat nur leichte Beschädigungen erlitten.

O Zusammenstöße in einem galizischen Dorf. Das Dorf Adamy in Ostgalizien war Schauplatz einer Auflehnung der Bevölkerung gegen die Polizeibehörden. Die dortigen Gemeindewahlen hatten die Einwohnerschaft in zwei Lager gespalten, die sich heftig bekämpften. Bei Verlesung des Wahlergebnisses fielen die beiden Parteien überein­ander her, so daß ein regelrechter Kampf entstand, an dem sich fast sämtliche männlichen Einwohner des Ortes be­teiligten. Als herbeigeeilte Polizei die Rühe wiederher- stellen wollte, stürzten sich die beiden Parteien gemeinsam auf die Polizisten und entwaffneten sie. Aus der Umgebung zugezogene Polizeiabteilungen konnten nur mit Mühe die Ruhe wiederherstellen. Die zumeist mit Revolvern be­waffneten Bauern flüchteten, um der Verhaftung zu ent­gehen, in die umliegenden Wälder.

O Schlägerei in Budapest. Drei angeheiterte Soldaten, die in Budapest von einem Polizeibeamten zur Ruhe ge­wiesen wurden, griffen den Beamten an und verletzten ihn schwer. Herbeieilende Passanten versuchten, die Soldaten zu entwaffnen, worauf es zu einer allgemeinen Schlägerei kam, her einige aus einem nahegelegenen Wachzimmer herbeigerufene Schutzleute ein Ende machten. Im Ver­laufe der Schlägerei erlitt einer der Soldaten erhebliche Verletzungen.

O Ein neuer Ausbruch des Vesuvs vorausgesagt. Der japanische Astrologe Jmamura, der soeben von der Seis- mologischen Konferenz in Prag nach Tokio zurückgekehrt ist, sagt einen Ausbruch des Vesuvs innerhalb eines Jahres voraus, der den des Jahres 1906 an Stärke und Intensität übertreffen soll.

Bunte Tageschronik.

Hannover. Der Oberpräsident der Provinz Hannover, Gustav N o s k e, wurde zum Ehrenbürger der Technischen Hochschule ernannt.

Köln. Im Alter von 85 Jahren ist der päpstliche Haus- pralat Domkapitular Joseph Romunde gestorben.

Lüttich. In einer benachbarten Grubenanlage fuhr ein aufwärtsfahrender Förderkorb aus unbekannter Ursache über das Ziel hinaus und stürzte dann in die Tiefe. Zwei Arbeiter wurden getötet.

Newyork. Der berühmte Autotunnel zwischen Newyork und New Jersey wurde eröffnet. Die Neuanlage stellt den größten Verkehrstunnel der Welt dar.

ArbeiSer und AngeAeMe.

Dortmund. (Der Lohn- und A r b e i t s z e i t st r e i t in der B e r g isch e n T erri l i n d ust r i e.) In dem Lohn- und Arbeitszeitstreit der Belgischen Textilindustrie ist vor dem Schlichtungsausschuß ein einstimmiger Schiedsspruch dahin gefällt worden, daß die Löhne des Lohnabkommens vom 4. Januar 1927 durchweg um 10 Prozent erhöht werden,

Saarbrücken. (Drohende r Metallarbeiter streik im Saargebiet.) Der Arbeiterderband hat den vor einigen Tagen vom Schlichtungsausschuß für die Schwereisen- industrie gefällten Schiedsspruch abgelehm. Nach dem Verlauf, den die Verhandlungen der Gewerkschaften genommen haben, dürfte der Streik unvermeidlich sein, er würde vor allem die Burbacher und die Halberger'Hütte, das Gußstahlwerk Burvach, das Neunkircher Eisenwerk und die Dillinger Hütte betreffen.

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