Einzelbild herunterladen
 

Das Flugzeug Kassel-Frankfurt a. Main abgestürzt.

Fünf Personen getötet

Marburg, 27. Juli.

Das planmäßig gegen ^2 Uhr von Kassel nach Frankfurt a. M. abgehende Flugzeug D. 206 mußte auf der Strecke Kassel-Gießen bei Amöneburg wegen Motordefekts notlanden. Hierbei wurde das Flug­zeug hart beschädigt. Der Flugzeugführer Rudolf Dörr, der Bordwart Jhlow und der Fluggast Dr. Milch von der Wetterwarte wurden sofort getötet, zwei weitere Fluggäste, der Bürogehilfe Bauer aus Hofgeismar und der Prokurist Koümann, Hannover- Linden, wurden sehr schwer verletzt. Der eine von ihnen starb schon auf dem Transport in die Marburger Klinik, der andere verschied während der Operation in Marburg. Es sind also fünf Personen der Katastrophe zum Opfer gefallen.

Berichte von Augenzeugen.

Das Unglück ereignete sich bet dem Städtchen Amöneburg am Berge oberhalb der Straße, dicht bei dem Standpunkt eines Kruzifixes. Ein Kirchhainer Auto, das auf der Straße fuhr, sah das Flugzeug in 15 Schritt Entfernung abstürzen. Die Insassen des Autos stürzten sofort an die Unglücksstelle und sahen daß drei Personen bereits tot waren. Sie waren fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Nachdem man Hilfe herbetgerufen hatte, wurden die beiden Schwer- verletzten, die nur noch schwache Lebenszeichen von sich gaben, notdürftig verbunden und nach Marburg in die Klinik transportiert. Das Flugzeug brannte fast noch eine halbe Stunde, ein wüster Trümmer» Haufen und verbogene Gestänge sind die einzigen Ueberreste."

Ein Augenzeuge aus Amöneburg berichtet: Das Flugzeug stürzte aus verhältnismäßig geringer Höhe etwa 60 Meter ab ES stieß mit dem Kopf an eine steile Böschung und explodierte sofort durch den wuchtigen Ausschlag, woourch der hintere Teil des Flugzeuges sofort abbrach. Der Flugzeugführer, der Bordwart und der Passagier Dr. Milch, diefim vorderen Teil des Flugzeuges sich befanden, verbrannten mit dem Flugzeug, die beiden Passagiere im Hinteren Teil sprangen, soweit sich der Tatbestand bei der großen Geschwindigkeit, mit der das Unglück vor sich ging, feststellen läßt, aus dem Flugzeug und sielen die Böschung etwa 8 Meter herunter. Hier blieben sie schwer verletzt liegen.

Ueber die letzten Minuten über der Erde stimmen die Aussagen der Augenzeugen nicht überein. Während die eine Meldung von einem senkrechten Absturz aus ziemlicher Höhe spricht, bet dem das Flugzeug bereits tn Flammen stand, spricht eine andere Meldung von einem Flug in niedrigerer Höhe Es habe so ausge- sehen, als wolle das Flugzeug notlanden, aber noch ehe es die Erde berühren konnte, explodierte der Motor, eine hohe Stichflamme habe das Flugzeug in Brand gesetzt, und es stürzte zur Erde. Noch kurz vorher hatte das Flugzeug die Amöneburn umkreist. Augenzeugen schlössen dabei auf eine Notlandung. Da stürzte auch schon die Maschine an der steilen Seife ,.....

D t e Toten

Die Luftpoltzei von Kassel war sofort im Auto zu der Unfallstelle gefahren. Sie konnte nur die Trümmer des verbrannten Flugzeuges, die Toten, völlig verkohlt, die beiden Schwerverletzten in gänzlich vernehmungslosem Zustand feststellen. Nach genauer Mitteilung der Kasseler Luft-Hansa sind der Flug­zeugführer Dörr, der Bortwart Jhlow und der Passagier Dr. Milch unter dem Flugzeug verbrannt. Rudolf Dörr, ein sehr tüchtiger Pilot, der seit etwa zwei Jahren der Luft-Hansa angehört und immer wieder seine außerordentliche Sicherheit beweisen konnte, stammt aus Darmstadt Ihm wird daS aller­beste Zeugnis, von allen, die ihn kannten, ausgestellt. Bordwart Jhlow, gebürtig aus Magdeburg, hatte die Reise in Kassel angetreten um sich nach Frankfurt zu begeben. Dr Milch, von der Wetterwarte in Frankfurt, hatte eine Besprechung in Kassel und befand sich auf dem Heim-Flug.

Die beiden Schwerverletzten, die vielleicht aus dem geborstenen Flugzeug herausgeschleudert worden waren, und damit dem Tode des Verbrennens ent­gingen, sind ein Herr Bauer aus Hofgeismar und ein Herr Koümann, angeblich Bankdtrektor aus Hannover. Beide hatten sehr schwere Schädelver- letzungen. Aerztliche Hilfe war nicht mehr möglich.

Hersfeld. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr ent­luden sich über Stadt und Umgegend eine Reihe heftiger Gewitter. Der Himmel hatte sich so verfinstert, daß in den Häusern Licht gebrannt werden mußte. Blitz folgte auf Blitz, begleitet von starkem Regen, der stellenweise mit Hagelkörnern vermischt war. Zum Glück gingen die Wetter ohne ernstlichen Schaden anzurtchten vorüber.

Widdershansen sWerraf. Vergangenen Sonntag wurde hier eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Es stellten sich sofort 47 Mitglieder der Pflichtfeuer- wehr der gemeinnützigen Sache zur Verfügung. Zum Führer wurde der Ztmmermetster Ruch, der äugen- blicklich auch Ortsbrandmeister ist, gewählt. Am vergangenen Montag fand hier eine Sitzung von Vertretern der Gemeinden Gerstungen, Obersuhl. Untersuhl, Widdershausen und Leimbach zwecks Vor- besprechung über den Bau einer gemeinsamen Wasser­leitung, deren Quelle bet Friedewald liegt, statt. Die Notwendigkeit der Wasserleitung wurde von allen Vertretern hervorgehoben.

Hünseld Grober Unfug begingen Soldaten von einem Mtlitärtransport, der Montag Abend 7 Uhr die hiesige Station durchfuhr. Unterhalb der Station warfen dieselben eine leere Weinflasche aus ihrem Wagen, die unglücklicher weise eine am Felde arbeitende Frau am Schulterblatt traf. Die Getroffene Frau Franz Nensel von hier erlitt ernste Verletzungen. Die Ermittlungen nach dem Täter sind sofort auf- genommen worden. Dieser Fall möge zur Warnung denjenigen dienen, die achtlos Gegenstände während der Fahrt aus dem Zuge werfen.

Hanau Nach dem Ergebnis weiterer Ermittel- ungen in der Vatermordaffäre kann mit Sicherheit angenommen werden, daß der in Haft befindliche 24jährtge Fritz Schmehl seinen 50jährigen Vater vor­sätzlich erschossen und sich nicht in Notwehr befunden hat. Die Sektton der Leiche hat ergeben, daß der tödliche Schuß aus beträchtlicher Entfernung abgegeben worden ist, also der Vater den Sohn nicht bedroht haben kann. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn hatte sich in der letzten Zeit außerordentlich verschlechtert. Der Vater hatte sich mit einem um 16 I. jüngeren Mädchen verheiratet und war nun stark eifersüchtig auf seinen Sohn, was zu recht unlieb­samen Szenen Anlaß gegeben hat. Die fortschreitende Untersuchung wird auch hierin Klarheit schaffen.

Frankfurt a. M. Infolge eines Urteils des Oberlandesgerichts in Darmstadt mußte ein Mieter in Arnsheim seine seitherige Wohnung räumen. Da ihm der angewiesene Notraum zu klein war, nahm seine energische Ehefrau kurz entschlossen ihre fünf kleinen Kinder, fuhr zum Kreisamt Oppenheim und setzte sie dortselbst ab, während sie schleunigst zurück nach Arnsheim fuhr. Das Kreisamt, wenig erbaut über die plötzliche Einquartierung, nahm kurz ent­schlossen ein Auto und schaffte damit die Kinder um­gehend an ihren Ausgangsort zurück, wo sie eher eintrafen als die Mutter, die bei ihrer Rückkunft nicht wenig erstaunt war, ihre Sprößlinge schon daheim vorzufinden.

Northeim In der Nähe von Rauschenwasser hat sich ein schwerer Motorradunfall ereignet, der ein Menschenleben gekostet hat. Der noch jugendliche Htllebrecht aus Rauschenwaffer war zum Zahnarzt gefahren. Aus der Rückfahrt ist er mit dem Motorrad auf freier Straße gegen einen Baum in voller Fahrt gerannt. Die Maschine wurde völlig zertrümmert. Htllebrecht erlitt einen Schädelbruch, das Gehirn trat hinten aus dem Kopf heraus. Das rechte Bein ist mehrmals gebrochen. So haben ihn zwei Motorrad- fahrer gefunden, welche von entgegengesetzter Richtung kamen. Ein Arzt stellte den Tod durch Schädelbruch fest.

Rah and Fern.

O Eigenartige Wirkung eines Blitzschlages. Ein Blitz schlug in Werningsleben am Harz in eine Schietz- standsanlage ein und drückte 15 bis 20 Tonnen Erde in die Schießbahn. Ein alter Kirschbaum, der vorher am Rande der Anlage stand, wurde dabei mitten in die Schieß­bahn verpflanzt, ohne weiter beschädigt zu werden.

O Eisenbahndammrutsch in Sachsen. Nach Passieren des Münchener D-Zuges ist der Eisenbahndamm bei der Güldenen Aue in einer Länge von 50 bis 60 Meter abgerutscht, so daß der eine Schienenstrang teilweise frei­gelegt wurde. Der Betrieb wird eingleisig aufrechter­halten. Man glaubt, daß durch den Regen der letzten Tage die Erde des Bahnkörpers gelockert wurde.

O Doppelmord und Selbstmord. In Röhrsdorf bei Wilsdruff ermordete der Hauspächter Engelmann, wäh­rend seine Frau im Garten beschäftigt war, seine beiden sechs und vier Jahre alten Kinder, einen Knaben und ein Mädchen, und erhängte sich dann selb st. Was den Mann zu der tragischen Tat getrieben hat, ist nicht ^^EWMWWWWWMWWWWWWWWWWMWWM^WW^^T^'

O Die Kartoffel mit dem Ehering. Ein Lehrer aus Wintersdorf bemerkte an einer jungen Kartoffel­pflanze eine merkwürdige Verdickung. Er entdeckte, daß die Frucht einen Ehering aus Gold trug. Man stellte fest, daß der Vorgänger des Lehrers vor fünf Jahren seinen Ehering im Garten verloren hatte.

O Einen Schatz gestohlen für den Schatz. Der Berliner Angestellte M. wollte sich durch einen Gewalt st reich in den Besitz einer größeren Summe setzen, um heiraten zu können. Er hatte ausgekundschaftel, daß die Wirtin einer Gastwirtschaft bares Geld und Schmucksachen im Ge­samtwert von über 4000 Mark besaß. M., der Stammgast in diesem Lokal war, zwängte sich durch ein enges Fenster vom Hofe aus in ihr Zimmer und eignete sich Wertsachen und Geld an. Dann betrat er den Schankraum und wollte ein Glas Bier trinken. Die Wirtin entdeckte aber den Diebstahl, hatte den M. im Verdacht und wollte seine Fest­nahme durch die übrigen Gäste veranlassen. Der junge Mann rannte, immer verfolgt von den Gästen und der Polizei, in den Keller, fuhr dort mit einem Last­aufzug in das vierte Stockwerk, kletterte über das Dach, ließ sich am Blitzableiter wieder hinunter, sprang in ein Auto und entkam. Die Kriminalpolizei ermittelte je­doch bald, daß er sehr oft die Wohnung seiner Braut auf- suchte und dann mit ihr ständig einen Spaziergang nach dem Humboldthain unternahm, wo beide gewöhnlich an der Mauer der Himmelfahrtskirche niedersaßen und Zärt­lichkeiten austpuschten. Die Beamten fanden den der Wir­tin gestohlenen Schatz hier vergraben und verhafteten nun die beiden.

O Man soll niemals heimlich naschen. In der schwä­bischen Stadt Nördlingen tranken zwei in einer Wein­handlung angestellte Mädchen heimlich aus einer Wein­flasche, die Natron enthielt. Sie starben qualvoll im Krankenhaus.

0 Eine entmenschte Mutter. In St. Didier bei Lyon machte die Gendarmerie eine grauenhafte Entdeckung. Eine alte Bäuerin hatte ihren 31jährigen Sohn, der als schwachsinnig galt, vier Jahre lang in einem Zimmer ein­gesperrt gehalten, das gegen frische Luft und Sonne ab­gedichtet war. Als der Gequälte das Tageslicht wieder­erblickte, brach er in Weinkrämpfe aus. Seine Magerkeit war entsetzlich. Er wurde sofort ins Krankenhaus ge­bracht und die unmenschliche Mutter verhaftet.

Aus vem Gerichtssaal.

§ Das Urteil im Spritschieberprozeß. Nunmehr wurde das Urteil in dem Prozeß verkündet, der sich mit den großen Spriv- schiebungen des flüchtigen Apothekers Rüben beschäf­tigte. Hermann und Heinrich Weber sowie der Geschäfts­führer des Weber-Konzerns, Dr. Kantrup, wurden schuldig befunden des fortgesetzten gemeinschaftlichen Betruges im Falle der Monopolhinterziehungen des Apothekers Rüben. Es erhielten Hermann Weber 6 Monate Gefängnis und 60 000 M. Geldstrafe, Heinrich Weber 6 Monate Gefängnis und 20 000 Mark Geldstrafe, Dr. Kantrup 3 Monate Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe.

§ Gefängnis für einen Jnflationsgewinnler. Nach vier- wöchiger Verhandlung fällte das" Gericht zu M.-Gladbach das Urteil im Prozeß gegen den Kaufmann Fritz L ö b,

Generaldirektor der Lob A.-G. irt Trier, der beschuldigt war, während der Inflationszeit eine große Zahl von Kredit- schwmdeleien betrieben zu haben. Löb wurde wegen Be­trugs in sechs, wegen Betrugsversuchs in drei Fällen und wegen Diebstahls in einem Falle zur Gesamtstrafe von zwei Jahren drei Monaten Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es, Löbe habe es wie wenige andere verstanden, in der Inflationszeit durch Schulden- machen Geld zu verdienen. Später ist er mehr und mehr aus die schiefe Ebene geraten, aber in den meisten Fallen hatte er wenigstens nicht in die eigene Tasche gearbeitet, was ihm zugute gehalten wurde.

Spiel und Sport

Sp. Städteschwimmkampf WienBerlin. Der Schwimm- kamps WienBerlin endete mit 19:18 Punkten zugunsten Berlins. Die Entscheidung wurde erst durch das letzte Rennen, die Damenlagenstaffel, herbeigeführt.

Sp. Vom Radsport. Radweftmeister L t n a r t wird zum erstenmal als neuer Radweltmeister zu den Dauerrennen aus der Stadionbahn in Frankfurt a. M. am 31. Juli starten. Der westdeutsche Berufsfahrer M ü h lh o f f ist an den Folgen seines bei den Ostender Radrennen erlittenen Sturzes ge- st o r b e n.

Sp. Das Jahn-Wetturnen in Freyburg a. d. U., bei deutlich alljährlich die besten Volksturner der Deutschen Turnerschaft ein Stelldichein geben, findet am 7. August statt.

Sp. Aus dem internationalen Boxring. Jack D e m p s e y, der Exweltmeister im Schwergewicht, hat sich sofort nach dem Kampf gegen Sharkcy von Newyork nach Los Angelas be­geben, wo er nach einer dreiwöchigen Ruhepause das Training für den Titelkampf gegen Tunney aufnehmen wird. Der Kampf TunneyDempsey wird voraussichtlich in dem so­genannten Soldatenfeld in Chikago stattfinden, das 140 000 Personen faßt. Der in Amerika weilende Europameister im Schwergewicht, P a o l t n o, ist durch den südamerikanischen Schwergewichtsmeister Campolo, den Besteger Erminio SPallas, Herausgesordert worden.

Nörse and fünftel

Amtliche Berliner Notierungen vom 27. Juli.

* Börsenbericht. Tendenz: leicht abgeschwächt. Die Beste- rung auf dem Arbeitsmarkt ließ zunächst eine freundlichere Haltung aufkommen; die Geldmarktsorgen zum Ultinw wirkten dann aber stärker ein und gaben der Börse eine Tendenz nach unten. Farben notierten 217% Prozent. Am G e l d - markt zog Tagesgeld etwas an (auf 4% bis 7 Prozent). Monatsgeld stellte sich auf 8% bis 8%. Die Privatdiskont- notiz blieb unverändert 57k

* Devisenbörse. Dollar 4,204,21; engl. Psund 20,4020,44; holl. Gulden 168,35-168,69; Danz. 81,33 bis 81,49; franz. Frank 16,43-16,48; schweiz. 80,91 bls 81,07; Belg. 58,4058,52: Italic n-22,86-22,90; schwed Krone 112,53112,75: dän. 112,40-112,62; n o rw e g. 108,49 bis 108,71; tschech. 12,4512,47; österr. Schilling 59,15 bis 59,27; poln. Zloty (nichtamtlich) 46,9247,12.

* Produktenbörse. Das herrliche Erntewetter machte die Unternehmungslust am Getreidemarkt vorsichtig. Am Wei­zenmarkt bewirkten zwar die höheren AuSlandskurse eine zeitweise Steigerung der Anfangspreise im Lieferungsgeschaft für Juli, während Herbst sich nicht voll behauptete Im Roggenhanvel sind manche Partien neuer Ware ab Schle­sien zur Einladung nach hier gehandelt. Im übrigen scheint das meiste der jetzt erfolgenden Verkaussosserten in den Pro­vinzen zu bleiben. Größere Andienungen von Westernroggen stehen bevor. Am Zeitmarkt war daher der laufende Monat nicht unerheblich gedrückt und auch für Herbst vermochten die Notierungen sich-nicht-voll-zu behaupten. Winter g e-r-sie- mar­in guten Qualitäten spärlich offeriert, in besseren Sorten für den Westen und Nordwesten noch etwas in Deckung gefragt. Hafer knapp angeboten, so daß der Bedarf, besonders des Inlandes, wieder nach Clippedhafer begehrte. Mais gutes Geschäft, zum Teil zu Brennzwecken. Mehl sehr still.

Getreide und Clfaaten per 1000 Kilogramm, sonst Kilogramm in Reichsmark.

per 100

27.7.

26. 7.

Weizkl.f.Brl.

13,7

13,7

Rogkl. s.Brl.

15.2

15,5

Raps

290-295

300 305

Leinsaat

Viki^Erbsen

44-58

44-58

kl.Speiseerb.

28-32

28-32

Fultererbsen

22-23

22-23

Peluschken

21,5-23,5

21-22.5

Ackerbohnen

22-23

22-23

Wicken

22,0-24,0

22,0-24,5

27. 7.

26.7.

Wetz märk.

pommersch.

Rogg., märk.

248-250

251-253

pommersch.

westpreuß.

Braugerste

198-206

196-202

Futtergerste

Hafer, märk.

264-271

259-266

pommersch.

westpreuß.

Letzte Nachrichten.

Berficherungs- und Kriminalbeamter in einer Person.

Berlin. Gegen den Polizeibrandermittelungskommissar Westpe wird der Vorwurf erhoben, von einer Versicherungs­gesellschaft Provisionen für aufgedeckte Schwindeleien in Empfang genommen zu haben und außerdem bei Ermitte­lungen zu rigoros vorgegangen zu sein. Es hat auch den An­schein, als ob das für Brandstiftungen zuständige Dezernat des Berliner Polizeipräsidiums bisher nichts dagegen unter­nommen hat, daß einige Beamte gleichzeitig im Dienste pri­vater Versicherungsgesellschaften gestanden haben.

Unfall in einem Bergwerk.

Waldenburg (Schief.). Ein schwerer Grubenunfall ereig­nete sich in der Segen-Gottes-Grube Zwei Bergleute waren an einem Förderkorb beschäftigt, als sich dieser plötzlich löste und 45 Meter tief hinunterstürzte. Beide Insassen erlitten so schwere Verletzungen, daß an ihrem Auskommen gezweifelt wird.

Vom Blitz erschlagen.

Bozen. Nach Blättermeldungen aus Grics wurde ein Kapuziner Pater, der mit zwei Knaben eine Partie aus die Marmolata unternommen hatte, aus dem Rückwege vom Blitz getötet. Der Blitz war in die Drahtseilsicherung des Weges gefahren, an der der Pater sich festgehalten hatte. Die beiden Knaben haben nur leichte Verletzungen davongetragen.

Verhaftungen in Siebenbürgen.

Kolozsvar. Aus Umwegen hergelangten Meldungen zu­folge wurden im siebenbürgischen Komitate Cstk führende Per­sönlichkeiten des dortigen Ungartums am Morgen des Todes­tages des Königs Ferdinand aus Grund einer im vorigen Jahre von den Behörden auf höhere Weisung zusammenge­stellten schwarzen Liste verhaftet. Das gleiche Schicksal ereilte auch die römisch-katholischen Geistlichen. Sämtliche Ver­hafteten wurden einer Leibesvisitation nach Revolvern und Messern unterzogen. Auch einige Frauen wurden verhaftet. Als Grund der Verhaftung wurde nur eine ministerielle Ver­fügung. angegeben. Die katholischen Geistl'chen wurden erst am Sonntag freigelassen, um die angeotonoten Trauermessen abhalten zu können. Ein Teil der übrigen it Haft genom­menen Personen wurde gleichfalls einige Tage später auf freien Fuß gesetzt, jedoch unter der Verpflichtung, daß sie ihre Gemeinden nicht verlassen und sich täglich bei den Sicherheits- behörden melden. Ähnliche Vorfälle werden auch aus dem Komitale Hunyad gemeldet.