Einzelbild herunterladen
 

^ Nah <mb Jern,

O Der Erfinder der Zählmaschine ein Schwindler. Der Lljäbrige Nürnberger Student Eiffland, der eine Zählmaschine für Hart- und Papiergeld erfunden haben wollte, für die die Reichsbank 1,6 Millionen Mark, ein amerikanisches Konsortium gar 6 Millionen Dollar ge­boten haben sollte, ist in Wirklichkeit ein Hochstapler. Er schickte wohl verschiedenen in- und ausländischen Banken Zeichnungen der angeblich genial erdachten Zählmaschine ein, doch konnte man hieraus durchaus nichts erkennen, was auf Erleichterung des Geldzählens schließen ließe. Die Reichsbank bat ihn um Vorführung seiner Erfindung. Er verlangte aber nur nach Wässerreichenpapier und zeigte den begierigen Kassenbeamten nichts. Das war ver­dächtig. Man benachrichtigte daher die Kriminalpolizei, die ihn aber nicht mehr erwischte. Eiffland hatte den Besuch bei der Reichsbank dazu benutzt, Briefpapier und Formulare zu stehlen, und wies eine Bank in Bayern an, hm 25 000 Mark auszuzahlen. Er bekam sie auch an- tandslos, denn erst bet der Verrechnung mit Berlin ergab ich, daß der angebliche Eiffland ein gerissener Hochstapler st. Sein richtiger Name konnte noch nicht festgestellt werden.

O Überfall auf ein fahrendes Auto. Auf das Auto des Gastwirts Heeschen wurde aus der Hasloher Chaussee bei Hamburg ein großer Feldstein geschleudert, der die Glas­schutzscheibe zertrümmerte. Im gleichen Augenblick schwang sich ein Mann auf das Trittbrett des Autos und brächte dem Gastwirt mit einem dolchartigen Messer einen Stich oberhalb des Auges bei, der in das Gehirn drang. Das führerlos gewordene Auto stürzte in den Chaussee­graben. Der Wegelagerer versuchte nun, die Frau zu ver­gewaltigen. Bei dem Ringen wurden beide erheblich ver­letzt. Beim Herannahen eines anderen Autos ergriff der Bandit die Flucht. Mitglieder des Hastedter Reiterver­eins machten sich an die Verfolgung und es gelang später, als Täter den 24jährigen Gärtner Schenkat aus Quickborn sestzustellen, der jetzt den wilden Mann spielt. Der Gast­wirt wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus übergeführt.

O Verwandlung eines Mädchens in einen Mann. Die 27 Jahre alte Porzellanarbeiterin Anna Emilie Senf in Kahla in Thüringen hat bet den Behörden beantragt, sich künftig Erich Arno Senf nennen zu dürfen. Es hat sich nämlich bei einem operativem Eingriff ergeben, daß Anna Emilie kein Mädchen, sondern ein Mann ist. Derartige anatomische Wunder sind schon mehrfach vorgekommen.

O Zigeuner rauben ein Schulkind. In Lamstedt (Provinz Hannover) entführten Zigeuner das 14jährige Schulmädchen Grete Meyer. Nachforschungen nach dem entführten Kinde sind bisher ergebnislos verlaufen.

O Drei Opfer eines Motorradunglücks. Auf der Chaussee zwischen Nhade und Buer fuhren drei junge Leute mit einem Motorrad bei 80 Kilometer Geschwindig­keit in einer scharfen Kurve gegen einen Baum. Alle drei erlitten so schwere Verletzungen, daß zwei von ihnen bald darauf starben, während der dritte mit dem Tode ringt.

O Eine Rieseneiche auf rheinischem Grund. Bei Ver­tiefungsarbeiten im Kehler Rheinhafen wurde eine riesige Eiche zutage gefördert. Der Baum war 20 Meter lang und der Stamm hatte am Anfang des Ästekranzes 2,65 Meter Durchmesser. Um ihn aus dem Wasser zu heben, mußte er von einem Taucher an mehreren Stellen ge­sprengt werden.

O Massenvergiftung durch bodenlose Unvorsichtigkeit. In einer Fabrik ätherischer Ole in Mißlitz (Tschechoslowakei) I beschäftigte Arbeiter fanden auf dem Boden mehrere I Flaschen mit verschiedenen Flüssigkeiten. Die Arbeiter |

rosteten von dem Inhalt der Flaschen und elf von ihnen tranken größere Mengen. Kurze Zeit darauf wurden sie von heftigem Unwohlsein befallen; drei Arbeiter sind bereits gestorben, ein vierter liegt hoffnungslos danieder. Wie festgestellt wurde, handelt es sich um eine Vergiftung durch Nitrobenzol.

0 Entsetzliche Roheiten im Alkoholrausch. In Mieltschin bei Witkowo (ehem. Provinz Posen) zechten in einem Gasthaus drei Männer mit einer älteren verheirateten Frau. Im Alkoholrausch begossen dann die Zecher die wehrlose Frau mit Teer und Spiritus und zündeten sie an. Das Opfer dieser unmenschlichen Tat hat furchtbare Brandwunden erlitten.

0 Das Hochzeitsbett muß neu gekauft sein. In Neapel hat sich ein 22jähriges Mädchen am Abend vor der Hochzeit vergiftet, weil der Bräutigam entgegen seinem Versprechen das Hochzeitsbett alt gekauft hatte.

0 22 Opfer eines Mörders. Ein großes Aufgebot von Polizeibeamten aus Manitoba und Saskatschewan (Ka­nada) und ein Dutzend Polizeibeamte der Vereinigten Staaten verfolgen einen L u st m ö r d e r, der vor einigen Tagen aus Winnipeg verschwand, nachdem er eine Frau und ein junges Mädchen in brutalster Weise ermordet hatte. Die Gesamtzahl der von ihm erwürgten Opfer, ein­schließlich eines 18 Monate alten Kindes, beträgt jetzt 22. Die Bevölkerung hat dem Mörder den NamenGorilla­würger" gegeben.

Bunte Tageschroni?.

Dresden. Der russische Volkskommissar Prof. Dr. Tar- r a s s e w i t sch nahm sich in dem Dr. Lahmannschen Sanato­rium auf dem Weißen Hirsch das Leben. Das Motiv der Tat ist nicht bekannt, er soll allerdings früher schon Selbstmord­versuche unternommen haben.

Schwerin. Bei den Erneuerungsartikeln auf einer der drei Nebelbrücken stürzte ein Kran um, wodurch, zwei Arbeiter ver­letzt wurden.

Satznitz. Zwischen Saßnitz und Lancken auf Rügen ist der Bau einer A u t o st r a ß e begonnen worden. Die Straße führt durch einen schluchtartigen, mit einem Wasserlaus gefüllten Einschnitt, in den ein etwa 30 Meter langer Tunnel eingebaut werden muß.

Zoppot. Der älteste Schwimmer Deutschlands, der Rentier Richard Krause in Zoppot, der 1835 geboren ist, ist im Alter von 92 Jahren gestorben.

Prag. Die Polizei hat bet dem Führer der Faschisten- organisation in Laun 70 Militärgewehre und eine große Menge Munition beschlagnahmt.

Bukarest. Der Distrikt Soroea jm nördlichen Bessarabien wurde von einem schweren Orkan und heftigen Wolkenbrüchew heimgesucht. Mehrere Dörfer wurden völlig unter Wasser ge­setzt und viele Leute getötet.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Acht Jahre Gefängnis für Käthe Hagedorn. Die Kindermörderin Käthe Hagedorn in Duisburg wurde wegen zweifachen Totschlags und Sittlichkeitsvergehens zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Die Untersuchungshaft von elf Monaten zwei Wochen wird angerechnet. Der Ange­klagten wurden in der Urteilsbegründung mildernde Umstände zugebilligt. Gegen den von Zeugen der Anstiftung oder Bei­hilfe beschuldigten Hypnotiseur Schillowski reichen diese Aus­sagen nicht aus, um eM Nntcrfnchnng zu rechtfertigen.

§ Verurteilungen wegen Landesverrats. In den letzten Wochen hat der Strafsenat des Oberlandesgerichtes in Kö­nigsberg in vier Prozessen sechs Personen wegen Landes­verrats zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen verurteilt. Mit vier Jahren Zuchthaus wurde Gustav Wallat aus Tilsit be­straft, weil er versucht hatte, sich Schriftstücke von einem früheren Heeresangehörigen anzueignen, deren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidigung erforder­lich ist.

Dörse und Handel.

^' Amtliche Berliner Notierungen vom 16. Juni.

"* Börsenbericht. Tendenz fest. Die Erklärung über die nun beendigte Einschränkung der Börsenkredite löste eine, zuversichtliche Stimmung aus. Auch die aus Genf Vorliegendent Nachrichten trugen zu einer Besserung der Wirtschafts-i auffassung bei. I. G. Farbenaktien, das Hauptpapier oerg Börse, besserten sich von 271 auf 279% Prozent, einzelne Werte! erzielten Kurssprünge von 20 Prozent. Am Geldmarkt! war die Situation unverändert. Tägliches Geld bedang 3,75 bis 5,50 Prozent, Termingeld 8,25 Prozent. Privatdiskonten blieben unverändert.

* Die Einschränkung der Börsenkredite. Der Vorsitzende des Börsenvorstandes und der Staatskommissar an der Ber­liner Börse hatten Gelegenheit, die augenblickliche Börsenlage mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht zu besprechen. In dieser Aussprache konnte mit Befriedigung festgestellt werden, daß an der Börse selbst die Report- und Lombardposttionen um mehr als 50 Prozent gegen Ultimo April zurückgegangen sind und somit das durch die Maßnahmen vom 12. Mai er­strebte Ziel des Abbaues an der Börse bereits erreicht ist. Mit anderen Worten heißt das, daß die Summe der zu Speku­lationszwecken verwendeten Gelder von 1,5 Milliarden auf rund 750 Millionen Mark verringert wird.

*' Devisenbörse. Dollar 4,214,22: engl. Pfund 20,4720,51; holl. Gulden 168,92169,26; Danz. 81,39 bis 81,55; franz. Frank 16,5016,54; Belg. 58,5358,65; schwetz. 81,0781,23; Italien 23,4023,44; schwed. Krone 112,91113,13; d än. 112,71112,93; norweg. 108,94 bis 109,16; tschech. 12,48-12,50; österr. Schilling 59,29 bis 59,40; poln. Zloty (nichtamtlich) 47,0547,25.

* Die Reichseinnahmen betrugen im Mai 622 Millionen Mark und sind 20 Prozent größer als im Vorjahre.

* Produktenbörse. Es bleibt nach wie vor die Witterung, welche die Markttendenz für Getreide bestimmt, daher wär auch bet der heutigen wärmeren Temperatur und dem herr­schenden Sonnenschein die Abschwächung für Wetzen wie auch für Roggen nicht überraschend. Die ausländischen Cif- forderungen für Weizen waren wenig verändert, aber hier fehlt es auch an Reflektanten, zumal die noch immer nicht ganz behobenen Ausladeschwiertgkeilen für die großen Getreide- ankünfte in Hamburg die zweite Hand vermehrt in den Markt führte. Im Zeitgeschäft blieb Weizen mäßig abgeschwächt, während für Roggen die Lieferungspreise bis zu 2 M. nach- ließen. Die Kauflust der Mühlen fehlt gegenwärtig für Brot­getreide fast ganz und das in alter Inlandsware ein wenig reichlichere Angebot ist selbst zu den ermäßigten Preisen kaum unterzubringen. Das Mehl geschäft ist zu großem Teil ins Stocken gekommen. Gerste ruhig. Hafer hatte nur mäßiges Angebot. Der Konsum hreift zögernd zu, da die billigeren Auslandsofferlen zur Vorsicht mahnen. Mais hatte vormittags ruhiges Geschäft, per spater lag der Artikel schwach.

Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark.

IM-

15. 6.

16. 6.

15. 6.

Weiz., märk.

305-808

Weizkl.f.Brl.

15,0-15,2

15,2-15,5

pommersch.

Rogg., märk.

280-282

280-282

Rogkl. s.Brl. Raps

17,5-17.7

18,0

pommersch.

Leinsaal

westpreuß.

-

Vikt.-Erbsen

42-55

42-55

Braugerste

241-275

241-275

kl.Speiseerb.

27-30

27-30

Futtergerste

Fultererbsen

22-23

22-23

Hafer, mark.

254-260

254-260

Peluschke»

20-22

20-22

pommersch.

Ackerbohnen

21-23

21-23

westpreuß.

Wicken

22,0-24,5

22,0-24,5

Weizenmehl

Lupln.,biaue

15,0-16,0

15,0-16,0

P. 100 kg fr.

Lupin., gelbe

16.0-18.0

16.0-18,0

Bln.br.inkl.

Seradello

Sack (feinst.

Raps'uchen

15,4-15,8

15,6-16,1

Mrk. u.Rot.

37,5-39,5

37,5-39,5

Leinkuchen

19,6-19,8

20.5-20,8

Roggenmehl

Trockensckw'

12,6-13,2

12,9-13,4

P. 100 kg fr.

Soya-Schrot

19.6-20,0

19,5-20.0

Bcrljn br.

Torfm 30/70

inkl. Sack

35,7-87,7

36,0-38,0

Karwsielslck

31,6-31,8

BklmtmchuW«

Hersfeld, den 11. Juni 1927.

Für das Landratsamt und Versicherungsamt ist bei der Kreissparkasse hier das Kontokorrentkouto Nr. 942 eingerichtet worden. Alle an die Bürokasse des Landratsamts (nicht Kreisausschuß) zu leistenden Zahlungen z. B. Verwaltungsgebühren, Gebühren für Pässe und Ausweise usw. können auf das Konto ge­leistet werden. In den Ueberweisungen muß angegeben werden, wofür das Geld bestimmt ist. Die Kreisspar- kaffe hat Postscheckkonto Nr. 15360 Frankfurt a. M.

Es wird gebeten, Briessendungen kein Bargeld bei- zufügen.

Der Landrat.

I. V.: I l l g n e r.

Im Handelsregister Abt. B ist zu Nr. 51

Mord-StM-Gesell- fdiiift m. 6. H. Hersfeld

eingetragen worden:

Der Kaufmann Ludwig Reuther, Bad Homburg ist als Geschäftsführer ab­berufen.

Hersfeld, d. 16. Juni 1927.

Das Amtsgericht.

H

Hersfeld, den 10. Juni 1927.

Vom Tierarzt Höxter in Treysa werden Versuche mit einem Heilmittel gegen ansteckende Blutarmut der Pferde gemacht. Der Bezirksverband übernimmt den Anteil der Kosten nach Maßgabe der Bekanntmachung vom 6. Mai 1926 (Regierungsamtsblatt S. 117), vor­läufig jedoch nur für eine beschränkte Zahl nachgewiesen anämiekranker Pferde. Anträge zur Behandlung sind bei Tierarzt Höxter unmittelbar zu stellen.

I. 292. Der Landrat.

J. V.: I l l g n e r.

7. Bundestag des Rurh. wald. Handwerkerbundes in Eschmeoe am 18.11.19. Juni 1927

Eine rege Beteiligung des Hersfelder Hand­werks wird sicher erwartet. Es spricht der Minister für Handel und Gewerbe

Herr Dr. Schreiber, Berlin

Abfahrt der Teilnehmer:

Samstag den 18. 17B1 (561 Nachm.) Sonntag den 19. 558

Der Jnnungsausscsiuß ßorsfald

8

Kontroll- und Guillungsbücher

über

Slhmsteiil-Reiiligiillg

vorrätig in

Ludwig Funks Buchdruckerei.

Krieger-Berei« Herskeld

Der Kriegerverein Friedlos hat zu seinem am Sonntag, den 19. Juni 1027 stattfindenden

SO jährigen

Stiftungsfest eingeladen, Die Kameraden werden gebeten, sich zahlreich zu beteiligen.

Abfahrt 12,34 Uhr.

Der Vorstand.

»UMM von Behörden bestätigt! M

-

MMMK

Ohne Operation, ohne Berufsstärung I

^asch- garnituren

neue schöne Muster besonders preiswert A <Sauer, Weinstr.

Suche für sofort od. später töMWofttriii für'mein. Gutshaushalt, die m. all. vorkommend. Arbeiten vertraut ist. Zeugn. ».Bild an

Frau Gutsbesitzer Tuch, Gut Metzlar

b. Sontra (Bez. Kassel).

Oeffentliche Danksagungen dortiger Gegend:

Ich litt seit zwei Jahren an einem Schenkelbruch. Da ich mich an Sie wandle, war ich in kurzer Zeit wieder gesund. Möchte deshalb jeden bitten, sich an Sie zu wenden. Meinen allerherzlichsten Dank. Chr. Brandt, Raduhn b/Bitterfeld, 15. 9. 1926. Von meinem Bruchleiden bin ich in recht kurzer Zeit geheilt worden. Paul Gell- horn, Magdeburg, 4. 12. 1926. DemHermes Aerztlichen Institut für orthopädische Bruchbehandlung bestätige ich, daß meine Tochter von 5 Jahren von ihrem Bruchleiden durch Ihre Methode vollständig geheilt ist. Werde Sie bestens empfehlen, und spreche Ihnen meinen ank aus. Frau E. Schulter, Erfurt, 13. Jan. 1927. Ueber 160 amtlich beglaubigte Zeugnisse Geheilter liegen vor der Sprechstunde aus. Sprechstunde unseres approbierten, speziell ausgebildeten Vertrauensarztes in Hersfeld, Dienstag 21. Juni von 91 Uhr und von 971/2 Uhr, Hotel u. Restaurant Kaiserhof.--Herme s Aerztliches Institut für orthopädische Bruchbehandlung, G. m. b, H., Hamburg, Esplanade 6. (Dr. H. L. Meyer.)

Wir warnen vor Pfuschern, die uns nachzumachen versuchen, ohne den Kernpunkt der Sache überhaupt zu kennen.

Sonntag 12 Ahr 34

Abfahrt mit Fahne zum 50jährigen Stiftungsfest des Kriegervereins Friedlos.

Anzug: Dunkel und Mütze. Rückfahrt: Beliebig. Starke Beteiligung am Festzug Ehrensache.

Tones zahm

stillt Dr. Buflebs dest.

Zahntropfen.

Ain.ftoiiden.inh.Wiih.uioiti

Drogerie, Clausstr. 12.