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Nah und Fern.

- O Schweres Bootsunglück auf der Elbe. JnTanger- münde ereignete sich auf der Elbe ein schweres Boots- unglück, bei dem von neun Insassen vier ertranken, und zwar zwei Schwestern namens Heinrichs, die Kinder einer Kriegerwitwe, der Eisenbahnbureaubeamte Herbst und ein verheirateter Mann namens Bormann. Das Un­glück geschah im Anschluß an das Fest des Tangermünder Kanuklubs und soll darauf zurückzuführen sein, daß einer der jungen Leute in dem überladenen Boot leichtsinnige Streiche getrieben hat.

O Die Tannenberggedenkfeier in Königsberg. Anläß­lich der zwölften Wiederkehr des Tages der Schlacht von Tannenberg fand in Königsberg unter außerordent­lich starker Beteiligung aller Bevölkerungskreise eine von der Staatsbürgerlichen Arbeitsgemeinschaft veranstaltete Tannenbergfeier statt. Auf dem Walter-Simon-Platz wurde in Gegenwart der Generäle Ludendorff und von C o n t a ein Feldgottesdienst abgehalten.

O Blutrausch eines Hundes. In Wechmar bei Gotha brach ein Hund in eine Schafherde ein, während der Schäfer gerade ins Dorf zum Frühstück gegangen war. Das wütende Tier biß 52 Schafe tot. Mehrere wur­den von dem Hunde vollständig zerrissen. Als der Schäfer zurückkehrte und mit Schrecken den Schaden gewahr wurde, schlug er den Hund tot.

O Bleibt die Leiferder Katastrophe unaufgeklärt? Alle Nachforschungen nach den Urhebern der Eifenbahnkata-

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im Sande zu verlaufen. Auch weiterhin war weder in der einen noch in der anderen Richtung ein Erfolg zu verzerchnen.

O Hinrichtung eines Mörders. Der Kaufmann Hugo Gerlenbrink aus Linden a. d. Ruhr wurde im Hofe des Gerichtsgefängnisses in Osnabrück, nachdem er durch rechtskräftiges Urteil wegen Mordes an dem Sparkassen- direktor Haarmann zum Tode verurteilt worden war, durch den Magdeburger Scharfrichter hingerichtet.

O Ein unmenschlicher Bruder. In Hohenweiden wurde auf Gerüchte hin, daß der Gutsbesitzer Bernstein seine 44jährige Schwester unmenschlich behandele, auf dem Gutshofe eine Revision vorgenommen. Man fand die geistig nicht normale Schwester in einem kleinen Raum, dessen Fenster vergittert und dessen Tür durch einen Querbalken verrammelt war, auf faulem Stroh inmitten von Unrat in vollständig verschmutzter Kleidung mit stark geschwollenen Beinen. Seit einem Jahr (!!) hat die Unglückliche ohne ordentliches Bett hier Hausen müssen, weil der Bruder die Kosten für eine Unterbringung in der Irrenanstalt scheute. Die Frau wurde in die Lan­desheilanstalt Nietleben gebracht. Dem Staatsanwalt wurde Anzeige erstattet.

O Mord und Selbstmord. Ein Ehedrama spielte sich in Hamburg ab. Dort wohnt, getrennt von ihrenr Mann, die Ehefrau Elfe Hermann mit ihrem neujährigen Mädchen zusammen. Ihr Ehemann lebte in Köln. Am Sonntag kam dieser nach Hamburg, um sich, mit^seiner

Frau über das Kind ausetnanderzusetzen. Im Verlauf der Streitigkeiten brächte er seiner Frau mit dem Rasier­messer einen Halsschnitt bei und tötete sich selbst durch mehrere Schnitte in die Pulsader und den Hals. Die Ehefrau wurde in schwerverletztem Zustande ins Kran­kenhaus übergeführt. ;

0 Der Warschauer Polizeikommissar als Geldfälscher- und Kokainschmugaler. Der Warschauer Polizeiskandal- nimmt einen immer größeren Umfang an. Die Unter-s suchung hat ergeben, daß eine große Zahl höherer Beam-^ ter der Polizei sowie des Innenministeriums darin ver­wickelt sind.Glos Prawdy" weiß z. B. zu berichten, daß der mit der Bekämpfung von Banknotenfälschungen be­auftragte Kommissar Bachrach selbst an großen internatio­nalen Geldfälschungen beteiligt war. Er hat von seinem Gewinn eine Menge Häuser in verschiedenen Ländern, hautpsächlich in Italien gekauft. Ferner wurde festge­stellt, daß Bachrach unter Verwendung eines diploma­tischen Paffes große Mengen Kokain nach Polen einge­schmuggelt hat.

O Goethe-Feier aus der Jahrhunderiausstellung in Philadelphia. Auf der Ausstellung anläßlich des 150. Jahrestages der amerikanischen Unabhängigkeitserklüruno wurde zu Ehren Deutschlands der Geburtstag Goethes als deutscher Tag festlich begangen. Bon der deutschen Botschaft in Washington waren bei der Feier Botschafts­rat Dr. Dieckhoff und Legationssekretär Dr. von Selzam vertreten. Auf dem Verwaltungsgebäude der Ausstellung und im Ehrenbof weht die deutsche Flagge.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll die in Kirchheim belegene, im Grundbuchs von Kirchheim Art. 394 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks auf den Namen des Arbeiters Konraö Valentin Eurich in Kirchheim eingetragene ideelle Hälfte des

Grundstücks

Ktbl. 8 Parz. 61 im Dorf Haus Nr. 59Va bebauter Hof­raum u. Hofraum Geb. St. R. Nr. 60 a/b 1,65 ar groß mit 45 Mk. Geb. St. Nutzungswert

am 1. Statuier 1926, vormittags 9 Uhr durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle ver­steigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 27. Juli 1926 in das Grundbuch eingetragen. »

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger wider­spricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem An­spruch des Gläubigers und den übrigen Rechten nach­gesetzt werden.

Niederaula, den 24. August 1926.

Das Amtsgericht.

Zur Eröffnung der

Herbst- a wintersaison P26/27

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in den Gemarkungen Solms und Mengshausen belegenen, in den Grundbüchern von Solms und Mengshausen Band 1 Art. 14 bezw. Band 111 Art. 173 aus den Namen der Witwe des Gastwirts und Schneiders Veter Schäfer, Elisabeth geb. Meck- bach in Solms eingetragenen

Grundstücken

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Gemarkung Solms:

Ktbl. 1 Parz. 54 In der Bernwiese, Hofraum 04,10

1 13 In der Winterliede, Holzung 19,76 ar

1 55 In der Bernwiese, Hausgarten 01,14 ar

1 56 In der Bernwiese, Wiese

3 28 Am Hintern Feld, Acker

Gemarkung Mengshausen:

Ktbl. 6 Parz. 30 In den Weiden, Wiese sollen die genannten Grundstücke im Wege der Zwangs­versteigerung am

ar

17,52

ar

1,35,67 ha

16,26 ar

18. Oktober 1926, vormittags 9 Uhr durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle ver­kauft werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 6. August 1926 in das Grundbuch eingetragen.

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, spätestens im Ver­steigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Ver­teilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden.

Niederaula, den 24. August 1926.

Das Amtsgericht.

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