Aus der Heimat.
für diele Rubrik find Mitteilungen lokalen Dnferenes aus dem beferkreile liess eröüofdii und inenden auf Wunidi bezahlf.
Juli.
„Klingt im Wind ein Wiegenlied, Sonne warm herniedersieht, Seine Ähren senkt das Korn, Rote Beere schwillt am Dorn, Schwer von Segen ist die Flur — Junge Frau, was sinnst du nur?"
So fingt einer unserer größten Lyriker, singt Theodor Storm, vom Juli. Der Monat der Reife, der Monat der Ernten ist er: in ihn fällt der Schluß der Heuernte, in ihn ein schöner Teil der Obsternte, in seine Schlußtage der Beginn der Getreideernte. „Seine Ähren senkt das Korn" und alles harrt angstvoll und bangend des Segens, den der Juli bringen soll und der gar oft genug durch Hagel- schläge, durch zündende Blitze vernichtet wird, ehe er in die Scheuer gelangt. Warm brennt die Sonne vom Himmel, denn der Juli ist der eine der beiden heißen Monate unseres Jahres — sollte es wenigstens sein. Für einen großen Teil Deutschlands fallen in den Juli die großen Sommerferien, die man bezeichnenderweise früher „Hitzeferien" genannt hat, ein Beweis dafür, daß es damals mit der Julihitze seine Richtigkeit gehabt haben muß. Und beginnen denn nicht auch im Juli, so um das Monatsende herum, die gefürchteten Hundstage? Das heißt: jetzt fürchtet man sie kaum noch, denn sie haben in all den letzten Jahren kaum gehalten, was man von ihnen zu erwarten berechtigt war. Aber darum kann man sich des Julis doch aufrichtig freuen, denn man kann ihm, mag er auch manchmal sehr aus der Art schlagen, nicht abstreiten, daß er immerhin der richtige Sommer ist. Aus seiner Geschichte ist zu sagen, daß er einst nicht des Jahres siebenter, sondern fünfter Monat war, weil die alten Römer, die ja unsere Kalendermacher waren, das Jahr erst mit dem März begannen. „Quintilis", das heißt: fünfter Monat, wurde er damals genannt, und den Namen Juli erhielt er erst viel später nach Julius Cäsar, der im Quintilis geboren worden war. Unsere germanischen Ahnen aber hießen den Juli auf gut deutsch „Heuert", was mit Heumonat zu übersetzen ist. Und nun sei noch gesagt, daß mehrere Tage des Julis, nach den guten alten Bauernregeln, ernste Lostage sind, Tage, bie das Wetter der kommenden Zeit mitbestimmen helfen; zu diesen Tagen, auf die man zu achten hat, gehören: Ma> riä Heimsuchung (2.), Sieben Brüder (10.), St. Marga. reta (13.) und der Jakobstag (25.).
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Gasfernversorgung.
Die Landesverwaltung (Landeshauptmann in Hessen) in Kassel teilt uns mit:
Am 29 Juni 1927 fand im großen Sitzungssaal des Ständehauses eine Sitzung des provisorischen Arbeitsausschusses der Jnteressenten-Gemeinschast zum Studium und zur Beratung in Fragen der Gasfernversorgung unter dem Vorsitz des Herrn Landeshauptmanns von Gehren statt
Diesem Ausschuß gehören an:
Die Vertreter der gasproduzierenden Kommunalverbände, der gasverbrauchenden Kommunalverbände, ferner die Oberhessische Provinzialregierung^ die Landesregierung von Walde ek, der Elektrozweckoer- band und der Bezirksverband für den Regierungs. bezirk Kassel.
Es waren zu dieser Sitzung als Referenten geladen: als Vertreter der Kohlenverwertungsgesell- schaft in Essen, der Beigeordnete Seippel und als Vertreter der Braunkohlenindustrie Dr. Färber aus Leipzig Diese beiden Herrn hielten zunächst eingehende Vorträge, in denen sie die nach ihrer Meinung bestehenden Vorzüge der Gasfernversorgung ausein- andersetzten.
Der Entwurf für die Statuten einer Interessen- ten-Gemeinschaft für Gasfernversorgung wurde nach eingehender Beratung angenommen und damit die Grundlage für ein ausschließliches Weiterarbeiten auf diesem aktueNsten Wirtschaftsgebiet geschaffen.
Aufgabe dieser Jnteressenten-Gemeinschast ist, zwischen Erzeugern und Verbrauchern in dem Be- zirk der Gemeinschaft vermittelnd zu wirken und dafür zu sorgen, daß eine unwirtschaftliche Zersplitterung und eine Beeinträchtigung künftiger Entwickelungs- Möglichkeiten vermieden wird.
Weiter wurde ein Vertragsentwurf beraten, der das Rechtsverhältnis zwischen den gasproduzierenden Kommunalverbänden und den Besitzern des Straßen- geländes regeln sollte.
Die Versammlung nahm zu diesem Entwurf ein- gehend Stellung und gab ihre Wünsche kund, die heute dem Landesausschuß weiter beschäftigen werden. AIs interessantester Punkt aus diesem Teil der Verhandlungen mag erwähnt werden, daß der Gedanke erörtert wurde, Gesellschaften zn gründen deren Aufgabe es ist, die Verteilung des Gases vorzunehmen, das von größeren Kommunen usw, die im Besitze moderner Gaswerke sind, produziert wird.
Der Entwurf eines Gaslieferungsvertrages der das Rechtsverhältnis zwischen den gasverbrauchenden Gemeinden und den gasproduzierenden regeln soll, ist wegen der vorgerückten Zeit auf die nächste Sitzung vertagt worden.
* Schlechter Stand der Bienenvölker. Die Imker im Reich, besonders in der Oldenburger Gegend, klagen sehr über den Stand ihrer Bienenvölker. Infolge der dauernd kalten und nassen Witterung waren die Völker am Ausflug verhindert, sodaß die Blüte- zeit ohne Gewinn vorübergegangen ist. Die Folge ist das Eingehen vieler Völker.
Hersfeld. Endlich naht heute die langersehnte Stunde, in der in unseren Schulen die großen Ferien beginnen! Vier Wochen! Welch schöne Zeit! Nur wollen wir hoffen, daß die Sonne uns hold bleibt und beim Schulbeginn am 3. August sonnengebräunte Gesichter mit strahlenden Augen von Erholung und Ferienfreuden erzählen können.
Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Der Einfluß des westlichen Tiefdruckwirbels hat sich in Westdeutschland bereits durch Bewölkungszunahme und stellenweise Gewittertättgkeit bemerkbar gemacht. Es steht zu erwarten, daß an den kommenden Tagen
die Gewittertättgkeit sich verstärken wirb ohne, daß nachhaltige Abkühlung eintreten wird. — Vorhersage bis Samstag Abend: Heiter bis wolkig, warm, Gewitterneigung, südliche bis südwestliche Winde.
Hersfeld. Vorsicht beim Ktrschenessen! Wir stehen in der Zeit der Kirschenreife. Es kann aus diesem Anlaß nicht oft und eindringlich genug an Eltern und Kinder die Warnung gerichtet werden, Vorsicht walten zu lassen und Maß zu halten beim Essen dieser niedlichen, süßen und sehr gesunden Früchte. Besonders achte man darauf, die Kirschen- kerne nicht aus Bequemlichkeit mit dem Fletsche hin. unterzuschlucken; nicht nur Magenbeschwerden, sondern auch Operationen und der Tod können die Folge dieser unverzeihlichen Fahrlässigkeit sein. Da aber die Kirschen nicht selten noch mehr Durst machen alS vordem, so hüte man sich, gleich danach Wasser zu trinken. Viele muhtenkwe, en dieses Leichtsinns schon ihr Leben lassen.
Kassel. Einen älteren Kaufmann hatten Geld- sorgen derart aufgerieben, daß er beschloß, seinem Leben ein Ende zu machen. Zu dem Zwecke rieselte er sich in ein Zimmer seiner Wohnung ein, öffnete den Gashahn und steckte sich im Sessel sitzend eine Zigarre an. Dieser letzte irdische Genuß sollte ihm zum Verhängnis werden. Plötzlich setzte sich das aus- strömende Gas an der Ztgarrenglut in Brand und mit einer das ganze Zimmer erfüllenden Stichflamme saß der Selbstmordkandidat da. Mit furchtbaren Brandwunden wurde er in das Landeskrankenhaus überführt. Hier erlag er am Donnerstag seinen schweren Verletzungen.
Rotenburg a. F. Am 1. April 1928 läuft die Wahlperiode unseres Bürgermeisters ab. Auf der Tagesordnung der letzten Stadtverordnetensttzung stand Beschlußfassung über die Ausschreibung der Bürgermeisterstelle zur Beratung. Von den bürger- lichen Stadtverordneten wurde vorgeschlagen, die Ausschreibung der Stelle bis zum Herbst zu vertagen. Diesem Autrage stimmte die Linke und einige bürger» liche Stadtverordneten trotz der Warnung des Stadt- verordneten-Vorstehers wegen der für die Stadt entstehenden finanziellen Nachteile nicht zu. Bei der öffentlichen Abstimmung waren 8 Stadtverordnete in der Mehrheit für die Ausschreibung der Stelle.
Frankfurt a M. In der Nacht zum Sonntag sollte ein Händler wegen ruhestörenden Lärms in der Alt- stadt von Polizeibeamten sistiert werden. Er setzte seiner Festnahme jedoch Widerstand entgegen. Ein Trupp von ungefähr 15 Menschen, der sich inzwischen gesammelt hatte, nahm Partei für den Händler und griff die beiden Polizeibeamten an. Einer der Angreifer bekam dabei von einem Beamten mit einem Gummiknüppel einen Schlag über den Kopf, daß er zusammenbrach. Der 25 Jahre alte Fuhrmann Spiller drang darauf mit einem feststehenden Messer auf die Beamten ein. Einer derselben machte jedoch von seiner Schußwaffe Gebrauch und verletzte den Fuhr. Mann durch einen Bauchschuß schwer. Er mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo er inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist.
Gießen Ein schwerer Unfall ereignete sich Mittwoch früh auf der Main-Weserbahn zwischen Lollar und Gießen. Der 14 Jahre alte Erb aus Treis a, d, Lumda, der mt^ dem Arbeiterfrühzug nach seiner Lehrstelle in Gießen fuhr, hatte sich unterwegs zu weit auS dem Abteilfenster herausgebeugt, so daß er von einem in voller Fahrt entgegenkommenden Güter- zug schwer am Kopf getroffen wurde und blutüber. strömt ins Abteil zurücksank. Mit einem schweren Schädelbruch wurde er in die Chirurgische Klinik in Gießen verbracht, wo er lebensgefährlich verletzt dar. niederliegt. Der junge Mann ist der einzige Sohn einer Witwe.
Flabungen (Rhön). Auf der Hochrhön bei Fladungen 10 Minuten vom schwarzen Moor, wurde für Touristen und Rhönfreunde, eine Sennhütte eingerichtet, die bewirtschaftet ist und auch Gelegenheit zum Ueber- nachten bietet.
Bad Salzschlirf Unser Ort tritt am 31. Juli mit einer größeren reitsportltchen Veranstaltung an die Orffentlichkeit. Neben den reiterlichen Wett- sümpfen gelangen sieben internationale Windhundrennen mit Vorläufen zum Austrag. Für die Wind- Hundrennen sind bereits über 80 Hunde genannt, u. «.Zusagen aus der Schweiz und Holland.
Gelldorf (Krs. Minden). Während einer Polier- abendfeier entfernte sich der 22jährige Verkäufer Heine plötzlich aus der Gesellschaft und erschoß sich neben dem Festlokal. Seine Freunde fanden ihn tot auf der Wiese liegend. •
Gerichtsferien.
Von Justizoberinspektor Karl Fuchs (Neust).
Schon die alten Römer stellten die Ausübung gerichtlicher Handlungen bei besonderen Anlässen, etwa bei gefährlichen Kriegen oder beim Ableben des Kaisers, ein und nannten diese Zeit des Stillstandes der Rechtspflege: Feriae. Gerichtsserien waren außerdem (für die Dauer von je 30 Tagen) im Sommer und im Herbst. Unsere Altvordern haben diese Feriae von den Römern übernommen und verlegten sie in die Sonimcr- monate, in die Erntezeit. Während der Ernte ist die Land- ^wirtschaft besonders stark in Anspruch genommen, da blieb wenig Zeit zum Prozessieren. Folgend dem alten Rechtssatz: „Binnen gebundenen Tagen soll man nicht rechten!" wurden dann auch später durch das jetzt geltende Gerichtsverfassungsgesetz die Gerichtsferien reichsgesetzlich auf die Zeit vom 15. Juli bis 15. September festgelegt. Es ruhen alsdann solche Geschäfte, die nicht besonderer Beschleunigung bedürfen.
Irrig wäre es nun aber, sich die Ferien derart vorzu- stellen, datz die Gerichte für lange zwei Monate in einen tiefen Dornröschenschlaf fielen und daß jedermann erst auf das Aufwachen am 16. September warten müsse, um seine berechtigten Ansprüche verfolgen zu können. Es sind vielmehr im Gerichtsverfassungsgesetz und in dem Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit zahlreiche Sachen, die keinen Aufschub erleiden, ausdrücklich zu Feriensachen erklärt worden.
Solche Feriensachen sind zunächst die gesamten Strafsachen; man ist also weil davon entfernt, den kleinen und großen Verbrechern eine Zeit des Gottesfriedens einzuräumen. Sodann werden Sachen, die A r r e st e und Einstweilige Verfügungen betreffen, gleichfalls während der Ferien bearbeitet, ferner auch Streitigkeit zwischen Vermieter und
Mieter, zwischen Dienstherrschaft und Gesinde, zwischen Arbeit- gebern und Arbeitnehmern aus dem Dienst- oder Arbeitsverhältnis. Endlich sind Feriensachen alle Wechselsachen, Unterhaltsansprüche unehelicher Kinder, Metz- und Marktsachen und Streitigkeiten über Fortführung eines angesange- nen Baues.
Darüber hinaus kann bei den Verfahren vor den Amtsgerichten das Gericht auch andere alS dringlich bezeichnete Sachen zu Feriensachen erklären; die Praxis der letzten Jahre hat gelehrt, daß die Gerichte den Parteien hierbei ein weitgehendes Entgegenkommen zeigen, wie eS auch dem Wunsche der Justizverwaltung entspricht.
Aus das Mahnverfahren, das Kostensestsetzungs- und Zwangsvollstreckungsverfahren sind die Gerichtsferien gleichfalls ohne Einfluß, wie auch auf das Konkurs- und Geschäftsaufsichtsverfahren.
Vom 1. Juli 1927 ab werden die Gewerbe- und Kausmannsgerichte aufgelöst und den Amtsgerichten als „Arbeitsgerichte" angegliedert. Alle vor diesem Gericht zu verhandelnden Sachen werden durch die Ferien nicht beeinflußt.
Handel und Verkehr eines Volkes, das in schwerem wirtschaftlichen Ringen an dem Wiederaufbau arbeitet, verträgt keinen Stillstand. Firmen, Gesellschaften und Genossen- schaften, die neu gebildet oder in denen Veränderungen vorgenommen werden, müssen auch während der Sommermonate die Möglichkeit haben, in das Handelsregister eingetragen zu werden; daher lausen auch diese Geschäfte bei Gericht weiter. Auch Grundbuch - und Auswertungssachen werden während der Ferien bearbeitet. Auch aus die Tätigkeit des V ormundsch a sts- und des Nachlaß- gerichtes sind die Gerichtsserien ohne Einfluß.
Tatsächlich kommt es also in der Hauptsache daraus hinaus, daß die Ferien keine Ferien im wahren Sinne des Wortes sind, weil fast die gesamten Geschäfte weitergehen.
Letzte Nachrichten.
Die Rückzahlung der MttelsiandSlredite.
Berlin. Im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages wurde bei Behandlung eines deutschvolksparteilichen Antrages über den Rückzahlungstermin für die seitens des Reiches gegebenen Mittelstandskredite folgende Erklärung der Reichsregierung abgegeben. Die Frage der Rück- ^ihlung der vom Reich im Sommer 1925 den Sparkassen und Kreditgenossenschaften zugeteilten Mittel für die Gewährung von Mittclstandsdarlehcn hat im März vorigen Jahres den Gegenstand eingehender Beratungen zwischen den beteiligten Kreisen und der Reichsregierung gebildet. In dieser Besprechung bestand Einverständnis dahin, daß die an sich im Juni 1926 zur Rückzahlung fälligen Mittelstandskredite nochmals aus sechs Monate verlängert werden sollten, daß jedoch von diesem Zeitpunkt ab die Kredite seitens der Zentralkreditinstitute in vierteljährlichen Raten zu je 25 Prozent an das Reich zurückzuzahlen seien. Man war der Auf- fassung, daß die Kreditinstitute in der Lage und bereit sein würden, in besonderen Fallen ihren Kreditnehmern die Darlehen aus eigenen Mitteln weiter zu belassen. — Die erste Tilgungsrate ist im März d. I., die zweite in diesem Monat S geworden. Der Reichsregierung sind keinerlei Klagen jer zur Kenntnis gekommen, daß dieser Weg zu irgendwelchen nennenswerten Schwierigkeiten gesührt hat: angesichts der bei den Sparkassen und Kreditgenossenschaften bestehenden Geldflüssigkeit einerseits und der Besserung der wirtschaftlichen Lage andererseits steht auch nicht zu erwarten, daß sich Schwierigkeiten noch ergeben werden. Die Reichs- regierung ist daher der Ausfassuna. daß uack d.>r K„wE>,»g, die nte Dtugc mzwqqen genommen haben, nichts zu einer Änderung der festgelegten Rückzahlungstermine zwingt. Der Antrag wurde durch diese Erklärung vom Ausschuß für erledigt erklärt.
Steigerung der Lebenshaltungskosten.
Berlin. Die Reichsinderziffer wird vom Statistischen Reichsamt mit 147,7 (Vorwoche 146,5) berechnet.
Heidelberg nächster Tagungsort des Reichsstädtebundes.
Görlitz. Entsprechend dem Vorschlag des Gesamtvorstandes bestimmte der Reichs städtebund Heidelberg zum nächstjährigen Tagungsort für die Mitgliederversammlung des Reichsstädtebundes.
Das neue sächsische Kabinett.
Dresden. Ministerpräsident Heldt hat die Ernennung des Kabinetts vorgenommen. Bestätigt in ihren Ämtern wurden Dr. Kaiser (Volkspartei), Volksbildungsminister; Weber (Wirtschaftspartei), Finanzminister; Professor Dr. Apelt (Deutsche Demokratische Partei), Innenminister und E l 8 n e r (Altsozialist) als Arbeitsminister. Neu in das Kabinett treten ein Dr. v. F u m e 11 i (Auswertungspartei) als Justizminister und Dr. Krug v. Nidda (Deutschnationale Partei) als Wirtschastsminister. Die Frage des stellvertretenden Ministerpräsidenten ist noch nicht geklärt.
Autounglück infolge von Trunkenheit.
Düren. Auf dem Kaiserplatz geriet ein von sieben Personen besetztes Auto infolge falscher Steuerung auf den Burgersteig und prallte gegen ein Eckhaus. Die Insassen, die unter das umstürzende Auto zu liegen kamen, wurden schwer verletzt. Es handelt sich um junge Leute, die anscheinend in angeheitertem Zu st and waren.
Norwegen feiert Stresemann.
^jm Der norwegische Ministerpräsident Z u k k e gab zu Ehren des Reichsministers Dr. Stresemann ein Frühstück. Er führte in einer Rede aus, daß das norwegische Volk die diesmal erfolgte Verteilung des Nobelfriedenspreises mit ß,j„er Zufriedenheit ausgenommen habe. Die jabr- Hunderte alten Beziehungen zwicken Norwegen und bringen es mit sich, daß wir die Bestrebun- ^ k? a,b -tschen Regierung, die darauf hinzielen, die Wirt- und den allgemeinen Wohlstand im 6Äru^ m" »«'->- «»'---«- und mt.
Vom Büchermarkt.
Die deutsche Mark von 1914 bis 1924. Dieses im philatelistischen Verlag von E. Schuster in Nürnberg GabelSbergerstr. 62 erschienene Büchlein dürfte allgemein Interesse erwecken. Das Werkchen bringt im ersten Teil sämtliche deutsche Reichsbanknoten, ReichS- kassen- und Darlehenskaffenscheine der BorkriegS-, Kriegs- und Inflationszeit von 1 Mark bis zum 100 Billionenschein nebst erläuterndem Text, sodaß man über alle Einzelheiten, sowie über den Sammelwerk der einzelnen Scheine unterrichtet wird. Der 2. Teil enthält die Briefmarken des Deutschen Reiches von 1914 bis 1924 (von der 2 Pfg-Germania- bis zur öO-Milliarden-Marke) mit allen Nebenausgaben, Provisorien und Dienstmarken in guter photographischer Wiedergabe auf bestem Kunstdruckpapier. DaS Werkchen, das 64 Seiten umfaßt, stellt eine interessante Chronik über eine hinter unS liegende schwere Zeit dar. Der Preis desselben beträgt 1 Mark.