5ent Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen. Der D a m m b r u ch bei E l st e r w e r d a ist noch nicht behoben, denn unter dem ungeheuren Wasserdruck sind die eingerammten Befestigungsarbeiten weggerissen worden. Die Schließung des Dammes ist dadurch um mindestens 24 Stunden verzögert worden. So ist der Flurschaden in der Gegend der schwarzen Elster noch erheblich größer geworden.
Schwere Unwetter beklagt ferner der Kreis Eleve im Rheinland. Ungeheure Sandmassen wurden von den Wyler Bergen herabgespült.
Die Gegend um Eleve gleicht einem großen See, der Landwirtschaft sind dadurch große Verluste entstanden.
In Thüringen richtete eine Windhose in den Orten Stregda und Hötzelroda große Verwüstungen an. Mehrere Häuser wurden zertrümmert und einhundert- jährige Bäume entwurzelt. Eine 16 Zentner schwere Maschine trug der Sturm 30 Meter weit fort.
In Südamerika herrschte ein Wirbelsturm, bei dem namentlich in Südchine mehrere Menschen umgekommen sind. Der Sachschaden soll' auch hier sehr groß sein.
Aus der Heimat.
für diele «Rubrik find Mitteilungen lokalen Untereres aus dem Leserkreise stets erwünscht und werden auf Wunsch bezahlt.
Wegelm u. MhiningsM im Kreise hersseld.
Die vom Kreistag im April beschlossene Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 200 000 Mk. war in erster Linie zur Verwendung für Wegebauten bestimmt, um schon jahrelang zurückgestellte Projekte zur Aus- führung zu bringen. Der Rest dieser Anleihe sollte dann als Darlehen für Wohnungsbau Verwendung finden. Weiter sollten dann noch 300 000 Mark ausgenommen werden, die nur für Wohnungsbauten zur Verfügung stehen sollten. Die inzwischen eingetretene Geldknappheit und die Erhöhung des Zins- fußes machten die Aufnahme dieser Anleihe unmöglich, es gelang nur, kurzfristig die Summe von 100 000 Mk. zu OVs Prozent Zinsen zu erhalten. Von der ersteren Anleihe von 200 000 Mk. sind nunmehr 116 000 Mk. für Wohnungsbau und 84 000 Mk. für Wegebau aus- gegeben worden. Die weiter aufgenomme Summe von 100 000 Mk. soll zum Zinssätze von 6 Prozent für Wohnungsbaudarlehen Verwendung finden, und der Kreis wird einen Zinsenzuschuß von 3^ Prozent hierbei leisten. Diese.100 000 Mk., welche der Kreis langfristig ausleihen muß, hat er selbst nur kurzfristig bekommen können, und der Kreisausschuß trägt deshalb Bedenken, noch mehr kurzfristige Gelder aufzu- nehmen. Immerhin hofft man mit den zur Verfügung stehenden Geldern auszukommen und auch etwas zu erreichen.
Das Wegebauprogramm, wie es ausgestellt war, wird in keiner Weise unter den Geldverhältnissen leiden. Die Verbreiterung des Landweges Allendorf— Kirchheim—Kemmerode wird in ca. 4 Wochen beendet sein. Die beiden Brücken bei Moyfeld und bet Letmbach sind fertig gestellt, und die Wegeverlegung bei Kohlhausen ist vergeben. Ferner sind die Wege. Verbesserungen in Heringen und Philippsthal, wie Pflasterungen und deral, fast sexM.-Füa:.all^ch Arbeiten waren 56 000 Mk. erforderlich. Es schweben nun noch zwei größere Projekte, und zwar die Verlegung des Landweges bei Biedebach, welche ca. 30—40 000 Mk. erfordern würde und die Höherlegung des Landweges Heringen-Bahnhof, da dieser Weg bei dem geringsten Hochwasser schon überschwemmt wird. Hierfür würden die Kosten ca. 90—100 000 Mk. betragen. Für beide Projekte stehen jetzt keine Anleihe- mittel mehr zur Verfügung. Das Heringer Projekt wird zur Zeit auf Antrag der Gemeinde Heringen nochmals in Kassel umgearbeitet, um eine vorgesehene Flutbrücke zu verlegen. Der Kreisausschutz steht auf dem Standpunkt, zunächst dieses Projekt zu fördern, da es ein unerträglicher Zustand ist, wenn mehrmals im Jahre die Straße nach dem Bahnhof unter Wasser steht und dieser dann nur auf größeren Umwegen zu erreichen ist. Das Biedebacher Projekt dagegen soll einstweilen noch zurückgestellt werden, bis die Lage auf dem Geldmärkte sich gebessert hat.
* Die Wiege-Wage hat ein zweites „a" bekomme». Das Reichsministerium des Inneren hat die Wieder- einführung der früheren Schreibweise für Waage, also mit zwei a, angeordnet. Die Anordnung ist auf einen Antrag des Gesamtverbandes des Deutschen Waagen- baues zurückzuführen, um Verwechselungen mit dem Worte Wagen zu vermeiden. Die Aenderung ist auch für das Eichwesen von Wichtigkeit.
Hersfeld. Der Kreistag des Kreises Hersfeld tritt am 1. August, vormittags 10.30 Uhr, zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht nur der eine Punkt: Regelung der Rechtsstellung des Kreiswiefenbaumeisters. — Der Kreistag hatte bekanntlich in seiner Sitzung vom 26. April beschlossen, einen Wiesenbaumeister zunächst auf Privatdienstver- trag mit halbjähriger Kündigung anzustellen. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß die Besetzung der neu geschaffenen Wiesenbaumeisterstelle mit einer tüchtigen und ausreichend vorgebildeten Persönlichkeit nicht möglich ist, solange der Kreistag keine Beamten- stelle für den Wiesenbaumeister geschaffen hat, auf welche ein probeweiS auf Privatdienstvertrag Auge- stellter erhoffen kann. Der Landrat wird ferner einen mündlichen Bericht über die Ausführung der Be. schlüsse des letzten Kreistages und über sonstige Ver- waltungsangelegenheiten erstatten.
Hersfeld. Wie uns vom Landratsamt mitgeteilt wird, findet die gemeinsame Verfassungs- feier der Hersfelder Behörden, die auf Grund des Beschlusses des Preußischen Staatsministeriums vom 8. Juli 1927 verunstaltet wird, unter Beteiligung wirtschaftlicher und kultureller Organisationen am Donnerstag, den 11. August d. Js. vormittags 11 Uhr in der Aula des Gymnasiums statt. Landrat Kirschbaum wird in diesem Jahre die Festrede halten. Die Ausgestaltung des musikalischen Teiles der Feier hat in dankenswerter Weise Herr Gymnasial-Gesanglehrer Fischer übernommen. Die Vertreter der Behörden und der Organisationen haben einen vorbereitenden Ausschuß gewählt, zu dem Land
rat Kirschbaum, Bürgermeister Wagner, Postinspektor Reinmöller und Lehrer Holzapfel gehören.
Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Der Tiefbruckwirbel, der noch gestern über der Nordsee lag, hat sich weiter nordostwärts verlagert und liegt zurzeit mit seinem Kern über der nördlichen Ostsee. An seiner Rückseite sind kältere Luftmaffen aus den Kontinent vorgestoßen, die uns zeitweise Ntederschläge gebracht haben. Es ist damit zu rechnen, daß die Niederschläge an den folgenden Tagen mit immer, größer werdenden Zwischenräumen auftreten. — Vorhersage bis Montag Abend: Vorwiegend bewölkt, zeitweise auch ausklärend, noch vereinzelt Regenfälle, kühl, westliche- bis nordwestliche Winde. — Witterungs- aussichten bis Dienstag Abend: Bewölkung wechselnd, etwas wärmer, noch einzelne Niederschläge, westliche Winde.
Hersfeld. fDurch einGrasblatt getötet.) Etn junges Mädchen aus Bad Lauterberg verletzt: sich mit einem scharfen Grasblatt, das es in die Lippen genommen hatte. Kurz darauf trat Starrkrampf ein, der durch den Tetanusbazillus verursacht wurde. Da dieser gefährliche Bazillus gerade in der Erde vorkommt, ist zur besonderen Vorsicht zu mahnen.
Raffel. Zu einem kaum glaublichen Vorfall kam es Freitag abend in der unteren Königstraße. Vor dem ,Hause des „Kaffee Hansa" stand ein teuerer Personenwagen, der einer hiesigen Automobilfirma gehörte. Plötzlich nahten sich verschiedene Spazier- gängergruppen, in deren einer ein jünger Mann durch lautes Sprechen und Gestikulieren auffiel. Da geschah etwas Unerwartetes. Der anscheinend betrunkene junge Mann setzte sich an das Steuer des Wagens und kurbelte an. Ehe man sich versah oder klar geworden war, um waS es sich handelte, sauste der Fahrer mit dem Wagen davon. Der jugendliche. Wagenlenker torkelte förmlich mit dem Wagen der Altstadt zu. In der Brüderstraße kam es zum ersten Zusammenstoß. Eine große Spiegelscheibe, die einem dortigen Geschäftshause gehörte, war plötzlich zer- splittert. Der Fahrer steuerte etwas rückwärts und zur Seite und trotz wilden Rufens seiner Verfolger führ er weiter Hem Altmarkt zu. Hier war es die große Spiegelscheibe, des „Rheinischen Kaufhauses", die dran glauben mußte. DaS Auto raste in die Aus- loge und zertrümmerte diese völlig. Inzwischen kamen auch Polizeibeamte angelaufen, die aber nicht ver- hindern konnten, daß der wilde Fahrer auch noch zum Schluß gegen einen Mast des Stratzenbahnstromnetzes fuhr, wobei der Wagen zum Stehen kam. Jetzt stürzten die Beamten auf den Fahrer und hoben den betrunkeuen jungen Mann aus dem Wagen. Er wurde zum Re- vier gebracht, wo er verhaftet wurde und zum Polizei- gefängnis kam. Der Mann besaß weder einen Führer- schein noch irgendwelche Kenntnisse des Fahrens.
Raffel. Innerhalb eines halben Jahres vom 1. Januar bis 15. Juli 1927 sind nicht weniger als 278 schwere und 346 leichtere Verkehrsunfälle inner- halb des Stadtgebietes zu verzeichnen. Hierin sind nicht einmal die kleineren Zusammenstöße mit Radfahrern eingerechnet. Diese erreichen, soweit sie über- Haupt festgehalten werden konnten, allein über 245.
Untersuhl bei Gerstungen.
In der Nacht vom
Donnerstag zum Freitag ant er über Dem mittleren '—® ° t a v i u— A mfte r b-a m wohlbehalten eher ^ . , *P '.P ” L ",,. 7. ""*""^" hwrh™ Nei isir^r Wnhrnff hn» Hnor nrnfcpn SFl?o
Werratale ein schweres Gewitter nieder. Gegen Mitternacht schlug ein Blitz in das Gehöft des Bürger- Meisters von Untersuhl ein und zündete. In kurzer Zeit standen die beiden Scheunen, sowie die Stallungen in Hellen Flammen und brannten bis auf die Grund
mauern nieder. An den Heu- und Strohvorräten fand das verheerende Element reiche Nahrung.
Frankfurt. Auf einen famosen Trick ist ein Schwindler verfallen, der neuerdings in den ver- schiedensten Stadtteilen auftritt. In Häusern, die ausgebessert werden und deshalb mit Gerüsten umkleidet sind, erscheint ein junger Mann, der den dort arbeitenden Leuten erklärt, daß er Glaser sei und die Fensterscheiben nachsehen müsse, ob sie auch genügend verkittet seien. Er geht durch die Wohnungen und nimmt hier und da einen Fensterflügel heraus, angeblich, weil er die Reparatur nur in der Werkstätte machen könne. Er pflegt dann die Fensterflügel auf einen Handwagen zu verladen und damit zu oer- schwinden. Man steht ihn niemals wieder, und die Hausbesitzer sind genötigt, den Mietern neue Fenster einsetzen zu lassen. Wahrscheinlich ist es dem Schwindler nur um die Glasscheiben zu tun, die er wohl verkauft. In einigen Fällen stahl er auch, was er gerade auf dem Tisch liegen sah. Der neuzeitliche Schwindler konnte noch nicht ermittelt werden.
Wetzlar. Wohin Brieftauben verschlagen werden, beweist ein Fall, der sich im Kreise Wetzlar zugetragen hat. Am Abend des 14. Juli griff ein Schmied in Erda eine flügellahme, blutende Brieftaube auf, die nach einem in französischer Sprache gehaltenen Zettel am Fuße am gleichen Tage mittags in Lomme, De- partement Nord, Arrondissement Lille, ausgelassen war. Das Tierchen hat die mehrere hundert Kilometer weite Strecke in wenigen Stunden zurückgelegt.
Von der Oberweser. In Stadtoldendorf verunglückte beim Nachhausegehen am späten Abend der über 60 Jahre alte Kaufmann Werner tödlich. Auf der Treppe trat er fehl, fiel auf den Hinterkopf und zog sich einen schweren Schädelbruch zu, was den sofortigen Tod zur Folge hatte.
Neuhaus. Ein öjähriges Töchterchen eines Landwirts, das zu seinem Geburtstag ein Zweimarkstück geschenkt erhalten hatte, steckte das Geldstück in den Mund und verschluckte es. Das Kind wurde in das Krankenhaus gebracht, wo durch eine Röntgenaufnahme sestgcsteüt wurde, daß das Zweimarkstück auf dem Grunde des Magens lag. Wenn ein natürlicher Abgang nicht erfolgt, ist eine Operation notwendig.
Schnellmaunshausen. Infolge des großen Angebots von Kirschen aus dem Eisenacher Markt wurden die Kirschenpreise derartig gedrückt, daß sich das Pfund auf 10 Pfennige stellte. Bet derartigen Preisen lohnte sich der Verkauf nicht. Auch eine Frau von hier, die mit einem Zentner Kirschen nach Eisenach gefahren war, konnte infolgedessen nicht die Unkosten decken.
Aoilandung der Zunkers-Flieger.
Der Flugweltrekord aufgeschoben, doch nicht aufgehoben!
Der Angriff aus den Langstrecken- und Dauerwelt- rekord Chamberlins, den die Piloten Loose und Risticz mit dem Junkers-Flugzeug „W. 33" versucht haben, mußte nach Wstündigem Flug aufgegeben werden, da der Motor beschädigt war. Die Notlandung erfolgte auf hügligem Gelände in der Nähe des Flugplatzes Mockau. Die Ursache für den Motorschaden liegt vermutlich darin, daß die Maschine bei dem Start einige Male wieder auf den Boden kam; diese Stöße der mit 3700 Kilogramm belasteten Maschine führten zum Verbiegen eines Brennstosfzu- leitungsrohres, was sich erst bei der Einschaltung des betreffenden Tanks herausstellte. Die beiden Piloten werden den Versuch, den 51stündtgen Flugrekord Chamberlins zu brechen, aber schon in der nächsten Woche fortsetzen und dazu dieselbe Maschine mit dem gleichen Motor benutzen.
Gleichzeitig ereignete sich in Adlershof (bei Berlin) ein schwerer Flugunsall. Dort stürzte ein Flugzeug aus 1500 Meter Höhe ab. Beim Aufschlagen aus den Boden explodierte der Benzintank und der Apparat mit den beiden Insassen verbrannte vollständig. Das Unglück soll auf einen Bedienungsfehler des Flugzeugführers zurückzuführen sein.
In Salzburg setzte sich dieser Tage ein Flugzeug in Bewegung, während noch ein Monteur an ihm arbeitete. Der Mann blieb mit dem Fuße im Gestänge hängen und machte in dieser entsetzlrchenLagedie Schleifenflüge mit. Der Pilot wurde schließlich durch Leuchtraketen auf den Monteur aufmerksam gemacht und landete. Zum großen Staunen aller Zuschauer blieb aber der Monteur unverletzt. ....... ,
—--- EMMA
Aus dem Gerichtssaal.
schwere Körperverletzung, Hauptangeklagte ist nicht
§ Gemeingefährliche Alkoholschwindler. Vor dem Schwurgericht in Offenburg wird gegen den Kaufmann Julius Bruchsaler aus Offenburg und Genosien verhandelt, die in Offenburg, Kehl und. anderen badischen Städten Methylalkohol als hochprozentigen Branntwein verkauft hatten. Zahlreiche Personen waren nach dem Genuß gestorben, andere hatten schwere Körperverletzungen erlitten oder waren erblindet. Der Hauptangeklagte ist nicht verhandlungsfähig; er befindet sich im Irrenhaus. In der Verhandlung behauptete der Mitangeklagte Bete, daß er von der Giftigkeit des von ihm verkauften Branntweins nichts gewußt habe. Es konnte ihm jedoch an Hand der von ihm selbst unterschriebenen Briefe nachgewiesest werden, daß er davon wußte. Er mußte sogar zugeben, daß er die Scheine auf den Fässern, die den Inhalt als giftig und nicht zum Genuß verwendbar bezeichneten, selbst entfernt habe. Weitere Verhaftungen werden noch vorgenommen.
§ Todesurteil für den Mörder seiner Geliebten. Der französische Großgrundbesitzer Guyot, der seine Geliebte, eine wegen ihrer Schönheit bekannte Telephonistin, auf einem Ausflug erwürgt und dann verbrannt hatte, wurde zum Tode verurteilt.
Letzte Nachrichten.
Die holländischen Flugrekorde.
Amsterdam. Auf dem Flugplatz Schiphol traf das Fokker- Flugzcug „F VII" in Beendigung des Fluges A m st e r d a m—
wurden bei ihrer Ankunft von einer große» Menschenmenge enthusiastisch begrüßt.
Die Vogelscheuche als Safe.
Pilsen. Ein reicher Grundbesitzer in Böhmen verkaufte ein paar Pferde und wollte den Erlös vor Dieben sicher auf- bewahren. Daher steckte er die Summe in einen alten Rock auf dem Boden. Nach einigen Tagen wollte er das Geld holen Der Rock war verschwunden. Große Aufregung, bis die Magd erklärte, der Rock hänge als Vogelscheuche aus dem Felde. Nun rannte er dorthin und fand tatsächlich in den Taschen des abgelegten Rockes seine Barschaften. Scheinbar waren sie bei der Vogelscheuche sicherer aufgehoben als in seinem Harfie.
Entlaufene Kamele sind gefährlich.
Kopenhagen Aus dem in Eskilstuna gastierenden deutschen Zirkus brachen drei Kamele aus. Ein Motorradfahrer wurde von einem der wildgewordeuen Wüstentiere überrannt und so übel zugerichtet, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Ein ganzes Dorf in Polen verbrannt.
Wilna. In Ziemcy im Kreise Wilna ist durch ein während eines starken Sturmes ausgebrochenes Feuer ein ganzes Dorf mit ungefähr 40 Häusern verbrannt. Das Feuer breitete sich mit derart rasender Geschwindigkeit aus, daß nichts gerettet werden konnte.
Das erste Beethoven-Denkmal in Frankreich.
Paris. Durch Unterrichtsminister Herriot wurde das im Park von Vincennes errichtete Beethoven-Denkmal eingeweiht. Es handelt sich um ein vor vielen Jahren begonnenes Denkmal, das sein Schöpfer, Josö de Charmoy, nicht vollenden konnte und das jetzt aus Anlaß der Beethoven-Jahrhundertfeier fertig- gestellt wurde. Der Feier wohnte auch der deutsche Geschäftsträger in Paris bei.
Ein Dichter als Dieb verhaftet.
Rom. Ein bekannter Mailänder Publizist und Operetten- dichter wurde unter der Beschuldigung verhaftet, an namhaften Eisenbahttdiebstählen beteiligt zu sein.
Verlobung der Witwe Carusos.
etwa 12 Mil-
Venedig. Die Witwe des großen Tenors Caruso hat sich mit dem früheren amerikanischen Botschafter in Madrid, Sir Moore, verlobt. Caruso hatte seinerzeit etwa 12 Millionen Dollar (50 Millionen Mark) hinterlassen.
Die Beisetzung König Ferdinands.
Bukarest. Die ganze Stadt war anläßlich der letzten Fahrt des Rumänenkönigs Ferdinand feierlich geschmückt.' Unter den ausländischen Fürstlichkeiten, die der Beisetzung beiwohnten, befanden sich der König von Serbien und aus Sigmaringen, der Geburtsstadt Ferdinands, Wilhelm von Hohenzollern-Sig- maringen Die Überführung der Leiche erfolgte nach Kurtea ve Arges.
Eine Leiche im Tümpel versteckt.
Berlin. In der Wuhlheide zwischen Karlshorst und Oberschöneweide wurde die Leiche eines etwa 40 Jahre alten Mannes aufgefunden, der schwere Verletzungen am Kopse hatte. Der Tote lag mit der Hälfte des Körpers in einem Morast. Passanten zogen mit Spazierstöcken den Leichnam ans Trockene und stellten fest, daß der Tote am Hinterkopf tiefe Stichwunden aufwies.
Mit dem Motorrad in den Tod.
Leipzig. An der Straßenkreuzung Attenbach—Würzen ereignete sich ein folgenschweres Motorradunglück. Ein Motorrad mit Beiwagen fuhr in ein Lastautomobil hinein. Der Motorradfahrer und seine Frau wurden auf die Straße geschleudert; sie waren sofort tot .