Hersfelöer Tageblatt
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Nr. 60 (Erstes Blatt)
Sonnabend, den 12. Mär; 1927
77. Jahrgang
Zum Volhetrauertag
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Ihr, die ihr noch wandelt im Licht, Brüder, vergeßt uns nicht! / haltet den stürmenden Lauf des Jahres einen i^ag auf, / einen 'Tag, da vereint ihr um uns trauert und weint / Damit die Sonne euch lacht, tauchten wir in die Pracht, / Und euer treues Gedenken soll uns Unsterblichkeit schenken, / Doch mit dem 'Crauertage laßt auch verstummen die Klage / Und fest zusammengerafft gebet mit fröhlicher Kraft / Gueb wieder der Ar beit hin, Schaffet! J^ehrt den Gewinn! / Unverwandt heftet den Blick auf eurer Kinder Geschick, / HU euer heißes Streben sollt ihr dem Vaterland geben, / Bis es be
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friedet, befreit einer be glückteren Zeit / Gläubig entgegen strebt, ptur, wenn das Dunkel entschwebt / Und goldenes JMorgenlicht aus ptot und Verhängnis bricht, / Kündend den Sieg des Lebens, * war unser Hock nicht 'vergebens, K Hrmin.
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Es geht ein schmerzvolles Erinnern durch unser deutsches Land. Der Opfer des Krieges gedenken wir. Da wird jedem sein eigenes Leid wieder lebendig und damit das große Leiden unseres ganzen Volkes. Viel Klagen und Anklagen, viel bitteres Fragen: warum? wozu? quält die Gemüter. Darf unsere Trauer so dumpf und unfruchtbar bleiben? Muß sie es? In früheren Zeiten hat unser Volk es verstanden, die großen Leidenszeiten seiner Geschichte zu Quellen des Segens und neuen Auflebens werden zu lassen, Es hat verstanden, aus
einem bloßen Leiden eine Passion zu machen. Das müssen, auch wir lernen. Wir können es lernen aus der Passion Jesu Christi. Auch ihn quälte das dunkle „warum hast du mich verlassen?" Aber er ging nicht willenlos und verzweifelt darin unter. Er verdrängte es durch das tapfere: „dein Wille geschehe — Vater, in deine Hände!" So konnte er heldengroß das schwere Schicksal willig auf sich nehmen und überwinden: „sie werden mich töten, aber Gott wird mich auferwecken". So wurde das Leiden zur Passion, leidvoll und, grauenvoll, aber voll
Sinn und Segen; so wurde der Leidensweg zum Öfter.' gang, hindurch durch die Nacht zum neuen schönerem Morgenlicht. So kann auch aus deim.em Leiden, so kann aus Deutschlands Leiden wieder eine Passion werden, dre zu einem neuen OsterLuferstLhen fühv t. Leiden, bei dem widerwillig nur geklagt wird, führt in Verderben und Tod. Leiden, das ernst, aber tapfer y ingenommen wird mit dem Vertrauen: Gott will mich, will uns dadurch läutern und zu Besserer n bilden, führt immerzu neuem Frieden und W leichterer. Freude. "<