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Märchen aus uralten Zeiten".

Die Beratungen über die Fürstenabfindung.

Die Generaldebatte über die Anträge zur Fürstenabfindung wurde im Rechtsausschuß des Reichstages fortgesetzt. Sehr eingehend beschäftigte sich mit der ganzen Angelegenheit der Zentrumsabgeordnete Dr. Bell, der die Ansicht vertritt, daß eine

Lösung nur auf der mittleren Linie gefunden werden könnte. Leider fehlt es bei manchen Fürsten­häusern an Verständnis für die Situation und das habe selbst in weit rechts stehenden Kreisen Befremden erregt. Würde der kommunistische Enteignungsantrag angenommen werden, so würden die Kommunisten dies sicherlich als eine Etappe auf dem Wege einer restlosen Durchführung des kommunistischen P'' camms betrachten. Von den Sozialdemokraten müßte man arten, daß sie als Hüter der Weimarer Verfassung ihre Stellung zu dem durchaus verfassungswidrigen kommunisti- schen Antrag revidieren. Der demokratische Antrag würde die gewünschte Beruhigung nicht bringen, denn er würde die ganzen Streit in allen Ländern neu aufrollen. Deshalb hält der Redner für den einzig gangbaren Weg den Kompromißent- Wurf, wobei er betonte, daß manche Titel, auf die sich Besitz­ansprüche der Fürsten stützen, an Märchen aus uralten Zeiten erinnern. Hier müsse endlich aufgeräumt werden; denn

das gesunde Rechtsempfinden des Volkes

könne es nicht ertragen, daß die Fürstenfamilien fast ihr ge­samtes Eigentum behalten sollen, während alle übrigen deut­schen Volksgenossen die Kriegsfolge durch große Vermögens­verluste, teilweise durch vollständige Verarmung, tragen müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen sei die rückwirkende Kraft schon jetzt im Kompromißentwürf vorgesehen, über eine et­waige Ergänzung dieser Bestimmungen werde man sich recht­zeitig verständigen müssen. Dann sprach der Abgeordnete Dr. Pfleger von der Bayerischen Volkspartei, der verlangte, daß aus dem Rechtswege genau festgestellt werden müsse, was Staatseigentum und was früheres fürstliches Eigentum sei. Der völkische Abgeordnete F r i ck betonte, daß seine Freunde kein Interesse dafür haben, sich besonders für die Fürsten ein- zusetzen, da sie zum großen Teil

ihr jetziges Unglück selbst verschuldet

hätten. Ein Teil seiner Freunde macht seine Stellung davon abhängig, daß klargestellt wird, welche Vermögenswerte tat­sächlich in Frage kommen. Wenn ein deutscher Eingriff in die Vermögensrechte erfolgt, dann verlangen wir auch die Enteignung der seit dem 1. August 1914 eingewanderten Ost- juden und anderen Fremdstämmigen, der Kriegs-, Revolu- tions-, Jnslations- und Reparationsgewinnler. Der Kom­munist Neubauer trat für entschädigungslose Enteignung aller Fürsten ein. Da der kommunistische Redner auch An­griffe gegen die Sozialdemokratie richtete, antwortete ihm der Abg. Dr. Rosen seid, daß die Sozialdemokraten nach wie vor zu ihrem Antrag auf entschädigungslose Enteignung standen, aber sich bemühen würden, den Kompromißantrag zu verbessern. Selbstverständlich gehe der Volksentscheid weiter und werde von diesen Beratungen gar nicht berührt.

Deutscher Reichstag.

(163. Sitzung.) CB. Berlin, 17. Februar.

Die allgemeine Aussprache über den I u st i z e t a i wurde fortgesetzt. Abg. Dr. Korsch (Komm.) empfahl eine ganze Reihe kommunistischer Anträge aus Reform des Strasrechts. Danach soll die Ehescheidung erleichtert, die Rechtsstellung un­ehelicher Mütter und Kinder verbessert und die Todesstrafe abgeschasst werden. Die Emmingerschen Verordnungen müß­ten schleunigst beseitigt werden. Dringend notwendig sei neben einer Reform des Strasrechts eine Reform der Straf­prozeßordnung und des Strafvollzuges Die Aufhebung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik sei zu be- grüßen..S&utAtu«*Xäih(« der 4HeMw Aushebung des. Re- Publikschuygesetzes.

Abg. Dr. Haas (Dem.) führte aus, daß in weiten Kreisen des deutschen Volkes das Vertrauen zur deutschen Rechts­pflege geschwunden sei. Das sei eine beunruhigende Erschei­nung, deren Ursache man nachgehen sollte. Heute liegen die Dinge so, daß der Republikaner in weiten Gebieten Deutsch­lands Gefahr lause, sein Recht vor Gericht nicht zu finden. (Zustimmung links.) Der Redner führte eine ganze Reihe von Urteilen an, worin nach seiner Meinung Fehlurteile zugunsten rechtsgerichteter und zuungunsten republikanischer Personen gefällt wurden. Unerhört seien auch die

Landesverratsurteile, die gefällt wurden, wenn lemano Verschwörungen der Schwar­zen Reichswehr aufdeckte. Dieses Verhalten der Gerichte und der Staatsanwaltschaft müßte im Auslande den Eindruck er­wecken, als sollte die Schwarze Reichswehr amtlich gedeckt werden. Außenpolitisch gefährlich sei auch der im Berliner Fememordprozeß vor Gericht gegen den Willen der Reichs- und Landesinstanzen verfügte Ausschluß der Ossent- lichkeit. Viele Richter halten überhaupt jede objektive Kritik an der Rechtspflege schon für ein Verbrechen. Demgegenüber müsse die Notwendigkeit betont werden, daß die Justiz durch innere Bereinigungsarbeiten sich wieder das Vertrauen ver­

MMömkMÄeckiv.

Roman von Hans Rets.

57) (Nachdruck verboten.)

Draußen schlug die elektrische Klingel an.

Die Schauspielerin blieb mitten im Zimmer stehen und sah erwartungsvoll nach der Tür, durch die jetzt Dohlen eintrat. Sie ging ihm entgegen. Mit ihren beiden heißen Händen umklammerte sie seine Rechte und zog ihn zu einem Sessel, in den sie ihn niederdrückte. Erst jetzt gab sie, widerstrebend nur, feine Hand frei.

Sie selbst setzte sich nicht, sondern blieb, ihre Rechte leicht auf die Lehne seines Stuhles stützend, neben ihm stehen.

Nun, Gerd, bedurfte es wirklich erst emer direkten Aufforderung, um Sie wieder einmal zu mir zu führen? Sie hätten doch wohl längst Zeit finden können zu ei­nem Besuch bei Ihrer alten Freundin."

Dohlen sah erstaunt auf.

Wenn ich die Zeit hätte finden wollen .. . viel­leicht. Maria. Aber Sie wissen doch recht gut, daß wir b> uns nichts mehr zu sagen haben, uns nichts mehr , agen haben dürfen."

Ach so" Durch ihre ganze Gestalt lief ein Zit­tern, sie preßte die Lippen fest aufeinander, und ihre Brust hob und senkte sich stürmisch.Ist das vielleicht Ihre eigene Weisheit?" fragte sie dann mit höhnischer Stimme.Oder hat Ihr kleines Gänschen von Frau Ihnen das suggeriert? Oh. Gerd," ihre Gestalt neigte sich über ihn,ich begreife nicht, wie Sie, gerade Sie, die Oeöe einer solchen Ehe ertragen können!"

Er war zornig aufgesprungen.

Und ich verbiete Ihnen, Maria, in dreiem Ton von meiner Frau zu sprechen! Ruth ist genau so, wie ich sie mir wünsche. Nicht um ein Jota anders möchte ich sie haben! Freilich das werden Sie wohl nie begreifen: denn meine Frau, die steht ja so unerreichbar über Jh- nen und Ihresgleichen, daß Sie für ihr liebliches, un­

schafft, das sie durch eine Fülle Won Fehlurteilen in der Öffentlichkeit verloren hat. (Beifall links.)

Abg. Hampb (Wirtsch. Vgg.) wünschte eine Verbesserung und Beschleunigung des Ehescheidungsversahrens. Das Berufsrichtertum könne nicht entbehrt werden, da eine Wahl der Richter durch das Volk keinen Fortschritt bedeute. Die Frage, ob die Simultanzulassung der Anwälte gewährt werden solle, müsse der Entscheidung der Länder überlassen werden. Ebenso sei eine Beseitigung der Oberlandesgerichte aus gesunden föderalistischen Gründen nicht möglich. Die Arbeitsgerichte würden von seiner Partei glatt abgelehnt. Das Übermaß bei der Einsetzung von parlamentarischen Unter­suchungsausschüssen störe die öffentliche Rechtspflege.

Abg. Emminger (Bayer. Vp.) meinte, daß die Gesetz- gebungsmaschine in der nächsten Zeit etwas weniger arbeiten sollte. Die gesetzliche Regelung der Aufwertungsfrage sei ein gewaltiger Fortschritt, wofür dem Reichsjustizministe­rium für die ungeheure Arbeit Dank gebührt. Der Einzel- r i ch t e r sei seinerzeit aus Sparsamkeitsgründen notwendig gewesen. Es sei zweifellos auch in manchen Urteilen von Einzelrichtern zu großen Mißgriffen gekommen, aber dann hätte die Berufungsinstanz die Möglichkeit zur Kor­rektur gehabt. Im Ruhrabwehrkampf hätte Reichs­präsident E b e r t die Mindeststrafen für Wirtschaftsspionage durch Verordnung aus zehn Jahre Zuchthaus festgesetzt. Daran sei das Gericht gebunden gewesen.

Abg.Frick (Völk.) meinte, man könne von einer deut­schen Rechts not sprechen. Dem wirtschaftlich Schwachen ohne politischen Einfluß würde in der neudeutschen Republik das Recht verweigert. Der Staatsgerichtshof zum Schutze Der Republik müsse noch vor dem 1. April beseitigt werden. Der Redner wandle sich dann gegen die parlamentarischen Unter­suchungsausschüsse. Es sei ein ganz unmöglicher Zustand, wenn der Abg. D i t l m a n n, der der Meutereianstiftung 1917 beschuldigt war, im Ausschuß als Ankläger der Admirale hätte auftreien können.

Der Redner meinte schließlich, der Fememord rummel sei nur eine Frucht jüdisch-sozialistischer Hetze.

Abg. Dr. Heus; (Dem.) begründete eine Interpellation, welche Maßnahmen die Regierung ergreifen wolle, um der unbefugten Veröffentlichung amtlicher Aktenstücke, Dokumente und Dienstkorrespondenzen durch ehemalige Reichsbeamte oder Offiziere entgegenzutreten. Die Interpellation beziehe sich aus die Veröffentlichung wichtiger amtlicher Schriften durch den Großadmiral Tirpitz.

Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) führte Beschwerde darüber, daß das Landgericht I Berlin dem Anträge der Verteidigung aus Ablehnung einer Schöffin staltgegeben hat, weil die Verteidigung mit Rücksichtaus das Schamgefühl" behin­dert sei, alles zur Aufklärung des Sachverhalts Notwendige vorzubringen.

Rcichsjustizminister Dr. Marx erwiderte, daß die Justizverwaltung aus dem Standpunkt stehe, daß auch bei Sittlichkeitsprozessen die Mitwirkung der Frau als Schöffin von großem Wert sein könne. Die Sache werde nachgeprüst werden. Der Minister erklärte weiter, daß auch die Interpellation wegen der amtlichen Schriftstücke spä­ter beantwortet werden könne.

Politische Rundschau.

Deutsches Reich.

Das Duellgesetz im Reichsrat.

Im Reichsrat beantragte der Vertreter der Provinz Pommern, Graf Behr, Einspruch gegen die Reichstags­beschlüsse zu erheben, durch die Duellvergehen bei Offi­zieren zur Dienstentlassung führen. Zur Begründung führte er aus, es liege durchaus kein Bedürfnis für eine solche Regelung bor, da nach unwidersprochen "gebliebenen' Nachrichten seit Bestehen der Reichswehr auch nicht ein Fall von Zweikampf in ihr vorgekommen fei. Der Antrag fand nicht die genügende Unterstützung. Der Ausschuß­antrag (Kenntnisnahme ohne Einspruch) wurde mit Mehr­heit in einfacher Abstimmung angenommen.

Einnahmen des Deutschen Reiches.

Im Januar 1926 wurden aus Besitz- und Verkehrs­steuern 473,9, aus Zöllen und Verbrauchsabgaben 189,4 und abgerundet somit im ganzen 663,5 Millionen Mark aufgebracht. Für die Zeit vom 1. April 1925 bis 31. Ja­nuar 1926 stellen sich die Einnahmen aus Besitz- und Verkehrs steuern insgesamt auf 4302,7 Millio­nen, aus Zöllen und Verbrauchsabgaben auf 1643 Millio­nen, aus sonstigen Abgaben auf 1 Million, und somit ab­gerundet insgesamt auf 5946,4 gegenüber dem Vor­anschlag für das gesamte Rechnungsjahr 1925 von 6770,5 Millionen Mark.

Die Gewerkschaften beim Reichswirtschaftsminister.

Auf Einladung des Reichswirtschaftsministers Dr.

schuldiges Wesen absolut kein Verständnis haben können."

'Grell auflachend, warf sie den schönen Kopf in den Nacken.

Vielen Dank für das Kompliment! Sie singen ja das Lob Ihrer Frau in geradezu begeisterter Weise. Und diese seltene Frau," vergebens versuchte sie, das Zrttern ihrer Stimme zu unterdrücken,macht Sie na­türlich auch ... sehr glücklich?"

Ja. Unendlich glücklich!"

Das feine Batisttuch, an dem die schlanken Finger der, Schauspielerin unruhig zerrten, zerriß mit leisem Krachen. Plötzlich trat sie so nahe an ihn heran, daß sie ihn fast berührte und er ihren heißen Atem fühlte.

Mir brauchst du doch keine Komödie vorzuspielen, Gerd," stieß sie mit zusammengebissenen Zähnen hervor. Ich kenne dich doch. So wie du sieht kein glücklicher Ehemann aus! Und deine Frau?! Na, die spielt ihre Rolle noch erbärmlicher. Daß die nicht glücklich ist, das fühlt schon ein Blinder. Gestern sah ich sie übrigens. Sie kam aus dem Cafee de l'Europe. Mit der vielge­rühmten Schönheit ist's auch nickst mehr weit her. Sie sah sehr blaß aus. Auch schien es mir, als habe sie ge­weint."

Dohlen antwortete nicht. Er sah finster vor sich hin. Was half es ihm, wenn er widersprach! Sie glaubte ihm ja doch nicht. Also wußte man schon, daß das Glück seiner Ehe brüchig war. Bald würden es die Spatzen von den Dächern pfeifen. . .

Erst gegen Morgen hatten sie wieder eine heftige Szene miteinander gehabt wie fast täglich in der letz­ten Zeit. Zwar hatten sie sich bald daraus wieder ver­söhnt unter Küssen und Versprechungen, allein eine ge­wisse Entfremdung blieb doch stets zurück.

Für den Nachmittag hatte er dann mit seiner Frau eine Zusammenkunft verabredet im Cafee de l'Europe. Später wollte sie ihn in das Theater begleiten, um sich die Vorstellung anzusehen.

Pünktlich zur festgesetzten Zeit war er an Ort und Stelle gewesen, Ruth aber kam nicht. Endlich, fast eine

Curtius fand im Reichswirtschäftsministerium eine Aus­sprache mit den Vertretern der Arbeitnehmer-Spitzen- organisationen statt. Dr. Curtius betonte, daß er größten Wert auf eine dauernde Fühlungnahme mit den Gewerkschaften und auf die Herstellung eines gegenseitigen Vertrauensverhältnisses lege. Er ging dann näher auf die großen schwebenden Fragen, wie z. B. das russische Geschäft, die schwere Lage der Ruhrkohlen- industrie, den Wohnungsbau und die Frage der Schaffung einer Exportkreditversicherung zur Belebung der Wirt­schaft ein. Der Minister kündigte eine Denkschrift der Re­gierung,' an, die sich mit den einzelnen aufgeworfenen Problemen beschäftigen wird. , - -

Aus In- und Ausland.

Berlin. Der Reichswirtschaftsrat soll nach den Beschlüssen des Verfassungsausschusses auf 144 Mitglieder beschränkt werden. Ihm soll auch das Recht zu Jnitiativ- gesetzen sowie zur Ernennung eigener Beauftragter zur Unter­richtung des Reichsrats und des Reichstags eingeräumt werden.

Kiel. Auf der Germania-Werst lief das M o t o r t a n k - schifsKanadolite" vom Stapel. Es hat eine Größe von 15 000 Tonnen und ist mit zwei Kruppschen Zweitakt- Diesel-Motoren von je 1500 Pferdestärken ausgerüstet. Das Schiff soll eine Geschwindigkeit von 11 Knoten haben und ist für die Jmperial Oil-Limited of Toronto in Kanada be­stimmt.

Nürnberg. Nach einer Meldung der Fränkischen Tagespost hat der Staatsanwalt Beschwerde eingelegt gegen den Beschluß der Nürnberger Strafkammer, dem Antrag des Staatsanwalts betreffend Einleitung eines Meineidsverfahrens gegen Oberbürgermeister Dr. Luppe nicht stattzugeben. Der Fall wird nunmehr das Oberste Landesgericht in München beschäftigen.

Prag. Bei Wiedereröffnung des Tschechischen Parlaments kam es zu großen Lärm- und Prügelszenen, so daß die Rede des Außenministers Benesch vollständig im Lärm unterging.

Aus der Heimat.

Für diese Rubrik find (Ditteilungen lokalen Interesses aus dem Leserkreise stets erwünscht und meiden auf Wunsch bezahlt.

Gesundheitslehre im Gesamtplan des preußischen Schulunterrichts. Wie de» Amtliche Preußische Presse­dienst mitteilt, wird in einem Runderlaß des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die Erwartung ausgesprochen, daß an Volks-, Mittel- und höheren Schulen auf Grund der früher gegebenen Richt­linien die Unterweisung in der Gesundheitslehre hin­reichend berücksichtigt und hierdurch das Verantwor­tungsgefühl des Schülers für die eigene Lebens­führung wie für die Mitarbeit an der Gesunderhaltung des ganzen Volkes dauernd geweckt wird. Die Belehrun­gen, die sich nicht auf den naturkundlichen Unterricht allein beschränken sollen, haben den Zweck, die Schüler durch nachhaltige erziehliche Beeinflussung an die ständige Beobachtung der notwendigen Gesundheitsregeln zu gewöhnen. Um die Lehrer und Lehrerinnen in ihrer hy­gienischen Ausbildung zu vertiefen, empfiehlt der Mi­nister, vorläufig versuchsweise in jedem Regierungsbezirk (Provinz) hygienische Lehrgänge für die Lehrer eines räumlich nicht zu groß bemessenen Gebietes zu veranstal- ten, wobei vornehmlich auf möglichst restlose Teil­nahme Gewicht zu legen ist. Für die erforderlichen -Stunden in der Woche-jollen- dio-Lehrev-von-derllnrn richtserteilung beurlaubt werden. Die Kurse sollen möglichst im Anschluß an die für die Zeit vom 18. bis 25. April d. Js. geplante Reichsgesundheits­woche beginnen. Der Erlaß des Kultusministers ist zu­gleich im Namen des preußischen Ministers für Volks­wohlfahrt ergangen. _____ _

In der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 5000 M. auf Nr. 184688, 3000 M. auf Nr. 51684 142867 168824 171953 285790, 2000 M. aus Nr. 14239 50246 82264 115143 170886 183751 202198 260306, 1000 M. auf Nr. 5917 8421 20546 40370 50662 72481 84290 140386 154597 237303 248074 250228 276732, ferner 74 Gewinne zu 500 M. und 196 Gewinne zu 300 M., 75 000 M. auf Nr. 231982, 25 000 M. auf Nr. 164584 198144, 5000 M. auf Nr. 36487 59132 121366 251436, 3000 M. auf Nr. 39016 70944 270857 287780, 2000 M. auf Nr. 93311 125452 167751 235145 298860, 1000 M. auf Nr. 4247 32757 51241 62243 100461 110726 120381 133692 143909 151039 153110 164966 172203 250189 278518 294904, ferner 74 Gewinne iu 500 M. und 230 Gewinne zu 300 M. (Düne Gewähr.)

Stunde später, er war schon in Sorge und Unruhe ge­wesen, erschien sie nnd erzählte lachend, sie hätte nicht eher kommen können, denn Steffens sei dagewesen fast zwei Stunden, da hätten sie sich verplaudert. Auf seine vielleicht etwas zu schroffen Vorwürfe war sie in Tränen ausgebrochen und hatte ihm zornig zu­gerufen:Das ist wohl eine Fortsetzung der Szene von heute morgen. Auf dein Theaterbillet verzichte ich na­türlich. Du kannst dich rühmen, mir wieder einmal den Tag gründlich verleidet zu haben." Dann war sie allein nach Hause gefahren.

Daran dachte er jetzt, während Maria Szechenyi ihn unausgesetzt beobachtete. Ihre brennenden Augen hin­gen mit leidenschaftlichem Entzücken an seinem Antlitz. Wre mit unsichtbaren Fäden zog es sie zu ihm hin.

.Allem sie war klug genug, ihm nichts von diesen Gefühlen mrtzuteilen, nur ihre Augen leuchteten in ver­räterischer Glut, und ihre Stimme klang fast heiser vor Aufregung, als sie jetzt zu ihm trat und ihm die Hände auf die Schultern legte:

Wenn Sie doch Vertrauen zu mir haben könnten, Gerhard: denn ich. . " Sie brach ab und fuhr gleich darauf noch leiser, fast flüsternd fort:Hätten Sie doch Ihre Frau gelassen, wo sie war. Da war sie an ihrem Platze, nicht aber an Ihrer Seite. In den Verhältnis­sen, die Sie ihr bieten können, wird sie sich niemals glücklich fühlen, denn sie wird ewig das Präsidenten- töchterlein bleiben. Und ihr Herz schlägt nicht heiß ge­nug für Sie, als daß sie die Sehnsucht nach dem Einst überwinden könnte."

Hat sie das Ihnen vielleicht anvertraut?" fragte er schneidend.

Nein, mir nicht: aber vielleicht . . . einem andern." Steffens ..." entfuhr es ihm unwillkürlich.

.(Fortsetzung folgt.)