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Waldau. In der Nacht zum Freitag fuhr ein in Richtung Kassel fahrendes Personenauto infolge Ver­sagens der Bremsvorrichtung auf der Landstraße, unweit des Flugplatzes, gegen einen Chausseestein und über, schlug sich. Von den vier Insassen wurden zwei schwer verletzt, mit Knochenbrüchen sowie Schädel. Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, während der Chauffeur und eine weitere Person geringe Hautab- schürfungen erlitten hatten. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Der Wagen war erheblich beschädigt und mußte abgeschleppt werden.

Frankfurt. Vor dem Kriege gab es in Frankfurt etwa 145 Millionäre, jetzt zählt man deren nur noch 88. Mit den Gesellschaften, die hier ihren Sitz haben, sind es allerdings 193 Millionäre. Die 21182 vermögens- steuerpflichtigen Frankfurter Bürger verfügen über ein Vermögen von insgesamt 2,03 Milliarden RM. ES haben u. a. 5000 Personen ein Vermögen bis zu 50 000, 2500 biS zu 100 000,2100 bis zu 600 000 und 272 bis zu 1 Million RM. In Frankfurt kommt 'auf den Kopf der Bevölkerung ein Vermögen von 4400 RM. Frank- furt ist also trotz deS Krieges und trotz der riesenhaften Verluste, die die Inflation dem deutschen Volksver- mögen schlug, immer noch eine der reichsten Städte Deutschlands, vielleicht die reichste Stadt, denn in Berlin kommen auf den Kopf der Bevölkerung nur 3100 RM, in Köln 2900, in Wiesbaden 4200 RM. Vermögen.

Bad Wildungen. Ein Großfeuer suchte am Donners­tag abend Wildungen heim. Plötzlich schlugen aus dem Dache der Metzger Strackeschen Scheune (zwischen Brunnen- und Hinterstraße) helle Flammen empor, die in kurzer Zeit auf das ganze Haus und die Nach­bargebäude Übergriffen. Bald auch brannte die mit Stroh- und Heuvorräten angefüllte Scheune des Bäckermeisters Bax und der Dachstuhl des zur Hinter­straße gehörigen Theisschen Hauses lichterloh. Die eiligst herbeigeeilte Feuerwehr rückte dem Element energisch zu Leibe und es gelang ihr, von den Häusern Steinmetz, Löwe und dem Wohnhause Bax, die sämt­lich bereits an den Giebeln brannten, die Gefahr ab- zuwenden. Dagegen war es nicht möglich, die Scheunen Stracke und Bax zu retten) sie sind beide innen voll- ständig ausgebrannt und auch das Theissche Haus hat den Dachstuhl verloren und ist durch das Wasser bei den Löscharbeiten sehr beschädigt worden. Gegen Mitternacht war der Brand bewältigt und die in­zwischen eingetroffenen auswärtigen Feuerwehren, unter denen sich auch ein Löschzug aus Kassel befand, brauchten nicht mehr etnzugretfen. Menschen und Vieh konnten noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, dagegen ist der Materialschaden erheblich. Der Brand, der die Bevölkerung in große Aufregung versetzt hat, verursachte eine riesige Feuersäule, deren Schein die ganze Stadt beleuchtete und weithin sichtbar war. Ueber die Ursache des Brandes ist noch nichts bekannt.

Nah «nv Fern.

O 30 Nationalsozialisten verhaftet. In einer Versamm­lung des Reichsbanners in Berlin sprach der kürzlich miß­handelte Pfarrer Stucke. Während seiner Rede iam ejL zu Radauszenen. Die Polizei verhaftete 30 National­sozialisten.

O Ein Wolkenkratzer in Leipzig. Am Augustusplatz in Leipzig soll ein 35 Meter hohes Turmhaus gebaut werden, das zwei Keller und zehn Stockwerke haben soll.

O Unfall eines Unterseebootes. Das holländische Unter­seeboot „O. 7" ist in der Nordsee beim Auftauchen nach einer Unterwasserfahrt mit einem schwedischen Kauffahrtei­schiff zusammengestoßen. Das Unterseeboot erlitt jedoch nur leichte Beschädigungen am Hinterschiff und konnte aus eigener Kraft seinen Ausgangshafen erreichen.

O Vor Schreck über einen Polizisten gestorben. Die sechsjährige Nanni Kerron in Elgin in England erwartete eine Freundin, die sie zum Besuch eines Zirkus' abholen sollte. Das Kind lief zum Hanstor hinaus und sah einen Polizisten, der zufällig vor dem Hause stand. Mit dem Rufe: „Oh, Mammi, ein Polizeimann!" stürzte das nervöse, sonst aber ganz gesunde Kind tot in die Arme seiner Großmutter.

0 Unwetterkatastrophe in den Vereinigten Staaten. Die Staaten Jndiana und Illinois sind von schweren Ge­witterstürmen heimgesucht werden. Hagelschläge größten Umfangs richteten enormen Ernteschaden an. In der Stadt Peoria ertranken fünf Menschen. Indianapolis hat 45 Verletzte zu verzeichnen. Annähernd 300 Häuser wurden zertrümmert. Der Sachschaden wird auf vier Millionen Dollar geschätzt.

0 Eine mißglückte Hungerkur. In Denver in den Ver­einigten Staaten fastete die 26jährige Irene Cimbel neun- undfünfzig Tage lang, davon zweiundvierzig vollständig, während sie an den anderen siebzehn nur flüssige Nahrung zu sich nahm. Sie tat dies in der Hoffnung, auf diese Weise von einem Leberleiden geheilt zu werden. Aber die Patientin starb am sechzigsten Tage, entweder an dieser Behandlung oder an der Leberkrankheit oder an beidem.

0 Kugelsicherer Zug für den Präsidenten von Mexiko. Ein neuer Präsidentenzug, der von der Pullmangesellschaft in Chikago eigens für die mexikanische Regierung gebaut worden ist, wurde kürzlich abgeliefert. Der Zug besteht aus fünf Wagen, die alle kugelsicher sind, sogar das Glas der Fenster, und ist mit allen modernen Errungenschaften, einschließlich funkentelegraphischen und funkenielephoni- schen Einrichtungen, ausgestattet.

Bunte Tageschronik.

Glatz. Die beiden am Dienstag aus dem Glatzer Gerichts- gefängnis ausgebrochenen Sträflinge Walenczyk und Boris wurden von der Einwohnerschaft in Neu-Waltersdorf (20 Kilo­meter von Glatz entfernt) festgenommen und wieder in Glatz eingeliefert. Ein weiterer Ausbrecher, Kause, wird noch gesucht.

Hagen. Auf der Zeche „Karoline" in Gerthe-Harpen wurden drei Bergleute von herabfallendem Gestein verschüttet und schwer verletzt.

Danzig. Bei dem Versuch, einen Streit zwischen seinem Bruder und einem Arbeiter beizulegen, wurde der Schlichtende von seinem eigenen Bruder, einem Chauffeur, er- s ch o s s e n, der darauf durch weitere Schüsse auch den Arbeiter schwer verletzte.

Brüffel. In Brüssel wurde das 25jährige Bischofs- j u b i l ä u m von Monsignore Rutten, der Bischof von Lüttich und Eupen-Malmedy ist, gefeiert.

Spiel and (Sport.

Sp. Besichtigungsfahrt des Verbandes Deutscher Jugendherbergen. Der Verband für Deutsche Jugendher­bergen, dem außer 176 Reichsverbänden noch 70 000 Einzel­mitglieder angehören, veranstaltete eine Besichtigungs- fahrt nach den beiden märkischen Jugendherbergen Kloster Chorin und Brunoldhaus am Werbellinsee. Der Be­gründer und Vorsitzende des Verbandes für Deutsche Jugendherbergen, Lehrer Schirrmann, wies darauf hin, daß man trotz der bereits bestehenden 2300 Jugendher­bergen noch recht weit vom Ziele entfernt sei. Er bitte deshalb alle, die etwas dazu tun können, dringend um Unterstützung und Förderung des Jugendherbergwerkes.

Sp. Landmann schlägt Morpurgo. Der deutsche Tennis­spieler Landmann schlug den europäischen Extraklassen- spieler Morpurgo (Italien), den man bisher für stärker als den deutschen Vorkämpfer gehalten hat.

Sp. Drei Marathonläufe. In Deutschland werden in diesem Jahr drei Marathonläufe ausgetragen. Zwei da­von unterstehen der Aufsicht der D. S. B., der dritte der der D. T.

Sp. Die Europameisterschaft im Halbschwergewicht wird im Monat Juni zwischen dem deutschen Halbschwer­gewichtsmeister Max S ch m e l i n g und dem Titelhalter Fernand D e l a r g e - Belgien in der Dortmunder West­falenhalls entschieden.

Well und Wissen.

w. 90 Kilometer Fahrt für 20 Pfennig. Das billigste Be- iördcrungsmittel der Großstädte dürfte die neue Untergrund, bahn sein, die jetzt in Rewyork mit einem Kostenaufwand von 825 Millionen Dollar gebaut wird. Da man in der amert- tanischen Riesenstadt jede beliebige Fahrt für 5 Cents zurück- «gen kann, so wird man nach Vollendung der Bahn ein« Streife von 92 Kilometern für 20 Pfennig zurücklegen können

w. Geburtenrückgang in Schweden. Die schwedische Ge­burtenziffer ist nach den vorläufigen Ergebnissen in der Be­völkerungsstatistik 1926 von 17,53 auf nur 16,88 Lebend- geborene auf ein Tausend der Bevölkerung zurückgegangen. Das ist die niedrigste Geburtenziffer, die Schweden bisher gehabt hat und Wohl auch die niedrigste Ziffer in Europa und vermutlich in der ganzen Welt. Der Geburtenüberschuß ist von 5,81 auf 5,12 auf ein Tausend zurückgegangen. Anderer­seits zeigt die Auswanderungsstatistik die höchste Ziffer seit zehn Jahre. Im letzten Jahre wanderten 13 050 gegen 11948 Personen im Jahre 1925 aus. Am 1. Januar dieses Jahres war die Bevölkerungsziffer Schwedens 6 074 368.

Aus dem Genchtssaar.

§ Strafantrag des ReichsbankpräsidcMen gegen Die Welt am Abend. Wegen in der Welt am Abend gegen den Reichs­bankpräsidenten Dr. Schacht erhobener schwerer Beschuldigun­gen hat der Reichsbankpräsident sofort Strafantrag gegen das genannte Blatt gestellt.

§ Vom Barmat-Prozeß. Im weiteren Verlauf der Verhand­lungen im Barmat-Prozeß erklärte Staatssekretär Sauter, daß er das Verhalten des Minister Höfle bei der Kreditgewährung nicht gebilligt hätte wenn der Minister ihn um seine Meinung gefragt hätte. In dem Protokoll über die Sitzung eines Sonderausschusses, das verlesen wurde, heißt es, Höfle habe in einer Anzahl von Fällen Kreditgeschäfte veranlaßt, die sachlich schwere Bedenken hätten auslösen müssen.

§ Ein Polizeioberinspektor als neunzehnsacher Betrüger ver­urteilt. Das Schöffengericht in Glogau verurteilte den früheren ,MljM vcm-.UMalz,..Ha«Lmauu,. wegen, neunzehnfachen Betruges, begangen an Neusalzer Geschäfts­leuten, zu sechs Monaten Gefängnis.

§ Mordanklage gegen Frau Grofavescu. Die Vorunter­suchung gegen Frau Nelly Grosacescu, die ihren Gatten, den bekannten rumänischen Tenor an der Wiener Staatsoper Trajan Grofavescu, durch Revolverschüsse getötet hat, ist abge­schlossen. Aus Grund des psychiatrischen Gutachtens, das sich sowohl mit der Frage einer Geistesstörung als auch eines Eifer- suchtswahnes zu besassen hatte, ist die Wiener Staatsanwalt- schaft zu dem Beschluß gelangt, die Anklage wegen Mordes zu erheben.

Vörse und KandeS.

Amtliche Berliner Notierungen vom 20. Mai.

* Börsenbericht. Tendenz flau. Der ungünstige Situationsbericht über die deutsche Wirtschaftslage, den die Disconto-Gesellschaft veröffentlicht hat, veranlaßte die Börse zu stärkeren Abgaben. Die Kursrückgänge betrugen 3—4 %, bei den Kohlenaktien war die Ermattung noch größer. Späterhin war die Börse auf Deckungskäufe hin leicht befestigt (um 1—2%). Am Geldmarkt sank kurzfristiges Geld aus 4—6 %, während Monatsgeld mit 7—8 % unverändert lag.

* Devisenbörse. Dollar 4,21—4,22; engl. Pfund 20,47—20,51; holl. Gulden 168,75-169,09; Danz. 81,75 bis 81,91; franz. Frank 16,50—16,54; schweiz. 81,09 bis 81,25 Belg. 58,56—58,68; Italien 23,07—23,11; schwed. Krone 112,77—112,99; d ä n. 112,50-112,72; norweg. 108,99 bis 109,21; tschech. 12,49—12,51; österr. Schilling 59,31 bis 59,43; poln. Zloty (nicht amtlich) 47—47,20.

* Produktenbörse. Die Weizenforderungen des Auslandes lauten unverändert. Von Umsätzen in Cifware war kaum zu hören, trotzdem die zweite Hand gern verkaufen mochte. Das winzige Jnlandsangcbot wird fast restlos bei guten Preisen zu Futterzwecken erworben. Am Zeitmarkt haben mäßige Kündi­gungen von Roggen stattgefunden. Mat- und Jutiweizen er­öffneten etwas schwächer, September behauptet. Von Roggen kommt auch weiter heimische Ware wenig auf den Markt. Die Situation ist nahezu unverändert. Am Zeitmarkt blieben vor­dere Monate auf gestrigen Schlußniveau. Gerste hatte in Futterware einiges Geschäft. Hafer ist in guten Qualitäten begehrt und eher etwas höher bezahlt, während mittlere ver­nachlässigt sind. Weizenmehl hat sich wenig verändert; für Roggenmehl zeigt sich Nachfrage für neue Ware per August- September-Lieferung. Nach den nordischen Ländern ist Rog- genmehl zum Export aus nahe Sicht gehandelt worden.

Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilo- gramm in Reichsmark.

1 20. 5.

19. 5.

Wetzkl.f.Brl.

1 15.5

15,5

Rogkl f.Brl.

18,2

18,0

Raps

—

Leinsaat

—

—

Vikt.-Erbsen

42-58

42-58

kl.Speiseerb.

27-30

27-30

Futtererbsen

22-23

22-23

Peluschken

20-22

20-22

Ackerbohnen

20-22

20-22

Wicken

22,0-24,5

22,0-24,5

Lupin., blaue

14,5-15,5

14,5-15,5

Luptn., gelbe

16,0-17,5

16.0-17,5

Seradella

18,0-24,0

18-24

Rapskuchen

15,5-16,0

15,5-16,0

Leinkuchen

19,6-19,9

19.6-19,9

Trockenschtzl

13,4-13,6

13,5-13,7

Soya-Schrot

19,8-20,3

19,8-20,3

Torfm.30/70

—

—

Kartoffelslck.

-—

—

20. 5. 291-295

19. 5. 291-295

269-275

269-275

230-262

230-262

237-243

237-243

37,0-39,0

37,0-39,0

36,0-87,5

36,0-37,5

Weiz., märk. vommersch

Rogg., märk pommersch. westpreuß.

Braugerste Futtergerstc Hafer, märk. pommersch. westpreuß.

Weizenmehl p. 100 kg st Bln.br.inkl

Sack (feinst Mrk. u.Not

Roggenmehl p. 100 kg fr Berlin br IntL Sack

* Die deutsche Einfuhr ist zu groß! Die Handelsbilanz für den Monat April ergibt eine Einfuhr von 1096 Millionen und eine Ausfuhr von 797 Millionen Mark. Die Passivität beträgt mithin in einem Monat 300 Millionen Mark.

* Steigender Stromverbrauch. Nach einer Statistik der Ver­einigung Der Elektrizitätswerke sind im Jahre 1926 ungefähr 12,1 Milliarden Kilowatt verbraucht worden (im Vorjahre 11,7 Milliarden Kilowatt). Der Mehrverbrauch fällt auf Die Haushaltungen, die Industrie zeigte infolge der Wirtschafts- krisis eine viel geringere Abnahme als in den Vorjahren Immer mehr Privatleute legen sich elektrisches Licht zu.

Letzte Nachrichten.

Die deutsche Evangelische Kirche zur Misstssippikatastrophe.

Überschwemmungskatastrophe im

Stromgebiet des Mississippi hat der Präsident des deutschen Evangelischen Kirchenausschusses, P 1 7 • kanischen Kirchenbundesrat in Ne

Evangelischen Kirchenausschusses, D. Dr. Kapler, an den ameri- kamschen Kirchenbundesrat in Newyork ein Schreiben gerichtet, worin er die brüderliche Anteilnahme des evangelischen Deutsch- lands an den erschütternden Ereignissen zum Ausdruck bringt.

Kein Straferlaß für verurteilte bayerische Räterepublikaner. , ^"chcn. Im Haushaltsausschuß des Bayerischen Land- tages wurde bei Beratung des Justizetats ein kommunistischer Antrag, der die Regierung ersuchte, den noch aus der Rätezeit in Strasverbußung befindlichen Strafgefangenen ab 1. Juli Diese» Jahres Straferlaß zu erteilen, gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Vor der Abstimmung hatte Justizminister Gürtner zu dem Antrag ausgeführt: Wegen Beteiligung an der Errichtung der Räterepublik in Bayern wurden rund 2200 Per- sE" öUUKilt. Davon befinden sich zurzeit noch 16 in Straf- x?sl- Alle übrigen Strafen sind entweder abgelaufen oder durch Gewährung von Bewährungssrist erledigt. Bei den 16 aus Der Ratezeit noch in Haft befindlichen Personen handelt es sich um neun an dem Geiselmord Beteiligte, drei an vem Mord im Gesellenhaus in München Beteiligte, einen Gesungenen, der das Attentat Im Landtag verübte und drei wegen schwerer Plünderungen, Geiselverhaftung usw. Verurteilte. Die meisten Strafen beliefen sich zwischen 12 und 15 Jahren Zuchthaus. Es handelt sich nicht um politische Vergehen, sondern um g e - meine Verbrechen, weshalb eine Begnadigung nicht in Frage kommen könne.

Acht Monate Gefängnis für Kaufmann.

Dresden. Der frühere bulgarische Generalkonsul und Großindustrielle Dr. h. o. Wilhelm Kaufmann wurde vom Ge­meinsamen Schöffengericht wegen Konkursvergehens zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Im übrigen erfolgte Fret- sprechung.

Zum Streik bei Tittel u. Krüger.

, Leipzig. Von der 4. Zivilkammer des Landgerichtes war in Sachen des Streikes bei der Firma Tittel u. Krüger in Leipzig Anfang Mai eine einstweilige Verfügung erlassen wor­den, wonach dem Textilarbeiterverband unter Strasanorohung untersagt wurde, den Kamps der im Sympathiestreik befind- lichen Arbeiter in irgendeiner Weise zu unterstützen. Gegen diese Verfügung hatte der Textilarbeiterverband Einspruch erhoben. Bereits am 13. Mai hatte sich die Berusungskammer mit der Angelegenheit beschäftigt. Die Entscheidung war je­doch ausgesetzt worden. Jetzt erging nun das folgende Urteil: Die von der 4. Zivilkammer erwirkte Verfügung wird zurück­gezogen. Die Antragsteller haben die Kosten des Rechtsstreites zu tragen. Die schriftliche Begründung des Urteils wird den beiden Parteien in den nächsten Tagen zugehen.

Aufstandsbewegung auf den Philippinen.

Paris. Nach einer Meldung der Agentur Jndopacifigue aus Manila hat die Tätigkeit eines Agitators namens ^uhumepera^ der.UMptuentufM er^ klärte und den Negern Grundeigentum und Herabsetzung der Steuern versprach, zu einer Erhebung in verschiedenen Neger­dörfern geführt. Die Anhänger Jntrencherades hätten sich dort der Bürgermeistereien bemächtigt, die Polizei habe aber schließlich die Aufständischen zur Flucht gezwungen. Auf beiden Seiten seien Tote und Verwundete zu ver­zeichnen. Mehr als 400 Personen seien festgenommen worden. Über die Entstehung der Aufstandsbewegung wird berichtet: Jntrencherade gewann eine Anzahl von Anhängern dadurch, daß er den Ausbruch des Vulkans Kanglaon voraussagte. Durch ein Gericht erster Instanz wurde er für geistes - frans erklärt. Der Gerichtshof zweiter Instanz bestätigte auch dieses Urteil, aber die Festnahme Jntrencherades ver­zögerte sich, weil er gegen diesen Spruch Revision einlegte. Jntrencherade hat sich nun den Behörden ergeben.

Danktelegramm Doumergues an den König von England.

London. Der Präsident der Französischen Republik, Doumergue, hat nach der Rückkehr von seinem Besuch in Lon­don an den König von England folgendes Danktelegramm gerichtet: „Ich bin tief berührt von dem herzlichen Empfang, den Eure Majestät mir bereitet haben und der mir immer eine wertvolle Erinnerung bleiben wird. Ich spreche Eurer Majestät meine aufrichtige Dankbarkeit auS in meinem eigenen Namen wie in dem der Regierung und der Republik. Das französische Volk wird in dem Empfang, der dem Präsidenten der Französischen Republik bereitet worden

°ln neues Zeugnis der Freundschaft sehen, die unsere beiden Länder vereint."

Eingesandt.

(Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Zuschriften auS dem Leserkreise, die ein öffentliches Interesse haben. Für die in den­selben ausgesprochenen Ansichten übernehmen wir außer der preß- gesetzlichen keinerlei Verantwortung. Die Schriftleitung).

Wenn man die Nachrichten über das sich in Kassel ereignete furchtbare Straßenbahnunglück liest, dann muß sich jedem doch die Frage aufdrängen, ob der­artige Unfälle nicht doch vermieden werden können. Oft dürfte Gleichgültigkeit die Ursache sein. Man spricht sich, es wird schon gut gehen, und es geht dann solange gut, bis das Unglück da ist. Auch in Hersfeld ist man oft der Gefahr zu verunglücken ausgesetzt, und ich glaube, daß es auch hier eines TageS Unheil gibt, wenn nicht vorher Vorsichtsmaßregeln getroffen werden. Ich denke hierbei nur an das Ein- und Ausfahren deS Postautos und der Lastwagen der Firma W. Engelhardt. In beiden Fällen kann z. B. ein Schwerhöriger leicht in die Gefahr kommen, über­fahren zu werden.

Außerdem ist es sehr- leicht möglich, daß ein fremdes Auto, welches die Hainstraße passiert oder aber über den Neumarkt fährt, in die auSfahrenden Kraftwagen hineinrast. Wäre es nicht richtiger, wenn für die jeweilige Minute der Abfahrt ein Posten, evtl. mit Warnungszeichen, vor dem AuSsahrttor postiert würde, um so ankommende Fahrzeuge und Fußgänger zu warnen? Die hierfür auszubrtngende Mehraus­gabe dürfte doch von beiden Betrieben leicht aufzu- bringen sein.

Vielleicht sind diese wenigen Zeilen genügend, um die tatsächlich bestehende Gefahr zu beseitigen. — r —