misch die Abrüstung. Wenn dieses Ziel heute nicht erreicht werden kann, so darf man wohl wenigstens eine vernünftige Verminderung der Rüstungen verlangen."
Reichsminister des Äußern Dr. S t r e s e m a n n antwortete dem Botschafter und führte aus, er könne als Außenminister des deutschen Volkes den Gedankengängen des amerikanischen Botschafters gern folgen. Er sei mit dem Botschafter der festen Überzeugung, daß die großen Ideen von Gerechtigkeit, von Eintreten für die großen kulturellen Ziele der Menschheit, das tiefe Sehnen der Völker, in Ruhe aufbauen und hochkommen zu können, von Sturm und Unwetter nicht niedergerungen werden. Diese Ziele ließen sich aber leichter erreichen, wenn man draußen wisse, daß das deutsche und das amerikanische Volk diesen Idealen gemeinsam zustreben.
*
Die Amerikaner am Grabe Richihofens.
Chamberlin und Levine haben Sonnabend auf dem Jnvalidenfriedhof am Grabe Richthofens einen großen Lorbeerkranz mit den amerikanischen Farben und einer weißen Schleife niedergelegt. Der Besuch des Friedhofs, auf dem die Amerikaner eine halbe Stunde verweilten, ging in aller Stille vor sich.
Thamberlia- Flug nach Men verschoben.
Nachprüfung der Motoren.
Die Deutsche Lufthansa teilt mit: Zwischen den Ozeanfliegern Chamberlin und Levine und der Deutschen Lufthansa war vereinbart worden, daß die übliche Ab- bremsung der Motoren nur in Gegenwart von Vertretern Chamberlins stattfinden sollte, um so mehr, als es sich dabei um die Prüfung des neuen Propellers handelt, der nach den Angaben Chamberlins hergestellt worden ist. Diese Prüfung konnte erst am Sonnabend stattfinden. Dabei ergab sich die Notwendigkeit, in zwei Zylindern die durch den Ozeanflug zu stark beanspruchten Ventilstösselstangen zu erneuern, wodurch sich der für Sonntag geplante Flug nach München und Wien um einige Tage verzögern wird.
Die beiden Ozeanflieger haben auch Potsdam einen Besuch abgestattet. Nach Besichtigung der Potsdamer Schlösser und Gärten verweilten sie einen Augenblick an der GruftFriedrichs des Großen. Vom Potsdamer Oberbürgermeister wurden den Fliegern wertvolle Stiche von Sanssouci überreicht.
Die Zunahme der CrwerHsiüiigkeii.
53ProzentallerDeutschenstehenimBeruf.
Die Ergebnisse der letzten Berusszählung aus dem Jahre 1926 sind jetzt veröffentlicht worden und zeigen im Vergleich zu der letzten Statistik vom Jahre 1907, daß die Zahl der Erwerbstätigen sich um 2 Prozent auf 53 Prozent vermehrt hat. Dieses Plus ist vor allem auf die zunehmende Berufstätigkeit der Frau zu- rückzuführen. Ist es doch eine bekannte Tatsache, daß es heute kaum noch Haustöchter gibt, daß fast alle jungen Mädchen und auch viele verheiratete Frauen sich dem Erwerbsleben widmen. Interessant sind auch die Verschiebungen, die sich innerhalb der einzelnen Berufe ergeben -b^beo- °k« hor 9.0 « h tn i rHAiift sind teilt tun noch Prozent gegenüber 27,1 Prozent der gesamten Bevölkerung tätig. Ein kleiner Rückgang ist sogar bei der Gruppe Industrie und Handwerk festzustellen. Diese Veränderungen sind auf die wachsende Mechanisierung der Arbeit und auf die zunehmende Verwendung der Maschinen zurückzuführen. Die hier frei gewordenen Arbeitskräfte haben sich hauptsächlich dem Handel und Verkehr gewidmet, wo heute über 2 Millionen mehr Erwerbstätige gezählt werden als im Jahre 1907. Würde die Statistik die nebenberufliche Beschäftigung mitberechnet haben, so käme man zu dem Ergebnis, daß in Deutschland heute jeder erwachsene Mensch arbeitet. Von jeher ist Deutschland als das fleißigste Land der Welt bekannt gewesen.
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ROMAN von WOLFGANG MARKEN
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t (57. Fortsetzung.)
„Sie sprechen wie ein Philosoph, nicht wie der Führer des Kupfersyndikates. Stolz! Stolz! Auf was soll er stolz sein? Auf sein schönes Gesicht? Das hat er, und ich muß gestehen, daß mich soviel Schönheit in eines Mannes Antlitz stets fast bedrückt hat. Aber hat er ein Recht, auf das stolz zu sein?"
„Nein, das ist ein Geschenk der Natur. Das kommt nicht in Frage."
„Oder ist er stolz auf sein Können? Ja, er kann was, er hat es mit dem Elektromobil bewiesen. Aber kann ich nicht auch was? Muß ich, der die Armstrong-Werke aus dem Nichts schuf, vor ihm zurückstehen?" Immer heftiger ward Armstrong.
„Sie sind auf falschem Wege, Armstrong," sagte See- lingbooth sehr milde. „Ich habe Güldenherz nur einmal gesehen und habe einen anderen Eindruck von ihm. Er geht seinen Weg, fragt nicht nach den anderen, er ist gut, steht tausendmal zurück, aber er schließt keine Kompromisse, denn er ist vom Geld noch nicht verdorben."
„Vom — Geld — verdorben! Ich verstehe Sie nicht, Seelingbooth."
„Seien wir in dieser Stunde einmal ganz ehrlich, Armstrong. Wir haben es beide geschafft. Wir sind enorm reich geworden. Was aber hat uns vorwärts gebracht? Der Drang nach Geld, der Drang nach Besitz. Und in diesem Ringen ist uns doch so manches verloren gegangen, wie wir jetzt beschämt feststellen müssen. Güldenherz schafft nicht um Geldes willen. Stimmt es, Armstrong?"
Armstrong nickt mit gesenktem Haupte.
„Und das macht ihn groß. Wir dünken uns Herrenmenschen, weil wir sagen können: wir sind die Herren des Geldes, wir schaffen alles mit unserem Gelde. Und — wir täuschen uns. Güldenherz sagt: Ich bin ich! Ich tue, was ich vor mir und meinem Gott verantworten kann. Er hat nur vor Gott als höchste Instanz Ehrfurcht. Und ich beneide den, der das kann. Denn der ist ein freier Mensch. Das find wir nicht!"
Die Worte trafen Armstrong.
Front gegen Rußland?
Gewalt stimmung in Moskau.
Die Erregung über die grausame und juristisch kaum begründbare Erschießung von zwanzig politischen Gefangenen in Moskau hat weitgehende Empörung in Europa wachgerufen. Ein Warschauer Blatt fordert, daß sich die zivilisierten Völker mit Abscheu von den blutigen Henkern abwenden und die antibolschewistische Front Europas und der kulturellen Welt stärken sollten. Diejenigen Staaten, die unter der kommunistischen Propaganda zu leiden haben, wüßten jetzt, daß sie sich vor dem Bolschewismus durch Anwendung aller Mittel schützen müssen, wenn sie nicht elend untergehen wollen. Die englische Regre- rungspresfe zieht in ähnlicher Weise gegen die Mordherrschaft in Moskau zu Felde, während auf liberaler Seite angedeutet wird, die britische Regierung habe mit ihrem ungesetzlichen Vorgehen gegen die Arcos den Sowjetkornmissaren Gelegenheit gegeben, nun auch ihrerseits sich aller zurückhaltenden Bedenken zu entschlagen.
Keine Auslieferung von Wojkows Mörder.
Nach verschiedenen Meldungen sollte in Moskau die Absicht bestehen, in einer zweiten Note an Polen die Auslieferung des Mörders des russischen Gesandten in Warschau zu verlangen und an die Forderung ein Ultimatum zu knüpfen. Der polnische Minister des Äußern, Zaleski, erklärte dazu, daß der Mörder bestimmt nicht ausgeliefert werde. Die Pariser Sowjetbotschaft versendet ferner eine Note, nach der von einer Mobilisierung der Roten Armee in Rußland nicht die Rede sein könne.
In L o n d o n streitet man entschieden ab, daß jemals englische amtliche Stellen sich.an Spionage und sonstigen Treibereien auf russischem Boden beteiligt hätten. Ferner wird von den britischen Kreisen energisch erklärt, daß bei dem Abbruch der Beziehungen mit der Sowjetregierung sich die britische Regierung von keinen geheimen Gründen habe leiten lassen, wie es jetzt angedeutet werde. Wie stets gesagt worden fei, habe die britische Regierung nicht die Absicht, den Kriegszustand herbeizuführen.
Verschärfend auf die Lage wirkt die seit der Hinrichtung der 20 Gefangenen in Moskau zum Ausbruch gekom-* mene G e w a l t st i m m u n g. Das Blatt „Prawda" fordert Verschärfung des Terrors gegen die bürgerliche Klasse; der alte Geist des Führers der Tscheka, Dsershinski, müsse in Rußland weiter herrschen.. Das Blatt fordert die Arbeitermassen in Moskau auf, die englische Gesandtschaft in Moskau zu stürmen , die doch nur „eine Kaschemme für Mörder und Brandstifter" sei. In den letzten Tagen sollen noch weitere 23 Hinrichtungen erfolgt sein.
posziische Rundschau.
Deutsches Reich
Abzug von Franzosen aus dem Saargebiet.
In Befolgung des Völkerbundratsbeschlusses vom März d. J. hat das zweite Bataillon des 153. Infanterieregiments Saarbrücken verlassen, um sich in seine neue Garnison Forbach zu begeben. Drei Kompagnien des dritten Bataillons des gleichen Regiments, die bisher in Sulzbach und Neunkirchen lagen, sind nach Mörchingen lit Cutqilligui aEUUIISPVrth,vt >,wrdrn:—Girre- Koinp<»gnie des dritten Bataillons des 153. Infanterieregiments wird solange im Saargebiet bleiben, bis die englischen und belgischen Teile der neuen Bahnschutztruppen eingetroffen sind. Diese werden im Laufe dieses Monats im Saargebiet ankommen.
Die Dauer des Sperrgesetzes.
Bis zum 30. Juni d. I. läuft die Verlängerung für das sogenannte Sperrgesetz, das Prozesse wegen der Fürstenabfindung untersagt. Der nächste Woche zusammentretende Reichstag wird sich alsbald mit der Frage zu befassen haben, ob eine weitere Verlängerung in Frage kommt. Dem Vernehmen nach soll das Reichsjustizmini-
Der alte, weißhaarige Millionär erhob sich, trat zum Fenster und sah über sein Werk hin.
Müde war sein Ton, als er wieder sprach:
„Hier hat er gestanden, der Güldenherz, als ich ihn mit Gewalt von Newyork zurückholen lieh, und — hat mich gebeugt. Wissen Sie, wie er mich genannt hab? Unmensch!"
Mit geballten Fäusten und heißen Augen stand Armstrong vor Seelingbooth.
„Unmensch! Hat mir den Vorwurf ins Gesicht geschleudert, daß meine Arbeitsmethode meine Arbeiter ruiniere, daß ich meinen Arbeitern die Seele aus dem Leibe schuften lasse. Es war eine harte Stunde. Und heute weiß ich — er hat recht gehabt."
Erschütternd war das Bekenntnis.
„Wie ich ihn hasse!"
Da stand Seelingbooth auf. Der Riese schritt zu Armstrong und legte ihm beide Hände aus die Schultern.
„Nicht hassen, Armstrong. Sie lieben ihn! Sie ersehnen die Stunde, da er als Sohn zu Ihnen tritt."
Ruhig und gütig sprach es Seelingbooth. Er sah, wie seine Worte wirkten.
„Ist es so, Armstrong? Ich möchte Ihnen so gern helfen." Doch Armstrong stand am Fenster und schwieg.
Da trat Seelingbooth langsam aus dem Zimmer, denn Armstrong weinte.
Doch er hatte die Tür noch nicht hinter sich geschlossen, da rief ihm Armstrong nach:
„Seelingbooth, Freund, bleiben Sie, bleiben Sie. Sie haben mir so wohlgetan. Sie haben recht, ich halte es nicht mehr aus."
„Dann muß ich mir auf meine alten Tage noch den Kuppelpelz verdienen," sagte Seelingbooth lächelnd.
„Ja! Helfen Sie meinem Kinde und — mir."
17.
Der Arzt saß lange an Hans Güldenherz' Lager und wartete in Geduld, daß ihn der Kranke anspräche.
Aber Minute um Minute verrann, ohne daß der Mann mit den müden Zügen ein Wort sprach.
Bis er sich endlich auffraffte.
„Herr Doktor! Sagen Sie, wo bin ich?"
„Auf der Insel Hanum in der Südsee, Mr. Güldenherz." Staunen malte sich auf des Ingenieurs Zügen, dann atmete er auf.
„Gottlob! Hier werde ich wohl sicher sein?"
„Ja!" Der Arzt nickte. „Hier wird keine Mörderhand nach Ihnen fassen, Mr. Güldenherz."
sterium nicht beabsichtigen, eine weitere Dauer zu beantragen. Die Parteien sollen allerdings in dieser Beziehung verschiedenartiger Meinung sein. Für eine weitere Verlängerung wäre wieder eine Zweidrittelmehrheit notwendig.
Aus In- und Ausland.
Freiburg i. B. Im Befinden des ehemaligen Großherzogs' von Baden ist nach den Mitteilungen des Hosmarschallamts) eine Besserung eingetreten, so daß der Kranke täglich einige ' Stunden außer Bett zubringen darf.
Paris. Der Kshalistenführer Daudet, der zum Antritt einer fünfmonatigen Gefängnisstrafe aufgefordert worden ist, hat sich in den Redaktionsräumen seiner Zeitung, die er in ein befestigtes Lager umgewandelt hat, verbarrikadiert. Er will sich mit Gewalt jeder Verhaftung widersetzen.
London. Das Gerücht einer bevorstehenden Verlobung des Prinzen von Wales mit Jufantin Beatrix von Spanien wird von zuständiger Seite dementiert.
Der Gaaienstand im Deutschen Reich.
Folgen der regnerischen Witterung.
Nach einer kurzen Wärmeperiode im ersten Drittel des Monats Mai setzte eine ungewöhnlich rauhe, teilweise auch regnerische Witterung ein, die mit Unterbrechung durch einige wärmere Tage fast bis zum Monatsende anhielt. In Verbindung mit dem starken Temperaturrückgang traten in allen Gebietsteilen Deutschlands mehr oder minder starke Nacht- f r ö st e auf, wodurch in den Saaten einiger Schaden angerichtet wurde.
Die Bestellung der Felder ist bis aus wenige östliche Gebietsteile beendet.
Die Entwicklung des W i n t e r g e 1 r e i d e s ist infolge des nachteiligen Einflusses der kühlen Maiwitterung fast allgemein zurückgeblieben. Als Folge der Kälte zeigen sich nicht selten bei Weizen und Gerste gelbe und braune Blattspitzen. Auch bei Roggen werden Frostschäden befürchtet. Aus besseren Böden wird der Stand der Wintersaaten noch als verhältnismäßig gut bezeichnet. Die Sommersaaten sind vielfach dünn und ungleichmäßig aufgelaufen und in der Entwicklung noch ziemlich weit zurück. Die Beurteilung lautet je nach der Aussaatzeit recht verschieden. Allgemein wird über starke Ver- unkrautung geklagt.
Das Auslaufen der Hackfrüchte ist bis jetzt erst in geringem Umfange erfolgt. Kartoffel- und Rübenfelder sind sehr oft in starkem Maße verunkrautet.
Für Futterpflanzen und Wiesen haben sich die bisher guten Aussichten verringert. Mancherorts fehlt das Bodengras; teilweise hat der Kleekrebs lückige Bestände verursacht.
Unter Zugrundelegung der Zahlenquoten 2 = gut, 3 = Mittel, 4 = gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterweizen 2,6 (Vormonat 2,5), Winterspelz 2,5 (2,4), Winterroggen 3,0 (2,9), Wintergerste 2,8 (2,7), Sommerweizen 2,7, Sommerroggen 3,0, Sommergerste 2,7, Hafer 2,9, Kartoffeln 3,2, Zuckerrüben 3,0, Runkelrüben 3,0, Klee 2,7 (2,5), Luzerne 2,7 (2,5), Bewässerungswiesen 2,6 (2,4), andere Wiesen 3,1 (2,7).
Aus der Heimat. für diele Rubrik find Mitteilungen lokalen Snferelles aus dem hele, kreise stets erwünscht und werden auf Wunsch bezahlt.
Hersseld Am morgigen Dienstag begeht der Fabrikangestellte Herr Heinrich Paul Fink und dessen Gemahlin Karoltne Dorothea reborene Otterbein von hier das silberne Hochzeiissest. Der Silberbräutigam erfreut sich einer großen Beltebt- heit und «4*8 «8 dem Silberpaare an Glückwünschen und Ehrungen nicht fehlen.
Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Der Luftdruck steigt über ganz Europa an. Ueber dem Festland von Europa befinden sich jedoch noch ganz stäche Druckstörungen, die auch unserem Bezirk noch meist bewölktes Wetter, zeitweise auch noch Regen bringen werden. Die Temperaturen erfahren keine wesentliche Aenderung. — Vorhersage bis Montag Abend: Vorwiegend bewölkt, zeitweise noch Regen, Temperatur wenig verändert, meist östliche Winde. — Witterungsaussichten bis Dienstag Abend: Leichte Besserung der Witterung.
Güldenherz sah vor sich, friedlich war der Ausdruck seines Gesichts.
„Wer hat mich hierhergebracht?"
„Ein Mensch — der Sie liebt, Mr. Güldenherz," antwortete der Arzt ernst.
Müde schüttelte Güldenherz das Haupt.
„Das — ist nicht möglich. Mich liebt nur meine Mutter. Und die ist weit, weit von hier."
„Warum belügen Sie sich so? Sie lieben nur Ihre Mutter. Ich glaube Ihnen, aber ich weiß, daß es Menschen gibt, die Ihnen sehr gut sind."
„Wer hat mich hierher gebracht?" f j
„Miß Tilla und Olivia Armstrong."
Der Arzt betrachtete scharf die Wirkung seiner Worte. Er war enttäuscht, denn das Antlitz des Kranken zeigte keinerlei Veränderung.
Starr und stumm saß er hochaufgerichtet in seinem Bett und starrte in die Weite. Der Arzt ahnte nicht, was in ihm vorging.
„Miß Olivia Armstrong möchte Sie sprechen."
Da ward der Kranke noch blässer und flehend bat er den Arzt: „Nicht heute, nicht heute, Herr Doktor. — Ich muß erst mit mir fertig werden."
Der Arzt war anfänglich sehr erstaunt über die Wirkung seiner Worte, aber er faßte sich rasch. „Miß Olivia wird Sie nicht in Verlegenheit bringen. Sie erwartet keinen Dank für das, was sie als selbstverständliche Menschenpflicht empfindet."
„Das ist es nicht, Herr Doktor." Immer hilfloser ward der Kranke. „Ich habe Miß Olivia einmal sehr weh getan, weh tun müssen, Herr Doktor, und drum — Sie knüssen mich verstehen, ich kann ihr jetzt nicht in die Augen sehen."
Der Arzt beruhigte. „Es eilt nicht. Werden Sie getrost erst ganz gesund, und dann wird sich alles finden."
Hans Güldenherz nickte. „Wann kann ich Heimreisen?" „Heimreisen? — So bald Sie richtig ausgeheilt sind. In zwei oder drei Wochen. Wir müssen abwarten."
„Ja, Herr Doktor." Gehorsam wie ein Kind sprach er es.
„Sie werden, wenn Ihre Gesundung so gut wefter- schreitet, in ein paar Tagen aufstehen können und Ihre Freude an dem kleinen Paradies haben. Die Insel ist köstlich."
Hans nickte. „Ich glaube es, Herr Doktor."
„Um Ihre Erfindung brauchen Sie nicht besorgt zu sein. Der neue Herr der Morefield-Werke, Graf Arnsperg, ist gekommen und baut bereits in feinen Werken Elektromobile. Er war lange Zeit vorher bereits da und hielt sich als Ein- fahrer Schulze bei den Werken auf." (Fortsetzung folgt.) .