Sommermonaten entstehen oft Schwierigkeiten bei öem Belegen von Plätzen. Um unliebsame Auseinandersetzungen mit den Reisenden zu vermeiden, achte man darauf, daß ein Sitzplatz nur dann als belegt gilt, wenn ein Kleidungs- oder Gepäckstück auf dem Platz liegt. Durch Niederlegen von Gepäck im Netz oder Zeitungen auf dem Platz kann man keinen Anspruch auf diesen erheben. Ausgenommen sind die Züge, in denen durch Platzkarten Sitzplätze gesichert werden können. Kinder mit einer halben Fahrkarte können bei Platzmangel keinen Sitzplatz beanspruchen. Was bisher nicht der Fall war, ist jetzt auch gestattet worden, nämlich das Belegen von Plätzen in der vierten Klasse.
Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Auf der Rückseite der ostwärts abziehenden Tiefdruck- störungen hat sich ein flaches Hochdruckgebiet entwickelt, das vorübergehend unsere Witterung beeinflussen wird. Bei England liegt jedoch ein neues Tiefdruck- gebiet. — Vorhersage bis Freitag Abend: Wolkig bis aufheiternd, noch meist trocken, wärmer, meist südliche Winde.
Kassel. Ein furchtbares Unglück mit tödlichem Ausgang ereignete sich gestern im Hause Hohenzollern- straße 66. Eine dort wohnhafte Frau M. begab sich um diese Zeit auf den über dem vierten Stockwerk liegenden Trockenboden, um Wäsche aufzuhängen. Während sie noch damit beschäftigt war, kletterte ihr Neffe, ein mit seiner Mutter hier zu Besuch weilender sechsjähriger Knabe namens Walther Meininger die Bodentreppe hinan, um nach seiner Tante zu sehen. In Unkenntnis der Ortsverhältnisse betrat der Junge ein das Treppenhaus abschließendes Glasdach. DaS Glas hielt das Körpergewicht des Jungens nicht aus, es brach und der Junge stürzte fünf Stockwerke tief in den Hausflur hinab, wo er mit zerschmetterten Gliedern inmitten einer großen Blutlache bewußtlos aufgefunden wurde. In die Wohnung gebracht, hauchte der Kleine, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben, sein junges Leben aus. Schädel- und Beinbrüche, so. wie schwere innere Verletzungen hatten den Tod zur Folge.
Bebra. Dieser Tage begab sich im Sonderwagen mit Lokomotive eine Kommission nach Meklar zur Vorprüfung des Güterbahnhofsneubaus. Erschienen waren einige Herren der Regierung zu Kassel, der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M, die Kulturämter Fulda und Rotenburg, Landrat Ktrschbaum und Kteisbaumeister Heckmann, ferner die Vertretungen der Gemeinden Meklar und Meckbach. Am Tage zuvor wurden die betreffenden Teile der Blanken- Heimer Flur besichtigt Seit Auflegen der Baupläne hatte man nichts von der Fortsetzung der Vorbereitungen gehört. Ja, man hörre sogar von neuen Plänen, die in Vorbereitung seien. Erst jetzt wird es klar, daß man an der Fortsetzung des ursprünglichen Planes arbeitet. Jedoch ist vor 1928 nicht mit dem Beginn des Baues zu rechnen
Frankfurt a. M. Aus der Darmstädter Landstraße oberhalb des Mittelweges versuchte Mittwoch srüh gegen 4 Uhr ein von Worms kommendes Auto ein Frachtfuhrwerk aus Sprendlingen zu Überholen. Dabei fuhr der Kraftwagen mit voller Gewalt auf das Mespann. Hierbei wurden die im dem Auto sitzenden Mifatzrer Hmsberge^-auK Bensheim und eine Frau Work aus Alsbach sehr schwer verletzt, so daß sie dem Heillggeisihospital zugeführt werden mußten. Der Autvführer Friedrich Hangen aus Worms trug leichtere Verletzungen davon. Auch das Pferd war leicht verletzt. Die Feuerwehr wurde alarmiert und mußte die Ausräumungsarbeiten vornehmen, da beide Fahrzeuge schwer beschädigt sind.
Marburg Zu der Meldung von der Landung eines französischen Freiballons bet Michelbach dürsten im Hinblck auf die vielfachen Vermutungen folgende Mitteilungen interessieren: Es handelt sich um einen elektrisch beleuchteten Freiballon, der gelegentlich eines in Romain im Departement Lille am Sonntag abgehaltenen Sommerfestes um 12 05 Uhr aufgestiegen war. Die Insassen, der Ballonführer, ein Flugschüler, der Matre (Bürgermeister) und ein Pfropfeniabrikant, waren nicht wenig erstaunt, als sie um 7 Uhr früh hier im schönen Hessenlande bei Michelbach wieder festen Boden unter sich fühlten. Sie fanden bei ihrem Landen auch hilfsbereite Hände, die dafür sorgten, daß alles glatt abging. Eine Brieftaube hatten die Reisenden schon unterwegs fliegen lassen. Gestern nachmittag trafen sie mit ihrem Ballon hier ein. Sie wurden auf dem Landratsamt vernommen und konnten dann wieder die Rückreise in ihre Heimat antreten.
Hüpstedt. Der Hagelschlag, der in der Feldflur von Hüpstedt (Eichsfeld) die Ernte vernichtet und auch in einigen Nachbarfluren großen Schaden angerichtet hat, ist auch der Tierwelt zum Verhängnis geworden. Bor allem sind die Singvögel wie ausgestorben. Man sieht und hört keine Lerche mehr. Am Morgen nach dem Hagelwetter lagen unter einer großen Kastanie im Dorfe 173 erschlagene Vögel, durchweg Singvögel. Auch das Wild und das Ungeziefer sind vom Hagel sehr mitgenommen worden. Die Feld- Mäuse, die gerade in Hüpstedt sehr gefürchtet sind und mit staatlicher Hilse bekämpft werden mußten, sind massenweise erschlagen worden. Reichs» und Land- tagsabgeordnete haben eine Flurbesichtigung vor- genommen, um sür Hüpstedt, das ohnehin wirtschaftlich stark geschwächt ist, eine Hilfsaktion einzuleiten.
Alsfeld. Ein tragisches Ende fand der in weiten Kreisen hochgeachtete Landwirt Heinrich Grein aus Holzburg tSchwalm). Der Mann kehrte mit einem hochbeladenen Fuhrwerk vom Acker heim, wobei der Wagen an einer abschüssigen Stelle im Orte umkippte und dem Mann eine Quetschung am Bein und einen Knöchelbruch zufügte. Bald darauf trat, von den Wunden ausgehend, eine Blutvergiftung ein, die zur Amputation des Beines im hiesigen Krankenhaus zwang. Trotzdem konnte dem bedauernswerten Manne keine Rettung mehr gebracht worden,' er starb jetzt an den Folgen der Blutvergiftung.
Unterwellenborn Auf dem Eisenwerk Maxi- mtlianshütte war der Arbeiter Oskar Jakob aus Bucha mit mehreren Kameraden aus der Schlacken- Halde beschäftigt. Plötzlich gerieten die Sandmassen ins Rutschen und begruben Jakob. Er konnte erst nach einstündiger schwerer Arbeit als Leiche ausge- graben werden. Der Tote ist 35 Jahre alt und hinterläßt eine Witwe und ein fünfjähriges Kind.
Jmmelborn (Werra). Von dem Eisenacher Personenzug wurde auf der Werrabahn bei Allen- dorf ein bei seinen Großeltern in Jmmelborn zu Besuch weilendes Kind, das mit anderen Kindern auf dem Bahnkörper spielte und den Zug nicht bemerkt hatte, vom Zuge überfahren und vollständig zermalmt.
Bodenwerder (Oberweser). Hier sind nach dem Schützenfest zwei junge Leute von etwa 18 Jahren plötzlich spurlos verschwunden. Aus mehreren verdächtigen Umständen wird geschlossen, daß die Unglücklichen Werbern der französischen Fremdenlegion in die Hände gefallen sind. Zuletzt sind die beiden Vermißten beobachtet worden, wie sie ein fremdes Auto bestiegen und abfuhren.
Wetzlar. Im Burgsolmer Eisenbahntunnel fanden Bahnbeamte die Leiche eines neugeborenen Kindes, der durch den Eisenbahnzug die Betnchen abgefahren waren. Es konnte noch nicht festgestellt werden, wie die Leiche dorthin gekommen ist.
Elbersdorf. Der 18 jährige Sohn des Treppen- bauers Schmoll von hier ist in Frankfurt a. M., wo er sich als Schreiner in Stellung befand, Werbern der Fremdenlegion in die Hände gefallen. Die besorgten Eltern, welche seit sechs Wochen kein Lebenszeichen von ihm gehört hatten, erhielten gestern aus Siti-At-beÜes von ihrem Sohn einen Brief, worin er ihnen mitteilte, daß er Werbern der Fremdenlegion in die Hand gefallen und von Frankfurt nach Metz, von da ab nach Marseille verschleppt worden sei. Von Marseille ist er mit dem Schiff nach Algier und von da nach Siti-Alt-belles gebracht worden, wo er als Fremdenlegionär ausgebildet wird. Nach seiner 4wöchentltchen Ausbildung muß der junge Mann dann an die Kampffront ent. weder nach Syrien oder China. Wenn er auch hoffnungsfreudig schreibt, daß sich seine Eltern um ihn nicht sorgen sollten, so steht auf Grund aller Er. fahrungen, die bis jetzt gemacht worden sind, doch fest, daß derartige Briefe meistens doch unter Zwang geschrieben werden müssen. Möge dieser traurige Vor- sall alle abenteuerlustigen jungen Leute vor einem derartigen Schritt warnen.
Spanische
Selbstverständlich muß man, wenn man in Spanien gereist ist, vom Stierkampf erzählen. Von Mai bis Oktober ist jeden Sonntag in jeder Stadt, in jedem Reste Spaniens Stiergefecht. Ich sitze wieder in der riesigen Arena und sehe drüben aus der Sonnenseite die lustigen blauroten Papierfächer sich eifrig bewegen, die großen gestickten Tücher in vornehmer Ruhe über der Logenbrü- stung liegen. Vier Uhr — es öffnen sich die Schranken, in feierlichem Zuge treten die Fechter in die Arena. Auf schwarzem Pferd, in schwarzer Tracht der A l g u a s i l, er reitet bis hart in die Mitte. Oben aus der Präsidentenloge fliegt der Schlüssel, der Alguasil fängt ihn mit dem Hute auf und wirft ihn dem Stallknecht zu. Der öffnet das Tor, heraus stürzt der Stier. Und steht geblendet, die Beine in den gelben Sand gespreizt. Vier, fünf Jahre glückliche Jugendzeit aus der andalusischen Farm, nun eingesperrt in ein dunkles Loch, Hunger, drei Tage lang. Um ihn wild zu machen, damit er wütender kämpfe um sein Leben, das ja doch verfallen ist, damit sein Sterben heroischer sei — und uns mehr Spaß mache — nur nicht nachdenken.
Die Picadores, dick ausgestopft zum Schutz bei den schweren Stürzen mit dem Pferd, aussehend wie Metzgergesellen — nein, unser Herz ist nicht bei den Picadores, wir denken nur an das Pferd. Armselige, abgetriebene Mähre, das Auge mit dem weißroten Tuche verbunden, von Sporen und Peitsche mitleidslos auf den Stier zugetrieben. Der Reiter stößt mit langer Stange, der Stier wird wütend, tief bohren sich die Hörner in den Leib des Pferdes, die Eingeweide quellen heraus. Gott sei Dank, dieses ist schon tot, arbeitsfreudig geht der Stier ans zweite, dritte, vierte — schließt euch, ihr Augen!
Tusch: der zweite Akt beginnt, der Banderillero tritt auf. Nun ist der Stier für uns nicht mehr der sinnlos von dem Menschen Geopferte, er hat seinerseits unschuldige Pferde zerrissen, wir retten uns erleichtert in die Kinderstubenmoral: „Nun kommt die Strafe." Zunächst erscheint es als graziöses Spiel, die spitzen Stäbe tun der beruhigend dicken Haut kaum weh, und der Banderillero sitzt nicht sicher auf hohem Roß, sondern wagt wieder und wieder sein Leben — ritterlicher ist dieser Kampf. Er steht dem Stier gegenüber ohne jede Waffe, eine glitzernde, seidene Puppe, im bühnenmäßigen Rokoko. Theatererinnerungen werden wach — was gäbe der große Sänger um diese schlanke Geschmeidigkeit! Er läuft, er tanzt, er setzt über diesen Berg von einem Tier, im Augenblick der höchsten Gefahr springen die C a p e a d o r e s zu, versuchen den dummen Riesen durch Spielen mit den buntseidenen Tüchern abzulenken. Drei Paar Banderillos stecken in seinem Hals, drei Blutbäche rinnen.
Wiederum Tusch — der große Mann erscheint, der Torero,der Espada. Ihm bleibt das blutrote Tuch vorbehalten und der blanke Degen. Er verschmäht jedes Überrumpeln, er wartet, bis der Stier ihn ins Auge gefußt hat und zum Sprunge ansetzt, ruhig geht er ihm entgegen und tief stößt er ihm den Degen ins Herz. Einen Augenblick steht der Stier noch ungerührt, nur wie erstaunt, dann ein Zittern, er bricht zusammen. Der Espada zieht den Degen heraus und zeigt die blutige Klinge, Beifall, tosender, das Ohr des toten Feindes ist ihm bewilligt als höchster Tapferkeitsorden. Lustige Gespanne klingeln herein, mit Girlanden, mit weißroten Bändern, und schleifen den toten Stier, die toten Pferde heraus und streuen frischen gelben Sand — damit er wieder blutig werde.
Es ist immer schwer, sich nachher zu sagen, was man an Kenntnissen mitgebracht hat. Wenn wir „Spanien" sagten, fielen wohl wie Klappen herunter „Apfelsinen, Löwenhof" und „Auf in den Kampf, Tore—e—e—r—o!" Erstaunlich, mit wie wenig der Mensch seine höhere Bildung bestreitet. Aber wir haben noch mehr Schulweisheit mitgebracht: Rom, Arena, Zirkusspiele, Blutkamps, die herzlosen römischen Damen sahen zu. Wie fühlen wir uns erhaben, w i r hätten das nicht getan. Aber die fpanischen Frauen sitzen beim Stiergefecht so ruhig (oder so unruhig) wie ihre anderssprachigen Schwestern im Theater oder im Kino. Ein Unterschied ist nur der, daß sie hübsch ihre Kinderchen mitnehmen, bis zum Säugling herab, Was uns selber betrifft, so haben wir das Gefühl
anstandshalber bleibe einem nur eines übrig — in Ohnmacht zu fallen. Aber woher nimmt man gleich eine Ohnmacht bei absolut mangelndem Talent? M. G.
Aus dem Gerichtssaal.
§ Das Urteil gegen Frau Oberreuter rechtskräftig. Das Urteil gegen Frau Oberreuter, die im Prozeß Brücher, der Oberreuter ermordet hatte, wegen Begünstigung zu fünf “ 9 r e n Gefängnis verurteilt worden war, ist nunmehr rechtskräftig geworden, nachdem der Kölner Staatsanwalt und die Verteidigung ihre Revisionsanträge zurückgezogen haben.
§ 8V-Kilometer-Tempo für Autos erlaubt. In Magdeburg wurde ein Berliner Chauffeur freigesprochen, der einen Radfahrer an der Kreuzung einer Landstraße angefahren hatte. Der Chauffeur wies nach, daß an der Unfallstelle die Landstraße ganz plötzlich und ohne fedes Warnzeichen einbiegt. Da er rm 80-Kilometer-Tempo gefahren sei, hätte er seinen Wagen nicht in der notwendigen Geschwindigkeit aus dem Fahrbereich des ihm zu weit links entgegenkommenden Radfahrers bringen können. Trotzdem der Staatsanwalt ein Jahr Gefängnis beantragte, stellte das Gericht fest, daß das 80-Kilometer- Tempo auf der Chaussee nicht zu hoch bemessen sei und der Fahrer nicht für das Fehlen dort notwendiger Warntafeln verantwortlich gemacht werden könne. Der Chauffeur wurde daher freigesprochen.
Spiel and Sport.
Sp. Das internationale 25-Kilometer-Laufen in Berlin, das der Berliner Sportklub Komet veranstaltet, findet die Beteiligung von 25 Läufern des Auslandes und des Reiches.
8p. Seine erste Niederlage erlitt der bisher ungeschlagene „K o n i g Lear" im Löckuitz-Flachrennen (2500 Mark, 2500 Meter) bei den Strausberger Pferderennen. Er kam als Letzter an. Sieger wurde „Rücksicht" (O. Schmidt) vor „Mainberg" und „Oktavio". Toto 52 Sieg. 15, 24, 23:10 Platz.
Sp. Zu den Europa-Rude: Meisterschaften des Julernatio- nalen Wderverbandes aus d^m Comosee haben neun Nationen ihre Meldungen abgegeben.
Letzte Nachrichten.
Erleichterte Lombardierung von ReitMnüühe«. , Berlin. In einer im Reichsbankdirektorium abgehalteNM Besprechung mit Vertretern der Berliner Banken fand ei» Vorschlag, die im Bankgesetz Paragraph 21, Ziffer 3, hetzt» Absatz geforderte Unterschrift einer Bankfirma bei Bcleihmrg von Reichsanleihen durch ein getlerelles Abkommen miteinem Bankenkonsortium zu erleichtern, die grundsätzliche Zufitm- mung der Anwesenden, über die zu treffende Regelung der Einzelheiten wird eine weitere Veröffentlichung folge». weiteren Verlauf der Sitzung wurde über die MöglüPekt einer Ausgestaltung der Zweimonatsbilanzen gesprochen und zur Vorbereitung derselben die Bildung einer KommkFdm in Aussicht genommen.
Die Mügabe des deutschen Eigentums in Amerika.
Berlin. Am 9. August wurde eine Erklärung des «»Mexikanischen Senators Smout über die Aussichten der Freigabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums in Amerika während der nächsten Sitzung des Kongresses verbreitet. Danach hat Senator Smout sich u. a. dahin geäußert, daß die deutschen Interessenten mit der Zurückbehaltung von 40 Prozent ihres Vermögens einverstanden feien. Rechtsanwalt Dr. Kiesselbach, der allein berechtigt wäre, für den größten Teil der Eigentümer.zu.-sprecheu, hubauf Anfrage erklärt, daß er niemals weder unmittelbar noch mittelbar ein derartiges Einverständnis ausgesprochen habe und überhaupt nicht darum befragt worden sei.
Die Industrie für die Hindenburg-Spende.
Berlin. Als erste Zeichnungen der Industrie für die Hindenburg-Spende sind bei der Geschäftsstelle der Hindenburg-Spende angemeldet worden: Von der J. G. Farben- industrie 100 000 Mark, Siemens-Schuckert 50 000 Mark, Kornfrank G. m. b. H. und deren Schwesterfirmen 10 000 Mark und Maggi G. m. b. H. 10 000 Mark.
Städtische Wohnungsbauten in Berlin.
Berlin. Das NachrichtenaMt der Stadt Berlin teilt mit: Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch, den 17. August, entsprechend den Vorschlägen seines Ausschusses und der Deputation für das Ansiedlungs- und Wohnungswesen beschlossen, den Bau von 6000 Wohnungen zu zwei, drei und vier Zimmern auf der Grundlage der eingezogenen Angebote sobald als möglich durchzuführen. Die Geldbeschaffung für sämtliche Wohnungen soll auf einheitlicher Basis erfolgen.
Grabschändungen in Belgard.
Belgard. In der Nacht zum Mittwoch wurden auf dem an der Kösliner Chaussee gelegenen Friedhof fast alle Grabdenkmäler umgeworfen und zum Teil zerbrochen. Zahlreiche Grabstätten wurden zerstört, so daß der ganze Friedhof den Eindruck eines Trümmerfeldes macht.
Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Max Hölz.
Halle. Nachdem die Untersuchungen gegen Erich Frieser, der sich des Mordes an dem Gutsbesitzer Heß bezichtigt hat, nunmehr abgeschlossen sind, wird eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den Kommunisten Max Hölz vorgenommen werden.
Ein 70jäljriger Taschendieb.
München. Die Taschendiebabteilung der Münchener Polizeidirektion verhaftete nach langer Beobachtung einen Antiquitätenhändler aus Ungarn, der einer der gefährlichsten Taschendiebe ist. Der Mann, der einer internationalen Bande angehört und wiederholt vorbestraft ist, ist bereits 70 Jahre alt. Trotzdem befand er sich dauernd auf Reisen. Er bevorzugte besonders München zur Festspielzeit.
Die Danziger Regierungskrise.
Danzig. In Danzig ist durch das Ausscheiden der beiden liberalen Senatoren Ernst uno Siebernfreund aus dem Danziger Senat eine Regierungskrise entstanden. Das Ausscheiden der Liberalen aus der Regierung wird durch einen Parteibeschluß in der Schulfrage begründet. Man nimmt an, daß bis zu den Neuwahlen, die am 13. November stattfinden sollten, Deutschnationale und Zentrum allein die Regierungs- geschäfte weiterführen werden.
Ehrung Francesco Crispis.
Rom. Aus Anlaß des 26. Jahrestages des Todes Francesco Crispis (11. August) hat Mussolini verfügt, daß in jeder Stadt Italiens ein mit dem Liktorenbündel geschmückter Denkstein dessen Namen als des ersten Faschisten Italiens" verewige.
Bombenattentat i« Buenos Aires.
Newyork. Nach Meldungen aus Buenos-Aires wurde auf den Leiter der dortigen Krimmalpolizei ein Bombenanschlag verübt. Durch die Gewalt der Explosion wurde die Hauswand zerstört, Opfer an Menschenleben sind jedoch nicht zu- verzeichnen. Die Polizei glaubt, den Anschlag in Zusammenhang mit dem Sacco-Vanzetti-Fall bringen zu können.
Vefchießung Aanllngs durch die Aordtruppen.
Nanking. Die Nordtruppe« haben Pukau besetzt utti> mit der Beschießung Nankings begonnen.