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Nah und Kern.

O Rückkehr des Karmeliterordens in daS Kloster Pützchen. Der Karmeliterorden, der im Jahre 1804 aus seinem Kloster in Pützchen (Kreis Bonn), wo er fast 120 Jahre gewirkt hatte, ausgewiesen worden war, ist wieder in seinen alten Besitz eingezogen. Dem Einzug wohnten u. a. der Provinzialobere des Ordens, Pater Cyrillus aus Brüssel, und der Ordenskommissar und Domkapitular Graf Spee bei. Kardinal Schulte aus Köln weihte die neue Kapelle und zelebrierte im Anschluß daran die erste Messe.

O Verhaftung eines Mörders. Im Ruhrgebiet wurde der 22jährige Richard Fischer verhaftet, der vor kurzem in Hörde bei Dortmund den Erdarbeiter Otto Michael erschossen hat. Fischer, der das Haupt einer Diebes- und Räuberbande war, war vor zwei Jahren aus dem Ge­fängnis entwichen.

O Dr. Eckener in der Schweiz. Dr. Eckener weilte in den letzten Tagen auf Einladung der deutschen Kolonie in Zürich und Basel. Seine Vorträge über den Luftschiff­bau und seine Amerikafahrt lösten starken Beifall aus.

O Warenhausbrand in Rotterdam. Das große Waren­haus Der Gebrüder Stockvis zu Rotterdam ist mit seinen auf vier Millionen Gulden geschätzten Lagerbestän­den ein Raub der Flammen geworden. Als Ursache wird Kurzschluß angenommen.

G Für 400 000 Lire Schmuggelware beschlagnahmt. Italienische Grenzwächter haben bei C h i a s s o eine zwölfköpfige Schmugglerbande aus der Schweiz über­rascht, die gerade die Grenze überschreiten wollte. Die Schmuggler, die sofort die Flucht ergriffen und die Grenz­wächter wiederholt beschossen, ließen 42 Sack Tabak und 10 Kilogramm Arzneien zurück. Gleichzeitig wurden in einem Grenzorte weitere 49 Sack Tabak und 3 Kilogramm Arzneien bei einem Händler beschlagnahmt. Der Gesamt­wert der Waren beträgt 400 000 Lire.

0 Die gelbe Gefahr in Mailand. Mailand ist zurzeit voll von chinesischen Händlern, die an allen Straßenecken Kunstperlen zum Verkauf anbieten. Die Ansammlungen vor den chinesischen Händlern, die das Tagesgespräch bilden, bedeuten eine weitere Verkehrsstockung. Die Be­hörden haben einen Teil der Gelben zum Verlassen der Stadt veranlaßt. Die Perlen finden reißenden Absatz, ob­wohl böse Zungen behaupten, daß es sich um italienische Ware handelt.

0 Eine Riesenbrücke über den Hudson. In Newyork werden zurzeit Pläne ausgearbeitet für den Bau einer Riesenbrücke von Newyork über den Hudsonfluß nach New Jersey. Die Brücke wird alle Brücken der Welt an Größe ubertreffen, ihre Kosten werden auf 60 bis 70 Millionen Dollar geschätzt.

0 5620 Tiere verbrannt. Bei einem Brande, der das Haus eines bekannten Newyorker Tierhändlers zerstörte, verbrannten 5000 Kanarienvögel, 600 Papageies und etwa 20 Affen. 1

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O Stapellauf zweier Ostseedampfer. In Stettin fand bei prächtigem Wetter der Stapellauf der beiden auf den Oderwerken und der Vulkanwerft erbauten und für den Seeverkehr SwinemündeNeufahrwasserPillau bestimmten Passagierdampfer statt. Die Dampfer erhielten die NamenPreußen" undHansestadt Danzig".

O Eine verheerende Windhose in Schlesien. Am linken Ufer der Weistritz, nördlich des schlesifchen Städtchens Deutsch-Lifsa, wurde dieser Tage eine Naturerschei­nung beobachtet, wie sie bisher in Schlesien noch nicht wahrgenommen worden ist. Nachts kurz vor 1 Uhr tauchte plötzlich zwischen den Feldern bei der Ortschaft Marschwitz und dem Walde von Mukerau eine unge­heuere, anscheinend bis in den Himmel reichende Feuersäule auf, die sich rasch nach Osten fortbewegte. Auf dem Friedhof in Marschwitz wurden mehrere starke Bäume aus dem Erdboden gedreht und umgeworfen. In Stapelwitz wurden von allen Dächern Teile abgerissen und mit unheimlicher Kraft und Geschwindigkeit in die Höhe gewirbelt.

Lunte Tageschronik

Sternen. An Bord des Norddeutschen-Lloyd-Dampfers München trat eine Anzahl deutscher Industrieller und Kauf­leute eine vom Messeamt in Leipzig veranstaltete Studien­reise nach den Vereinigten Staaten an.

London. Einer Agenturmeldung aus Konstantinopel zu­folge ereigneten sich heftige Erdstöße in Denizli in Anatolien, bei denen 190 Häuser einstürzten. Sieben Personen wurden getötet und zahlreiche Personen verletzt.

Bergamo. Aus dem Lago d'Jsco ist ein Fischerboot ge­kentert, vier Fischer sind dabei ertrunken.

Newyork. Man berichtet hier über den Abtransport der ersten 125 A u s l ä n d e r, die sich unbefugterweise in den Ver­einigten Staaten aufhielten. Insgesamt werden diese Ein­wanderer ohne Einwanderungserlaubnis auf über eine Mil­lion beziffert.

Die Prinzessin als OrdenSfran. Die Tochter des Fürsten zu Löwenstetn Prinzessin Agnes legte im Kloster Blumenthal bei Aachen die ewigen Gelübde ab.

Zum Präsidenten des großen deutschen Boni - fattuSvereins wurde an Stelle des verstorbenen WeihbischofS Hähling von Lanzenauer der Landrat von Meschede, Metnolf von Mallinckrod ge­wählt. Im Kriege war er Gouverneur im Osten.

Prozeß wegen der Einbalsamierung Franz Ferdi­nands. Der Sarajewoer Arzt Dr. Kaunitz hatte seiner­zeit die Leichen des ermordeten Erzherzogs Franz Ferdi­nand und seiner Gemahlin, der Herzogin von Hohenberg, im Auftrage des Kaisers Franz Joseph einbalsamiert uns dafür das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens erhalten. Nach dem Umsturz in Österreich verlangte Dr. Kaunitz aber auch noch 20 000 Kronen Honorar für die Einbalsa­mierung, und zwar von dem ältesten Sohne des ermor­deten Erzherzogs, Herrn Max Hohenberg. Da die Hono- rarsorderung zurückgewiesen wurde mit der Begründung, daß der Arzt nicht im privaten Auftrage, sondern im Auf­trage seiner militärischen Vorgesetzten die Einbalsamierung

vorgenommen habe, strengte Dr. Kaunitz einen Prozeß an, und das Kreisgericht Leitmeritz verurteilte auch Herrn Max Hohenbero zur Zahlung von 10 000 Kronen. Das Ober- kcmdesgcncht Prag Hai jevoch dieser Tage der Berufung des Beklagten stattgegeben und die Klage des Arztes ab­gewiesen, mit der Begründung, daß es feststehe, daß Starter Franz Joseph die Einbalsamierung veranlaßt und daß Dr. Kaunitz sie als Militärarzt auf Befehl vollzogen habe. Dafür könne er aber kein Geld verlangen und außerdem sei er ja durch einen Orden belohnt worden.

- Der Freund Wilhelms II. Es ist kürzlich berichtet worden, daß der englische Schifssreeder Carlisle nach einem Besuch in Doorn schwer erkrankt, der Krankheit erlegen und auf Grund seines letzten Wunsches unter den Klängen des Walzers aus derLustigen Witwe" verbrannt worden sei. Dieser Carlisle war ein merkwürdiger Mensch: halb Sonderling, halb Bohemien, hat er mehr als einmal all­gemeines Aufsehen erregt. Er war Hauptbetriebsleiter einer großen Werft in Belfast; unter seiner Leitung war u. a auch dieTitanic", die dann ein so schreckliches Ende fand, erbaut worden. Als Mitglied des britischen Kron- rates rief Carlisle, der Ire von Geburt war, einmal im Oberhaus, während der König die Thronrede verlas, einen solchen Skandal hervor, daß ihm das. Vorrecht der Kron- ratsmitglieder, während der Thronrede auf den Stufen des^Thrones zu verharren, entzogen wurde.

Aus dem GerichSssaal.

§ Der Fall Jürgens. Zu der Untersuchung gegen den Land- gerichtsdirektor Jürgens und dessen Ehefrau erfährt der Amt­liche Preußische Pressedienst folgendes: Die Beschwerde der Eheleute Jürgens gegen den Haftbefehl ist von der Straf­kammer des Landgerichts Stargard zurückgewiesen. Die Vor­untersuchung gegen die Eheleute Jürgens ist auf einige weitere Punkte ausgedehnt worden.

Z Freispruch des sozialistischen Pfarrers Fuchs. Das Große Schöffengericht in G o t h a verhandelte gegen den sozialistischen Pfarrer Fuchs aus Eisenach. der sich wegen Beleidigung der Justiz zu verantworten hatte. Er hatte in einem Zeitungs­aufsatz der Justiz Parteilichkeit vorgeworfen, und die Eisenacher Richter hatten gegen ihn Klage erhoben. Das Große Schöffen­gericht sprach Pfarrer Fuchs frei und legte die Kosten des Verfahrens der Staatskasse zur Last. In der Urteilsbegrün­dung wird gesagt, daß die Eisenacher Richter zur Einleitung des Verfahrens nicht zuständig wären.

§ Verurteilung eines Defrandauten. Vor dem Hambur­ger Schöffengericht stand der 30 jährige kaufmännische Ange­stellte Max B l u m e n 1 h a l, der im April v. Js. bei der Ham­burger Niederlassung des Michael-Konzerns 205 000 Mark unterschlagen hatte und im Flugzeug über Stuttgart und Zürich nach Trieft geflohen war. Bei seiner Verhaftung in Trieft hatte man in seinem Besitz noch rund 34 000 Mark in hochwertiger Valuta gefunden. Der Rest von 170 000 Mark war verschwunden und ist von dem Defraudanten anscheinend in Sicherheit gebracht worden. Der junge Mann wurde von dem psychiatrischen Sachverständigen in der Verhandlung als geistig minderwertig bezeichnet und zuzweiMonatenGe- f ä n g n i s verurteilt.

8eka»utma!hu«8eu der StadtbeUrdeo

Holzversteigerung Sonnabend, den 20. Mär; 1926, mittags 12 Ahr in der Lullusquelle.

Es kommen aus dem Stadtforst öffentlich meist bietend zum Verkauf:

9 rm

2

2

19

230 etwa 180

3

240

Eichen- und Lärchennutzrollen, Eschennutzknüppel Eschennutzknüppel, Fichtennutzreis, Fichtenstangen 1. bis 3. Klaffe, Brennholz (aus dem Lax, Wehneberg, Giegenberg, Obersberg usw.)

Eschenreisig 1. Klasse,

Fichtenreisig 2. Klaffe und einige Haufen Eichen- und Buchenreisig 1. bezw. 3. Kl.

Am Sonntag, den 21. d. Mts. stellt die ge­werbliche Berufsschule in den Räumen der Haushaltungsschule ihre

Zeichnungen

aus. Die Ausstellung ist geöffnet von 116 Uhr. Zur Deckung der Unkosten wird ein ge­ringes Eintrittsgeld 20 Pfennig erhoben. Die Eltern unserer Schüler erhalten auf Wunsch Freikarten, die am Sonnabend zwischen 1 und 3 Uhr im Amtszimmer der Schule abgeholt werden können.

Wir laden zum Besuch freundlichst ein.

Das Lehrerkollegium.

Außerdem kommen aus den städtischen Anlagen 2 Eschen- und Birnenabschnitte, sowie einige rm Kiefern- brennholz zum AuSgebot.

Die Hälfte des Kaufpreises ist bar Termin, der Restbetrag bis zum 1. Mai 1926 an Stadtkasse zu entrichten.

im die

Der Magistrat.

Aus dem Stadtforst Hersfeld kommen auf schriftliches

Angebot zum Verkauf:

1: 309 Kiefernstämme, Klaffe 1 a bis 4 s mit 214,59 fm aus Distrikt 15.

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Qlas, Porzellan, ^Kristall, Lederwaren, Vdetallwaren.

Mmmchllj.

Im Wege der Zwangs-

feld am 19. März d. Js.,

nachmittags 3 Uhr,

90» 6« Zigarren tooo 8« Zigaretten öffentlich meistbietend gegen gleich bare- Zahlung ver­steigert werden. Zusammen­kunft der Kaufliebhaber in der Wirtschaft zur Lullus- quelle.

Hersfeld, den 18. März 1926

BeAer,

Obergerichtsvollzieher.

SSaXZaSSTSäTBCGSKa

Los

Los

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Los

2: 106 Kiefernstämme mit 84,82 fm, Klasse 1 b 3b aus Distrikt 21a,

3: 148 Kiefernstämme mit 103,10 fm, Klasse 1 s

3 b aus Distrikt 21 b,

4: 219 Kiefernstämme mit 154,30 fm, Klasse 1 a

3 b aus Distrikt 27 b.

bis

bis

bis

Gebote in Reichsmark je fm der Gesamtmasse jeden Loses bis znm 30. März d. Js. unter rückhaltloser Anerkennung der Bedingungen an den Magistrat.

Näheres im Holzmarkt. Auskunft und Bedingungen durch die Bau- und Betriebsverwaltung (Stift 10).

Der Mügistrat.

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wird durch Bewegung in frischer Luft erhalten und gefördert. Hierzu gehören gesunde Füße. Fuß-Schmerzen, auch nach langem Gehen oder Stehen, sind durchaus nicht von der Natur gewollt. Ein gesunder Fuß darf selbst nach dem größten Marsch nicht schmerzen. Prüfen Sie sich sofort, ob Sie gesunde Füße haben. Wenn nicht, dann lassen Sie sich durch den fachmännisch ausgebildeten Spezialisten nach

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Freitag, 19. März. Tristan und Isolde.

Sonnabend, 20. März. Geschl. Borst. Der Verschwender.

Sonntag, 21. März. 3 Uhr Geschl. Borst. Gyges und sein Ring. 7.30 Uhr Der Vetter aus Dingsda.

Montag, 22. März. Fra Diavolo.

Dienstag, 23. März. Der Postillon von Lonjumeau.

Mittwoch, 24. März. Und Pippa tanzt.

Donnerst., 25. 3. Meiseken.

Freitag, 26. März. Die ver­lorene Tochter.

Sonnabend, 27. März. Der Ring des Polykrates. Hierauf Der Krug.

Sonntag, 28. März. Peer Gynt.

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